Osse m. 1. ‘kastriertes junges männl. Rind’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb. n mbrdb., verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – d Osse het tw Höäna JE2-Scho; dai Oss wrd anschpannt tum Treckng SA-Dä; Rda.: dumm w’n Osse HA-Oh; stiert wie so’n Osse Vk-Harz 3,46; brüllt as’n Os ‘weint laut und heftig’ SA-Ben; sau grde, w de Osse pisset Bemerkung, wenn jmd. in Schlängellinie geht, HA-Oh; de hat sau veel Gefühl als wenn’n Ossen in’t Höörn knippt HA-No; da steit de Osse an Brge ‘jmd. ist völlig ratlos’ WE-Be; dor schdd d, w dor Ogse forsch naie Dor dass., DE-Ca; witt woll’n Ochsen brot’n Bemerkung, wenn jmd. ein zu großes Feuer unterhält, BA-Ha; Hü’! Ossen, dremmelt ju nich, sä de Köster to dänn een’n Ossen, dänn’r vör’t Plog har. Bewohner-Altm 1,354; Sprw.: en Ossen un’n Feuer (Fuhre) Mess sall’n ut’n Wä gn WE-Be; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; wat kann man von’n Ossen völangen as en Stück Rindfleesch von einem groben, ungehobelten Menschen, OST-Möl; wär kann’n Ossen dat Bölken vorwehr’n HA-No; Wat weet de Os van’t Jöck, wenn’r nich treckt hät. Bewohner-Altm 1,354; wer keinen Ossen hat, dne kann kein det gn HA-Oh; wat de Osse innen Buke hat, hilpet mittrecken WA-Hak; In’n Oss hört (gehört) Str in’n Brn hörn Röwen (Rüben). Wb-Altm 269; ‘s word mannijer Okse jeschlacht, w mor kn Vart’l von krt ‘von vielen Dingen hört man nichts, bekommt man nichts ab’ Wb-Ak 123; Rätsel: wievöl Ossen werden im Jahr geborn? – garkein! SA-Gü; wo hat de Oss d’ meist Flesch? – twüschen Kopp un Swanz. STE-Wa; Reim:Dän Ochsen jifft dat Woat’r Kraft,
Dän Jüngling Bair un Räb’nsaft;
Drum, Freundchen, drinke Bair un Wien,
De Deuw’l wollt’e Ochse sien.
Lieder-Ma Nr. 695 (WA-Eg).
Btling Bulle Jungosse Landosse Ossenkalf Str. – 2. ‘Zuchtstier’,  Bulle, 2: SA-Jeg, OST-Ren, GA-Jä, JE1-Scha Stei, ZE-Wö, 3: HA-Uhr, vereinz. s elbostf., 4: BLA-Sti. – 3. ‘dummer, begriffsstutziger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 2: ZE-Roß, 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 123, Wb-Be, DE-Ca – bass uff d Ogse, w de hinlfsd DE-Ca.
Lautf.: Osse, [os] verstr. s Altm., vereinz. n JE2, verbr. mittleres/s JE2 JE1, verstr. n ZE, ZE-Stre, verbr. elbostf. (außer CA), Mda-Sti 14; Oss, [os] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., JE2-Neu Reh, Wb-We 96; Osso OST-Pe; [s] GA-Da, JE2-Par; [s] SA-Rist, Mda-Ar 29; Ochse, [oks] OST-Ar Ren, vereinz. n GA, JE2-Jer, vereinz. w JE1, JE1-Zie, verstr. s ZE, BA-Rie, verbr. n CA, verstr. omd.; Ochsen Dat. Sg. Lieder-Ma Nr. 695 (WO-Ol); [ogs] verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca). Zuss.: zu 1.: Hand-, Jung-, Land-, Lnigen-, Ln-, Mast-; zu 3.: Heu-, Hrn-, Meisterochse.
Ossenblme f. PflN ‘Löwenzahn’,  Kblme, 1: SA-Ah.
