Andreastag m. ‘30. November’ 2: Hochzeit-Altm 8, Vk-Anhalta 195 f. (verstr. ZE), 4: a.a.O. 196 (KÖ-Ar, DE-Die) – Brauch: Am A. werden Zwiebeln in einem Säckchen hinter den Ofen gehängt, damit sie nach dem Stecken nicht so schnell in den Samen schießen. Man soll außerdem einen Kirschzweig brechen, ins Wasser stellen und bis Weihnachten zur Blüte bringen. Wird ein blühender Zweig am ersten Weihnachtstag mit in die Kirche genommen, kann man Hexen erkennen. Vk-Anhalta 195 (ZE-Stri). Die Mädchen stellen Zweige des Apfelbaums oder Holunders ins Wasser, um zu Weihnachten anhand der Blüten abzulesen, ob ihre Hochzeit bald stattfindet oder nicht. a.a.O. 195 f. (vereinz. ZE).  Andreasnacht.
ankeln Vb. dass. wie  anken 2., 4: BE-GrWi, KÖ-GrPa.
Lautf.: ankeln KÖ-GrPa; [ag] BE-GrWi.
anlpen Vb. 1a. vorw. im Part. Prät. in der Verbdg. mit kmen: ‘laufend näher kommen, herankommen’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. sw elbostf. – De Hunne kamten ahnelopen ... Vk-Harz 3,25 (BLA-Be). – 1b. ‘an etw. nahe heranlaufen’ – d moste nich sau dichte nlpen 3: Wb-Nharz 14. – 2a. in der Rda.: schne nlpen ‘irgendwo übel empfangen werden’ 3: a.a.O. 14. – 2b. in der Verbdg. mit lassen: ‘jmdn., der sich selbst lobt, nicht beachten, abweisen’ 4: Vk-Anhaltc 108. – 3. ‘anfangen, beginnen’ – de Pachttt löppet an 3: HA-Oh. – 4a. ‘beschlagen’, von Glas, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 21 – de Fenster lopet an Wb-We 7. – 4b. ‘wegen Atemnot blau anlaufen, aus Wut oder Scham erröten’ 3: HA-Oh, Sprw-Börde, 4: Vk-Anhaltc 107 (KÖ-Scho) – dat Mken löppet ret an HA-Oh; Rda.: den will ick blau anlopen laten ‘dem will ich tüchtig die Meinung sagen’ Sprw-Börde. – 5a. ‘ansteigen, höher werden’ – lne nlpen ‘sanft ansteigen’; de Bk (Bach) lept n 3: Wb-Nharz 14. – 5b. ‘anschwellen, dick werden’ – de bakke lept n 3: a.a.O. 14.
Lautf., Gram.: anlopen, -lpen HA-Oh, Wb-We 7; -’elopen Part. Prät. Wedde 1938,83; anlop’m Sprw-Börde; [antleb] Inf. mit zu SA-Dä; nlpen Wb-Nharz 14; ahnelopen Part. Prät. Vk-Harz 3,25 (BLA-Be); anloofen Vk-Anhaltc 108; läuft an 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 107 (KÖ-Scho); nlfen Wb-Ak 21.
Anmengen(s) n. dass. wie  Anmenge, 3: vereinz. s elbostf. (außer w Teil), 4: verstr. w BE, KÖ-KlPa – de Ge missen mengen han BE-Il.
Lautf.: Ahnmengens BA-Op; hn-, [nmens] CA-Bru, BE-Dro; Annmenges OSCH-Grö; -mengen CA-GrRo; Ahn- KÖ-KlPa; [me()n] vereinz. w BE; Amängen BE-La; [mes] BE-He; menen BE-Ge.
anmten Vb. 1. ‘nach Maß anfertigen, anmessen’ 2: Spr-Maa 438 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa) – ... un leit mick en paar Stewweln anmeten. Lindauc o.J. 34; Rda.: sick stewwl’n ammtn von Kindern gesagt, die barfuß durch tiefen Schmutz laufen, Spr-Maa 438; dat höltene Kamsool ( Kamsl) anmeten ‘jmds. Sarg machen’ Wb-Holz 115 (HA-Um). – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 4: KÖ-Ge.
