gnutteln Vb. 1. ‘(leise vor sich hin) weinen’, bes. von kleinen Kindern,  wnen, auch wenn sie in weinerlichem Ton ( jammern, n.Z.) unablässig um etw. bitten, quengeln,  beddeln, 3: Spr-Asch 22, 4: BA-Ha. – 2. dass. wie  gnöckeln 1., 2: STE-Ho, 3: Wb-Nharz 63.
Lautf.: gnutteln Wb-Nharz 63, Spr-Asch 22; knutteln BA-Ha; gnuddeln STE-Ho.
Gs f. 1a. TiN ‘Gans’, bes. das weibl. Tier, allg. – de Geuse snattert HA-Oh; Mine Gäuse maken sick an’t Ahrensäuken; ... Lindauc o.J. 45; Griep doch tweei Gös un mäß (mäste) se fester ... Matthies 1903,6; w willn de Jänse rupp’m JE2-Scho; Un breng uns ’ne gebrat’ne Goos ... Francke 1904,65; Rda.: dree Gös’ äin Gänt titel läut Ausdeutung des Klangs der Glocken, STE-Ho; de witte Gs brögt (brütet) ‘es fällt oder liegt Schnee’ Wb-Altm* 54; dumm wie ane Jans Vk-Anhaltc 85; w ne verflene Gaus ‘einsam und verlassen’ HA-Oh; De sleit hinn’ ut as’n laohm Gans. ‘Er kann keine großen Sprünge mehr machen.’ Bewohner-Altm 1,334; se kukke jen himmel w de jense, went dendert Mda-Weg 93; Dat is, as wenn’n Haw’r von de Gös köp’n deiht. ‘Das ist ein unvorteilhaftes Geschäft.’ Spr-Altm 83; ik will erst mal de Gaus op et Water setten ‘ich will ein Ass ausspielen’, beim Skatspiel, BA-GrAls; Sprw.: De Gos is’n leidigen Vaogel; vör eenen to veel, vör twee to wenig. Spr-Altm 83; Jung’ Gäns’ hämm grod Müler. ‘Junge Mädchen sind sehr schwatzhaft.’ Bewohner-Altm 1,334; De Gs gaon äöw’rall ba(r)ft. ‘Man findet überall Mangel und Armut.’ Wb-Altm 206. – Brauch: G. werden vom 1. Mai bis zum 16. Oktober (St. Gallen) gehütet. Brauch-Anhalt 376 (BE-GrMü). – Volksgl.: Donnert es im Frühjahr, bevor die Bäume wieder grün sind, verlieren die G. ihre Eier bzw. gibt es keine Küken. vereinz. elbostf. Die Sternbilder der Fische und des Krebses sind ungeeignet, um G. zum Brüten zu setzen. Vk-Anhalta 30 (ZE-Rie). In der letzten Woche des Brütens darf nicht gewaschen werden, da man den Küken beim Wringen den Kopf herumdrehen könnte. a.a.O. 30. Um Gänseküken (vor dem bösen Blick) zu schützen oder sie vom Beißen abzuhalten, werden sie mit neunerlei Kräutern geräuchert. Zauber-Ma 92 (WO-Ir), CA-Ak, Vk-Anhalta 31. Das Räuchern von Bestandteilen aus dem Schwanz jedes Kükens, den Nestern und den Daunen der alten G. soll Schutz vor dem Fuchs bieten. Bewohner-Altm 2,285 f. Wenn sich G. waschen, gibt es Regen. Vk-Anhalta 31.  Kinderspr.: Hielegans Hle Hlegans Plegs Tlegs. – 1b. in der Verbdg.: junge/kleine Gs/Gse ‘Gänseküken’, auch ‘junge Gans/ Gänse’,  Gössel, 2: vereinz. mittleres/sw JE1, verstr. ZE, 3: verstr. ö elbostf. (außer nö), 4: BA-Ha Schie, verstr. w/mittleres anhalt. – De Miehme Wittjen junk janzenjar ane Bach, um ihre kleen’n Gänse zu holn. Wäschke 61915,26. – 2. auch in der Verbdg.: dumme Gs ‘dummes, einfältiges Mädchen’, Schimpfwort,  Dussel, 2: Wb-Altm 68, 3: vereinz. elbostf.
