Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 708
1dn Vb. verbr. 1. Vollverb. – a. ‘tätig sein, etw. unter-
nehmen, sich mit etw. beschäftigen’, auch ‘etw. Be-
stimmtes verrichten, erledigen’ – das gannsde je dn
DE-Ca; duch dat nich Wb-We* 205; Wilt’n dat ma
daun, ja?
BA-Op; ... dät kann ik woll doon ... Ehlies 1960a 79; ik mütt dat h noch daun SA-Dä; Wat dust’n
noch in Bedde?
Spr-Asch 18; wat dait hai denn in de
Stadt?
HA-Eil; Tuk, was de nich lßen kannst. Wb-Ak
174; Verbdg.: dertau dauen ‘etw. erledigen, unterneh-
men’ Wb-Holzl 74; Rda.: daun un lten kennen ‘alles
frei entscheiden können’ Wb-Nharz 38; dr hat mit sek
enauch de daun(e)
Mda-Weg 90; Mien Fru un ik sünd
uns enig, see de Snider; ik do, wat ik schall, un se deit,
wat se will.
Berufe-Altm 252; Sprw.: kinder daun w se
klauk sint
Wb-Nharz 38; dau, wat te wutt, de L schilt
doch
HA-Oh. – b. ‘arbeiten, etw. leisten’ – ... wat her
as Nachtwächter tue duehne harre.
Heimatkalender-Je
1924,59 (JE2-Vie); Reich wollen se wären unn nischt
thun ...
Richter o.J. 130; Rda.: en janzen Dach nich’n
Handschlach edahn
Sprw-Börde; Sprw.: wer wat äten
will, mot ok watt daun
OSCH-Eils. – c. ‘geben, darrei-
chen’, auch ‘hinzugeben’ – Mengels up’t Swnfudder
dn
Wb-Altm 136; dau en betten Kümmel an den witten
Kohl
WE-Heu; Verbdg.: te wetten daun ‘wissen lassen’
Wb-Nharz 38. – d. ‘leihen,  borgen’ – d mi doch ’n
Dr’r
Wb-Altm 36. – e. ‘jmdm. etw. (Böses) antun,
zufügen’ – d junge wil mek wat daun Wb-Nharz 38;
De Hund dut deck nischt. Spr-Asch 18; ... ich hawwe
dich doch nischt jetn!
Wb-Ak 174. – f. ‘den Anschein,
Eindruck erwecken’ – w will man sau daun, als off w
keimen
(kämen) HA-Oh; Seine Frau lak schon ins Bette
un that, wie wennse schluf.
Wäschke61915,45. – g.
‘sich in bestimmter Weise verhalten, sich geben’, vgl.
auch 2.Na, dauh man nich sau öte (affektiert) ...
Rauch 1925,37; Wetterregel: April deit, wat hei will
WE-Be. – h. ‘es mit jmdm., etw. zu tun haben’ – Dder-
mit will ich nischt ze tne han.
Wb-Ak 174; ik hewwe
nich jrn mit ne te daun
HA-Oh; se harre en betchen
veel mit Remetismus te dauhne
. Rauch 1929,166; Das
hadde awwer nischt mit de Heezung zu tune.
Krause 1964,13. – i. ‘es um etw. zu tun, gelegen sein’ – et is mik
drumme te daun
HA-Oh. – j. subst. ‘Beschäftigung,
Arbeit’ – hei hat sn Daun HA-Oh; Rda.: ’t is n Dn[709]
‘das lässt sich zusammen erledigen’ Wb-Altm* 52. – 2.
in fester Verbdg. als Funktionsverb – mit Subst.: fbidde
daun
Wb-Nharz 2; n’ Jefalln daun HA-Oh; bescheit
daun
Erwiderung des Zutrinkens, Wb-Nharz 25; sick
Anung daun
‘Kenntnis zeigen’ Wb-Holzl 74 (HA-Um);
oder se wollten en’n mol’n Schabernack dohn JE2-Gü;
sek en dt daun ‘zu Tode kommen’ Wb-Nharz 38; s tt
awwer  Nt
Wb-Be; mit Adv. (semantisch vorw. zu
1g.): höhnschen don ‘heimlich und schadenfroh lächeln’
SA-Lie; glk daun ‘gleichgültig sein’ Wb-Nharz 38; nu
wille kleineken daun
‘nun will er freundlich tun’ Sprw-
Börde; tk toch man nich so hmlinge Wb-Be; det dut
mich awwer leed
ZE-Roß; ... to goi (zugute) dohn.
Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi). – 3. Hilfsverb. – a.
zur Hervorhebung des Vollverbs und zur Verlängerung
des Satzes – Brennen deit et! Lindauc o.J. 28; d dn all
wärra kkeln
JE2-Scho; Angel’l tn se . Wb-Ak 174;
sejjen daat se nist Wb-Holzl 74; hai dait ’n Hengor in’n
Hoff schtelln
QUE-Hau; das tu ich mich marken CA-
Sta; ... als mir zwee beede noch zusammen uff de Schule
jehn taden.
Heese21919,6; ick fraog of du mi nich
seggen können dn deist
Wb-Altm 36; Sprw.: de Katte
lert erst musen, wenn se jungen deit
CALV-Zo. – b. zur
Umschreibung des Konjunk. – ik doie dat nich maken
‘ich würde das nicht machen’ Wb-Holzl 74; ek de ne
nischt jben
Wb-Nharz 38; Ich tt  jarne m n Des-
sau machen.
Wb-Ak 174.
Lautf., Gram.: Inf.: do(h)n, dn verbr. nbrdb.; tun Mda-Sti 33;
dau(h)n verbr. nwaltm. elbostf. (außer w JE1); dau(h)en Nd-
Börde § 75 (WO-Schn), WE-Velt; [dun] Wb-We* 205; [dn]
verbr. mbrdb.; thuen Wäschke 61915,126; du(h)n, [dn] ZE-
Roß, Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), Spr-Asch 18, DE-
Ca; t(h)un CA-Ca, verstr. anhalt.; in Verbdg. mit t: -e Heimat-
kalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), verstr. elbostf., vereinz. anhalt.;
davon abweichend [dau] Id-Eilsa 56;
1. Sg. Präs.: do verstr. Altm.; dau SA-Hen, verstr. elbostf.; [dau]
SA-Dä; daue vereinz. w elbostf.; [du] Mda-Ze (verstr. ZE); tue
Heese 21919,99; tu CA-Sta;
2. Sg. Präs.: deist, daist verbr. nd. (außer s mbrdb.); deust Wb-
Nharz 38, QUE-Di; dust, [dst] Dialekt-Ma 9 (verstr. mittleres/
s JE1), Spr-Asch 18; [dust] Mda-Ze (verstr. ZE); tust ZE-
Roß;
3. Sg. Präs.: dei(h)t, [daet], [dait] verbr. nd. (außer s mbrdb.);
[däit] vereinz. n/mittlere Altm.; doit, deut vereinz. sw elbostf.,
Gesch-Un 43; dät, [dt] vereinz. nwaltm.; [dut] Mda-Ze (ver-
str. ZE); dut ZE-Roß, Spr-Asch 18; t(h)ut, [tt] CA-Sta, verstr.
anhalt.;
Imp. Sg.: do(h) verbr. nbrdb., verstr. w JE1; do(h)e WO-Sa,
JE2-Ste; [dx] JE2-Schön; tou OST-Pe; dau(h) verbr. nwaltm.