Lautf., Gram.: anmeten, -mten vereinz. HA; ammtn, -mt’n Spr-Maa 438 (WO-HWa Ol); anmäten Klaus 1936,5; -mäat’n Spr-Maa 438 (JE1-Ziep); nmëten Wb-Nharz 10; anmessen KÖ-Ge; meßte an 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa).
anmummeln Vb. refl. 1. ‘sich warm einhüllen, anziehen’,  inmummeln, 4: KÖ-Za. – 2. dass. wie  anmottken, 3: JE1-Plö.
annmen Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘etw. in Empfang nehmen, nicht zurückweisen’ – n’ Breif annem’n HA-Oh; ... denn mügte hei doch als Geschenke von öhm dat grote Vöggelhus ... annehm’n ... Rauch 1929,88; Rda.: Das kannich doch jr nich nn’m bescheidene Abwehr bei der Annahme eines Geschenkes, Wb-Ak 22. – b. ‘ein Angebot akzeptieren’ – ... ick sall wer na öhm als Kutscher komm’n un dei Stidde will ik ok annehm’n. Rauch 1929,31; nimm an! Aufforderung zum Essen und Trinken, Wb-Altm 5; subst.: w kom’m b’mt vont annm’m Ablehnung, etw. zu essen oder zu trinken, Spr-Maa 438 (WO-Ol). – c. ‘etw. billigen, seine Zustimmung geben’ – Brauch: In Rohrsheim fand jeweils Anfang Januar das A. statt. Am ersten Tag wurde die Gemeinderechnung verlesen und besprochen. Am zweiten Tag wurden mögliche Neuverpachtungen, z.B. des Gemeindekruges, sowie Nachtwächter, Kuhhirten u.a. angenommen. Wesentlicher Teil des A. waren gemeinsame Mahlzeiten der Dorfbewohner. Gesch-Ro 110. – 2. (refl.) – a. ‘sich etw. zu eigen machen, beherzigen’ 3: Lindauc o.J. 45, HA-Oh, 4: Wäschke 61915,138 – “Wenn meine Frau nu noch Vernunft annähm,” ... a.a.O. 138; dat Ge mott’n sik annemen HA-Oh. – b. ‘etw. (durch Zusehen von jmdm.) erlernen, sich aneignen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 22 – D bist n all jrß un kannst noch jr nischt, d mußt dich n m an bißchen was nn’m! a.a.O. 22. – 3. 3: vereinz. n/w elbostf. – a. ‘adoptieren’ – n’ Kint annemen HA-Oh. – b. ‘jmdn. einstellen’, auch ‘jmdn. mit der Erledigung einer Angelegenheit beauftragen’ – L (Leute) annemen HA-Oh; en afkten (Advokat) nnmen Wb-Nharz 14. – c. in der Verbdg.: sik annmen lten ‘freiwillig und vor der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit Soldat werden’. – 4. ‘etw. in sich aufnehmen, eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 21 – Das Ei nimmt kne Farrewe n. a.a.O. 14; de mge (Magen) nimmt nischt n (das Essen nicht bei sich behalten können) Wb-Nharz 14. – 5. ‘anfangen, etw. zu verbrauchen’ – Mr missen an neien Topp Ms nn’m. 4: Wb-Ak 22. – 6a. ‘glauben, vermuten’ – dat will’k nich annemen 3: HA-Oh. – 6b. ‘voraussetzen, unterstellen’ – angenem’n, dat is wer (wahr)? 3: a.a.O. – 7. refl. ‘sich eines Menschen oder einer Sache annehmen’ 3: Wb-Nharz 14. – 8. dass. wie  anniesen, 4: KÖ-KlPa.
Lautf., Gram.: annehmen, -nehm’n Rauch 1929,31 und 88, KÖ-KlPa; ahnnehmen Wedde 1938,11; nnm’n Wb-We* 199; annm’m Spr-Maa 438 (WO-Ol); -nehm’ Pohlmann 1905 ff.,119; -nem(e)n HA-Oh; nahm an 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 45; annoahm Part. Prät. Francke 1904,82; -jenommn Part. Prät. Krause 1964,82; -nëm’n Wb-Altm 5; nnëmen Wb-Nharz 14; annähm 3. Sg. Konjunk. Prät. Wäschke 61915,138; [nn] Wb-Be; (n)n’m Wb-Ak 21; annömen Wb-We* 199.
anrunksen Vb. dass. wie  anschnauzen, 4: KÖ-GrPa.
