Advent m. wie Standardspr., 2: Vk-Anhaltb 16 (ZE-Cos), 3: Pröhle 1858,10 f. (um WE-Ha), 4: Vk-Anhaltb 16 (verstr. nthür., vereinz. anhalt.) – Brauch: Zur Erinnerung an die Hirten in Bethlehem bliesen etwa in der Mitte der Adventszeit im ehemaligen Fürstentum Halberstadt die Hirten allabendlich auf ihren Hörnern, die Schäfer pfiffen auf den Fingern. Pröhle 1858,10 f. (um WE-Ha). Im A., bes. zum Nikolaustag, stellen die Kinder Teller oder Schuhe vor die Haus- bzw. Bodentür oder ins Hoffenster, damit der Weihnachtsmann, das Christkind oder Knecht Ruprecht etw. darauf legen. Vk-Anhaltb 16 (verstr. nthür., DE-Vo). Anderenorts werden zum gleichen Zweck Strümpfe an die Bettpfosten gehängt. a.a.O. 16 (vereinz. BE, KÖ-KlPa).
Advokt m. 1. ‘Rechtsanwalt’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... wi willn Afkoat’n üm sön Ursach nich fett moaken. Firmenich 1854,124 (OST-Hav); Rda.: “sech mick man de reine Werheit, dat Lein (Lügen) will ick woll mken”, seggt de Affkte HA-Oh; dat is en halwer afkte ‘das ist ein kluger Mensch’ Wb-Nharz 4; er hat ane Schwarte wie an Affkate ‘er ist dickfellig, unempfindlich’ Spr-Anhalt 175; Sprw.: Advokaten und Wagenräder möt’n beid’ smert werd’n. Spr-Altm 87; De Wawer sin wie de Afkaten, mal woll’n se sau, mal woll’n se sau. Spr-Asch 35; Reim:Juristen, beese Christen,
Affkaten, Deiwelsbraten.
Spr-Anhalt 175.
– 2. ‘(neugieriger) Mensch, der alles ergründen will’ 3: CA-Fö, 4: Wb-Ak 13.
Lautf., Gram.: Advokat WO-Ma; -en Pl. Spr-Altm 87, Vk-Anhalta 82; Afka(a)t, Av- vereinz. Altm.; Af(f)kat(h)e, -kte, -k’t verstr. elbostf., Vk-Anhaltc 88; Affkaten Pl. Bewohner-Altm 2,22; Af(f)katenAkk. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), Sprw-Börde, Spr-Asch 35; Af(f)kaot, af-, Av- SA-Dä, Wb-Altm 2, Bewohner-Altm 1,320; Afkte, [afkt] ZE-Roß, Wb-Ak 13, Wb-Be; Avkaoten Pl. Bewohner-Altm 1,320; Afkoat’n Akk. Sg. Firmenich 1854,124 (OST-Hav), Avkaot’n Akk. Sg. Lieder-Ma Nr. 797 (WA-Eg); Awkt STE-KlMö; Nbf.: Affkater CA-Fö.
afarbeiden Vb. 1. ‘eine Schuld(-summe) durch Arbeit nach und nach abtragen’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, BLA-Brau, 4: Wb-Ak 1 – d kannst dne Schulden afarbein HA-Oh; Jeld wille forsch Mistfr’n nich han, ich soll das inne r’n (Ernte) abarwt’n. Wb-Ak 1; Rda.: na, junge Frau, det kann ick je bei Sie abarweetn sexuelle Anspielung, ZE-Roß. – 2. refl. dass. wie  afäschern, 2: SA-Sa, 4: Wäschke 61915,24 – Die Fleescherjeselln hadden je sich siehre mit die unvorninftje Kreaturn abjearweett, denn son Bulle hat je sein’n Kopp vor sich ... a.a.O. 1915,24.
