Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 712
Donner(s)dag m. ‘Donnerstag’ verstr. – änn Dun-
naschdach w sonn Jewidda
JE2-Scho; ... nächsten
Dunnerschtack da schlachten mor jelei ...
Heese[713]
21919,87; Rda.: Dun’nerschtch un Freitch un
Sunn’md  noch dorzu!
Fluch, Wb-Ak 49; Sprw.: Naon
Dunnerstag kömmt de Fräidag.
‘Auf Zank und Streit
folgt Versöhnung.’ Bewohner-Altm 1,329;Wetterregel:
Wenn de Woch iss wunnerlich, iss Dunnersdag
affsunnerlich.
Wb-Altm 259. – Volksgl.: Der D. wird
sowohl als Glückstag (ADVK Kt. 4 – vorherrschend
nwaltm. Altm. JE1 ZE – Vk-Anhalta 325 f.) als auch als
Unglückstag angesehen (verstr. Altm., ADVk Kt. 4 – vor-
herrschend JE2 elbostf.). Von dieser Betrachtung hängt
ab, ob man an diesem Tag eine Ehe schließen, einen
neuen Dienst antreten sollte (verstr. anhalt.) oder nicht
(verstr. Altm.). Bes. im anhalt. Gebiet ist der D. günstig
für die Aussaat, für das Ansetzen von Federvieh zum
Brüten oder den Einzug in eine neue Wohnung, was bes.
für die frisch vermählte Ehefrau gilt. Ackerbau-Anhalt
249 und 251, Vk-Anhalta 325. In der Altm. sollte das
Herausbringen von Dünger aus den Ställen oder das Spin-
nen an diesem Tag vermieden werden. An einem D.
geborene Menschen haben Unglück, wurden sie noch
dazu an einem Sonntag getauft, sehen sie Geister. SA-
Dre, vereinz. Altm.  Grner Donnersdag.
Lautf.: [donrsda] Mda-War 30, BLA-Brau; Donnerschtak
Krause 1964,69; -tack Richter o.J. 96; Donderschtag BLA-
Brau; Döndersdach WA-Un; Denners- BA-GrAls; dendersch-
dch
Wb-Nharz 40; Dunnersdag Wb-Altm 43 und 259;
[dunsda] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [duns-] verstr.
s Altm.; Dunnerstag Bewohner-Altm 1,329; Dunnerschdach
CA-Gli; -tack Heese 21919,87; -tahk Spr-Anhalt 174; -tg ZE-
KlLei; [dunada] JE2-Scho; [dur-] Mda-Ze (vereinz. ZE);
[-ta] a.a.O. (ZE-Roß); Dun’nerschtch Wb-Ak 49; Dund’rsch-
tach
Lieder-Ma Nr. 831 (CA-Schö); Dön(n)derdag, -dach,
[döndrda]
Mda-War 30, OSCH-De, Id-Eilsa 57, verstr. WE;
-daach, -dch vereinz. w elbostf.; [denrd] QUE-Di; Den-
derdach
Wb-Holzl 77 (WA-KlWa); -daach QUE-Di; [dundda]
SA-Hö; [dund-] WO-HWa; Dinnerdch OSCH-Har.
Expandiere:
Lemma
Donner(s)dag
Grammatische Angabe
m.
Bedeutung
‘Donnerstag’ verstr.
Belege
  • änn Dunnaschdach w sonn Jewidda JE2-Scho
  • ... nächsten Dunnerschtack da schlachten mor jelei ... Heese 21919,87
  • Rda.: Dun’nerschtch un Freitch un Sunn’md  noch dorzu! Fluch, Wb-Ak 49
  • Sprw.: Naon Dunnerstag kömmt de Fräidag. ‘Auf Zank und Streit folgt Versöhnung.’ Bewohner-Altm 1,329
  • Wetterregel: Wenn de Woch iss wunnerlich, iss Dunnersdag affsunnerlich. Wb-Altm 259.
  • Volksgl.: Der D. wird sowohl als Glückstag (ADVK Kt. 4
  • vorherrschend nwaltm. Altm. JE1 ZE
  • Vk-Anhalta 325 f.) als auch als Unglückstag angesehen (verstr. Altm., ADVk Kt. 4
  • vorherrschend JE2 elbostf.). Von dieser Betrachtung hängt ab, ob man an diesem Tag eine Ehe schließen, einen neuen Dienst antreten sollte (verstr. anhalt.) oder nicht (verstr. Altm.). Bes. im anhalt. Gebiet ist der D. günstig für die Aussaat, für das Ansetzen von Federvieh zum Brüten oder den Einzug in eine neue Wohnung, was bes. für die frisch vermählte Ehefrau gilt. Ackerbau-Anhalt 249 und 251, Vk-Anhalta 325. In der Altm. sollte das Herausbringen von Dünger aus den Ställen oder das Spinnen an diesem Tag vermieden werden. An einem D. geborene Menschen haben Unglück, wurden sie noch dazu an einem Sonntag getauft, sehen sie Geister. SA-Dre, vereinz. Altm.Grner Donnersdag.