rs m. 1. ‘Gesäß’ verstr. – du lest wedder nich lucker, bett de erst’n Ars vull krist HA-Bee; Rda.: in Marse sien ‘entzwei sein’ Sprw-Eils 39; in Marse hebben ‘aufgegessen haben’ Id-Eilsa 78; wedder Kopp noch Ars von unverständlichem Gerede, HA-Um; s Maul zum Arsche hlen ‘schweigen’ KÖ-GrPa; Das is je w in rsch jewest von einem stark zerknitterten Stück Papier oder Kleid gesagt, Wb-Ak 26; an len Arsch ‘grobe Zurückweisung’ KÖ-GrPa; lick mek in’n rsch dass., BLA-Brau; n’ Oarsch vullhauen ‘jmdn. schlagen, prügeln’ CA-Bru; de Köster schleit de Woch vön Moarß vom Abendläuten am Sonnabend gesagt, STE-Scho; hei hät de Naoäs tauknäpen ‘er ist gestorben’ SA-Ch; hat’n kollen Oarsch ekricht dass., WA-La; sich uffen rsch setzen ‘sehr überrascht sein’ Wb-Ak 26; ’n Ars riskieren ‘wagemutig sein’ Sprw-Eils 38; in rsch kukken ‘neugierig zuschauen’ Wb-Nharz 18; kimmt doch nich ut’n Arsch ‘er kommt mit einer Arbeit nicht voran’ Sprw-Börde; den geit der Arsch mit Grundis ‘er hat große Angst’ a.a.O.; dene geit de Mrs t un in wine Wachtelpipe dass., Wb-We 87; immer forn Marsche lien ‘ständig hinter jmdm. herlaufen, im Wege sein’ Sprw-Börde; einen for’n rse bimmeln dass., Wb-Nharz 18; dähn soll ick woll ’n Arsch utklaihn? ‘er will sich wohl extra bitten lassen?’ OSCH-Grö; einen in’n Ars krupen ‘sich einschmeicheln’ OSCH-Schw; eenen en Loch in Arsch bohren ‘unablässig um etw. bitten’ CA-Sa; einen w in rsch jekrpen sn ‘jmdm. sehr zugetan sein’ Wb-Nharz 18; alles in’n Arsch rin jochen ‘jmdm. alles zukommen lassen’ Sprw-Börde; hei is glks mit’n Mrse rum ‘er ist schnell beleidigt’ HA-Oh; de will schiten un hat nist im Maarsche ‘er will mehr erreichen, als er vermag’ Wb-Holzl 56; kein Himme (Hemd) öwern Mrse hebben ‘arm sein’ Wb-We 87; dat paßt drop wie de Arsch op’n Emmer ‘es passt sehr gut’ BE-Re; dick wart et noch mal vorn Arse bullern ‘dir wird es noch einmal schlecht ergehen’ HA-Oh; Sprw.: wenn’n Noars vöborgt, müttn dörcht Ripp’n schiet’n OST-Schön; du kannst dick dreihen wie du wist, de Ars is ümmer hinn’n WO-Gu; Rätsel: Et hänget an’ne Wand un hat sich en Arsch verbrännt? – de Brapanne. WO-Schn.  TZ: 2Achter Achterdl Achterkastell Achtern rswark Bürzel Gatt Hinderachte Hinderdl Hindere Hindergestell Hinderkastell Hinderste Hindervrdel Hinderwgen Kackarsch Ktel Kiste, weitere Synonyme  P. – 2. ‘Heck eines Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 163, 315 und 355 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 163 und 315 (CA-Ak), Wb-Ak 26 – Denn kroch dr mich mit seine Nse in mei’n rsch. ‘Dann bohrte sich der Bug eines anderen Kahns in das Heck meines Kahns.’, bei einer Havarie, a.a.O. 26; der Kn jd uf’n rsch ‘der Kahn ist am Heck zu schwer beladen und taucht dort tiefer ein’ Elbschifferspr. 315 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); Schdr kwr forn rsch ‘das Steuer mit dem Staken so weit zur Seite drücken, dass das Helmholz völlig über Bord steht’ a.a.O. 355 (JE2-Pa). – 3. ‘Unterseite eines Wurzelstockes’ 3: BLA-Brau. – 4a. ‘unteres Ende des Getreidehalms’ – haug dn Roggen uffen rsch, de lde (liegt er) w hinjeld! 4: BE-Wa. – 4b. ‘unterer Teil der Getreidegarbe’ 3: WA-Neu.
Lautf., Gram.: Ars, rs Nom. und Akk. Sg. WO-Gu, verstr. w elbostf.; -e Dat. Sg. WE-Rok; Aors, O(a)rs, rs Matthies 1912,19 und 27 (SA-Die Se), vereinz. Altm.; A(a)s, s GA-Wed, HA-No, WE-Be; Arsch, - Nom. und Akk. Sg. JE1-Grü, verstr. elbostf. (außer sö), vereinz. omd.; [ar] WA-Neu; sch GA-Da; Aorsch, O(a)rsch, rsch, -, [r] vereinz. Altm., Elbschifferspr. 163, 315 und 355 (JE2-Mi Pa), ZE-Roß, vereinz. ö elbostf. w anhalt., DE-Lau Or; [ar] Mda-Ze (verstr. ZE); Mrs vereinz. sw elbostf.; Marse Dat. Sg. HA-Oh, OSCH-Ba, Sprw-Eils 39; Ms WE-Be, Wb-We 87; Moars, -ß Wb-Altm 8, STE-Scho; Mars Wb-We 87; mrsch Wb-Nharz 123; Maarsche Dat. Sg. Wb-Holzl 6; Marsch Wb-We 10; -e Dat. Sg. Sprw-Börde; Naors, Noars SA-Rist, Wb-Altm 8, Wb-Altm* 49, OST-Sa Schön; Noaers SA-Lüd; Nas Nom. und Akk. Sg. SA-Ost, STE-KlMö Schi; Naoäs SA-Ch.