afbrken Vb. 1a. ‘abbrechen, abtrennen, ablösen’, auch ‘Obst ernten’,  afnmen, 1: SA-Die, 2: vereinz. ö Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mn Plauchbken (Pflugbalken) is afbrken SA-Die; wet fbrken ‘Obst pflücken’ Wb-Nharz 2; Rda.: Brick dick nich de Tunge af! HA-Oh. – 1b. ‘abreißen, niederreißen’ 2: Wb-Altm** 48, 3: BLA-Brau, 4: Wb-Be – en Hs afbraeken BLA-Brau. – 2. ‘aufhören, beenden’ – de tsprke afbrken 3: HA-Oh. – 3. ‘verringern’ – dat Ln afbraeken 3: BLA-Brau.
Lautf., Gram.: afbrken HA-Oh, affbrek’n Spr-Maa 429 (JE1-Ran); brickt af 3. Sg. Präs. OST-Me Sta; [fbrkn] QUE-Di; afbraeken BLA-Brau, affbräk’n Wb-Altm** 48; fbrëken Wb-Nharz 2; abbrechen Vk-Anhaltc 104; [appren] Wb-Be; Part. Prät.: [afbrk] JE2-Scho; awwebrooken OSCH-Grö; [afbrkn] SA-Die; affbroaken Francke 1904,48; abjebrochen, [abjbron] BE-GrWi, DE-Ca.
afbrennen Vb. 1a. ‘anzünden und abbrennen lassen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 1, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa) – ... uffn Barch, wos Osterfeier immer abjebrennt wurde ... a.a.O. 64 (CA-Sa). – 1b. ‘durch Brand zerstört werden, niederbrennen’, auch ‘durch Brand geschädigt werden, Hab und Gut verlieren’ verstr. – ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); acht Hüser un Schüh’n sind affebrennt JE2-Gü; D ken’n mich ld tn, d bren’n n all’s dritte M ab. Wb-Ak 1; Sprw.: twei ml umme trecken is sau gt w einml afbrennen HA-Oh. – 2. ‘zum Entfernen der Borsten das geschlachtete Schwein mit kochendem Wasser übergie- ßen’ 3: HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: af(ge)brannt sn ‘kein Geld mehr haben’, auch allg. ‘über etw. nicht mehr verfügen’ 2: Wb-Altm 206, Bewohner-Altm 1,320, ZE-Roß, 3: HA-Oh, Wb-We 2, 4: Wb-Ak 1 – Ick bin ganz affbrennt Wb-Altm 206; Ich hawwe kn bißchen Ml ins Haus, ich bin jans abjebrennt. Wb-Ak 1.
Lautf., Gram.: afbrennen HA-Oh, Wb-We 2; brennen af 3. Pl. Präs. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Abbrennen subst. Richter o.J. 85; abbren’n Wb-Ak 1; [appre] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: brennt af BLA-Rü; 3. Sg. Prät.: abbrennte Richter o.J. 6; Part. Prät.: affebrennt JE2-Gü, WO-El, Wb-Holzl 51; awe- HA-Wa; [afbränt] JE2-Scho; affbrennt, [afbrent] SA-Dä, Wb-Altm 206; afbrännt Bewohner-Altm 1,320, OST-Werb; afgebrannt, -je- STE-Bin, vereinz. elbostf.; af(f)e- SA-Schm, JE1-The, vereinz. elbostf.; awe- JE1-Try, vereinz. elbostf.; af- OST-Sa; abjebrennt ZE-Roß, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); -gebrannt, -je- ZE-Nu Stre, OSCH-Schl, BLA-So; [abjbrand] verstr. w BE.
