Mundfäule f. ‘Entzündung der Mundschleimhaut bei kleineren Kindern’,  Sr(e), 3: HA-Ost, Wb-Nharz 129, 4: Wb-Be, BE-La.
Lautf.: Mundfoile HA-Ost; sonst: -faile, -feile.
Mundstück n. ‘Teil der Tabakspfeife, der in den Mund genommen wird’ 4: Wb-Be, BE-La.
Lautf.: Mundsticke BE-La; [munttike] Wb-Be.
Munster n. 1. ‘Vorlage, Entwurf, Modell’, auch ‘kleine Probe zur Beurteilung einer Ware’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 141, 3: Wb-Holzl 144, Nd-Börde § 65, 4: Mda-Sti 44, Wb-Be – bring mik ens an Munsta mit fan dat Tch SA-Dä. – 2. ‘vorgefertigte Kerbe, Rille auf der Schokolade’ 4: BE-Grö.
Lautf.: Munster, [munstr] Wb-Altm 141, Wb-Holzl 144, Nd-Börde § 65, Mda-Sti 44; [munst] SA-Dä; Muster BE-Grö, [mustr] Wb-Be.
Mrerhmer m. ‘kleiner, kurzstieliger Hammer des Maurers’, bes. zum Zurechtklopfen der Steine, 3: HA-Bee, 4: BE-La.
Lautf.: Mrhmer HA-Bee; Mauerhammer BE-La.
Murks m. 1. ‘unsachgemäß, schlecht ausgeführte Arbeit’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 144, HA-Oh – dat is alles Murks HA-Oh. – 2. ‘minderwertiger Rest’ – det is doch keen Toppkuchen, det is eenfach nischt wie Mrks 2: ZE-Roß. – 3. ‘ Kleinigkeit, Belanglosigkeit’ 3: Wb-Holzl 144. – 4. dass. wie  Murki, 3: BE-Gü. – 5. ‘kleiner, unscheinbarer Mensch’,  Knirps, 2: Wb-Altm 141, 3: Wb-Holzl 144.
Lautf.: Murks; außerdem: Mrks ZE-Roß. – Etym.: wie  Murkel zu Murk ‘kleiner Brocken, abgebrochenes Stück, kleines Kind, zurückgebliebener Mensch’, zu nd. murken, morken ‘zerdrücken, zerbröckeln’, auch ‘töten’, mnd. morken ‘zerdrücken’, vgl. Pfeifer 1989,1139, Kluge 231995,7 und 575.
Murmel f. 1. ‘kleine Spielkugel aus Ton’,  Marmel, 2: vereinz. Altm. JE2 JE1, 3: vereinz. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: vereinz. s BA, verstr. BE. – 2. ‘Geld’,  Zaster, 4: BLA-Sti.
Lautf., Gram.: Murmel; außerdem: [mrml] verstr. BE; Mormeln Pl. CA-Bo; [mrml] BE-Ad Am.
2murmeln Vb. ‘mit kleinen Tonkugeln spielen’,  snappen, 2: JE2-Ge, 3: BE-Gü, 4: vereinz. BE.
Lautf.: murmeln JE2-Ge, [murmln] Wb-Be; [mrm] vereinz. BE; [mrm] BE-Ad Am.
2murmeln Vb. ‘mit kleinen Tonkugeln spielen’,  snappen, 2: JE2-Ge, 3: BE-Gü, 4: vereinz. BE.
Lautf.: murmeln JE2-Ge, [murmln] Wb-Be; [mrm] vereinz. BE; [mrm] BE-Ad Am.
murrekeck Laut des Frosches, 3: Wb-Nharz 129, 4: BE-Ad Ra.
Lautf.: murrék, murrékekekék Wb-Nharz 129; [murégegég] BE-Ad Ra.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.