orgeln Vb. 1. ‘Orgel spielen’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh. – 2. ‘laut schnarchen’ 3: Rauch 1929,108, 4: Wb-Be, KÖ-GrPa – … ok von hinn’n hörte ick all ollen Danieln örgeln, da fehle gewiß en Nawer, dei öhm ter rechten Tied en Schupps gav! Rauch 1929,108. – 3. ‘Geschlechtsverkehr ausüben’,  ficken, 2: ZE-Roß.
Lautf.: orjeln; außerdem: örgeln Rauch 1929,108.
1rt m. 1a. ‘Stelle, Platz’, auch ‘Ortschaft’ 2: Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 182, Mda-Fuhne 26 (DE-Ca) – ga man na’n andern Oort Wb-Holzl 150; n rt un schtidde setten Wb-Nharz 142; Sprw.: jd Ding an sn rd, geit alles gd in Huse frt Wb-We 96. – 1b. Dim. ‘Toilette’,  Aftritt, 4: Wb-Be, BE-Dro. – 2a. ‘Ende, Ecke’ 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 182 – Rda.: öwwer Ort bringen ‘wegschaffen, an die richtige Stelle schaffen’ Id-Eilsa 82; met einen gut ewwer rt kommen ‘sich schnell mit jmdm. einigen können’ Wb-Nharz 142. – 2b. ‘spitzes Ende, Spitze’, bes. an Pflugschar oder Sense, veralt., 3: vereinz. w elbostf., QUE-Hau. – 2c. ‘Werkzeug zum Durchstechen des Leders, Ahle’ 2: Wb-Altm 269, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 182, Wb-Be, KÖ-Bie. – 3. ‘vierter Teil eines Talers’ 2: Wb-Altm 150.
Lautf.: Ohrt, [rt] Wb-Altm 269 (2c.), Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 12 (JE1-Ge Güt Walt), verstr. elbostf., Mda-Sti 182, Wb-Be (2c.); ert HA-Oh, [ert] Id-Eilsa 82; uort OSCH-Di; rt KÖ-Bie; Ort, [ort] Wb-Altm 150, Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1), verstr. ZE, Mda-Sti 182; [ortn] Dim. Wb-Be; Örtchen Dim. BE-Dro; [ord] Mda-Fuhne 26 (DE-Ca). – Gram.: n. belegt: (2b.) HA-Eil, QUE-Hau.
s n. ‘Zwischenraum zwischen den auf dem Boden des Kahns liegenden Querbalken’, auch ‘tiefste Stelle des Kahns’, dort sammelt sich Wasser, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 119 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 119 (CA-Ak), Wb-Ak 53.
Lautf.: [s] Elbschifferspr. 119 (WO-Ro, JE2-Pa); [sd] a.a.O. 119 (STE-Bit Tan, JE2-Mi); s, [s] ZE-Roß, Elbschifferspr. 119 (CA-Ak), Wb-Ak 53. – Etym.: zu mnd. sen ‘schöpfen, ausschöpfen’, vgl. HWb-Mnd 2,1195.
1se f. 1. ‘kleine Schlinge, Schlaufe’, meist aus Metall bestehend, vgl. Slinge, Slp(e), 1: SA-Die, 2: Wb-Altm 150, STE-Ri Ste, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – Hoaken un Neuseken OSCH-Har. – 2. ‘Schlinge in einem Tau’ 2: Elbschifferspr. 258 (JE2-Mi), 3: BLA-Brau.
Lautf., Gram.: Ö(h)se, [z] STE-Ri Ste, Elbschifferspr. 258 (JE2-Mi), HA-Oh, Wb-Holzl 151 (WA-KlWa); s Wb-Altm 150; Ösen Pl. Wb-We 96; öseke Dim. Beiträge-Nd 66 (WO-HWa); [azan] Pl. SA-Die; Oise Wb-Holzl 151, Euse Id-Eilsa 60; Oiseke Dim. Wb-Holzl 151; Öise BE-La; se, [z] verstr. ZE, Wb-Holzl 151 (WA-KlWa), Wb-Nharz 52, Dialektgeogr-Elbe/Saale 21 (CA-Ak), vereinz. BE; mit Proklise von -n: nause BLA-Brau; Neuske Dim. QUE-Di; Noiseke Dim. Wb-Holzl 147, Neuseke Dim. Id-Eilsa 80; Neuseken Dim. Pl. HA-Oh, Wedde 1938,84, OSCH-Har.
snapp m. ‘kleine Holzschaufel zum Ausschöpfen des Wassers aus dem Kahn’, Schifferspr., 2: OST-GrBeu, Elbschifferspr. 267 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 267 (CA-Ak), Wb-Ak 53.  Kahngosse Knschüppe sfatt sschüppe.