afdämpen Vb. ‘die Kehle zudrücken, erwürgen, ersticken’, auch ‘die Luft zum Atmen nehmen’, von zu großer Wärme, stickiger Luft oder zu enger Kleidung,  sticken, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm., vereinz. mittlere Altm., JE2-De Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Osse had sick balle afedämpet HA-Oh; d hett m annepackt, d hett m bn afedemmt JE2-Scho; die Hitze hier in de Stuwwe, die dämpt mich balle ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)dämp(e)n, aw- SA-Ty Wa, verstr. n Altm., GA-Al Kak, vereinz. elbostf.; dämpt aff 3. Sg. Präs. SA-Ra; afdämt Part. Prät. OST-Lin; affdämbm SA-Dä; af(f)demp(e)n, aw- SA-Ah HLa, vereinz. n/mittlere Altm., JE2-De, vereinz. elbostf.; dempst af 2. Sg. Präs. Spr-Asch 42; [afdemp] SA-Dä; [-dempt] Part. Prät. JE2-Scho; fdempen Wb-Nharz 2; [fdemp] Id-Eilsa 46; [fdempm] QUE-Di; afdempft Part. Prät. SA-Jeg; abdämpen OST-Ar, CA-Sta, KÖ-Kö; -dämpm ZE-Roß; [abdemb] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); [aptempen] Wb-Be; abdemmen JE2-De, HA-NHa; Nbf.: affdimpen WE-Oster.
afdämpen Vb. ‘die Kehle zudrücken, erwürgen, ersticken’, auch ‘die Luft zum Atmen nehmen’, von zu großer Wärme, stickiger Luft oder zu enger Kleidung,  sticken, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm., vereinz. mittlere Altm., JE2-De Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Osse had sick balle afedämpet HA-Oh; d hett m annepackt, d hett m bn afedemmt JE2-Scho; die Hitze hier in de Stuwwe, die dämpt mich balle ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)dämp(e)n, aw- SA-Ty Wa, verstr. n Altm., GA-Al Kak, vereinz. elbostf.; dämpt aff 3. Sg. Präs. SA-Ra; afdämt Part. Prät. OST-Lin; affdämbm SA-Dä; af(f)demp(e)n, aw- SA-Ah HLa, vereinz. n/mittlere Altm., JE2-De, vereinz. elbostf.; dempst af 2. Sg. Präs. Spr-Asch 42; [afdemp] SA-Dä; [-dempt] Part. Prät. JE2-Scho; fdempen Wb-Nharz 2; [fdemp] Id-Eilsa 46; [fdempm] QUE-Di; afdempft Part. Prät. SA-Jeg; abdämpen OST-Ar, CA-Sta, KÖ-Kö; -dämpm ZE-Roß; [abdemb] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); [aptempen] Wb-Be; abdemmen JE2-De, HA-NHa; Nbf.: affdimpen WE-Oster.
afdanzen Vb. 1. ‘eine Festlichkeit mit einem Tanz beenden’ – a. ‘den Maibaum abtanzen’ – Brauch: Die Maie wurde in Vockerode zu  Kleinpfingsten 1. abgetanzt. 4: Vk-Anhalta 239 (DE-Vo). – b. ‘den Brautkranz abtanzen’ 2: Bornemann 41827,42, JE2-Bö, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 11, Wb-Be – um Middernacht ward de Brtkranz afedanzet HA-Oh;Afgedanzt werd nu de Kranz,
Spält uns den Grootvoader-Danz!
Bornemann 41827,42.
– Brauch: Am Hochzeitstag wurde um Mitternacht der Kranz abgetanzt. Die Braut stand in der Mitte eines von Mädchen gebildeten und sich bewegenden Kreises. Sie versuchte, eines der Mädchen, das die nächste Braut sein würde, tastend zu erfassen. Dann wurden der Braut Kranz und Schleier abgenommen und ihr eine Haube aufgesetzt. Wb-Ak 11. – 2. ‘das letzte Stück Roggen abtanzen’ – Brauch: Beim Abschluss der Ernte wurde ein Stück Roggen stehen gelassen. Um die Mittagszeit zogen die Dorfbewohner, begleitet von Musik, zu den Feldern. Die Mäher und Binder tanzten jeweils um das noch verbliebene Stück Roggen herum, bis es der Großknecht mit einem Hieb abmähte. 2: Brauch-wAltm 95.