Lautf.: Ossenblaum.
sterball m. ‘größerer Ball, den Ehepaare, die seit dem letzten Osterfest heirateten, zu Ostern den jungen Leuten schenken müssen’, veralt., ausf. vgl. Brtball, 1: SA-Wist, 2: Hochzeit-Altm 53ff.
sterei n. ‘gefärbtes und gekochtes Hühnerei, das zu Ostern verschenkt wird’ verstr. – dat Eostai is gruin fft SA-Dä. – Brauch: Die O. wurden vornehmlich mit Zwiebelschalen (verstr.), Zichorie (Vk-Altm 226, Brauch-wAltm 35) oder grüner Saat (Wb-Ak 123) gefärbt, z.T. wurden Abziehbilder auf die Eier geklebt. Vk-Anhaltb 28 (verstr. ZE, vereinz. BA). Die versteckten O. mussten von den Kindern gesucht werden. verstr. Sowohl Kinder als auch Erwachsene tauschten die bemalten oder verzierten Eier untereinander. Brauch-wAltm 35. Die Kinder erhielten von ihren Paten O. verstr. In den Orten des Kalbeschen Werders zogen zu Ostern die Kinder durch den Ort, um Eier zu erheischen. BrauchwAltm 36. Die Bewohner eines Ortes hatten an Pfarrer, Kantor oder Lehrer eine festgelegte Anzahl von O. zu zahlen. Brauch-wAltm 37f., Vk-Anhalta 224. O. standen auch im Mittelpunkt versch. Spiele zu Ostern: Die Kinder ließen sie von einem Abhang herunterrollen. Dessen Ei unversehrt blieb, wurde Sieger und bekam die Eier der anderen Mitspieler. verstr. ( Eierkullern, Eiertrdeln). Statt des Herunterrollens wurden auch die Eier zweier Kinder aneinander geschlagen. Bewohner-Altm 2,250, Brauch-Ma 262 (HA-Sü), Vk-Anhaltb 28 (vereinz. ZE, BA-Ali Ba, vereinz. BE). In Klein Paschleben wurde zu Ostern ein Eierlaufen veranstaltet. Vk-Anhalta 29. – Volksgl.: Die Vorstellung, dass der Osterhase die Eier bringt (verstr.), hat sich erst allmählich im 19. Jh. durchgesetzt. Daneben sind es Kuckuck (verstr. nwaltm. w Altm.), Wiedehopf (Brauch-wAltm 37 – SA-Has), Hahn (Brauch-wAltm 37 – SA-Böd, verstr. ZE, HA-Oh, verstr. w anhalt.), Huhn (ADVk Kt. 32 – Einzelbelege Altm. JE1 ZE WE BLA, Vk-Anhaltb28), Auerhahn (ADVk Kt. 32 – 2 Belege WE) und Fuchs (ADVk Kt. 32 – verstr. ö Altm. JE1, Vk-Anhalta 225 – BE-GrMü). Durch das Hochwerfen von O. auf einer Wiese soll deren Fruchtbarkeit gefördert werden. Vk-Anhaltb 29 (BA-Schie Sip, vereinz. anhalt.).
Lautf.: Osterei; außerdem: ester- HA-Oh, Mda-Weg 101; [eosti] SA-Dä.
sterfer n. 1. ‘zu Ostern im Freien entzündetes Feuer’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2 JE1, verbr. ZE, 3: verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Das O. wird am Sonnabend vor Ostern (verstr.) oder am Ostersonntag (SA-Mel, Vk-Harz 8,42 – verstr. Nharz., Vk-Anhalta 223 – verstr. BA) entzündet. Die älteren Burschen haben das Recht, das Holz für das O. zusammenzusuchen. Dazu werden aus dem Wald trockene Äste und Buschwerk geholt. Gesammelt wird auch bei den Dorfbewohnern, die z.B. alte Weihnachtsbäume, Reisig oder Stroh bereithalten. verstr. In einigen Orten muss sämtliches Brennmaterial gestohlen sein. Das Holz wird auf einem festgelegten Platz, meist außerhalb der Ortschaft, oder auch an wechselnden Orten (Vk-Anhalta 223) formlos (verstr.) oder in Pyramidenform (verstr. nwaltm. w Altm.) um einen in der Mitte stehenden Pfahl oder um einen hohen entästeten Nadelbaum (verstr.) geschichtet. In eine freigelassene Höhlung wird Stroh zum Entzünden des O. gesteckt. verstr. Am Tag des Abbrennens wird an den Mittelpfahl ein Teerfass (verstr.), ein Bienenkorb (Brauch-wAltm 40) oder eine Strohpuppe (verstr. nwaltm. w Altm., ADVk Kt. 27 – Einzelbelege ZE WA) gehängt. Erreicht das Feuer, das durch einen älteren Schuljungen (verstr.) oder einen Erwachsenen (Vk-Anhalta 223 – ZE-Brä) entzündet wird, diese Puppe, wird dies lautstark begrüßt. verstr. nwaltm. w Altm. Verbr. ist das Schwenken von brennenden Teerfässern oder glühenden Reisigbesen. Das Springen über das O. ist bereits Ende des 19. Jh. nicht mehr zu beobachten. Brauch-wAltm 42. – Volksgl.: Das starre Blicken in die Flammen des O. soll die Sehkraft stärken. BrauchwAltm 42. Das Ackerstück, auf dem das O. angezündet wurde bzw. die vom Feuer beschienene Fläche ist im kommenden Sommer vor Hagel sicher, so dass dort eine gute Ernte erwartet werden kann. verstr. Die Asche des O. besitzt heilende oder Segen bringende Kraft, sie dient als Heilmittel gegen Krankheiten von Tier und Mensch (verstr.), z.B. zerrieben und mit Fett gemischt als Salbe gegen Gesichtsrose (Bewohner-Altm 2,249). – 2. ‘gro- ßes Feuer’ 3: Wb-Nharz 142.
