afblecken Vb. 1a. ‘die Rinde eines Zweiges abschä- len’,  afschellen, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (außer CALV n WO), 3: HA-NHa Sü. – 1b. ‘das erkrankte Brustfell eines Rindes abziehen’3: Wb-Holzl 51 (HA-Iv). – 2. refl. ‘sich Haut abschürfen’ 1: SA-Dä, 3: HA-Bee – dat Kind hat sick dat ganze Knai afbleckt SA-Dä. – 3. ‘in kleinen Stücken ablösen, abfallen’, von Kalkputz, 3: Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), Wb-Holzl 51 (HA-Eil) –de Kalk is afeblkt Beiträge-Nd 59 (WO-HWa).
Lautf., Gram.: af(f)bleck(e)n vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer CALV n WO), Wb-Holzl 51 (HA-Eil), HA-Sü; [afblek] verstr. nwaltm. Altm. (außer CALV n WO), HA-NHa; awwebleckt Part. Prät. HA-Bee; [afbleg] SA-Dä; pleck aff Imp. Sg. STE-Grie; affbläck(e)n SA-Rie, STE-GrMö; abbläcken GA-Ip; afblöcken GA-Jä; affbleken, [afblkn] Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), Wb-Holzl 51 (HA-Iv).
afdämmen Vb. ‘Wasser zurückhalten, (mit einem Damm) absperren’ 3: Spr-Maa 429 (WO-Ol, JE1-Ran), HA-Oh, 4: Wb-Ak 2 – W’s Wasser rausjeschossen km, han se’s jlei abjedemmt a.a.O. 2.
Lautf.: afdämmen HA-Oh; -dämm’n Spr-Maa 429 (WO-Ol, JE1-Ran); abdem’m Wb-Ak 2.
afdichten Vb. ‘etw. dicht, undurchlässig machen, abdichten’, bes. ‘am Kahn die Nähte des Holzbodens wasserundurchlässig machen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 373 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 3: HA-Oh, 4: Elbschifferspr. 373 (CA-Ak), Wb-Ak 2 – n’ Bottich afdichten HA-Oh; Mr missen unsen Kn rausn’m un abdicht’n. Wb-Ak 2.
Lautf.: afdichten HA-Oh; [afdid] Elbschifferspr. 373 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa); abdicht’n Wb-Ak 2; [abdid] Elbschifferspr. 373 (CA-Ak).
afdrücken Vb. 1. ‘den Abzug einer Waffe betätigen’ 2: Francke 1904,31, 3: HA-Oh, 4: Wb-Be. – 2. ‘abdrucken’ – hat in de Zeitunge afdrücken lten 3: HA-Oh. – 3. ‘den Kahn vom Ufer oder von einem Brückenpfeiler abstoßen, um ins Fahrwasser zu gelangen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 354 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 354 (CA-Ak), Wb-Ak 2. – 4. ‘innig abküssen’, dabei auch ‘liebevoll umarmen’ 2: OST-Sta, JE2-Zo, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 2 – der Bengel wolle är ’n Kuß jehm, se lött sich awersch nich von jeden avdröcken JE2-Zo.
Lautf.: afdrücken, aw-, [afdrükn] OST-Sta, Elbschifferspr. 354 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), HA-Oh; drückt aff 3. Sg. Präs. Francke 1904,31; avdröcken JE2-Zo; abdricken, [abdrikn] Elbschifferspr. 354 (CA-Ak), Wb-Ak 2; [aptrikn] Wb-Be.
affallen Vb. 1. ‘abfallen, herunterfallen’ 1: SA-Dä Rist, 2: JE2-Kam, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 2, Wb-Be – dai Blaira (Blätter) fn bd af SA-Dä. – 2. dass. wie  afdrüppen 2., 2: JE2-Gü, ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 2 – b de Hochtt fallt for vel L wat af HA-Oh. – 3. ‘abschüssig sein’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 2 – Fre lanksm, de Strße fellt d bannich ab. a.a.O. 2. – 4. ‘abweichen, abdrängen’, von Wasser, dessen Strömung durch Buhnen abgelenkt weit in den Fluss hineinreicht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 407 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 407 (CA-Ak), Wb-Ak 2. – 5. ‘lossagen, abtrünnig werden’ – dne kan ek nich ffallen 3: Wb-Nharz 2. – 6. ‘abmagern, dünn werden’ 2: Wb-Altm 2, 3: Wb-Holzl 51, Id-Quea 141.