Lautf., Gram.: afarbeiden BLA-Brau; -arbein HA-Oh; abarweetn, -wt’n ZE-Roß, Wb-Ak 1; Part. Prät.: affarbeit SA-Sa; abjearweett Wäschke 61915,24.
afäschern Vb. refl. ‘sich abmühen, abquälen, abhetzen und davon kraftlos, erschöpft werden’, bes. vom schnellen Laufen und Arbeiten, vgl. afäschpern, 2: Wb-Altm 259, ZE-Hu Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Hat sich affeeschert un kimt doch te schpäde Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: af(f)äschern, -aeschern Wb-Altm 259, HA-Bee, vereinz. sw elbostf.; -eschern, [afern] vereinz. elbostf.; affeeschert Part. Prät. Sprw-Börde; feschern, [fern] Id-Eilsa 46, Wb-Nharz 2; [abärn] ZE-Hu; äschert ab 3. Sg. Präs. Spr-Anhalt 169, Vk-Anhaltc 109; abgeäschert Part. Prät. Spr-Asch 43; abeschern ZE-Roß, Wb-Ak 2; op- Mda-Sti 106. – Etym.:  äschern.
afbacken Vb. 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 1. 1. ‘backen’ – ’n Kuchen schau’m (schieben) un abbacken Wb-Ak 1. – 2. ‘Brot schlecht backen, so dass sich die Rinde von der Krume löst’, vorw. im Part. Prät. ‘mit abgelöster Rinde’ – de bekker het et brt febakt Wb-Nharz 2; dat Brt is aber afebacken, Rinne un Kraume is j ganz for sik BLA-Brau.
Lautf., Gram.: af(f)backen vereinz. w/sw elbostf.; fbakken Wb-Nharz 2; abbacken Wb-Ak 1; Part. Prät.: afjebacktes attr. st. n. Nom. Sg. Sprw-Börde; [afbakt] WO-Col Zie, JE2-Scho, vereinz. n elbostf.; awwebackt HA-Bee; awebacket Id-Eilsa 46; affbackt, [afbakt] verbr. nwaltm., verstr. Altm.; afebacken BLA-Brau; afbacken HA-Oh; [afbak] OST-Ko; fbakken Wb-Nharz 2; abjebacken ZE-Roß, Wb-Ak 1.
afbren Vb. ‘Beeren von den Stielen pflücken, abstreifen’,  afnmen, 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 1.
Lautf.: afbern HA-Oh; abbeern, -brn ZE-Roß, Wb-Ak 1.
afbten Vb. 1. ‘etw. durch einen Biss abtrennen, abbei- ßen’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., Vk-Anhaltb 83 (ZE-Dee), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 1, Wb-Be – lt mick ml afbten HA-Oh; Rda.: de bit sek alle finef finger f,  hei einen drr jift. ‘Er ist geizig.’ Wb-Nharz 2; der hat de Klaukheit en Kopp affebetten ‘er ist sehr klug’ Sprw-Börde; Sprw.: De Vög’l, de so früh fleit’n, bitt am Dag de Katt ’n Kopp aff. Spr-Altm 83. – 2. ‘(beißend) vom Futtertrog verdrängen’, von Vieh, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 1 – ’s jrße Schwein hat’ s klne abjebissen a.a.O. 1. – 3. in der Verbdg.: nen af(ge)bten hebben ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. Altm., JE2-Nkli, JE1-Gö Mö, 3: verstr. n/mittleres elbostf., BA-Re – hat höllsch einen afebetten WA-Re.
Lautf., Gram.: af(f)bten, -bt’n Vk-Anhaltb 83 (ZE-Dee), vereinz. elbostf.; biet af Imp. Sg. Vk-Harz 3,63 (QUE-Que); bit(t) af(f) 3. Sg. Präs. SA-Dä, vereinz. Altm., Sprw-Börde; beit aof Imp. Sg. Lieder-Ma Nr. 351 (WE-Ro); abbeißen Wb-Ak 1; [appaisn] Wb-Be; Part. Prät.: affebäten JE2-Nkli; appebeten HA-So; af(f)ebetten verstr. elbostf.; awwe- WA-GrGe; fe- Wb-Nharz 2; abe- OSCH-Be; afbeten STE-Bad; awbäten OST-Ho Kru; afbätn OST-Möl; -beäten STE-Scho; abbeten STE-Steg; afbetten BA-Re; abgebissen, -je- JE1-Gö Mö, Wb-Ak 1.
afborken Vb. 1. dass. wie  afblecken 1a., auch allg. ‘Baumrinde entfernen’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm. (außer ö OST nö STE), OST-Ren, STE-Ste, vereinz. s Altm. (außer CALV n WO) n JE2, JE1-Grä Scha, ZE-Wö, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Neu – ick heff dänn Bm afboakt JE2-Scho. – 2. dass. wie  afbkern 2.Dene heww’ ick awer mal schöne awweborket! 3: HA-Bee.
