Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 992
Fledderms f. 1. TiN ‘Fledermaus’verbr. – d Flärra-
ms schlöppt wa Winda
JE2-Scho; ... denn flüggt währ
ne grote Fleddermus vorbi ...
Lindaua o.J. 64. – Volksgl.:
F. dürfen nicht in das Schlafzimmer gelangen, weil sie
sich im Haar des Schlafenden verfangen könnten. Sie
sollen sich auf das unbedeckte Haar von Menschen set-
zen, daher rufen Kinder, wenn sie eine F. sehen: Fleder-
maus, Fledermaus, Kämme mich die Haare aus
(BA-
Fro). Weil F. häufig in Schornsteinen zu finden sind,
glaubt man, sie fräßen Speck (BE-GrMü). Bindet man
das Herz einer F. mit einem seidenen Faden an den Arm,
so gewinnt man beim Kartenspiel (BA-Ha). Vk-Anhalta
269.  Fladder(e) Fladdermus Flidderms. – 2. in der
Verbdg.: Fleddermse smten dass. wie  fleddern 3., 2:
WO-Wo, 3: WO-Gli, vereinz. sö elbostf. – 3. in der
Verbdg.: Kleinmaokt Fledderms geheimnisvoll wirken-[993]
des Heilmittel der Volksmedizin,  Sympathmiddel, 2:
Wb-Altm 135. – 4. Pl. PflN ‘Wasser-Schwertlilie’,
Schelpblme, 3: WE-Gö Rho.
Lautf.: Fleddermu(u)s (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fledms],
s Altm., JE2: [fled-]) SA-Schm, vereinz. w Altm., verstr. mitt-
lere/ö Altm., verbr. JE2, verstr. JE1 ZE, verbr. elbostf., BLA-All,
BA-Ha; -mous WE-Gö; -maus, [fledrmaus] ZE-KlLei, vereinz.
ö ZE, BE-He, verstr. w/mittleres anhalt.; Flettermuus GA-Wa;
Flerrer- (nwaltm., n/mittlere Altm.: [flerms], sAltm.: [fler-])
vereinz. ö/s nwaltm., verbr. Altm. (außer s Rand), Mda-Ze (ZE-
Reu Stre); -mius SA-Dre; Flessermaus, [flezrmaus] vereinz.
w/mittleres anhalt.; Flell(e)rmus, [flel()rms] GA-Sa, ver-
einz. ö ZE; -maus, [flelrmaus] verstr. s anhalt.;
Fläddermu(u)s (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fldms], s Altm.,
JE2: [fld-]) SA-Bon Scha, vereinz. nö Altm., CALV-Uth, JE2-
Kar, Id-Eilsa 61; -maus KÖ-Wei; Flärrermu(u)s (nwaltm., n/
mittlere Altm.: [flärms], s Altm., JE2: [flär-]) verstr. ö/s
nwaltm., verbr. Altm. (außer s Rand), JE2-Scho; [-mius] verbr.
n/w nwaltm.; Flärrermüus SA-KlGe; Flärrmus OST-GrBeu;
Fläller- WO-Bu, ZE-Gö; Fladder- (mit Senkung -e- > -a-) BLA-
Sti, BA-Schie;
Fledermu(u)s vereinz. s Altm., JE2-Ma, JE1-Sche, vereinz. elb-
ostf.; -maus JE1-Gö, vereinz. w/s JE1 w ZE, OSCH-Vo, WE-Ri,
vereinz. sö elbostf., CA-Lö Kü; Fleser- CA-Ra Su; Fleler- CA-
Me; Flerms HA-Oh; Flädermus JE1-Dan Ra, OSCH-Eils,
vereinz. s elbostf.; [fldrmaus] BE-Gier KlSchie.
Expandiere:
Lemma
Fledderms
Grammatische Angabe
f.
Gliederung
1.
Bedeutung
TiN ‘Fledermaus’
Verbreitung
verbr.
Belege
  • d Flärrams schlöppt wa Winda JE2-Scho
  • ... denn flüggt währ ne grote Fleddermus vorbi ... Lindaua o.J. 64.
  • Volksgl.: F. dürfen nicht in das Schlafzimmer gelangen, weil sie sich im Haar des Schlafenden verfangen könnten. Sie sollen sich auf das unbedeckte Haar von Menschen setzen, daher rufen Kinder, wenn sie eine F. sehen: Fledermaus, Fledermaus, Kämme mich die Haare aus (BA-Fro). Weil F. häufig in Schornsteinen zu finden sind, glaubt man, sie fräßen Speck (BE-GrMü). Bindet man das Herz einer F. mit einem seidenen Faden an den Arm, so gewinnt man beim Kartenspiel (BA-Ha). Vk-Anhalta 269.
2.
Bedeutung
in der Verbdg.: Fleddermse smten dass. wie  fleddern 3.
Verbreitung
  • 2: WO-Wo
  • 3: WO-Gli, vereinz. elbostf.
3.
Bedeutung
in der Verbdg.: Kleinmaokt Fledderms geheimnisvoll wirkendes Heilmittel der Volksmedizin,  Sympathmiddel
Verbreitung
2: Wb-Altm 135.
4.
Grammatikalische Angabe
Pl.
Bedeutung
PflN ‘Wasser-Schwertlilie’,  Schelpblme
Verbreitung
3: WE-Gö Rho.