Lautf.: [snab] Elbschifferspr. 267 (WO-Ro, JE2-Pa); Ösnapf OST-GrBeu; [sdnab] Elbschifferspr. 267 (STE-Bit Tan, JE2-Mi); snapp ZE-Roß, Wb-Ak 53, [snab] Elbschifferspr. 267 (CA-Ak).
sschüppe f. dass. wie  snapp, 2: ZE-Roß.
Lautf.: sschippe.
Osse m. 1. ‘kastriertes junges männl. Rind’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb. n mbrdb., verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – d Osse het tw Höäna JE2-Scho; dai Oss wrd anschpannt tum Treckng SA-Dä; Rda.: dumm w’n Osse HA-Oh; stiert wie so’n Osse Vk-Harz 3,46; brüllt as’n Os ‘weint laut und heftig’ SA-Ben; sau grde, w de Osse pisset Bemerkung, wenn jmd. in Schlängellinie geht, HA-Oh; de hat sau veel Gefühl als wenn’n Ossen in’t Höörn knippt HA-No; da steit de Osse an Brge ‘jmd. ist völlig ratlos’ WE-Be; dor schdd d, w dor Ogse forsch naie Dor dass., DE-Ca; witt woll’n Ochsen brot’n Bemerkung, wenn jmd. ein zu großes Feuer unterhält, BA-Ha; Hü’! Ossen, dremmelt ju nich, sä de Köster to dänn een’n Ossen, dänn’r vör’t Plog har. Bewohner-Altm 1,354; Sprw.: en Ossen un’n Feuer (Fuhre) Mess sall’n ut’n Wä gn WE-Be; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; wat kann man von’n Ossen völangen as en Stück Rindfleesch von einem groben, ungehobelten Menschen, OST-Möl; wär kann’n Ossen dat Bölken vorwehr’n HA-No; Wat weet de Os van’t Jöck, wenn’r nich treckt hät. Bewohner-Altm 1,354; wer keinen Ossen hat, dne kann kein det gn HA-Oh; wat de Osse innen Buke hat, hilpet mittrecken WA-Hak; In’n Oss hört (gehört) Str in’n Brn hörn Röwen (Rüben). Wb-Altm 269; ‘s word mannijer Okse jeschlacht, w mor kn Vart’l von krt ‘von vielen Dingen hört man nichts, bekommt man nichts ab’ Wb-Ak 123; Rätsel: wievöl Ossen werden im Jahr geborn? – garkein! SA-Gü; wo hat de Oss d’ meist Flesch? – twüschen Kopp un Swanz. STE-Wa; Reim:Dän Ochsen jifft dat Woat’r Kraft,
Dän Jüngling Bair un Räb’nsaft;
Drum, Freundchen, drinke Bair un Wien,
De Deuw’l wollt’e Ochse sien.
Lieder-Ma Nr. 695 (WA-Eg).
Btling Bulle Jungosse Landosse Ossenkalf Str. – 2. ‘Zuchtstier’,  Bulle, 2: SA-Jeg, OST-Ren, GA-Jä, JE1-Scha Stei, ZE-Wö, 3: HA-Uhr, vereinz. s elbostf., 4: BLA-Sti. – 3. ‘dummer, begriffsstutziger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 2: ZE-Roß, 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 123, Wb-Be, DE-Ca – bass uff d Ogse, w de hinlfsd DE-Ca.
Lautf.: Osse, [os] verstr. s Altm., vereinz. n JE2, verbr. mittleres/s JE2 JE1, verstr. n ZE, ZE-Stre, verbr. elbostf. (außer CA), Mda-Sti 14; Oss, [os] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., JE2-Neu Reh, Wb-We 96; Osso OST-Pe; [s] GA-Da, JE2-Par; [s] SA-Rist, Mda-Ar 29; Ochse, [oks] OST-Ar Ren, vereinz. n GA, JE2-Jer, vereinz. w JE1, JE1-Zie, verstr. s ZE, BA-Rie, verbr. n CA, verstr. omd.; Ochsen Dat. Sg. Lieder-Ma Nr. 695 (WO-Ol); [ogs] verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca). Zuss.: zu 1.: Hand-, Jung-, Land-, Lnigen-, Ln-, Mast-; zu 3.: Heu-, Hrn-, Meisterochse.