n/mittleres/sw elbostf., vereinz. sö elbostf.; tau(h) WE-Weh,
vereinz. sö elbostf.; daue, [dau] WE-Ost, vereinz. ö elbostf.;
dauch, [dau] Wb-Holzl 74, verstr. OSCH s WA, vereinz. sw
elbostf., verstr. QUE, BA-Ba; duch Wb-We* 205; tauch WA-
Ha; dauk, daug WA-ABra Et, BLA-Bö, QUE-PrBör; due, [d()]
JE1-Pa, Dialektgeogr-Elbe/Saale 81 (nw/mittleres/s ZE); tue KÖ-
Wu; tu ZE-Steu, CA-Sta, BA-Gü, BE-La, DE-Grie; [dk], [dg]
verstr. anhalt.; [tk] Wb-Be; duch, [dux] JE2-Par Tu, Dialekt-
Ma 8 (verbr. mittleres/s JE1, vereinz. nö CA), Dialektgeogr-
Elbe/Saale 81 (s JE1 nö ZE); tu(c)k QUE-GrSchie, BLA-Sti,
vereinz. mittleres/ö anhalt.;
1./3. Sg. Prät.: da(a)t, dt Heimatkalender-Ze 1962,94 (ZE-Ze),
verstr. elbostf.; tat, thad vereinz. anhalt.; doat, [dt] OSCH-[710]
Har, QUE-Di; tt Wb-Ak 174; Hausfr-Altm 1930,4 (SA-
Die), verstr. Altm.; dei, dai vereinz. nw HA;
1./3. Pl. Prät.: daaten verstr. w elbostf.; doaten, [dtn] OSCH-
Har, QUE-Di; taden Heese 21919,6; däaden ZE-Hu; dähn Firmenich 1854,125 (STE-Ste); dei(h)n HA-Bee, Heimat-Ohre 1922/
Wöhlbier (HA-Eim); doin Id-Eilsa 56;
Part. Prät.: edaan, edan verstr. elbostf.; [dn] WE-Wa; edaon,
[dn]
Lieder-Ma Nr. 769 (WO-Ol), OSCH-Har, QUE-Di;
daohn, [dn] verstr.Altm.; jet(h)an Wäschke 41910,111, Krause
1964,51; -tn Wb-Ak 174; -tn Mda-Sti 24;
1./3. Sg. Konjunk.: doie, deue Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38; deu
Id-Eilsa 56; dai, dei Wb-Holzl 74, HA-Oh; däede Heimatkalender-
Je 1924,61 (JE2-Vie); däte Gesch-Un 45; [dd] Mda-Fuhne 19
(DE-Ca); tt Wb-Ak 174; dehe, de Rauch 1929,68, vereinz.
w elbostf.; dee, d Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38;
1./3. Pl. Konjunk.: doien, deuen Wb-Holzl 74, Wb-Nharz 38;
den OSCH-Har; deen, dehn vereinz. n/mittleres elbostf.
Expandiere:
Lemma
dn (Homonymziffer 1)
Grammatische Angabe
Vb.
Bedeutung
verbr.
Gliederung
1.
Bedeutung
Vollverb.
a.
Bedeutung
‘tätig sein, etw. unternehmen, sich mit etw. beschäftigen’, auch ‘etw. Bestimmtes verrichten, erledigen’
Belege
  • das gannsde je dn DE-Ca
  • duch dat nich Wb-We* 205
  • Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op
  • ... dät kann ik woll doon ... Ehlies 1960a 79
  • ik mütt dat h noch daun SA-Dä
  • Wat dust’n noch in Bedde? Spr-Asch 18
  • wat dait hai denn in de Stadt? HA-Eil
  • Tuk, was de nich lßen kannst. Wb-Ak 174
  • Verbdg.: dertau dauen ‘etw. erledigen, unternehmen’ Wb-Holzl 74
  • Rda.: daun un lten kennen ‘alles frei entscheiden können’ Wb-Nharz 38
  • dr hat mit sek enauch de daun(e) Mda-Weg 90
  • Mien Fru un ik sünd uns enig, see de Snider; ik do, wat ik schall, un se deit, wat se will. Berufe-Altm 252
  • Sprw.: kinder daun w se klauk sint Wb-Nharz 38
  • dau, wat te wutt, de L schilt doch HA-Oh.
b.
Bedeutung
‘arbeiten, etw. leisten’
Belege
  • ... wat her as Nachtwächter tue duehne harre. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie)
  • Reich wollen se wären unn nischt thun ... Richter o.J. 130
  • Rda.: en janzen Dach nich’n Handschlach edahn Sprw-Börde
  • Sprw.: wer wat äten will, mot ok watt daun OSCH-Eils.
c.
