Nharksel n. dass. wie  Nharkels, 2: OST-Po, STE-Ber Ro, JE2-Scho.
Lautf.: [nh(r)ksl] JE2-Scho; [nhrksl] STE-Ber Ro; Noharksel OST-Po.
Nmenbr n. 1. ‘Bier, das der Gemeinde bei einem Besitzer- und damit Namenswechsel eines Bauernhofes, Gasthauses u.ä. ausgegeben wurde’ 2: vereinz. Altm. – … wenn so’n Hof en neien Herrn kreg, müßt de de Gemein’ ‘ne Tunn Brunbeer gewen. Un dat wart “Noam’beer” näumt, … Hausfr-Altm 1937,95. – 2. ‘bei Besitzerwechsel eines Bauernhofes durch Heirat am Tag nach der Hochzeit stattfindendes Mahl’, eingeladen wurden alle über Grundbesitz verfügenden Einwohner und deren Frauen, 2: Hochzeitsbrauch-Altm 353, STE-Schi.
Lautf.: Naombr Wb-Altm* 64, Wb-Altm** 44, Noam’beer Hausfr-Altm 1937,95; Nmbier STE-Schi.
nmten Vb. 1. ‘zwecks Überprüfung (erneut) messen’ 3: HA-Oh, Wb-We* 227, Wb-Nharz 132. – 2. ‘sich erbrechen’,  kotzenhäe hatt nohmäten 2: STE-Schi.
Lautf., Gram.: nmten HA-Oh; -mten Wb-Nharz 132; n’emt’n Wb-We* 227; nohmäten Part. Prät. STE-Schi.
Napp m. 1. ‘kleines, rundes, schüsselförmiges Gefäß’ verstr. – t’n Napp ten HA-Oh; de Milch is in Nabb DE-Ca; Heischevers zum Erlangen tönerner Gefäße für den Polterabend:hn se kne neppr,
pulln r teppr?
Vk-Ask 130.
– 2. ‘flache Steingutschale, in der man Milch stehen lässt, damit sie Sahne bilden und dick werden kann’,  Satte, 2: STE-Buch Kö. – 3. ‘Fruchtbecher der Eichel’ 2: JE2-Scho. – 4. ‘Auge’ – Klacker (trockener Schleim) in de Näppe 4: DE-Grie.
Lautf.: Napp, [nap]; außerdem: [nab] BE-Nie, DE-Ca; np Mda-Sti 50. – Gram.: f.(?) (2.) STE-Kö. Zuss.: zu 1.: Halfpunds-, Hunde-, Kse-, Katten-; zu 2.: Melk-; sonstiges: s-.
Nse f. 1. Geruchsorgan von Menschen und Tieren, verbr. – de Nse drüppet HA-Oh; mne Nse bloit (blutet) JE2-Scho; Ppele nich inne Nse! Wb-Ak 119; Dabi wische se sick mit öhre Schörte de Ogen un ok de Näse af. Rauch 1929,145; Rda.: Ümmer de Näs’ naogaohn. ‘immer geradeaus gehen’ Bewohner-Altm 1,352; et bit ne in de Nese ‘das Gesuchte befindet sich direkt vor ihm’ Sprw-Börde; hät sich de Näs bägoten ‘ist betrunken’,  dn, STE-Schi; de Näse wischen ‘jmdn. schlagen, prügeln’ BA-GrAls; et wr ne nich nr nse ‘es war ihm nicht recht’ Mda-Weg 108; … sparre se alle Mul un Näse op … ‘staunten alle sehr’ Wedde 1938,40; dafonn hew’k de Nse full ‘ich bin dieser Sache überdrüssig’ HA-Oh; op der Näse ln ‘krank sein’ Wb-We 92f.; dauwder kwischen ml un nse von der bei Kälte tropfenden Nase, Wb-Nharz 134; dick hat woll lange nich de Näse blaut (geblutet) Drohung, BA-GrAls; Du sast äöwer de Näs’ kieken as’n Hund. scherzhafte Androhung einer Strafe, Bewohner-Altm 1,340; stick de Nse in’t Bauk Aufforderung zum Lernen, HA-Oh; sine Nese zwischen alles stecken ‘sich überall einmischen’ Sprw-Börde; Dor lat dien Näs von! ‘Mische dich dort nicht ein.’ Bewohner-Altm 2,123; Lat die nich dein Näs twischen de Dör klemm’n. dass., Spr-Altm 40; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119; tokke dek an diner Näse, sau hast de k Fleisch dass., Wb-We 92; op de Nese rumdanzen ‘jmdn. respektlos behandeln’ Sprw-Börde; einen ne lanke Nse mken ‘jmdn. verspotten’ HA-Oh; an de Nese rumtrecken ‘jmdn. foppen, täuschen’ Sprw-Börde; Seck op de Näse schieten laten ‘sich alles bieten lassen’ Sprw-Harzvorld 382; under de Näse riben ‘jmdm. etw. nachdrücklich zu verstehen geben’ Wb-We 92; Dät will’n wei äm nich up de Näs binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; de Dör vor de Nese tauschlagen ‘jmdn. zurückweisen’ Sprw-Börde; kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl; du bist woll nich richtig in de Neese kneppen ‘du bist sonderbar, wunderlich’ HA-Eil; einen wat t der nse trekken ‘bewirken, dass jmd. etw. nicht bekommt’ Wb-Nharz 134; Sprw.: De sn Ns’ affsnitt, schännt sn Angesicht. ‘Wer die Fehler seiner Familie aufdeckt, kritisiert auch sich selbst.’ Wb-Altm 143; Wat de Minsch nich kann, dao laot hei sien Näs’ van. Bewohner-Altm 1,352. – Volksgl.: de Nese jücket mik, et jifft wat Ns (Neues) HA-Oh. – 2. ‘Bug, vorderer Teil des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 155 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 155 (CA-Ak), Wb-Ak 119 – der Wind is uppe Nse ‘der Wind weht dem Kahn direkt entgegen’ Elbschifferspr. 436 (JE2-Pa). – 3. ‘Frucht des Ahorns’, kleben sich die Kinder auf die Nase, 4: Wb-Ak 119.
Lautf.: Näse, [nz] verstr. s Altm., Elbschifferspr. 155 (JE2-Pa), JE2-Fi Scho, Siedler-Je § 79 (s JE2 n/mittleres JE1), JE1-Go, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; Nä(ä) s, [ns] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., Siedler-Je § 134a (n/mittleres JE2); Nese, [nz] verstr. n elbostf., QUE-Di; [ns] SA-Ku, STE-Buch; Näese Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); [näaze] Mda-Ro, [naz] verstr. ZE; [näz] Siedler-Je § 79 (s JE1); Nease ZE-Nu; [näis] vereinz. n nwaltm., SA-Sta; [nais] SA-Dä; ns-chen Dim. Mda-Sti 27; Naose, [nze] Elbschifferspr. 155 (STE-Bit, WO-Ro, STE-Bit), ZE-Roß, verstr. anhalt.; [ns] OST-Ko. Zuss.: zu 1.: Hakelnase, Haknase, Hweks-, Himmelfrts-, Kopper-, Krebsnase, Kulpnase.
Nsejken n. ‘Juckreiz in der Nase’,  kribbeln, 2: OST-Bre Kre, GA-Ip, STE-Tan.
Lautf.: Näsejucken GA-Ip; Näsjoeken OST-Kre; -jooken OST-Bre; -jucken STE-Tan.
Nsgel (Genus?) dass. wie  Nslpe, 2: SA-Jee Vie, verstr. w OST, GA-Fau Sche, STE-Bu Döl.
Lautf.: Nahsö(ö)l SA-Jee, OST-Kal Kau; -söel STE-Döl; -säil OST-Ker; Nachsöl OST-Ra; Naosöl SA-Vie, OST-Dew Kal, GA-Sche; -soel OST-Ze, STE-Bu; [nzl] GA-Fau.
Nsger m. dass. wie  Nslpe, 2: STE-Ost.
Lautf.: Naohsöjer.
Nassel m. ‘träger, antriebsloser Mensch’,  Trntte, 2: STE-Schi Wa.
nasseln Vb. 1. ‘ trdeln, zögerlich sein, langsam handeln’, bes. bei der Arbeit, 2: Id-Altm, Wb-Altm 144, STE-Wa. – 2. ‘unverständlich, undeutlich sprechen’,  1nusseln, 2: Wb-Altm 144, STE-Bin, Mda-nwJe1b 64 (JE2-HSe), verstr. JE1, 3: vereinz. n elbostf., verstr. w JE1. – 3. ‘schwatzen, Nichtiges reden’,  nlen, 3: GA-Et. – 4. ‘in weinerlichem Ton sprechen’,  jammern, 3: GA-Oeb.
Lautf.: nasseln, [nazln]; außerdem: [nazell], [naz] MdanwJe1b 64 (JE2-HSe), verstr. JE1.