Lautf.: Osterfüer; außerdem: sterfr Wb-Nharz 142; Osterfeier CA-Ca, [strfair] Wb-Be; esterfer HA-Oh, [estrfr] Id-Eilsa 82.
sterklocke f. PflN ‘Gelbe Narzisse’ 1: SA-Rist.
Lautf.: Austerglock.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.
te Adj. ‘geziert, affektiert’ 1: SA-Dä, 2: Beiträge-Altm 1,142, Wb-Altm 150, Land/Leute-Je 1923 Nr. 2/ Busch (JE2-Schö), 3: Rauch 1925,37 – Na, dauh man nich sau öte … Rauch 1925,37.
Lautf.: öte, oete; außerdem: t Wb-Altm 150; [oit] SA-Dä.
wenbank f. ‘vor dem Ofen stehende Bank’ 1: SA-Fa, 3: HA-Oh, 4: Vk-Anhalta 12, Wb-Be, Wäschke 61920,43.
Lautf.: m’nbank HA-Oh, Omn- Wäschke 61920,43; [pak] Wb-Be; Aombank SA-Fa.
wer 1. Präp. verbr. – 1a. räumlich – a. zur Bezeichnung einer Lage oberhalb von jmdm., etw. ‘oberhalb, darüber liegend’ – de wn’t wa uns JE2-Scho; Rda.: de Lieke steit öwwer de Ere ‘der Tote ist noch nicht beerdigt’ Id-Eilsa 82. – b. zur Bezeichnung einer Lage auf einer anderen Seite ‘jenseits’ – Ewwer Ellewe stt an Jewitter. Wb-Ak 53. – c. zur Bezeichnung einer Richtung ‘nach oben, darüber hinweg’ – he springt äwer de Baek (Bach) SA-Ho; un trekke wt wech ewwer Land Mda-Harz 13 (OSCH-Har); Lat … dat Water wedder öwwer dä ganze Strate fleiten … Klaus 1936,8; Rda.: ewer’n barch sn ‘außer Gefahr sein’ Wb-Nharz 53; ower alle Berje sien ‘entkommen sein’ Wb-Holzl 150; öwwer einen Kamm scheren ‘ungerechtfertigt gleich behandeln’ Wb-We 61; de Junge wasset mik wern Kopp HA-Oh. – 1b. zeitlich – a. zur Bezeichnung eines Zeitraums ‘während’ – ewwer Pingesten Sprw-Börde; innekuhlt wärn de Kartuffel ower Winter fast alle HA-Neu. – b. zur Bezeichnung der Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse ‘während’ – ewer’t lsen forjitte de rbeit Wb-Nharz 53. – c. zur Bezeichnung einer über eine bestimmte zeitliche Grenze hinausweisende Dauer ‘dar- über hinaus’ – Mr w’n all ewwer’n Jr hr. Wb-Ak 53; … die gewiß all ahr dausend Joahre olt is. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie). – d. zur Bezeichnung eines Zeitraums in der Zukunft ‘in’ – ewer’t jr Wb-Nharz 53. – 1c. zur Bezeichnung des Überschreitens eines bestimmten Ausmaßes – dat geit wer mne Kraft HA-Oh; Rda.: hätt öäwern Döst drunken ‘ist betrunken’ OST-Schön. – 1d. zur Bezeichnung einer Reihen- oder Rangfolge – Rda.: ewer alle eppele Ausruf des Staunens, Wb-Nharz 53. – 1e. zur Bezeichnung eines Grundes ‘wegen’ – ewwer dek BLA-Brau. – 1f. zur Bezeichnung des Inhaltes oder Themas einer Äußerung – D han ewwer unse Mart’n jehechelt. Wb-Ak 67. – 2. Adv. verstr. – 2a. ‘mehr als’ – ewer noch mal sau fl ‘über das Doppelte’ Wb-Nharz 53. – 2b. mit vorangehendem Akk. zur Bezeichnung einer zeitlichen Erstreckung – de ganze nacht ewer Wb-Nharz 53; dat Veh war den Dach öwwer uppe Weih JE2-Gü. – 2c. in der Verbdg.: wer und wer – a. ‘völlig, über die Maßen’ – de Gskük’n sünd äöwer un däöwer gl Wb-Altm 254; t hast je tich ewwerntewwer mit Ms puschmrt Wb-Be. – b. ‘durcheinander’ – to lest ging in dai Versammlung alls aewa un daewa SA-Dä. – 3. Adj. verbr. – 3a. ‘übrig, als Rest verbleibend’, vgl. werig, werleig(ig) 1.en betten Äten is noch öbber WE-Sta; Rda.: du bist jo äwwer abw. Bemerkung, WA-We. – 3b. ‘Sympathie empfindend’ – ik heff ferr dik noch wat aiwa SA-Dä. – 3c. ‘überlegen’ – h iss ämm äöwer Wb-Altm 8. – 3d. ‘überdrüssig’ – dat het wi ower Wb-Holzl 150; mi is dat äwwer Id-Quea 142.