Lautf., Gram.: af(f)fallen Wb-Holzl 51, HA-Oh, afffall’n Wb-Altm 2; affefall’ Part. Prät. JE2-Gü; fallt af 3. Sg. Präs. JE2-Kam, Wb-Holzl 69; ffallen Wb-Nharz 2, Id-Quea 141; [affa] Elbschifferspr. 407 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); [-fn], [-fn] SA-Dä; [-f] SA-Rist; abfalln ZE-Roß; [apfaln] Wb-Be; abfal’l, [abfa] Elbschifferspr. 407 (CA-Ak), Wb-Ak 2.
affillen Vb. 1. ‘das Fell abziehen, abhäuten’ 3: Nd-Börde § 44 (WO-Schn), BLA-Brau. – 2. refl. ‘sich Haut abschürfen’ 3: vereinz. elbostf. – Hei hatt seck sin Scheenbein awefilt. Id-Eilsa 46.
Lautf., Gram.: af(f)fill(e)n; außerdem: [affi] Nd-Börde § 44 (WO-Schn); awefillt Part. Prät. WE-Oster.
afflauen Vb. ‘nachlassen’, vom Wind, 2: Elbschifferspr. 441 (STE-Tan, WO-Ro), 3: HA-Oh, Sprw-Börde, 4: Elbschifferspr. 441 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: afflauen, [afflaun]; außerdem: flaut af 3. Sg. Präs. Sprw-Börde; [abflaun] Elbschifferspr. 441 (CA-Ak).
affren Vb. 1. 1: SA-Wü, 2: WO-Col Zie, 3: Lindaua o.J. 94, HA-Oh, Id-Eilsa 46. – a. dass. wie  affren 1a. – b. dass. wie  affren 1b.Schutt von B affeuern HA-Oh. – 2. ‘den vertäuten Anker eines Kahns im Beiboot an Land bringen’, Schifferspr. – Der Anker wurde anschließend am Ufer in den Boden gedrückt, um den stromabwärts fahrenden Kahn zum Stehen zu bringen. 2: Elbschifferspr. 365 und 391 (STE-Tan). – 3. ‘jmdn. verhaften, abführen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 2. – 4. ‘den Stuhlgang fördern’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 2 – Smsbletter (Sennesblätter) fr’n ab a.a.O. 2.
Lautf., Gram.: [affrn] Elbschifferspr. 391 (STE-Tan); affren BLA-Brau; [ft af] 3. Sg. Präs. WO-Zi; [ft -] 3. Sg. Präs. WO-Col; affern HA-Oh; [fuit af] 3. Sg. Präs. SA-Wü; affeuern HA-Oh; -feurn Id-Eilsa 46; -feuren Lindaua o.J. 94; f- Wb-Nharz 3; abfr’n Wb-Ak 2.
afgn Vb. 1a. ‘weggehen, sich entfernen’ 2: Bewohner-Altm 1,347, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – De Sängers jungen aff ... Lindauc o.J. 36; Rda.: Ick gung nu af wie eender, dän de ganze Peterzillege verhalt wiere. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie). – 1b. ‘entlaufen’ 3: HA-Bee, Wb-Nharz 3 – dne sint de pre fegn a.a.O. 3. – 1c. ‘eine Strecke prüfend ablaufen’ 3: vereinz. elbostf. – Als hei nu dat ganze Feld afegahn war, ... Rauch 1929,86. – 2. ‘ein Dienst- oder Ausbildungsverhältnis beenden’ 2: vereinz. Altm., 3: HA-Bee, 4: Wb-Ak 3 f. – Se is aus de vrte Klasse abjejangen. a.a.O. 4; hei hat den Knecht wedder affgahn laten HA-Bee. – 3. ‘vom Körper ausgeschieden, ausgestoßen werden’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – de Bandworm is afegn HA-Oh; dat hat wiider nist op sick; wenn öhne ok mal in de Nacht einder affgeiht (Pollution) – dat liit in de Jahre HA-Bee. – 4. ‘in bestimmter Weise verlaufen, enden’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 3 f., Richter o.J. 10 – et is noch eml gd afegn BLA-Brau; D kannste Jott danken, daß’t s abjejangen is. Wb-Ak 4. – 5. ‘von etw. ablassen, abgehen’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 3 – davonne wolle w nich afgn HA-Oh; Jk mich ab mit dein wijes Jequengele! Wb-Ak 3. – 6. ‘jmdm. fehlen, mangeln’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 3 f. – dat wart ne schmarzlich fgn ‘das wird ihn noch sehr schmerzen’ Wb-Nharz 3; Rda.: da geiht ne nischt von af ‘er hat keinen Schaden davon’ Sprw-Börde; hei let sik nist afgen ‘er entbehrt nichts’ BLA-Brau. – 7. ‘den Preis herabsetzen, weniger berechnen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 3, 4: Wb-Ak 3 f. – Das Schwein jefellt mich, awwer d muß noch an bißchen abjn. a.a.O. 4. – 8. ‘geheiratet werden’, von Mädchen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 3 f. – Rda.: de mk’ns goahn aff w warme Semm’ln Spr-Maa 429 (WO-NiDo). – 9. ‘sich ablösen’, bes. Bast von einem Weidenzweig, 1: vereinz. nwaltm., 2: Bewohner-Altm 2,191, verstr. mittlere/s Altm. (außer CALV), JE1-Da Wer, verstr. ZE, 3: verstr. n elbostf., vereinz. s elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Bastlösereim:Kloppe, kloppe Piepe,
biste noch nich riepe,
ick kloppe dick noch windelweik,
bett de Fleuche affgeit.
