mulschig Adj. 1. dass. wie  mulsch 1., 2: SA-Win, vereinz. OST, STE-Ta, CALV-El Ve, JE1-Mö, 3: GA-Wie. – 2. dass. wie  mulmig 2., 3: HA-Scha.
Lautf.: mulschig, -ich; außerdem: mullchig SA-Win.
Mlske f. dass. wie  Mlsr, 2: GA-Kak, STE-Ho Na, JE2-Go.
Lautf.: Mulsüke JE2-Go; -sük GA-Kak, STE-Ho Na.
Mlworp m. dass. wie  Mlworm 1., 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n/mittlere Altm., STE-Grie, WO-Col, vereinz. JE2, JE1-Kü, 3: vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf., 4: verstr. nthür., vereinz. BE – Rda.: Dat is’n schwar Stück, sä de Mulwarp, do sull he Waterpedden (Wassertreten) lehrn. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10.
Lautf.: Mulworp OSCH-Har Hor, WA-West, WE-Strö; -worb WA-Wa, WE-Kö; Mu(h)lworf verstr. nwaltm., vereinz. n/mittlere Altm., STE-Grie, JE2-Scho, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf. nthür.; [mlwrf] JE2-Scho; [-vf] verstr. n/mittlere Altm.; Mulwourf QUE-Que; -wurp BA-Ba; -wurf vereinz. n/mittlere Altm., JE2-Wu, vereinz. elbostf.; -warp Heimatland-Ga 1930 Nr. 10, OSCH-Grö KlQue; -warf vereinz. nö QUE; Maulwurf OST-Dew, GA-Wu, STE-HWu Tan, JE2-Kar Reh, JE1-Kü, OSCH-Osch, vereinz. sö elbostf., BA-Sil, Maol- OST-Ren; [maulwrf] BE-Dro Fr, [maolvrf] WO-Col; [maulwurf] BE-KlSchie; [-wrf] BE-Sa; [-worf] BE-Me.
Mumm m. 1. ‘Kraft, Ausdauer, Entschlossenheit’ 2: STE-Ste, 3: HA-Ost, WE-Strö Zi – hei hat Mumm in’n Knken WE-Strö; he het keen Mumm mehr STE-Ste. – 2. ‘Nährwert des Viehfutters’ 3: OSCH-Ba.
1Mumme f. ‘Schifffahrtszeichen zur Kennzeichnung der Fahrrinnen’, besteht aus einer im Wasser steckenden Holzstange, an deren oberem Ende ein Strohwisch befestigt ist; der talwärts fahrende Kahn muss links an ihr vorbeifahren, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 431 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), JE2-Scho, ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 431 (CA-Ak), Wb-Ak 116 – d Mumme is ne Knschtange (Stange aus Kiefernholz) metn Schtrwp’m (Strohwisch) JE2-Scho.
mummeln Vb. 1. ‘mühsam, mit zahnlosem Mund kauen’ verstr. – d olle Mann mümmelte sne Schtulle dl JE2-Scho; Rda.: mummelt wie ne olle Frue Sprw-Börde; du mummelst jo as sön Schoap STE-Ho.  2Ggel 2ggeln gnabbeln gnaueln gnauen knauscheln knautscheln kntschen linksherum muffeln mumpeln wörgen. – 2. ‘unverständlich, undeutlich sprechen’, bes. auf Grund fehlender Zähne,  1nusseln, 2: Wb-Altm 141, JE2-Nkli, 3: WA-GrGe, Wb-Nharz 129 – Mummel nich so Wb-Altm 141.
Lautf.: mummeln; außerdem: [mum] verstr. BE; mummaln SA-Han; mumman SA-Fa; [mumn] SA-Dä; mummon SA-Ah HDo; mummo SA-Roh; mummern SA-Ty; mumme’n SA-Dan; mümmeln verstr. nwaltm. Altm. JE2, vereinz. ö JE1, ZE-Ned, WO-Och, vereinz. HA, OSCH-Eil; mümman SA-Dre Lüd; [mümn] SA-Dä; mümmon SA-Pü; mimmeln SA-NFe, GA-Lü, STE-Ta, JE2-Mö, JE1-Wö; mimman SA-Ch; mimma SA-Mel; mömmeln STE-Neue.
munter Adj. 1. ‘wach, ausgeschlafen’ 2: Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 116, Wb-Be – k all munter? Wb-Nharz 129; Ich kunne heite fr jr nich munter wr’n. Wb-Ak 116. – 2a. ‘gesund, rege’,  krille, 2: Mda-nwJe1b 72 (JE2-HSe), verstr. JE1, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 116, Vk-Anhalta 62, Wb-Be – blf munter HA-Oh; hä is nich recht munter ‘er ist nicht ganz gesund’ Mda-sJe1 31 (JE1-Zep); Rda.: munter wie an Fisch in’n Wasser Vk-Anhalta 62. – 2b. in der Verbdg.: der Wind is munder ‘der Wind wird stärker’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 439 (CA-Ak).
Lautf.: munter, [muntr]; außerdem: [mundr] Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak).
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.
Mseklwer m. PflN 1. ‘Ackerklee’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 142. – 2. ‘Weißklee’ 2: STE-Wa, 3: HA-Bee.
Lautf.: Mseklwer HA-Bee; Musklewer STE-Wa; Msklew’r Wb-Altm 142; [msklv] SA-Rist.
Musselfken n. dass., 2: STE-Stei.