Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 970
Finger m. 1. ‘eines der fünf beweglichen Glieder der
Hand’ verbr. – lütge Finger OSCH-Eils; Dei Finger
worden een klamm.
Ehlies 1960b 297; ... denn hei harre
sek jo de Finger drane vorbrennt ...
Wedde 1938,39;
d Holtschplitta jn in Finga rin JE2-Scho; Rda.: um de
Finger wickeln
‘jmdn. gefügig machen’ HA-Oh; op
de Finger seihen
‘jmdn. überwachen’ Wb-We 156; op de
Finger passen
dass., Sprw-Börde; dorch de Finger sein
‘etw. übersehen’ HA-Oh; mit fingern op einen wsen
‘auf jmdn. zeigen, jmdn. bloßstellen’ Wb-Nharz 208;
laat dine Fingern derfonn ‘gib dich damit nicht ab’ Wb-
Holzl 86; dderfr mkek keinen finger krum ‘dafür tue
ich nichts’ Mda-Weg 125; ... habbe ich den Brief mit
janz spitze Finger anjefaßt ...
‘... habe ich den Brief aus
Widerwillen nicht richtig angefasst ...’ Richter o.J. 32;
All Finger deit een daonaoh lecken. ‘begierig nach etw.
sein’ Pohlmann 1905,22; sek wat t’n finger sn ‘etw.
erfinden, ausdenken’ Wb-Nharz 208; Das kannste dich
doch n deine finnef Finger abzel’l.
‘Das ist doch
offenbar, selbstverständlich.’ Wb-Ak 57; nich de Fin-
ger tellen künnen
‘dumm, einfältig sein’ Wb-We 156; e
schnadet sich nochmal en Finger ab ... eh’re anen
Pennig rausricken dut
von einem geizigen Menschen,[971]
Spr-Asch 38; De bitt sick leewer’n Finger af, as dät’r
Penning utgewt.
dass., Bewohner-Altm 1,331; Sprw.:
Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand.
a.a.O. 1,327. – 2. ‘stehlen’,  klauen, in den Verbdg.: – a.
lange/lanke Finger mken verstr. – hei het lang Finger
makt
SA-Hen. – b. krumme Finger maken 3: Wb-We 156.
– c. ff Finger und n Grp(e) 1: SA-Bre, 2: ZE-Ro, 3:
vereinz. HA, 4: vereinz. anhalt. – d. Leim an de Finger
hann
4: BE-Neu. – 3. TiN ‘ Libelle’ 3: GA-Wa.
Gram.: Pl.: Finger, [fir] verstr.; -n SA-Dä, vereinz. Altm.,
JE2-HBe Scho, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), verstr. elb-
ostf., Serimunt 1930 Nr. 82, CA-Sa; -e Wb-Nharz 209 (BLA-Hü
Neu); -sch ZE-Roß.
Expandiere:
Lemma
Finger
Grammatische Angabe
m.
Gliederung
1.
Bedeutung
‘eines der fünf beweglichen Glieder der Hand’ verbr.
Belege
  • lütge Finger OSCH-Eils
  • Dei Finger worden een klamm. Ehlies 1960b 297
  • ... denn hei harre sek jo de Finger drane vorbrennt ... Wedde 1938,39
  • d Holtschplitta jn in Finga rin JE2-Scho
  • Rda.: um de Finger wickeln ‘jmdn. gefügig machen’ HA-Oh
  • op de Finger seihen ‘jmdn. überwachen’ Wb-We 156
  • op de Finger passen dass., Sprw-Börde
  • dorch de Finger sein ‘etw. übersehen’ HA-Oh
  • mit fingern op einen wsen ‘auf jmdn. zeigen, jmdn. bloßstellen’ Wb-Nharz 208
  • laat dine Fingern derfonn ‘gib dich damit nicht ab’ Wb-Holzl 86
  • dderfr mkek keinen finger krum ‘dafür tue ich nichts’ Mda-Weg 125
  • ... habbe ich den Brief mit janz spitze Finger anjefaßt ... ‘... habe ich den Brief aus Widerwillen nicht richtig angefasst ...’ Richter o.J. 32
  • All Finger deit een daonaoh lecken. ‘begierig nach etw. sein’ Pohlmann 1905,22
  • sek wat t’n finger sn ‘etw. erfinden, ausdenken’ Wb-Nharz 208
  • Das kannste dich doch n deine finnef Finger abzel’l. ‘Das ist doch offenbar, selbstverständlich.’ Wb-Ak 57
  • nich de Finger tellen künnen ‘dumm, einfältig sein’ Wb-We 156
  • e schnadet sich nochmal en Finger ab ... eh’re anen Pennig rausricken dut von einem geizigen Menschen, Spr-Asch 38
  • De bitt sick leewer’n Finger af, as dät’r Penning utgewt. dass., Bewohner-Altm 1,331
  • Sprw.: Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. a.a.O. 1,327.
2.
Bedeutung
‘stehlen’,  klauen, in den Verbdg.:
a.
Bedeutung
lange/lanke Finger mken
Verbreitung
verstr.
Belege
hei het lang Finger makt SA-Hen.
b.
Bedeutung
krumme Finger maken
Verbreitung
3: Wb-We 156.
c.
Bedeutung
ff Finger und n Grp(e)
Verbreitung
  • 1: SA-Bre
  • 2: ZE-Ro
  • 3: vereinz. HA
  • 4: vereinz. anhalt.
d.
Bedeutung
Leim an de Finger hann
Verbreitung
4: BE-Neu.
3.
Bedeutung
TiN ‘ Libelle
Verbreitung
3: GA-Wa.