HA-Har.
– 10. ‘sterben’, auch in versch. Verbdg.,  starwen, 2: verstr. Altm., vereinz. n JE2 mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 3 – dei geiht ok balle af GA-Et; med De afgn Wb-We 3; Sprw.: Wenn de Köh god stoahn, un de Fru’ns god affgaohn, kann de Bur bestaohn. ‘Wenn die Rinder gut gedeihen und die Ehefrau stirbt, kann der Bauer (durch eine erneute Heirat einer vermögenden Frau) seinen Reichtum mehren.’ Spr-Altm 87.
Lautf., Gram.: Inf.: af(f)gahn, -gn, -jahn vereinz. ZE (z.T. veralt.), verstr. elbostf.; afgen BLA-Brau; af(f)ga(o)(h)n, -goa(h)n, -jaohn, aw- verstr. Altm., ZE-Stre, vereinz. elbostf.; affgoahn, -joahn vereinz. mbrdb.; a(f)fgehn Vk-Anhaltb 83 (ZE-Dee Na); affegoan GA-KloNeu; fgn Mda-Weg 85, Wb-Nharz 3; abgahn ZE-Eich; -jehn, -jn ZE-Roß, Wb-Ak 3; [apjn] Wb-Be; 1. Sg. Präs.: gahe af CALV-Uth; jo aff GA-Ack; 2. Sg. Präs.: joahst aff JE1-Wer; 3. Sg. Präs.: gaht aff SA-Jeeb; gei(h)t af(f), gait -, [gait af], jei(h)t- SA-Dä, verstr. Altm. JE2, JE1-GrLü, vereinz. elbostf., af(f)gei(h)t, -jeiht WO-GrAm, vereinz. HA, Wb-We 3; gaihte aff mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. Spr-Maa 429 (WO-NiDo); geite af mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. m. Mda-Weg 91; gaat aaf WE-Schie; geiht aaf, geit f Wb-Nharz 3, BLA-Hei; jeht ab, jt - ZE-Roß, Wb-Ak 4, CA-Lö; 3. Pl. Präs.: goahn af(f), gaohn - Matthies 1912,7 (SA-Fa), Bewohner-Altm 1,347, Spr-Maa 429 (WO-NiDo); gt af Wb-We 3; jn ab Wb-Ak 4; 3. Sg. Prät.: gung af Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); junk ab Richter o.J. 10; gung f Id-Eilsa 46; ging ab QUE-Tha; jink - ZE-Roß; 3. Pl. Prät.: jungen aff Lindauc o.J. 36; Imp. Sg.: gah af(f), g - HA-Bee, BLA-Brau; gehe ab Vk-Anhaltb 79 (KÖ-Fre); jk - Wb-Ak 3; Part. Prät.: af(f)egahn, afegn WO-Schr, JE1-Scha, vereinz. elbostf.; awwe- HA-Bee; affegoan GA-KloNeu; fegn Wb-Nharz 3; affgaoh’n OST-Zie; abgegangen, -jejangen CA-Fe, Wb-Ak 3; [abjja] DE-Ca.
afggeln Vb. ‘(ungeschickt) abschneiden’ 3: Beiträge-Nd 59 (WO-HWa), HA-Oh – ’n ranken brt afjgeln Beiträge-Nd 59 (WO-HWa).
Lautf.: [afjgln] Beiträge-Nd 59 (WO-HWa); afjjeln HA-Oh.