Osten m. ‘dem Westen entgegengesetzte Himmelsrichtung’ 2: verbr. JE1, verstr. ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 123.
Lautf.: Osten, [ostn] verbr. JE1, verstr. ZE, Lindaua o.J. 11, HA-Oh, Mda-Ma 62 (vereinz. nö CA); st(e)n, [stn] MdanwJe1a 37 (JE1-HWa), Mda-Ma 62 (JE1-Ran, CA-El), BLA-Brau, Wb-Ak 123.
sterflden m. ‘zu Ostern hergestelltes flaches Gebäck’ 2: Brauch-Anhalt 185 (ZE-Bor), 3: Spr-Asch 42, BA-Op.
Lautf.: Osterfladen Brauch-Anhalt 185 (ZE-Bor), Spr-Asch 42; -fla’en BA-Op.
sterfer n. 1. ‘zu Ostern im Freien entzündetes Feuer’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2 JE1, verbr. ZE, 3: verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Das O. wird am Sonnabend vor Ostern (verstr.) oder am Ostersonntag (SA-Mel, Vk-Harz 8,42 – verstr. Nharz., Vk-Anhalta 223 – verstr. BA) entzündet. Die älteren Burschen haben das Recht, das Holz für das O. zusammenzusuchen. Dazu werden aus dem Wald trockene Äste und Buschwerk geholt. Gesammelt wird auch bei den Dorfbewohnern, die z.B. alte Weihnachtsbäume, Reisig oder Stroh bereithalten. verstr. In einigen Orten muss sämtliches Brennmaterial gestohlen sein. Das Holz wird auf einem festgelegten Platz, meist außerhalb der Ortschaft, oder auch an wechselnden Orten (Vk-Anhalta 223) formlos (verstr.) oder in Pyramidenform (verstr. nwaltm. w Altm.) um einen in der Mitte stehenden Pfahl oder um einen hohen entästeten Nadelbaum (verstr.) geschichtet. In eine freigelassene Höhlung wird Stroh zum Entzünden des O. gesteckt. verstr. Am Tag des Abbrennens wird an den Mittelpfahl ein Teerfass (verstr.), ein Bienenkorb (Brauch-wAltm 40) oder eine Strohpuppe (verstr. nwaltm. w Altm., ADVk Kt. 27 – Einzelbelege ZE WA) gehängt. Erreicht das Feuer, das durch einen älteren Schuljungen (verstr.) oder einen Erwachsenen (Vk-Anhalta 223 – ZE-Brä) entzündet wird, diese Puppe, wird dies lautstark begrüßt. verstr. nwaltm. w Altm. Verbr. ist das Schwenken von brennenden Teerfässern oder glühenden Reisigbesen. Das Springen über das O. ist bereits Ende des 19. Jh. nicht mehr zu beobachten. Brauch-wAltm 42. – Volksgl.: Das starre Blicken in die Flammen des O. soll die Sehkraft stärken. BrauchwAltm 42. Das Ackerstück, auf dem das O. angezündet wurde bzw. die vom Feuer beschienene Fläche ist im kommenden Sommer vor Hagel sicher, so dass dort eine gute Ernte erwartet werden kann. verstr. Die Asche des O. besitzt heilende oder Segen bringende Kraft, sie dient als Heilmittel gegen Krankheiten von Tier und Mensch (verstr.), z.B. zerrieben und mit Fett gemischt als Salbe gegen Gesichtsrose (Bewohner-Altm 2,249). – 2. ‘gro- ßes Feuer’ 3: Wb-Nharz 142.
Lautf.: Osterfüer; außerdem: sterfr Wb-Nharz 142; Osterfeier CA-Ca, [strfair] Wb-Be; esterfer HA-Oh, [estrfr] Id-Eilsa 82.
sterfer n. 1. ‘zu Ostern im Freien entzündetes Feuer’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2 JE1, verbr. ZE, 3: verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Das O. wird am Sonnabend vor Ostern (verstr.) oder am Ostersonntag (SA-Mel, Vk-Harz 8,42 – verstr. Nharz., Vk-Anhalta 223 – verstr. BA) entzündet. Die älteren Burschen haben das Recht, das Holz für das O. zusammenzusuchen. Dazu werden aus dem Wald trockene Äste und Buschwerk geholt. Gesammelt wird auch bei den Dorfbewohnern, die z.B. alte Weihnachtsbäume, Reisig oder Stroh bereithalten. verstr. In einigen Orten muss sämtliches Brennmaterial gestohlen sein. Das Holz wird auf einem festgelegten Platz, meist außerhalb der Ortschaft, oder auch an wechselnden Orten (Vk-Anhalta 223) formlos (verstr.) oder in Pyramidenform (verstr. nwaltm. w Altm.) um einen in der Mitte stehenden Pfahl oder um einen hohen entästeten Nadelbaum (verstr.) geschichtet. In eine freigelassene Höhlung wird Stroh zum Entzünden des O. gesteckt. verstr. Am Tag des Abbrennens wird an den Mittelpfahl ein Teerfass (verstr.), ein Bienenkorb (Brauch-wAltm 40) oder eine Strohpuppe (verstr. nwaltm. w Altm., ADVk Kt. 27 – Einzelbelege ZE WA) gehängt. Erreicht das Feuer, das durch einen älteren Schuljungen (verstr.) oder einen Erwachsenen (Vk-Anhalta 223 – ZE-Brä) entzündet wird, diese Puppe, wird dies lautstark begrüßt. verstr. nwaltm. w Altm. Verbr. ist das Schwenken von brennenden Teerfässern oder glühenden Reisigbesen. Das Springen über das O. ist bereits Ende des 19. Jh. nicht mehr zu beobachten. Brauch-wAltm 42. – Volksgl.: Das starre Blicken in die Flammen des O. soll die Sehkraft stärken. BrauchwAltm 42. Das Ackerstück, auf dem das O. angezündet wurde bzw. die vom Feuer beschienene Fläche ist im kommenden Sommer vor Hagel sicher, so dass dort eine gute Ernte erwartet werden kann. verstr. Die Asche des O. besitzt heilende oder Segen bringende Kraft, sie dient als Heilmittel gegen Krankheiten von Tier und Mensch (verstr.), z.B. zerrieben und mit Fett gemischt als Salbe gegen Gesichtsrose (Bewohner-Altm 2,249). – 2. ‘gro- ßes Feuer’ 3: Wb-Nharz 142.
