musselig Adj. 1. ‘unordentlich, nachlässig, liederlich’,  1lderlich, 2: Wb-Altm 142, STE-Schi Stei – dat süht musselig ut STE-Schi. – 2. ‘oberflächlich, ungenü- gend gewaschen’ 2: Wb-Altm 268, 3: Id-Queb 12. – 3. ‘unsicher, zweifelhaft, bedenklich’ 3: Wb-We 92, Wb-Nharz 130 – de Sake is muselig Wb-We 92. – 4. ‘trübe’, bes. ‘bewölkt, trübe’, vom Wetter,  munkelig, auch ‘fein regnend’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. s elbostf. – et is muselich Wb-Nharz 130.
Lautf.: musselig STE-Schi Stei, muselig vereinz. s elbostf.; muselich Wb-Nharz 130, [muzli] Id-Eilsa 80; musslig Wb-Altm 142 und 268.
musseln Vb. 1. ‘langsam, ungeschickt arbeiten’,  trdeln, auch ‘oberflächlich arbeiten’,  fummeln, 1: SA-Dä, 2: STE-Wa, 3: Wb-Nharz 130. – 2. ‘durcheinander wühlen, in Unordnung bringen’,  wlen, 2: Wb-Altm 142, STE-Schi. – 3. ‘oberflächlich, ungenü- gend waschen’,  koddeln, 2: Wb-Altm 268, 3: HA-Oh Ost, Wb-We 92, WE-He, 4: Wb-Be. – 4. ‘mit Feuer unvorsichtig umgehen oder damit spielen’,  gkeln, 2: GA-Lin. – 5. dass. wie  mskern 1., 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Obst musseln Spr-Asch 44. – 6. bes. in der Verbdg.: an de Sde/bsde/ von Sde musseln ‘heimlich verstecken, beiseite bringen’ 1: SA-Darn, 2: vereinz. SA OST, GA-Ga, 3: HA-Oh Um. – 7. ‘fein regnen’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. w/mittlere Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Klie, 3: verstr. n elbostf., vereinz. sw elbostf. – et musselt GA-Rö.  drseln 2duffen dusten fisseln fusseln Gift giften gnusseln grisseln 2masseln mseken mseln msen msteln msten mtschen muckeln muffeln Mügge 2murkeln 2murksen nässeln nätten nweln nibbeln 1nseln 2nsen nuddeln 2nusseln pisseln pissen sabbern spern smaddern smfen smken smkern smlen smuddeln smurkeln smurksen smusseln slen spreien sprengeln sprütten 2stippeln stwen 2stwern stübbern subbeln suddeln sen surgeln swlen.
Lautf.: mus(s)eln, [muzln]; außerdem: mussern SA-Hen; mussan vereinz. nwaltm.; [muzn] SA-Dä; mussoon SA-Ah. Zuss.: zu 3.: wer-; sonstiges: in-.
Musselpter m. ‘Mensch, der alles durcheinander wühlt, Unordnung schafft’ 2: STE-Schi.
Musseltrne f. dass. wie  Musseldr, 1: SA-Lüd, 2: STE-Bis Zie, GA-Al.
Lautf.: Musseltrien STE-Bis Zie, GA-Al; Mussa- SA-Lüd.
3n 1. Präp., verbr. – a. räumlich, zur Bezeichnung der Richtung oder des Ziels einer Bewegung – … de Näs nach … Bewohner-Altm 2,123; de fne schteit n morjen (Osten) Wb-Nharz 130; n Stadt Wb-Ak 118; ich fre n Gden (ON Köthen) DE-Ca; nan Marchte gahn HA-Um; na Bedde gan Wb-Holzl 144; … als hei noch na Schaule gung. Rauch 1929,68; ick hewe na Gruhe (Grude) kiekt HA-Bo; se sall mal na mick rummekieken WO-Dru; ich je nn Jrsfdor BE-He. – b. zur Bezeichnung des Zwecks einer Bewegung oder Handlung – ik j n Inkp’m JE2-Scho; ick will no Pläuen (Pflügen) moken CA-Schw; wei gungen to silfdritt na’n Bahn (Baden) OSCH-Crot. – c. zur Bezeichnung des zeitlich Nachfolgenden – nah Pingesten Id-Eilsa 80; no Lichtmeß OST-Dü; Noa Mitternacht … Matthies 1903,34; n te Arwt Wb-Be; n jren Wb-Nharz 130; n es Essen gannsde m gom’m DE-Ca; de Wch is n ‘n Frost sau holperich HA-Oh. – d. zur Bezeichnung des in einer Reihe oder Rangfolge Nachfolgenden – d kimt n mek Wb-Nharz 130; Rda.: D Arwt kimmt jlei n’s Hun’ne-flen! ‘Das ist eine langwierige Arbeit.’ Wb-Ak 72; ‘t mihrt sick, sä jenn Mann, dunn kreeg hei een Uhrfig’ nao de änner. Bewohner-Altm 1,349. – e. ‘entsprechend, gemäß’ – wenn’t n mik jinge HA-Oh; n mnen forschtanne Wb-Nharz 130. – f. in Abhängigkeit von bestimmten Verben – wei hett ok mal nan Träckedinge (Ziehharmonika) danzet OSCH-Wu; dunn harr’e drei Dage nah’n oold Stücke Isen e’socht HA-No; Rda.: de Liere noat Muhl schwatzen ‘anderen nach dem Mund reden’ ZE-Gri. – 2. Adv. – a. in der Verbdg.: n un n ‘allmählich, schrittweise erfolgend’ vereinz. – ick ging noa un noa ümmer titiger tom Inköpn … Hausfr-Altm 1925,55. – b. in Verbdg. mit up ‘bis auf’ 3: HA-Oh, Wb-We 91, Wb-Nharz 130 – bett op einen n HA-Oh; op finnef dlder n heww’ek alles betlt Wb-Nharz 130. – c. in der Verbdg.: de Wind steit n ‘der Wind kommt von hinten’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 438 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 438 (CA-Ak). – d. als abgetrennter Teil von Adverbien (danach, wonach) vereinz. – Heischevers:Gewwet en Stücke Schinken,
da künn wi braav n drinken!
