Mittelelbisches Wörterbuch, Band 1 (A-G), Spalte 1002
fleuten Vb. 1. 1: SA-Dä, Hausfr-Altm 1930,7 (SA-
Die), 2: verstr. Altm., vereinz. ö JE2, Mda-sJe1 27 (ver-
str. s JE1, ZE-Göd), 3: a.a.O. 27 (vereinz. w JE1), HA-
Oh, 4: Elbschifferspr. 319 (CA-Ak), Wb-Ak 59. – a.
‘Töne auf einer (Weiden-)Flöte hervorbringen, darauf
spielen’, auch ‘Signaltöne hervorbringen, tuten’ – ... her
krege so al tue weinig vör’t Fläuten ...
Heimatkalender-
Je 1923,96 (JE2-Vie); Wo d’ Schaoper fleut’t ... Pohlmann 1905,V. – b. ‘pfeifen’ – hei kann op’n Finger
fleuten
HA-Oh; Rda.: de fleit’t upt letzte Lock ‘er wird
bald sterben’ GA-Klö; Ick will di wat fleit’n schroffe
Abweisung, Wb-Altm 53. – c. ‘zwitschern, singen’, von
Vögeln – Sprw.: De Vög’l, de so früh fleit’n, bitt am
Dag de Katt ’n Kopp aff.
Spr-Altm 83. – 2. in der
Verbdg.: fleuten gn ‘verloren gehen, abhanden kom-
men’, auch ‘ausreißen, weglaufen’ 2: Id-Altm, Wb-
Altm 53, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 59 – et
mutt erscht alles fleten gahn
Sprw-Börde; Rda.: där
jeht balle fleetn
‘er wird bald sterben’ ZE-Roß.
Lautf.: (1.): Verteilung des Stammvokals wie bei  Fleute; (2.):
fleuten Id-Altm, HA-Oh, Sprw-Harzvorld 399; fleit(e)n Wb-
Altm 53, Wb-We 157, Id-Quea 153; flöten vereinz. n/w elbostf.;
fle(e)ten, [fltn] ZE-Roß, vereinz. ö/s elbostf., Wb-Ak 59. – Etym.:
(2.): nicht eindeutig geklärt, während das DWB 3,1824 einen
Zush. zu flöten in der Bed. ‘schwinden, dahin tönen’ herstellt,
ist auch an die Bed. ‘sich als Musikant durch die Welt schlagen’
gedacht worden, daneben meist Anknüpfung an pleite, das zu
jidd. pleto < hebr. pelt(h) ‘Flucht, Entrinnen’ zu stellen ist,
vgl. Röhrich 1991 ff.,463 f., Wb-Rotw [1498] und [4248],
Kluge 242002,304 und 708.
Expandiere:
Lemma
fleuten
Grammatische Angabe
Vb.
Gliederung
1.
Verbreitung
  • 1: SA-Dä, Hausfr-Altm 1930, 7 (SA-Die)
  • 2: verstr. Altm., vereinz. ö JE2, Mda-sJe1 27 (verstr. s JE1, ZE-Göd)
  • 3: a.a.O. 27 (vereinz. w JE1), HA-Oh
  • 4: Elbschifferspr. 319 (CA-Ak), Wb-Ak 59.
a.
Bedeutung
‘Töne auf einer (Weiden-)Flöte hervorbringen, darauf spielen’, auch ‘Signaltöne hervorbringen, tuten’
Belege
  • ... her krege so al tue weinig vör’t Fläuten ... Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie)
  • Wo d’ Schaoper fleut’t ... Pohlmann 1905,V.
b.
Bedeutung
‘pfeifen’
Belege
  • hei kann op’n Finger fleuten HA-Oh
  • Rda.: de fleit’t upt letzte Lock ‘er wird bald sterben’ GA-Klö
  • Ick will di wat fleit’n schroffe Abweisung, Wb-Altm 53.
c.
Bedeutung
‘zwitschern, singen’, von Vögeln
Belege
Sprw.: De Vög’l, de so früh fleit’n, bitt am Dag de Katt ’n Kopp aff. Spr-Altm 83.
2.
Bedeutung
in der Verbdg.: fleuten gn ‘verloren gehen, abhanden kommen’, auch ‘ausreißen, weglaufen’
Verbreitung
  • 2: Id-Altm, Wb-Altm 53, ZE-Roß
  • 3: verstr. elbostf.
  • 4: Wb-Ak 59
Belege
  • et mutt erscht alles fleten gahn Sprw-Börde
  • Rda.: där jeht balle fleetn ‘er wird bald sterben’ ZE-Roß.