Lautf.: öwer verstr. nwaltm., verbr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Mo Scha Zi, vereinz. mittleres/sw elbostf.; öwe STE-Da; öwa STE-KlMö, JE2-KlWu; öwä STE-Schi; öber SA-Pü, verstr. n Altm., vereinz. sö Altm. JE2 sw elbostf.; öäwer, öawer vereinz. s nwaltm., verstr. sw/ö Altm., JE2-Scha Schö, GA-Wa; öäber, öaber vereinz. Altm., JE2-Wa; äwer vereinz. n/mittleres nwaltm., Spr-Altm 83, vereinz. STE n JE2, HA-Va; [wa] JE2-Scho; äber vereinz. mittleres JE2; äher JE2-KlWul; äär JE2-Red Schl; eaber JE2-HGö; über vereinz. Altm., JE1-Stei, vereinz. elbostf., DE-Or; üwer STE-Grä, JE1-We; [wr] BE-Gü; ower vereinz. nö/sw Altm., verbr. nw elbostf., vereinz. nö elbostf., WA-Un, vereinz. WE; owe SA-Ben; ober STE-Ri, CALV-Uth, JE2-Bö, JE1-Nie, vereinz. nö elbostf., verstr. w elbostf. (außer BLA); oawer OST-Kre; oaber OST-Sta, CALV-Lö Zo; oar JE2-Fie; awer SA-Bar, GA-Schw, JE1-Ho, ZE-Wei, WE-Oster; aber STE-Grie, HA-Sa; a(a)r verbr. s JE2 n JE1; uwer WE-Ost; euwer, euwe, euwä vereinz. nwaltm., GA-Al; öiwer SA-Hen; aiwer, [aiw] vereinz. n nwaltm.; aiwaer SA-Lag; äiwer SA-Wa; öwwer SA-Pa We, OST-Na, GE-Le, JE2-Gü Tu, vereinz. JE1, ZE-Bur Ze, vereinz. nö elbostf., verstr. mittleres elbostf., vereinz. s elbostf.; öbber GA-Klö Ziep, vereinz. sö Altm. s JE2 JE1, verstr. n/mittleres elbostf., vereinz. sw elbostf. n CA; öpper WO-Li; eww(e)r, [ewr] WO-Sa, vereinz. s JE1, verbr. ZE, HA-Ost, verbr. ö/s elbostf. omd.; ewwor, [ewr] verstr. anhalt.; ebber vereinz. s JE1 ZE n elbostf., verstr. ö/s elbostf., vereinz. omd.; äww(e)r JE2-Kam, vereinz. sw JE1, ZE-Buk, HA-Mo, vereinz. ö elbostf.; äwwa JE1-Plö; [wr] ZE-Kö; äbber JE1-Dan, BLA-Ta, vereinz. sö elbostf.; übber vereinz. JE1, ZE-Göd Na, OSCH-KlQue, CA-Ba, BE-Neu; üebber DE-Ho; iwwer, [iwr], [iwr] ZE-Steu, Vk-Ask 168, CA-Sta, BE-Gü, vereinz. anhalt.; ibber JE1-Mö, CA-Ca, KÖ-Kö, DE-De; owwer STE-Ta, WO-Gu, vereinz. n HA; obber vereinz. WO, JE1-Lei, HA-Bel. – In einigen Fällen bei Zuss. mit wer als Grundwort semantischer Bezug zu hd. ober-, vgl. u.a. werdr, werdorp. Zuss.: zu 1a.: hen-, kopp-.