Brauch-wAltm 67 (GA-Nie).
Lautf., Gram.: na(h), n SA-Ho Se Stör, OST-Alt, STE-Schi, Nd-KlWu 17, JE2-Gü, verstr. elbostf. anhalt.; nach Bewohner-Altm 2,123, ZE-Steu, vereinz. sö elbostf., CA-Zu, DE-Que; nao, noa, n SA-Pü, verstr. Altm., vereinz. JE2, ZE-Kö Roß, Lieder-Ma Nr. 852 (WO-Ol), Tiedge 1954,39 (HA-Ost), Wb-Be, n Brauch-wAltm 67 (GA-Nie); [n] Wb-Be; [nao] SA-Dä; no(h), n vereinz. nwaltm., OST-Dü See, Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber), STE-Kö, Sprw-Harzvorld 374, QUE-Di, BA-Gü, CA-Schw; no Mda-Sti 36; mit Enklise des bestimmten Art.: Akk. Sg.: na(h)n m. verstr. elbostf.; na(h)t n. GA-Dee, STE-Ta, JE2-Par, ZE-Ze, vereinz. elbostf.; nas n. vereinz. anhalt.; naon, nn m. JE1-Pre, QUE-Ga, BE-He; naot n. OST-Kre, GA-Klin, STE-Ga, JE1-Wa, ZE-Gri, HA-Hi, CA-Pö We; naos n. DE-Ho. Zuss.: zu 1c.: hr-; zu 1d.: hinden-, hr-.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
nachtens Adv. ‘in der Nacht’, vgl. nachts, 2: Pohlmann 1905ff.,124 (OST-GrRo), STE-Grie, Mda-nwJe1a 49 (JE1-Scha), ZE-Roß Ste – de fartige Lienwand kummt nachtens in Kettel un an Daae up de Bleeke ZE-Ste.
Lautf., Gram.: nachtens; außerdem: [natns] urspr. Subst. im Gen. mit proklitischem Anschluss des bestimmten Art. im Gen., Mda-nwJe1a 49 (JE1-Scha).
Nachtwächter m. 1. ‘Wächter, der in einem Ort nachts für Ruhe und Ordnung sorgte und die einzelnen Stunden verkündete’, später auch ‘Wächter, der einen Betrieb bewacht’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1924,59, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – … um zehne kimmet doch hie der Nachtwächter vorbei un tutt. Wäschke 31909,5; Rda.: et is ek all’n Nachtwechter b d storben ‘etw. kann unerwartet eintreten’ HA-Oh; “äin’n wärr trügg”, sägt de Nachtwächter, dao ha’rer äin tovöäl fopt(gepfiffen) Verspottung eines Nachtwächters, der irrtümlich eine Stunde zuviel durch sein Pfeifen angezeigt hatte, STE-Ho. – 2. ‘am Weg oder auf der Straße liegender Kothaufen’ 4: Wb-Ak 118, Wb-Be. – 3. ‘über Nacht stehen gebliebener Bierrest’ 3: Id-Queb 12.
Lautf.: Nachtwächter; außerdem: -wechter, [naxtwetr] HA-Oh, Id-Queb 12, Wb-Ak 118, Wb-Be; nachwechter Wb-Nharz 131; -wechtr Vk-Ask 89.
Ngellöcker Pl. ‘Löcher von ca. 80–120 mm Durchmesser in der obersten Planke an Vorder- und Rückseite des hölzernen Kahns’, dienen zum Durchstecken von Nägeln, an denen Taue oder Ankerketten befestigt werden können, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 131 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa).
Lautf.: [nllökr].