nipper Adj. ‘hübsch, niedlich, ansehnlich’, auch ‘klein, zierlich’ 1: SA-Dä, 2: Id-Altm, Wb-Altm 146 und 147, Wb-Altm* 64 – De Drn st so niw’r t. Wb-Altm 146.
Lautf.: nieper Id-Altm; nip’r Wb-Altm* 64; nb’r Wb-Altm 146, Wb-Altm* 64; niwer, niw’r Wb-Altm 146 und 147; [nw] SA-Dä.
1nseln Vb. ‘fein regnen’,  musseln, 1: SA-Bee Rist, 2: OST-Schr, GA-Ga, verstr. ö Altm. (außer n OST), JE2-Grü Scho, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – es fenged n dsu nsel’l BE-Am.
Lautf.: nieseln, [nzln]; außerdem: niesel’l, [nz] ZE-Roß, verstr. anhalt.; [nz] SA-Rist; nießeln OST-Meß; nisseln ZE-Wei, vereinz. elbostf.
1nsen Vb. 1. ‘niesen’ vereinz. – Volksgl.: Einmal Niesen schit wat, zweemal Niesen bedit wat. Sprw-Börde. Niest man mehrmals morgens auf nüchternen Magen, erfährt man an diesem Tag etw. Neues. Sprw-Börde, CA-Lö, Vk-Anhalta 338 (KÖ-Tre). Es kann auch bedeuten, dass sich Besuch einstellt (ZE-Cos) oder dass man ein Geschenk erhält. (BA-Fro). Vk-Anhalta 338. Niest jmd. am Sonntagmorgen, stirbt bald eine nahe stehende Person. Abergl-Altm 26. – 2. dass. wie  2 nseln, 1: SA-HLa, 2: STE-Osth, JE1-Grä.
Lautf.: niesen [-z-]; außerdem: nß(e)n, [ns()n] OST-Ko, ZE-Roß, Wb-Ak 121, Wb-Be; nissen SA-HLa. – Gram.: nus st. 3. Sg. Prät. DE-Ro.
Nixe f. 1. ‘weibl. Wassergeist als Schreckgestalt für die Kinder’,  Nicker, 2: Vk-Anhaltb 46 (ZE-Bi Cos KlLei), 4: a.a.O. 46 (BE-Ad, DE-Bo). – 2. TiN ‘ Libelle’ 2: SA-Ben, 3: WE-Kö.
Nbiskrg m. 1. ‘Zwischenaufenthalt der Seelen Verstorbener auf dem Weg ins Totenreich’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. w Altm. – Rda.: Hei wärd bald nao Naowers Krog gaohn. ‘Er wird bald sterben.’ Bewohner-Altm 1,352. – Volksgl.: Die abgeschiedenen Seelen der Altm. kommen im N. zusammen und müssen dort das Geld (Zehrpfennig) verzehren, das ihnen ihre Angehörigen in den Mund gelegt haben (vereinz. nwaltm., verstr. w Altm.). Bewirtet werden sie von Krögers Muddern oder vom Teufel, der sie zum Kartenspiel zwingt. Vk-Altm 270. Der N., volksetym. umgedeutet zu Nwerskrg, soll sich in Neuferchau am Nordrand des Drömlings befinden. Vk-Altm 270, Kuhn 1843 Nr. 19, Pohlmann 1905ff.,34f. – 2. Name für den ON ‘Neuferchau’ 1: SA-Ta, 2: vereinz. w Altm.
Lautf.: Noweskrog SA-Kun; Nbff.: Nawerskro(o)g SA-Im Kö; Noawers-, Naowers Kro(o)g verstr. w Altm.; Nberskrooch Kuhn 1843 Nr. 19; Nowerskrog GA-Rö; -kraug SA-Ta, No(h) wers Kraug ADVk Nr. 163 (SA-Die Dre). – Etym.: trotz vielfacher Versuche ist die Herkunft nicht sicher geklärt, so wird das erste Glied u.a. zu rom. non bzw. zu ahd. niowiht ‘nichts’ gestellt, vgl. Wb-Meckl 5,115, Grohnein Nd. Zs. f. Volksk. 6 (1928), S. 193ff.; daneben Herleitung aus rotw. nobis ‘nein, nichts’, dazu auch ndl. nobis ‘betrunken’, vgl. Krogmann in Nd. Jb 65/66 (1939/40), S. 70 (bringt umfassende Überlieferungsgeschichte); Bezug zu lat. nbis ‘uns’ nicht ausreichend wahrscheinlich, vgl. Kluge 231995,590. Interessant sind volksetym. Deutungen: umgeformt zu Nwerskrg wird N. als ‘Gasthof in der Nachbarschaft, außerhalb des Ortes (Neuferchau)’ erklärt. Andere Herleitungen beziehen sich auf einen ehemaligen Wirt mit dem Namen Nwer bzw. auf dessen angebliche Herkunft aus Hannover, vgl. Vk-Altm 220, Kuhn 1843 Nr. 19, Pohlmann 1905ff.,34f.