Bedeutung
‘geben, darreichen’, auch ‘hinzugeben’
Belege
  • Mengels up’t Swnfudder dn Wb-Altm 136
  • dau en betten Kümmel an den witten Kohl WE-Heu
  • Verbdg.: te wetten daun ‘wissen lassen’ Wb-Nharz 38.
d.
Bedeutung
‘leihen,  borgen
Belege
d mi doch ’n Dr’r Wb-Altm 36.
e.
Bedeutung
‘jmdm. etw. (Böses) antun, zufügen’
Belege
  • d junge wil mek wat daun Wb-Nharz 38
  • De Hund dut deck nischt. Spr-Asch 18
  • ... ich hawwe dich doch nischt jetn! Wb-Ak 174.
f.
Bedeutung
‘den Anschein, Eindruck erwecken’
Belege
  • w will man sau daun, als off w keimen (kämen) HA-Oh
  • Seine Frau lak schon ins Bette un that, wie wennse schluf. Wäschke61915,45.
g.
Bedeutung
‘sich in bestimmter Weise verhalten, sich geben’, vgl. auch 2.
Belege
  • Na, dauh man nich sau öte (affektiert) ... Rauch 1925,37
  • Wetterregel: April deit, wat hei will WE-Be.
h.
Bedeutung
‘es mit jmdm., etw. zu tun haben’
Belege
  • Ddermit will ich nischt ze tne han. Wb-Ak 174
  • ik hewwe nich jrn mit ne te daun HA-Oh
  • se harre en betchen veel mit Remetismus te dauhne. Rauch 1929,166
  • Das hadde awwer nischt mit de Heezung zu tune. Krause 1964,13.
i.
Bedeutung
‘es um etw. zu tun, gelegen sein’
Belege
et is mik drumme te daun HA-Oh.
j.
Grammatikalische Angabe
subst.
Bedeutung
‘Beschäftigung, Arbeit’
Belege
  • hei hat sn Daun HA-Oh
  • Rda.: ’t is n Dn ‘das lässt sich zusammen erledigen’ Wb-Altm* 52.
2.
Bedeutung
in fester Verbdg. als Funktionsverb
Belege
  • mit Subst.: fbidde daun Wb-Nharz 2
  • n’ Jefalln daun HA-Oh
  • bescheit daun Erwiderung des Zutrinkens, Wb-Nharz 25
  • sick Anung daun ‘Kenntnis zeigen’ Wb-Holzl 74 (HA-Um)
  • oder se wollten en’n mol’n Schabernack dohn JE2-Gü
  • sek en dt daun ‘zu Tode kommen’ Wb-Nharz 38
  • s tt awwer  Nt Wb-Be
  • mit Adv. (semantisch vorw. zu 1g.): höhnschen don ‘heimlich und schadenfroh lächeln’ SA-Lie
  • glk daun ‘gleichgültig sein’ Wb-Nharz 38
  • nu wille kleineken daun ‘nun will er freundlich tun’ Sprw-Börde
  • tk toch man nich so hmlinge Wb-Be
  • det dut mich awwer leed ZE-Roß
  • ... to goi (zugute) dohn. Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi).
3.
Bedeutung
Hilfsverb.
a.
Bedeutung
zur Hervorhebung des Vollverbs und zur Verlängerung des Satzes
Belege
  • Brennen deit et! Lindauc o.J. 28
  • d dn all wärra kkeln JE2-Scho
  • Angel’l tn se . Wb-Ak 174
  • sejjen daat se nist Wb-Holzl 74
  • hai dait ’n Hengor in’n Hoff schtelln QUE-Hau
  • das tu ich mich marken CA-Sta
  • ... als mir zwee beede noch zusammen uff de Schule jehn taden. Heese21919,6
  • ick fraog of du mi nich seggen können dn deist Wb-Altm 36
  • Sprw.: de Katte lert erst musen, wenn se jungen deit CALV-Zo.
b.
Bedeutung
zur Umschreibung des Konjunk.
Belege
  • ik doie dat nich maken ‘ich würde das nicht machen’ Wb-Holzl 74
  • ek de ne nischt jben Wb-Nharz 38
  • Ich tt  jarne m n Dessau machen. Wb-Ak 174.