Kribbel-Krabbel-Krse Reimwort im Rätsel vom Eiszapfen, 2: STE-Schi.
Lautf.: Krippel-Krappel-Kruß.
Krülltüffeln Pl. ‘Pellkartoffeln’ 2: Kredel 1929,48, GA-Ziep, STE-Schi.
Lkenprdigt f. ‘Trauerrede eines Geistlichen’, auf dem Begräbnis oder während des Trauergottesdienstes gehalten, 2: Wb-Altm** 39, STE-Schi, 4: Vk-Anhalta 188.
Lautf.: Lk’nprädig Wb-Altm** 39; Likenpräde STE-Schi.
Ls f. 1. TiN ‘Laus’ verbr. – hei hat’n ganzen Kopp full Lse HA-Oh; Rda.: Die hem Liese wie Sand ahn Meere.Vk-Harz 3,46; Hei hät keen Lus’, de Lus’ hämm äm. Bewohner-Altm 1,348; häst k Ls’ oder schuppst di man so? zu einem Prahler, Wb-Altm 207; hat Luse opejrepen ‘glaubt Unmögliches’ Sprw-Börde; Em is’n Lus öäwer de Läb’r kroch’n. ‘Er ist missgelaunt, verdrießlich.’ Spr-Altm 78; hei itt als wenne Lüse kaut ‘er isst langsam’ Sprw-Eils 39; sich anne Laus in Pels setzen ‘sich Unannehmlichkeiten bereiten’ Wb-Ak 103; sett’n Haut up, dne Lse forrküllt sik HA-Oh; De is bang, dät sien Lus’ Snopen (Schnupfen) krieg’n. von jmdm., der seinen Hut ständig aufbehält, Bewohner-Altm 1,348; besser ne Lus in Potte, wie gar kein Fleisch Sprw-Börde; allens wat better is as n Lus, dat nähm ick mät na Hus von einem sparsamen Menschen, STE-Schi; hei sitt wie dä Luus in Schorwe ‘ihm geht es sehr gut, er ist in einer guten Position’ OSCH-Ba; den freten de Luse de Ohrn von Koppe ‘er hat viele Menschen zu ernähren’ Sprw-Börde; Sprw.: wenn de ls t’n schorwe is, het se wedder prot ‘hat man Schwierigkeiten überwunden, wird man wieder übermütig’ Wb-Nharz 120; wenn ut ne Nete ne Luus werd, denn fänget se an te biten Wb-Holzl 137; Rätsel: Wat gaiht groad opp’n Hoar as de Uhr? – die Laus, Lieder-Ma Nr. 421 (WO-Ol);Opp’n Kopp – Treppopp,
Hind’re Ohr’n – noa Boor’n,
In’n Nack’n – noa Kack’n?
– Laus, a.a.O. Nr. 420 (WO-Ol).
– 2. Pl. ‘auseinandergefaserte, zerrissene Drähte eines Drahttaus’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 255 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 255 (CA-Ak).
Lautf.: Luus, Ls; außerdem: [lius] SA-Dä; Laus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Lüse Elbschifferspr. 255 (JE2-Pa), vereinz. HA OSCH WE; Lüs’ verstr. Altm., JE2-Scho; LieseVk-Harz 3,46, Wb-Nharz 120, Mda-Sti 34; Luse, [lz] Elbschifferspr. 255 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi), JE2-Scho, ZE-Göd, Sprw-Börde, WA-Un; Lus Bewohner-Altm 1,348; Leise, [laiz] ZE-Roß, verstr. anhalt. Zus.: zu 1.: Handlangerlse.
Maria 1. weibl. RN – Rda.: hop marjneken Zuruf an ein kleines Kind, das über einen Gegenstand springen will, Wb-Nharz 123; Neckreim:Mare, Mare,
de Katze is bei de Bre,
der Hund is bei’n Klump,
Mare is an Schweinehund.
Wb-Ak 110;
Tanzreim:Wenn her ‘n Pott vull Benen steit,
Un da ‘n Pott vull Bre,
denn lt ‘k Bre un Benen stn
un g na mne Mare.
HA-Oh;
Marie Rellen hatn klain Fellen,
Marie Rullen hatn klain Bullen,
Marie Harken hatn klain Farkn.
Lieder-Ma Nr. 1072 (WO-
Ol).
– 2. Name der Mutter Jesu – Wiegenlied:Aija, waer da?
Joseph un Maria;
Harr’n oere Kind verloor’n,
Sochten’t in dat lange Koor’n,
Sochten’t in de Judenschaule,
Saat’ at Kind in de Preisterschaule.