Lautf., Gram.: Goos, Gs, J-, [gs], [js] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. n/w/mittlere Altm., STE-Wei; Goas, Goas, J- vereinz. n/mittlere Altm.; Jous STE-Po; Juss OST-Ren; Gaus, J-, [gaus], [jaus] verbr. nwaltm. nw elbostf., verstr. nö elbostf., verbr. OSCH w WAn/mittleres WE, WE-Kö Lan, BLA-Ben, QUE-Nei, Id-Quea 154; Gans, -z, J-, [gans], [jans] verstr. s OST, vereinz. ö GA, verbr. STE n WO n/mittleres JE2 mbrdb. ö/s elbostf. omd.; jns Mda-Sti 9, BA-Ha; Pl.: Göse, J-, [gz], [jz] verstr. sw Altm.; Gö(ö)s, Gs, J-, [gs], [js] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. n/w/mittlere Altm.; Geuse, Gäuse, Goise, J-, [goiz], [joiz] verstr. n/mittleres/w elbostf. (außer sw), WE-Lan; [gois] vereinz. nwaltm.; Geise WO-GrAm; [guis] verbr. nwaltm.; [gus] SA-Die; Gänse, J-, [jänz] STE-Steg, WO-Sa, JE2-Scho, verstr. mbrdb. ö elbostf., CA-Sa, Wäschke 61915,26; Gäns, Jäns, [gäns],[jäns] Bewohner-Altm 1,334, OST-Kru, verbr. STE; Gense, J-, [genz], [jenz] GA-Bo, verstr. WO, HA-NHa, Mda-Weg 93, vereinz. s elbostf., verstr. omd.; unterschiedlicher Bezug Sg.-Pl.: Goos Sg., Gäns, J- Pl. OST-Polk, STE-Peu Wa; Gaus Sg., Gös Pl. SA-Bee; Jans Sg., Göös, J- Pl. vereinz. n STE.
Grasbock m. dass. wie  Grsehupp, 2: OST-Kal, STE-Ho.
Lautf.: Grasbuck.
Grtsle f. dass. wie  Grpsle, 2: Wb-Altm* 55, STE-Ho.
Lautf.: Grötsül Wb-Altm* 55; Gratsul STE-Ho.
Hrklotz m. ‘kleiner Amboss zum Dengeln der Sense’,  Stpel, 2: SA-But, STE-Ho.
Lautf.: Hoarklotz STE-Ho; Hoer- SA-But.
hassbassen Vb. ‘eilen, hasten’ 2: STE-Ho.
Lautf.: haßbasten.
Heinotterblme f. PflN 1. ‘Hirtentäschel’,  Taschenkrt, 2: Wb-Altm 80, STE-Ho Wa. – 2. ‘Wiesenschaumkraut’,  Wischenschmkrt, 2: Wb-Altm 74, SA-Kö, GA-Fau. – 3. ‘Storchschnabel’ 2: SA-Rie. – 4. ‘Buschwindröschen’ 2: Wb-Altm 74.
Lautf., Gram.: Heinotterblm Wb-Altm 80, STE-Wa; -blomen Pl. STE-Ho; Hannotterblm Wb-Altm 74, GA-Fau; -blume SA-Kö; Hanodder- SA-Rie.
henkern Vb. ‘unruhig wiehern’, von Pferden, die auf Futter warten, 2: STE-Ho.
Henkkorf m. 1. dass. wie  Henkelkorf 1., 1: SA-Ch, 2: verstr. ö SA w OST, GA-Vo, STE-Ho, CALV-Uth. – 2. dass. wie  Henkelkorf 2., 3: Wb-We 50.
Lautf.: Henkkorf; außerdem: Heng- SA-Jee, OST-Le; -korb OST-Ze.
henquacken Vb. 1. ‘hinschlagen, hinfallen’ 3: OSCH-Di, WE-Oster, Wb-Nharz 76. – 2. ‘hinwerfen’ 2: STE-Ho, 3: HA-Oh, OSCH-Di, WE-Oster, Wb-Nharz 76, Spr-Asch 17, 4: Wb-Ak 70 – bruchst doch dät hier nich henquacken STE-Ho.
Lautf.: henquacken, -kwakken; außerdem: hinquacken Wb-Ak 70.