Lautf.: Osterfüer; außerdem: sterfr Wb-Nharz 142; Osterfeier CA-Ca, [strfair] Wb-Be; esterfer HA-Oh, [estrfr] Id-Eilsa 82.
sterhse m. ‘Hase, der angeblich die Ostereier bringt’ verstr. – Brauch: Im Harz setzten die Kinder am Sonnabend vor Ostern ihre Schuhe vor die Tür oder in die Fensterbank, damit der O. ihnen etw. hineinlegt. Vk-Harz 8,44. – Volksgl.: In der kindlichen Vorstellung bringt der O. auch die Säuglinge. Vk-Anhalta 138 (ZE-Dee).
Lautf.: Osterhase; außerdem: [strhze] Wb-Be; esterhse HA-Oh.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.
sterwter n. ‘Wasser, das zu Ostern aus einem fließenden Gewässer geschöpft wird’ verstr. – Doch du wist doch nich etwa losgahn un Osterwater halen? Rauch 1929,22. – Brauch: Das Schöpfen des O. aus einem fließenden Gewässer geschieht (bes. durch Mädchen) in der Nacht zum Ostersonntag vor Sonnenaufgang (verstr.), spez. zwischen 23 und 24 Uhr (Brauch-Ma 262 – GA-Fle, Vk-Harz 8,43, Ackerbau-Anhalt 303), um Mitternacht (Brauch-wAltm 34 – GA-Fle Mie, Id-Queb 14, verstr. anhalt.), zwischen 0 und 1 Uhr (Wb-Nharz 142) oder bei Sonnenaufgang (Vk-Altm 226, BrauchwAltm 34 – GA-Wen, Brauch-Ma 262 – GA-Grau). Das O. sollte mit dem Strom (Gesch-Ro 108, Vk-Harz 8,43, Wb-Be), in anderen Orten gegen den Strom (BrauchwAltm 35, Wb-Ak 123, Vk-Anhalta 224) geschöpft werden. Es gilt überall ein striktes Schweigegebot. Verschiedentlich lauern die Burschen den Mädchen auf, um sie zum Sprechen zu bringen. – Volksgl.: Das in Flaschen aufbewahrte O. bleibt das ganze Jahr hindurch frisch. Als Schönheitsmittel erhält es die Haut gesund und hilft gegen Warzen oder Sommersprossen. Es wird gegen Augenentzündungen und zur Stärkung der Sehkraft verwendet. verstr. Die heilende Wirkung entfaltet sich auch bei Krämpfen (Brauch-Ma 262 – GA-Mie) oder bei Fieber (Brauch-wAltm 35 – GA-Wal). Das Vieh wird mit O. getränkt, um Seuchen zu vermeiden (verstr.) oder zum Schutz gegen Ungeziefer damit besprengt (Brauch-Rie 747, Vk-Anhalta 224 – ZE-Lu Rie). Das Besprengen der Wohnstube hält Flöhe fern (Vk-Anhalta 224) und verhütet das Schimmeln von Brot (Brauch-Ma 262 – GA-Mie). Die jungen Mädchen sehen beim Schöpfen das Bild ihres zukünftigen Mannes. BrauchwAltm 35, Rauch 1929,22.
Lautf.: Osterwater Rauch 1929,22, Wb-Nharz 142, Wb-We 97; -wasser, [strwasr] ZE-Roß, CA-Ca, verstr. anhalt.; [stawta] JE2-Scho.
te 1. f. ‘Großmutter’,  Grtmudder, 2: ZE-Gri, 4: BLA-Sti, Wb-Ak 123. – 2. m.(?) ‘Großvater’,  Grtvder, 4: Wb-Ak 123.
Etym.: kindliche Lallform, vgl. Tote Kluge231995,829, Dote Wb-BrdbBerl 1,1009.
welnmerisch Adj. ‘leicht etw. übel nehmend’ 2: ZE-Roß, 3: OSCH-Di.
Lautf.: öbbelniemerisch OSCH-Di; ewwelnehmerisch ZE-Roß.
wendrin Adv. ‘außerdem, überdies’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 136, QUE-Di – wo där ’mdrin doch schon wat uff’n Karbholz hat! ZE-Roß.
Lautf.: bendrin Wb-Nharz 136; [drin] ZE-Roß; oabmdrin QUE-Di.