Afsenker m. ‘Pflanzensteckling’, bes. von Blumen,  Senker, 2: SA-Ne, WO-Sa, 3: GA-Bös Nie, verbr. HA OSCH w WA, verstr. sw elbostf., 4: vereinz. nthür.
Lautf.: Af(f)senker, Av-, Aw-; außerdem: Aaf-, Ahf-, f- vereinz. n BLA; Ab- verstr. HA, vereinz. OSCH; Ob-, op- vereinz. nthür.
afsetten Vb. 1. ‘abnehmen, herunternehmen’ 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Setze m de Mitze ab, d bist doch kn Bauer! Wb-Ak 10. – 2. ‘etw. Schweres (vorübergehend) auf den Boden stellen, abstellen’ 3: HA-Oh, Sprw-Börde, 4: Wb-Ak 10 – de Kiepe afsetten Sprw-Börde. – 3. refl. ‘sich niederschlagen, ablagern’ 2: ZE-Ste, 3: HA-Bee – laat sick dat Räjenwater erst mal ‘n bettchen affsett’n a.a.O. – 4. ‘jmdn. aus seiner Stellung entfernen, entlassen’ 2: Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), 3: HA-Oh, Wb-Nharz 7 – ... un wenn dät noch moal vörkieme, dänn würre her davör sorgen, dät her affeset’t würre, ... Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie). – 5. ‘(viel) verkaufen, absetzen’ 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/ Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh – hei will orntlich watt vorrköpen unn affsetten Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim). – 6. ‘hervorbringen, ausbilden’, von Knollen und Früchten – Bei sonne Hitze ken’n de Kartoffel’l jrnich absetzen. 4: Wb-Ak 10. – 7. ‘entwöhnen, einem Jungtier allmählich die Muttermilch entziehen’ 1: SA-Dä Han, verstr. ö nwaltm., 2: verstr. ö SA, vereinz. übrige Altm. JE2, verstr. n JE1, 3: verstr. mittleres/s elbostf. (außer WE CA), 4: verstr. anhalt. – w münn dät Kalf afsettn’n JE2-Scho; mrjen worn de Schwaine abjesedsd BE-Gü.  afspnen afwennen spne spnen wennen. – 8. ‘abweichen, abdrängen’, von Wasser, dessen Strömung durch Buhnen abgelenkt weit in den Fluss hinein reicht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr 407 (WO-Ro).
Lautf., Gram.: af(f)sett(e)n, [afzetn]; außerdem: [afzet] JE2-Scho; affesett, -set’t, [afzet] Part. Prät. Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), Mda-nwJe1b 77 (JE2-HSe, verstr. n JE1), JE1-Pre; affsett Part. Prät. SA-GrGe; -sedden WA-See, [afzedn] SA-Ku; [-zed] SA-Dä, Elbschifferspr 407 (WO-Ro); aafsetten, f-, [fzetn] vereinz. s elbostf. (außer WE); [fztn] QUE-He; absetzen, [abzetsn] vereinz. anhalt.; [-zedsn] BE-Gü He, verstr. w anhalt., DE-Or; [apzetsn] Wb-Be.
afstwen Vb. 1. ‘vom Staub befreien, abstauben’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 11. – 2. in der Verbdg.: ain’n wat affstoeb’m ‘jmdn. schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
Lautf.: affstoeb’m Spr-Maa 432 (WO-Ol); afstöben Id-Eilsa 47; affstö’m Wb-Holzl 52; fschtben Wb-Nharz 2; abst’m Wb-Ak 11.
afsunderlich 1. Adj. ‘ungewöhnlich, eigentümlich’ 2: vereinz. Altm., 3: Spr-Maa 428 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde – Dät mütt’n afsünnerlich Geschicht west sind ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav); Wetterregel: de ganze woche wund’rlich, de frdach iss absund’rlich ‘war das Wetter in der Woche unbeständig, soll es sich am Freitag ändern’ Spr-Maa 428 (GA-Oeb). – 2. Adv. ‘besonders’ 3: Wb-Nharz 1.
Lautf.: afsunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (WO-Ol), vereinz. w elbostf., Sprw-Börde; -sunner- vereinz. Altm., WE-He; -sünner- Firmenich 1854,124 (OST-Hav); -sonder- vereinz. w elbostf.; Afsonderliches subst. Wb-We 4; absunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (GA-Oeb), Wb-Nharz 1 (BLA-Ha); -sonder- a.a.O. 1.
aftändeln Vb. dass. wie  aftellen 2., 2: vereinz. n WO, 3: WO-Ba El.
Lautf.: aftenteln WO-Li; af(f)dendeln, aw- vereinz. n WO, WO-Ba; abtändeln WO-El; Nbf.: afdenzeln WO-Ro.
aftändeln Vb. dass. wie  aftellen 2., 2: vereinz. n WO, 3: WO-Ba El.
Lautf.: aftenteln WO-Li; af(f)dendeln, aw- vereinz. n WO, WO-Ba; abtändeln WO-El; Nbf.: afdenzeln WO-Ro.
aftargen Vb. ‘jmdm. etw. abschwatzen, abbetteln’ 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
Lautf.: afftarjen.
aftrecken Vb. 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 12, Wb-Be. 1a. ‘etw. ziehend entfernen, herausziehen’ – den schnöttl (Schlüssel) afftreck’n Spr-Maa 432 (WO-Ol). – 1b. ‘Bettwäsche abziehen’, vgl. aftn 1a.d Bre (Bettbezug) mütt afetreckt wn, w willn wasch’n JE2-Scho. – 1c. ‘ausziehen, herunterziehen’ – Rda.: an Pr Hsen abtrecken ‘seine Notdurft verrichten’ Wb-Ak 12. – 1d. ‘Rüben verziehen’. – 2a. ‘das Fell abziehen, abhäuten’ – en Hasen et Fell aftrekken Sprw-Börde. – 2b. ‘Hornhaut auf der Zunge des Huhns entfernen’ – Fke Backhs moste ümmer n’ Pipp aftrecken mit ne spitze Ndele HA-Oh. – 2c. dass. wie  aftgenSchelle aftrecken WE-Il. – 3. ‘abfüllen’ – subst.: Schon bie dat Afftrecken ward so mancher Kauhschluck jlieks dorch den Wienschlauch enommen. 3: Gesch-Un 43. – 4a. ‘weggehen, sich entfernen’, auch ‘an einen anderen Ort ziehen’ – Un damidde trecke de Wimmelsdörpsche Mannschaft aff un leit de Ohren hängen. Lindauc o.J. 33. – 4b. ‘eine Arbeitsstelle aufgeben’ – De Md (Magd) is n acht T wedder abjetreckt. Wb-Ak 12. – 5a. ‘abfließen’, von Wasser – dat wter kan nich ftrekken Wb-Nharz 8. – 5b. ‘entweichen, abziehen’, von Rauch – “Fru”, rep hei, “wei hett butten ganz dichten Mist un Näwel, de Rook kann nich aftrecken ...” Wedde 1938,64. – 6. ‘von einer Summe abziehen, abrechnen’ – Mr han unse Stowwe tapzr’n lßen un denn jlei vonne Mte abjetreckt. Wb-Ak 12.
Lautf., Gram.: af(f)treck(e)n, -kk- GA-Ga, Matthies 1912,24 (GA-Miest), verstr. elbostf.; treckt af 3. Sg. Präs. HA-Ack; aftreckt Part. Prät. Ehlies 1960a 79; trecke aff 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 33; treckt’n aff mit Enklise des nachfolgenden Art. m. Akk. 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); [aftrek] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; [-trk] SA-Rist; ftrekken, [ftrekn] vereinz. sw elbostf.; [ftrekt] Part. Prät. QUE-Di; abtrecken Wb-Ak 12; [aptrekn] Wb-Be.
aftrden Vb. 1. (refl.) ‘durch Abstreifen den Schmutz von den Schuhen entfernen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 12, Wb-Be – de Feute aftren Sprw-Börde; sek de schau ftrn Wb-Nharz 8. – 2. ‘durch (Darauf-)Treten losreißen, abtreten’ 3: Wb-Nharz 8, 4: Wb-Ak 12 – W ich de Treppe nun’nerjunk, hawwich mich en Sm von mein Kld abjetrt’n. a.a.O. 12; dat prd het sek et sen fetrn Wb-Nharz 8. – 3. ‘durch häufiges Begehen abnutzen’ – Nu waren mit de Tied de Treppenstaupen af eträ’n ... 3: Wedde 1938,55. – 4. Schifferspr., in der Verbdg.: aftrden lten – a. ‘einen Kahn allmählich vom Ufer ablegen lassen’ 2: Elbschifferspr. 300 (WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 300 (CA-Ak), Wb-Ak 12. – b. ‘das Vorderteil des Kahns sich vom Ufer oder einem anderen Fahrzeug wegbewegen lassen’ 2: Elbschifferspr. 300 (STE-Tan, JE2-Mi), 4: a.a.O. 300 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: aftren Sprw-Börde; [afdrd] Elbschifferspr. 300 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); affträn HA-Bee; af eträ’n Part. Prät. Wedde 1938,55; ftrën Wb-Nharz 8; abtrt’n Wb-Ak 12; [abdrd] Elbschifferspr. 300 (CA-Ak); [aptrtn] Wb-Be.
afwarden Vb. dass. wie  aftwen, 2: WO-Ri, Spr-Maa 432 (JE1-Ziep), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ick harre dee Tiet nich affwahren können Hbl-Ohre 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim); hei kan dn dch nich fwren Wb-Nharz 8; Rda.: Affwaren un denn Tee drinken. Chr-Em 431.
Lautf., Gram.: affwa(h)ren Hbl-Ohre 1925 Nr. 7 und 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim), Chr-Em 431; af(f)woarn, -woar’n WO-Ri, Spr-Maa 432 (JE1-Ran Ziep); wartes ab Imp. Sg. mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. n. 3. Sg. Wäschke 61915,45; abwahrten Richter o.J. 76; -wrt’n Wb-Ak 12; [apwrtn] Wb-Be.