noch 1. Adv. verbr. – a. zur Bezeichnung der Fortdauer eines Geschehens, Zustands (mit absehbarem Ende) – w gt n nich n Hs HA-Oh; d Lampe wurre no nich annebt (angezündet) JE2-Scho; hei haust (hustet) noch sau dulle GA-Wie; hä humpelte je immer noch a Heppchen Alt-Cöthen 6. – b. zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens – hei kummet noch HA-Oh; mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68. – c. zur Bezeichnung einer Hinzufü- gung, Wiederholung – Nu wollmer noch een nähm … ZE-Roß; det Korn wurre nochmol met ne engere runne Handsäu (Handsieb) dörch’esäut JE2-Gü. – d. in Verbdg. mit Kompar. zur Bezeichnung eines höheren Grades – noch hater (heißer) QUE-Di; das Haus is noch hgor DE-Ca; un nun junk et noch dulder, … Vk-Harz 3,24. – e. zur Kennzeichnung eines Restes – bitken hat noch öwer bläbn SA-Ost. – 2. Pt. verstärkend, verstr. – W ofte soll ich tich tenn tas n noch aussenn klamsern! Wb-Be; forrflucht noch ml Fluch, HA-Oh. – 3. Konj. zum Anschluss weiterer Glieder einer Negation, verstr. – Rda.: Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340.
Lautf.: noch, [no]; außerdem: noche, [no] adv. OSCH-Di, Mda-Weg 106, Mda-Ro, Wb-Be, BE-Il; nch Mda-Sti 15; in der Verbdg. mit nicht: noch nich, [no ni] SA-Dä, HA-Bee, BLA-Brau, BE-Gü; [no ni], no nich, nonnich verstr.; [nni] Beiträge-Nd 66 (WO-HWa); na nich vereinz. n elbostf.; [na ni] DE-Ca.
nöckern Vb. 1. dass. wie  nöckeln 2., 2: Wb-Altm 147, 3: Id-Queb 13. – 2. ‘wiehern’, vom Pferd,  wern, 2: SA-Max Pre, vereinz. nw OST, STE-Ga.
Lautf., Gram.: nöckern; außerdem: nokkert 3. Sg. Präs. OST-Ra.
ndigen Vb. 1. ‘auffordern, bitten’, bes. ‘zum Essen auffordern’ verstr. – hei lett seck ndigen ‘er ziert sich, etw. zu essen’ WE-Zi; nödigt ward nich Aufforderung zum Essen, Bewohner-Altm 2,130; … hei nödige öhm na de Stuwe rinn Rauch 1929,87. – 2. ‘einladen’ 1/2/3: verstr. nd. – ik will dik tau mn Gebrtsdach noigng SA-Dä; wne hewwe je denn alle ndejet? Wb-Nharz 133.
Lautf., Gram.: nödig(e)n Wb-Altm 147, verstr. n/w elbostf.; nödigt 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 2,130; nödijen vereinz. n/w elbostf.; nedijen, nedejen HA-Oh; nög’n Wb-Altm 147; nögt Part. Prät. Hochzeitsbrauch-Altm 353 (GA-Miest); [nin] JE2-Scho, nöin Hausfr-Altm 1940,112 (STE-Ber); nö’icht Part. Prät. Lieder-Ma Nr. 902 (HA-Sa); nön Wb-Altm 269; [noig], [noi] SA-Dä; [nig] GA-Ku; nöeugt 3. Sg. Präs. Matthies 1903,51; neuj’n SA-Rie; nüödigen OSCH-Di; ndigen BA-Re; ndijen JE1-Pre, Sprw-Börde, Wb-Nharz 133; [ndijn] Mda-Ze (ZE-Roß), Wb-Be; ndejen Wb-Nharz 133; [nrijn] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); [nlijn] a.a.O. (ZE-Gro); ntijen Wb-Ak 121; [ntijn] Mda-Ze (ZE-Roß), Wb-Be; [nedijn] QUE-Di; naedigen Mda-Sti 42.
Ndiger m. ‘Einlader zur Hochzeit’,  Hochtdenbidder, 1: SA-Jü Pü, 2: SA-Rie, GA-Schw.
Lautf.: [nr] SA-Jü; [n] SA-Pü; [nij] SA-Rie, GA-Schw. Zus.: Hochtts-.
ng Adv. ‘ausreichend, genügend’, vgl. geng, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., 3: verstr. elbostf. – Ick heff ng. ‘Ich bin gesättigt.’ Wb-Altm 147; dat Laok (Salzlauge) is nich schrp nauch SA-Dä; Datt harre sick woll utesocht, weil hier de Schape Platz naug harren. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: noog, ng vereinz. Altm.; [n] SA-Ku Zie, verbr. Altm.; [nu] SA-Ku; naug vereinz. elbostf.; nauch, [nau] verstr. nwaltm. elbostf.; nuch, [nu] verstr. nwaltm., Wb-We* 227.