Lautf., Gram.: afdanzen JE2-Bö, HA-Oh; afgedanzt Part. Prät. Bornemann 41827,42; abtanzen Wb-Ak 11; [aptantsn] Wb-Be.
afdichten Vb. ‘etw. dicht, undurchlässig machen, abdichten’, bes. ‘am Kahn die Nähte des Holzbodens wasserundurchlässig machen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 373 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 3: HA-Oh, 4: Elbschifferspr. 373 (CA-Ak), Wb-Ak 2 – n’ Bottich afdichten HA-Oh; Mr missen unsen Kn rausn’m un abdicht’n. Wb-Ak 2.
Lautf.: afdichten HA-Oh; [afdid] Elbschifferspr. 373 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa); abdicht’n Wb-Ak 2; [abdid] Elbschifferspr. 373 (CA-Ak).
afdrücken Vb. 1. ‘den Abzug einer Waffe betätigen’ 2: Francke 1904,31, 3: HA-Oh, 4: Wb-Be. – 2. ‘abdrucken’ – hat in de Zeitunge afdrücken lten 3: HA-Oh. – 3. ‘den Kahn vom Ufer oder von einem Brückenpfeiler abstoßen, um ins Fahrwasser zu gelangen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 354 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 354 (CA-Ak), Wb-Ak 2. – 4. ‘innig abküssen’, dabei auch ‘liebevoll umarmen’ 2: OST-Sta, JE2-Zo, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 2 – der Bengel wolle är ’n Kuß jehm, se lött sich awersch nich von jeden avdröcken JE2-Zo.
Lautf.: afdrücken, aw-, [afdrükn] OST-Sta, Elbschifferspr. 354 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), HA-Oh; drückt aff 3. Sg. Präs. Francke 1904,31; avdröcken JE2-Zo; abdricken, [abdrikn] Elbschifferspr. 354 (CA-Ak), Wb-Ak 2; [aptrikn] Wb-Be.
afdrüppen Vb. 1. ‘abtropfen’ 2: Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 12 – Dn Topp brauchste nich abzudren, dn stillepe man um un lßen abtripp’m a.a.O. 12. – 2. ‘abfallen, für jmdn. übrig bleiben’, von Speisen, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 12, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca) – da word je for mich  wat met abdrippm ZE-Roß.
Lautf., Gram.: afdrüppen HA-Oh; -drippde 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi); abdrippm ZE-Roß; [abdrib] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); abtripp’m Wb-Ak 12.
afenken Vb. ‘einen Pflanzensteckling abnehmen’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm. (außer CALV n WO), JE2-Scho – ick engke mne Blme af a.a.O.
Lautf.: affenken GA-Wiep; sonst: [afek].
affallen Vb. 1. ‘abfallen, herunterfallen’ 1: SA-Dä Rist, 2: JE2-Kam, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 2, Wb-Be – dai Blaira (Blätter) fn bd af SA-Dä. – 2. dass. wie  afdrüppen 2., 2: JE2-Gü, ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 2 – b de Hochtt fallt for vel L wat af HA-Oh. – 3. ‘abschüssig sein’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 2 – Fre lanksm, de Strße fellt d bannich ab. a.a.O. 2. – 4. ‘abweichen, abdrängen’, von Wasser, dessen Strömung durch Buhnen abgelenkt weit in den Fluss hineinreicht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 407 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 407 (CA-Ak), Wb-Ak 2. – 5. ‘lossagen, abtrünnig werden’ – dne kan ek nich ffallen 3: Wb-Nharz 2. – 6. ‘abmagern, dünn werden’ 2: Wb-Altm 2, 3: Wb-Holzl 51, Id-Quea 141.
Lautf., Gram.: af(f)fallen Wb-Holzl 51, HA-Oh, afffall’n Wb-Altm 2; affefall’ Part. Prät. JE2-Gü; fallt af 3. Sg. Präs. JE2-Kam, Wb-Holzl 69; ffallen Wb-Nharz 2, Id-Quea 141; [affa] Elbschifferspr. 407 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); [-fn], [-fn] SA-Dä; [-f] SA-Rist; abfalln ZE-Roß; [apfaln] Wb-Be; abfal’l, [abfa] Elbschifferspr. 407 (CA-Ak), Wb-Ak 2.