Lautf.: af(f)bork(e)n, aw-; außerdem: affborkgn SA-Dä; afbokn SA-Ah; [afbak] JE2-Scho; [-bk] vereinz. nwaltm.; ahfborken BLA-Ha; oaf- CA-Gli; -boarken BLA-Hü; abborken vereinz. OST, STE-Ste, JE1-Scha, ZE-Wö, BA-Neu.
afbrennen Vb. 1a. ‘anzünden und abbrennen lassen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 1, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa) – ... uffn Barch, wos Osterfeier immer abjebrennt wurde ... a.a.O. 64 (CA-Sa). – 1b. ‘durch Brand zerstört werden, niederbrennen’, auch ‘durch Brand geschädigt werden, Hab und Gut verlieren’ verstr. – ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); acht Hüser un Schüh’n sind affebrennt JE2-Gü; D ken’n mich ld tn, d bren’n n all’s dritte M ab. Wb-Ak 1; Sprw.: twei ml umme trecken is sau gt w einml afbrennen HA-Oh. – 2. ‘zum Entfernen der Borsten das geschlachtete Schwein mit kochendem Wasser übergie- ßen’ 3: HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: af(ge)brannt sn ‘kein Geld mehr haben’, auch allg. ‘über etw. nicht mehr verfügen’ 2: Wb-Altm 206, Bewohner-Altm 1,320, ZE-Roß, 3: HA-Oh, Wb-We 2, 4: Wb-Ak 1 – Ick bin ganz affbrennt Wb-Altm 206; Ich hawwe kn bißchen Ml ins Haus, ich bin jans abjebrennt. Wb-Ak 1.
Lautf., Gram.: afbrennen HA-Oh, Wb-We 2; brennen af 3. Pl. Präs. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Abbrennen subst. Richter o.J. 85; abbren’n Wb-Ak 1; [appre] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: brennt af BLA-Rü; 3. Sg. Prät.: abbrennte Richter o.J. 6; Part. Prät.: affebrennt JE2-Gü, WO-El, Wb-Holzl 51; awe- HA-Wa; [afbränt] JE2-Scho; affbrennt, [afbrent] SA-Dä, Wb-Altm 206; afbrännt Bewohner-Altm 1,320, OST-Werb; afgebrannt, -je- STE-Bin, vereinz. elbostf.; af(f)e- SA-Schm, JE1-The, vereinz. elbostf.; awe- JE1-Try, vereinz. elbostf.; af- OST-Sa; abjebrennt ZE-Roß, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); -gebrannt, -je- ZE-Nu Stre, OSCH-Schl, BLA-So; [abjbrand] verstr. w BE.
afdämpen Vb. ‘die Kehle zudrücken, erwürgen, ersticken’, auch ‘die Luft zum Atmen nehmen’, von zu großer Wärme, stickiger Luft oder zu enger Kleidung,  sticken, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm., vereinz. mittlere Altm., JE2-De Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Osse had sick balle afedämpet HA-Oh; d hett m annepackt, d hett m bn afedemmt JE2-Scho; die Hitze hier in de Stuwwe, die dämpt mich balle ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)dämp(e)n, aw- SA-Ty Wa, verstr. n Altm., GA-Al Kak, vereinz. elbostf.; dämpt aff 3. Sg. Präs. SA-Ra; afdämt Part. Prät. OST-Lin; affdämbm SA-Dä; af(f)demp(e)n, aw- SA-Ah HLa, vereinz. n/mittlere Altm., JE2-De, vereinz. elbostf.; dempst af 2. Sg. Präs. Spr-Asch 42; [afdemp] SA-Dä; [-dempt] Part. Prät. JE2-Scho; fdempen Wb-Nharz 2; [fdemp] Id-Eilsa 46; [fdempm] QUE-Di; afdempft Part. Prät. SA-Jeg; abdämpen OST-Ar, CA-Sta, KÖ-Kö; -dämpm ZE-Roß; [abdemb] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); [aptempen] Wb-Be; abdemmen JE2-De, HA-NHa; Nbf.: affdimpen WE-Oster.