rensmalt n. ‘gelbliches Sekret im äußeren Gehörgang’ 2: SA-Sta, JE2-Scho, 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 142, 4: vereinz. BE – d Bne het m estkng (gestochen), d wät anschmalt uppemockt JE2-Scho.
Lautf.: Ohrnsmalt HA-Bee; [rnmalt] SA-Sta; Ohr(e)nschmalz, [rnmalts] vereinz. BE; ernsmalt HA-Oh; Ournschmals BE-La; [anmalt] JE2-Scho; rschmalt Wb-Nharz 142.
1rt m. 1a. ‘Stelle, Platz’, auch ‘Ortschaft’ 2: Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 182, Mda-Fuhne 26 (DE-Ca) – ga man na’n andern Oort Wb-Holzl 150; n rt un schtidde setten Wb-Nharz 142; Sprw.: jd Ding an sn rd, geit alles gd in Huse frt Wb-We 96. – 1b. Dim. ‘Toilette’,  Aftritt, 4: Wb-Be, BE-Dro. – 2a. ‘Ende, Ecke’ 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 182 – Rda.: öwwer Ort bringen ‘wegschaffen, an die richtige Stelle schaffen’ Id-Eilsa 82; met einen gut ewwer rt kommen ‘sich schnell mit jmdm. einigen können’ Wb-Nharz 142. – 2b. ‘spitzes Ende, Spitze’, bes. an Pflugschar oder Sense, veralt., 3: vereinz. w elbostf., QUE-Hau. – 2c. ‘Werkzeug zum Durchstechen des Leders, Ahle’ 2: Wb-Altm 269, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 182, Wb-Be, KÖ-Bie. – 3. ‘vierter Teil eines Talers’ 2: Wb-Altm 150.
Lautf.: Ohrt, [rt] Wb-Altm 269 (2c.), Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), Dialekt-Ma 12 (JE1-Ge Güt Walt), verstr. elbostf., Mda-Sti 182, Wb-Be (2c.); ert HA-Oh, [ert] Id-Eilsa 82; uort OSCH-Di; rt KÖ-Bie; Ort, [ort] Wb-Altm 150, Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1), verstr. ZE, Mda-Sti 182; [ortn] Dim. Wb-Be; Örtchen Dim. BE-Dro; [ord] Mda-Fuhne 26 (DE-Ca). – Gram.: n. belegt: (2b.) HA-Eil, QUE-Hau.
Ortsbulle m. ‘Bürgermeister’, scherzh., 4: BE-Grö.
rworm m. TiN ‘Ohrwurm’,  renknper, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf. (außer sö, dort vereinz.), 4: Vk-Anhalta 62, CA-Brei, BE-Nie – d krüppt n awam JE2-Scho; Rda.: H iss so fründlich ass’n rworm. ‘Er ist übertrieben freundlich.’ Wb-Altm 276; Er winget sich wie an Ohrwürmichen. dass., Vk-Anhalta 62; hei is swinne w’n erworm HA-Oh.
Lautf.: Ohrworm verbr. nwaltm. Altm., JE2-Go GrWu Pa, vereinz. JE1, ZE-Brä Roß, verstr. elbostf. (außer sö, dort vereinz.); -wörm GA-Fle; rwörmeken Dim. Wb-We 96; Ohrwoarm OST-Bö Hö, GA-Mie Rö, STE-Wa; -wärm SA-Ta; -wurm OST-Drü GrBeu, verstr. s Altm. JE2, JE1-Ca Mo Scha, ZE-Zer, vereinz. elbostf., CA-Brei; -würmichen Dim. Vk-Anhalta 62; erworm HA-Oh; [vrm] CALV-Zo; [-vm] GA-Le, CALV-Je Uth; [vm] SA-Ku; [-vm] vereinz. nwaltm., verstr. n Altm., GA-Fau, STE-Wa; Oarwoarm SA-Ho; [vm] SA-Al Ev, GA-Ku; [rwrm] BE-Nie; Uhrworm vereinz. OST GA, verstr. sö Altm. JE2, WE-Bü Dee; -wurm STE-Steg Sto; [awam] JE2-Scho; [vrm] STE-Peu Sa; Uorworm OSCH-Schl; [ewrm] SA-Dä; [eovm] verbr. nwaltm.; [ornwoam] SA-Bor; Uhrenworm JE2-Zo.
Ossenge n. 1a. ‘sehr kleiner Gegenstand’, bes. ‘sehr kleiner Käse’ 3: BE-He – 1b. ‘zu klein geratenes Brötchen’ 4: Wb-Be. – 1c. ‘kleine Schnapsflasche’ 2: JE2-Schön. – 2. ‘geplatzte Blase’ 2: JE2-Scho. – 3. ‘schales Bier’ 2: JE2-Scho.
Lautf., Gram.: [osnn] Pl. JE2-Scho; [ogsn] BE-He; [ogs-] Wb-Be; [sn] JE2-Schön.
Ossenptsche f. ‘Peitsche mit gedrehtem Stiel’, zum Antreiben der Zugochsen, 3: Wb-Holzl 150, HA-Oh, 4: BE-Bo.
Lautf.: Ossenpietsche Wb-Holzl 150, -ptsche HA-Oh; Ochsenpeitsche BE-Bo.
Osterfuchs m. ‘Fuchs, der angeblich die Ostereier bringt’ 4: Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü).
Osterheiligabend m. ‘Sonnabend vor Ostern’ 3: Vk-Harz 8,38, CA-Ca, 4: CA-Ak, Wb-Be, Brauch-Anhalt 229 (BE-GrMü).
sterling m. ‘Ackerstück im Osten der Gemarkung’, bes. als FlN, 3: verstr. n/mittleres elbostf., FlN-Ma/Anhalt 60 (BE-Gü).
Lautf.: Österling FlN-Ma/Anhalt 60, Wb-Holzl 151 (HA-Wo); Österlinge, Oster- FlN-Ma/Anhalt 60; esterlink HA-Oh; Esterling verstr. nö elbostf.; mit Proklise von -n Nesterling Burghardt 1967,216 (WA-Ste), vgl. dazu auch Spr-Elbe/Saale 45.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.