3: Lieder-Ma Nr. 30
(HA-Gro).
– 3. der Mutter Jesu geweihte Kalendertage, vgl. Marendag – a. ‘25. März’, Mariä Verkündigung, 2: STE-Schi, JE1-Bu Wall, Vk-Anhalta 35 und 221 (ZE-Bor) – Brauch: Zu M. konnte das Gesinde die Dienststellung wechseln. JE1-Bu Wall, Vk-Anhalta 35 und 221 (ZE-Bor). Flachs soll erst zu diesem Zeitpunkt gesät werden, damit die jungen Pflanzen nicht erfrieren. Vk-Anhalta 221 (ZE-Bor). – b. ‘8. September’, Mariä Geburt – Bauernregel: Mr Gebuat träckng d Svvokng (Schwalben) foat 1: SA-Rist. – c. ‘8. Dezember’, Mariä Empfängnis, 2: JE1-Grü Wer Wo – Bastlösereim: lot de Hünder lejen bis Maräen JE1-Wer. – 4. ‘Dienstmädchen’, scherzh., 2: ADVk Nr. 238e (JE1-Scha), 3: Vk-Ask 275.
Lautf.: Maria, Marie; außerdem: Mare HA-Oh, Wb-Ak 110; Dim.: Marieke HA-Ack; Marken HA-Oh; Mark’n Wb-Altm 137; Mrieken Schwerin 1859,188; Mariechen STE-Schi, HA-Oh, Marchen Wb-Ak 110, marchen Wb-Nharz 123; markelken Wb-Nharz 123; Kurzform: Mieke, [mk] vereinz. elbostf.; Mk’n Wb-Altm 137; Me Wb-Ak 113; Zuss.: Marils ‘Marie Elisabeth’ Wb-Altm 267; Marielieschen Dim. dass., HA-Ack Oh; Marlieschen Dim. dass., Id-Eilsa 78, QUE-Di; marjneken Dim. ‘Marianne’ Wb-Nharz 123; zu (3.): Dat. Sg.: Marien Vk-Anhalta 35 (ZE-Bor); Marein JE1-Bu Wall; Maräen STE-Schi, JE1-Wer; Mareijen JE1-Grü; Mahreiend JE1-Wo.
mickerig Adj. 1. ‘klein, kümmerlich, im Wachstum zurückgeblieben’, auch ‘mager, dürr, kränklich’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 137, STE-Schi Wa, JE2-Alt Fi Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ‘n mikkerigen Bm Wb-Altm 137; sd mgrich (blass) aus KÖ-Mö; dät Schwn is wa mickrich JE2-Scho; tr Kse is awwer sre mickerich Wb-Be. – 2. dass. wie  mickelig, 2: Wb-Altm 137, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 127, Spr-Asch 25, Id-Queb 11, 4: Mda-Sti 177 – schrabe nich so mickerich Spr-Asch 25.
Lautf.: mickerig, -ich JE2-Alt Fi, verstr. elbostf., Mda-Sti 177, Wb-Be; mickrig, -ich SA-Dä, Wb-Altm 137, STE-Wa, JE2-Scho, ZE-Roß, Wb-Holzl 142, Id-Eilsa 78; [migri] Mda-Fuhne 38 (DE-Ca); mkerich Wb-Ak 113; miekrig STE-Schi; miekrich KÖ-Kö; [mgri] KÖ-Mö; miekrieg CA-Sta.
Mrabelle f. PflN Pflaumensorte mit kleinen runden gelben oder grünlichen Früchten,  Spelling, 2: STE-Schi, 3: WO-HWa, BE-He, 4: verstr. BE.
Lautf., Gram.: [mirabl] verstr. BE; [mirabeln] Pl. STE-Schi; [mrabe] Pl. WO-HWa.
mit 1. Präp. verbr. – a. zur Bezeichnung der Gemeinsamkeit, des Zusammenseins, Zusammenwirkens – met em (ihm) OST-Katt; met se (ihr) ZE-Roß; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind … Tiedge 1954,39; … dee mit öhre Hunne deen Wegg ropper ekomen waren … Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim). – b. zur Bezeichnung der Art und Weise, der Begleitumstände – met der hast ‘hastig’ Wb-Nharz 126; mit Jedult geiht alles vel besser HA-Oh. – c. zur Bezeichnung des Mittels oder Materials – mit dat lange Metz SA-We; hei kummet mit’n Zuch HA-Oh; