fden Vb. ‘Menschen oder Tiere ernähren, aufziehen’ 1: verstr. nwaltm., 2: Wb-Altm 55, verstr. SA, vereinz. OST, GA-Fau, verstr. STE – lt uns dät Kalf föen STE-Schi; ik mütt dai Kinna fui’n SA-Dä; he schal dy kinder beyde ... fuden myt syner koste. SchB-Zerbst 1430, Nr. 138.
Lautf.: fd’n Wb-Altm 55; fög’n Wb-Altm* 53; [fg] GA-Fau; [fjn] OST-Dü; [fn] SA-Ku Zie, OST-Krum Meß, vereinz. STE; [fn] verstr. SA, OST-Bi, vereinz. STE; [fin] STE-Steg; [fin] SA-Pü; [foin] SA-Ah Jü; [fuin], [fui] verstr. nwaltm.
frt Adv. 1. räumlich, 2: Wb-Altm 59, Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), JE2-Gü, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – a. ‘nicht mehr anwesend, weg’ – ... miene Rothkähl’ken sind furt ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost); nachdern, wie de Mutter wädder furt is BA-Ha. – b. ‘weiter (voran)’ – Zus.: Dei armen Päre rokten un dampten un kunn’n kumm foort mit de halwe Ladunge. Rauch 1929,89; Rda.: nich mehr fort kenn ‘gebrechlich sein’ ZE-Roß. – 2. zeitlich ‘sofort’, auch ‘bald, in Kürze’,  glk, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-GrWud Kam – uns Mudder kümpt furt STE-Schi.
Lautf.: foort, frt Rauch 1929,89, Wb-Holzl 91 (Allertal), Wb-Nharz 217, Mda-Sti 144; fo(a)rt, frt SA-Le, verstr. Altm.; fert HA-Oh, Id-Eilsa 63; fort Wb-We* 260; fuort OSCH-Di; fuhrt JE2-GrWud; fort, [ford] vereinz. ZE, Wb-Ak 60, DE-Ca; furt Wb-Altm 59 (1.), GA-Rö, vereinz. ö Altm. JE2, verstr. ZE, vereinz. WA, verstr. s elbostf., vereinz. nthür.; fört SA-Pü; färrt SA-Dä Schm.
Ftbodden m. ‘Fußboden’ 2: STE-Schi, 3: vereinz. elbostf., 4: Richter o.J. 99 – Als Fautbodden war de Wohnstuwe mit roe Muersteine ut e legt. Rauch 1929,159.
Lautf.: Footbodden STE-Schi; Fautbodd(e)n vereinz. elbostf.; Fußbodden Richter o.J. 99.
gangwse Adv. 1. ‘sofort’,  glk, 2: verstr. ö Altm. (außer n WO) – da kannst jangwies henjoan STE-Schi. – 2. ‘in einem fort, ohne Unterbrechung oder Probleme’ 2: Wb-Altm 60, STE-Wa – dat geit jo gangwis Wb-Altm 60.
Lautf.: gangwies, -ws, j-.
1Garwe f. ‘nach der Ernte zum Trocknen aufgestellte gebündelte Getreidehalme, Getreidegarbe’,  1Bund, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., 3: verbr. w elbostf., vereinz. ö elbostf., 4: BLA-Sti, verstr. anhalt. – twintig Jarwen is n Stieg STE-Schi; de Garrun wurrn uppebun’n un utenänder’e mockt (vor dem Dreschen) JE2-Gü; ... an korne in gerffen sestich schog weites ... 1434 Rat von Quedlinburg, UB Quedlinburg 1,307.
Lautf.: Garwe, J- verstr. s Altm., JE2-Grü, JE1-Da, vereinz. ZE, verstr. w elbostf., vereinz. ö elbostf., BLA-Sti, verstr. anhalt.; Ga(a)rf, -w, J- verstr. nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Gaaf, -w, J-, [gf], [jf] verstr. nwaltm., vereinz. w Altm.; [gaf] SA-Dä; [jar()v] Siedler-Je § 112 und § 143k (ö/s JE2 JE1); Garbe, J- vereinz. s Altm. ö/s JE2, verstr. JE1, vereinz. ZE elbostf. anhalt.; Garrebe OSCH-Di Schl, WE-Rho; Jarbu WO-Ri; Garruw Bewohner-Altm 1,260 (ö STE); Garro, J- OST-Gies, vereinz. ö STE, verstr. n JE2; Garru, J-, [jaru] vereinz. ö STE, WO-Bu, vereinz. n JE2, verstr. w JE2; Garre STE-Steg.
Genthin ON, im Bastlösereim: hinner Genthin, do liet n fett Swin 2: STE-Schi.
gnkerig Adj. dass. wie  gnglich 1.häe is so jnkrich 2: STE-Schi.
gnatzig Adj. 1a. ‘schorfig, grindig, mit Ausschlag behaftet’, auch von Pflanzen, 2: Wb-Altm 66, 3: vereinz. w elbostf. – diene Kartuffeln sünd awer gnatzij HA-Bee. – 1b. ‘elend, verkommen, unsauber aussehend’ 3: Wb-Nharz 63. – 2. ‘steinig, voller Klumpen’, vom Ackerboden, 3: BLA-Brau. – 3a. dass. wie  1gnatterig 1., 2: GA-Da, WO-Zie, JE1-Scha, 3: vereinz. elbostf. – 3b. dass. wie  1gnatterig 2., auch ‘eigensinnig, starrköpfig’,  dickköppig, 1: SA-Dä, 2: STE-Schi Wa, JE1-Zi, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, BE-HErx – gnatzich sn OSCH-Hor. – 3c. dass. wie  1gnatterig 3., von Tieren auch ‘beißwütig’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 66, JE1-Zi, 3: vereinz. elbostf. – dai Hund is gnatsich SA-Dä. – 3d. ‘geizig’,  gzig, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Ha – hei is tau gnatzich HA-Oh.
Lautf.: gnatzig, gnatsig, -ch, -j, j-, [gnatsi], [jnatsi] (omd.: [jnadsi]); außerdem: Nbf.: natzig BE-Gü.
Hse m. 1. TiN ‘Hase’ verbr. – d Hs kann bannich lp’m JE2-Scho; Rda.: ‘n Hsen machen ‘fliehen’ Wb-Ak 66; sau angeste w en hse Wb-Nharz 71; hei löppet duller, wie ‘n Hase löppet Wb-We 47; springet wie so’n HaseVk-Harz 3,46; dänn Haosen Solt up ‘n Stärt streuw’n ‘Unmögliches erreichen wollen’ Bewohner-Altm 1,338; Dao liggt de Haos in’n Päper. ‘das ist die Ursache der Schwierigkeit’ Spr-Altm 29; H wett, w d’ Haos löppt. ‘er kennt sich aus, hat Erfahrung’ Wb-Altm* 72; da seggt sick Haasen un Vösse gue Nacht ‘das ist eine öde Gegend’ HA-No; “ ‘t is alles en Owergang”, sä de Voss, da trecke hei den Hasen dat Fell ower de Ohren. WE-Oster; Sprw.: Väöl Hunn’ is Haosen sin Dod. Bewohner-Altm 1,338; Hos löppt ümmer wärrer hen, wo hä jung wodden is. STE-Schi; Jifft Gott dat Häseken, jifft’e ok dat Gräseken. HA-Bar; Rätsel: w leppt dr Haose iwwern Brch, wann ‘t raent? – schnell, Vk-Ask 168; wenher löpt de Has över de meisten Berge?wenn’t Feld plöht(gepflügt) is STE-Kö; wo löppt de Hoas hen, wenn e twee Joar olt is?int dritt SA-Brie; Kinderreim:Haesekn, verstick dick,
Wenn’de Jeejer kümmt, daer schütt dick.
Lieder-Ma Nr. 231
(WO-Ol)
“Fortelle, fortelle!”
“Da leip’n Jeselle,
da leip’n junk Hse –
licke mik in’n Mrse
(Arsch)!” HA-Oh;
Wetterregel: Haos braut Beer (Nebel steigt auf), morgn gift got Wärer. GA-Pe. – Volksgl.: Ein H., der plötzlich den Weg kreuzt, bringt Unglück (Wb-Nharz 71), unter bestimmten Umständen auch Glück:fan lings n rechds – wad schlechds,
fan rechds n lings – Glück bringds
GA-Da;
Ein Hase zur Linken,
thut Freude dir winken;
ein Hase zur Rechten,
wird dich was anfechten
. Brauch-Anhalt 117;
Gespenster oder Kobolde erscheinen häufig in Gestalt eines dreibeinigen H. (Vk-Anhalta 270), in Hohenwarsleben trinkt dieser die Milch aus (Abergl-Ma 244), in Grauingen bringt er Unglück, wenn am Heiligen Abend etw. auf dem Hof stehen gelassen wurde (Brauch-Ma 247). In der Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der H. (verstr. im gesamten Gebiet), deshalb sagt man: paß op, dat de Hase nich rutlöpt GA-Wef; nu wärd de Hoos rutjagt STE-KlMö; Mei wolln mal sein, wer den Hasen kriegt. Vk-Harz 8,78. Zum H. als Eierbringer  sterhse. – 2. Kosewort, vereinz. – mn lütje Hse HA-Oh. – 3. ‘feiger Mensch’,  Angsthse, vereinz. – 4. ‘hagere, schmächtige Frau’,  Hämp(er)ling‘t is en Hse 3: BLA-Brau. – 5. Dim. ‘Gericht vom Fleisch an Brustbein und Rippen bzw. Nacken und Schulterknochen des Schweins’ 3: HA-Som, WE-He Oster, Wb-Nharz 78. – 6. in der Verbdg.: Hse und Jger ein Spiel, 2: STE-KlSchwe, JE2-Ma – Die als H. bezeichneten Mitspieler befinden sich in einem Spielfeld. Der Jäger muss einen von ihnen mit dem Ball treffen, dann wird auch er zum H., der Getroffene wird Jäger.
Lautf.: Hse, hseZE-Nu, verstr. elbostf., Mda-Sti 16, Vk-Anhalta 62 und 278; Has OST-Zü, STE-Kö; Hoase, [hz] Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie), JE2-Ma Wo, ZE-Roß, Lieder-Ma Nr. 231 (WO-Ol), QUE-Di, vereinz. anhalt., [haose] Vk-Ask 168; [haz] ZE-Kö; [haz] Mda-Ze (verstr. ZE); Haos, hs, [hs] SA-Brie Rist, verstr. Altm., JE2-Scho; Ho(o) s GA-So, STE-KlMö Schi; [haos] SA-Dä; Dim.: Häseken HA-Bar Som, WE-He Oster, Haesekn Lieder-Ma Nr. 231 (WO-Ol), hseken Wb-Nharz 78; Häösk’n Wb-Altm 77; hschen Mda-Sti 27. Zuss.: zu 1.: ster-; zu 2.: Ml-.