Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 761
Dreck m. 1. verbr. – a. ‘Schmutz’, auch ‘feuchter,
breiiger Schmutz, Schlamm’ – durchn Dreck loofn QUE-
GrSchie; dai Kinna schmaddan in Dreck SA-Dä; ... un
seine Pfeife schtippte in den Dreck
Heimatkalender-Börde
1925,64 (CA-Sa); Rda.: Dreck inne Ohrn hann ‘nicht
hören’ ZE-Roß; Bät äöwer de Uhren (Ohren) in’n Dreck
sitten.
‘sich (durch eigene Schuld) in einer üblen Lage
befinden’ Bewohner-Altm 1,328; hei hat Dreck an’n Sto-
cke
‘er hat eine Verfehlung begangen’ HA-Oh; in drek un
schpek gn
‘unsauber, schmutzig umhergehen’ Wb-
Nharz 45; De is for meck wie Dreck an’ Schau. Ausdruck
der Geringschätzung, Sprw-Harzvorld 374; Sprw.: je wir-
rer
(weiter) dät man dän Dreck pett (tritt), je wirrer spitt’
(spritzt es) SA-El; Je mehr’n Dreck rögt (rührt), je mehr
stinkt’r.
Spr-Altm 76; Bauernregel: Fällt de erste Schnei
in’n Dreck, denn is de ganze Winter en Jeck.
Chr-Em 428.
 TZ: Ac (Kinderspr.) sige Gnst Kt Muddel; weitere[762]
Synonyme  Smadder, vgl. auch TZ  Modder ‘feuchter,
breiiger Schmutz’. – b. ‘Kehricht, zusammengefegter
Schmutz’ – gre m en Dregg ufs Gorblech DE-Ca.
Dreckhpen Fgels Fgsel 2Jux Kehricht Krdreck
Kt Müll Stoffhpen Stwendreck tfgels tfgsel
tkrels tkricht tkr(t)sel
. – c. ‘Kot’ – Rda.: sein’
eejen’ Dreck fressen
‘geizig sein’ ZE-Roß. – 2a. ‘min-
derwertige, unnütze Sache’ vereinz. – D haste awwer
Dreck jekft!
Wb-Ak 47. – 2b. ‘unwichtige oder missli-
che Angelegenheit’ vereinz. – ... un dörch Vortellen un
Kaulen
(Schwatzen) saunen Dreck noch breit trä’en ...
(mit Bezug zu 1.) Wedde 1938,5. – 2c. ‘Unkraut’ 2: JE2-
HSe Wu, ZE-Reu Stre.
Lautf.: Dreck, [drek]; außerdem: [dreg] verbr. anhalt; [drk]
Mda-Ar 26; Träck ZE-Reu.
Expandiere:
Lemma
Dreck
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Verbreitung
verbr.
a.
Bedeutung
‘Schmutz’, auch ‘feuchter, breiiger Schmutz, Schlamm’
Belege
  • durchn Dreck loofn QUE-GrSchie
  • dai Kinna schmaddan in Dreck SA-Dä
  • ... un seine Pfeife schtippte in den Dreck Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa)
  • Rda.: Dreck inne Ohrn hann ‘nicht hören’ ZE-Roß
  • Bät äöwer de Uhren (Ohren) in’n Dreck sitten. ‘sich (durch eigene Schuld) in einer üblen Lage befinden’ Bewohner-Altm 1,328
  • hei hat Dreck an’n Stocke ‘er hat eine Verfehlung begangen’ HA-Oh
  • in drek un schpek gn ‘unsauber, schmutzig umhergehen’ Wb-Nharz 45
  • De is for meck wie Dreck an’ Schau. Ausdruck der Geringschätzung, Sprw-Harzvorld 374
  • Sprw.: je wirrer (weiter) dät man dän Dreck pett (tritt), je wirrer spitt’ (spritzt es) SA-El
  • Je mehr’n Dreck rögt (rührt), je mehr stinkt’r. Spr-Altm 76
  • Bauernregel: Fällt de erste Schnei in’n Dreck, denn is de ganze Winter en Jeck. Chr-Em 428.
b.
Bedeutung
‘Kehricht, zusammengefegter Schmutz’
Belege
gre m en Dregg ufs Gorblech DE-Ca.
c.
Bedeutung
‘Kot’
Belege
Rda.: sein’ eejen’ Dreck fressen ‘geizig sein’ ZE-Roß.
2a.
Bedeutung
‘minderwertige, unnütze Sache’
Verbreitung
vereinz.
Belege
D haste awwer Dreck jekft! Wb-Ak 47.
2b.
Bedeutung
‘unwichtige oder missliche Angelegenheit’
Verbreitung
vereinz.
Belege
... un dörch Vortellen un Kaulen (Schwatzen) saunen Dreck noch breit trä’en ... (mit Bezug zu 1.) Wedde 1938,5.
2c.
Bedeutung
‘Unkraut’
Verbreitung
2: JE2-HSe Wu, ZE-Reu Stre.