Osse m. 1. ‘kastriertes junges männl. Rind’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb. n mbrdb., verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – d Osse het tw Höäna JE2-Scho; dai Oss wrd anschpannt tum Treckng SA-Dä; Rda.: dumm w’n Osse HA-Oh; stiert wie so’n Osse Vk-Harz 3,46; brüllt as’n Os ‘weint laut und heftig’ SA-Ben; sau grde, w de Osse pisset Bemerkung, wenn jmd. in Schlängellinie geht, HA-Oh; de hat sau veel Gefühl als wenn’n Ossen in’t Höörn knippt HA-No; da steit de Osse an Brge ‘jmd. ist völlig ratlos’ WE-Be; dor schdd d, w dor Ogse forsch naie Dor dass., DE-Ca; witt woll’n Ochsen brot’n Bemerkung, wenn jmd. ein zu großes Feuer unterhält, BA-Ha; Hü’! Ossen, dremmelt ju nich, sä de Köster to dänn een’n Ossen, dänn’r vör’t Plog har. Bewohner-Altm 1,354; Sprw.: en Ossen un’n Feuer (Fuhre) Mess sall’n ut’n Wä gn WE-Be; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; wat kann man von’n Ossen völangen as en Stück Rindfleesch von einem groben, ungehobelten Menschen, OST-Möl; wär kann’n Ossen dat Bölken vorwehr’n HA-No; Wat weet de Os van’t Jöck, wenn’r nich treckt hät. Bewohner-Altm 1,354; wer keinen Ossen hat, dne kann kein det gn HA-Oh; wat de Osse innen Buke hat, hilpet mittrecken WA-Hak; In’n Oss hört (gehört) Str in’n Brn hörn Röwen (Rüben). Wb-Altm 269; ‘s word mannijer Okse jeschlacht, w mor kn Vart’l von krt ‘von vielen Dingen hört man nichts, bekommt man nichts ab’ Wb-Ak 123; Rätsel: wievöl Ossen werden im Jahr geborn? – garkein! SA-Gü; wo hat de Oss d’ meist Flesch? – twüschen Kopp un Swanz. STE-Wa; Reim:Dän Ochsen jifft dat Woat’r Kraft,
Dän Jüngling Bair un Räb’nsaft;
Drum, Freundchen, drinke Bair un Wien,
De Deuw’l wollt’e Ochse sien.
Lieder-Ma Nr. 695 (WA-Eg).
Btling Bulle Jungosse Landosse Ossenkalf Str. – 2. ‘Zuchtstier’,  Bulle, 2: SA-Jeg, OST-Ren, GA-Jä, JE1-Scha Stei, ZE-Wö, 3: HA-Uhr, vereinz. s elbostf., 4: BLA-Sti. – 3. ‘dummer, begriffsstutziger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 2: ZE-Roß, 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 123, Wb-Be, DE-Ca – bass uff d Ogse, w de hinlfsd DE-Ca.
Lautf.: Osse, [os] verstr. s Altm., vereinz. n JE2, verbr. mittleres/s JE2 JE1, verstr. n ZE, ZE-Stre, verbr. elbostf. (außer CA), Mda-Sti 14; Oss, [os] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., JE2-Neu Reh, Wb-We 96; Osso OST-Pe; [s] GA-Da, JE2-Par; [s] SA-Rist, Mda-Ar 29; Ochse, [oks] OST-Ar Ren, vereinz. n GA, JE2-Jer, vereinz. w JE1, JE1-Zie, verstr. s ZE, BA-Rie, verbr. n CA, verstr. omd.; Ochsen Dat. Sg. Lieder-Ma Nr. 695 (WO-Ol); [ogs] verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca). Zuss.: zu 1.: Hand-, Jung-, Land-, Lnigen-, Ln-, Mast-; zu 3.: Heu-, Hrn-, Meisterochse.
Ossenjunge m. dass. wie  Ossenknecht, 2: MdanwJe1b 71 (JE1-HZi), JE1-Wo, ZE-Mü, 3: vereinz. elbostf.
Lautf., Gram.: Ossenjunge; außerdem: Ossnjung Vk-Ask 299; [osnjus] Pl. Mda-nwJe1b 71 (JE1-HZi).
ossig Adj. 1. dass. wie  össenig, 2: vereinz. s Altm., JE1-Schor, vereinz. w ZE, 3: verbr. n/mittleres/sw elbostf., vereinz. sö elbostf. – 2. ‘grob, ungehobelt’, auch ‘dumm, einfältig’,  dusselig, 2: Wb-Altm 150, OST-Sta, 3: Wb-We 97, Id-Queb 14, 4: Wb-Be. – 3. dass. wie  ossbannig, 2: Wb-Altm 150.
Lautf.: ossig, -ich; außerdem: össig, -ich OSCH-Vo, verstr. WE; ochsig, [oksi] GA-Esch, OSCH-Emm Ham KlQue, WE-Gö, Wb-Be.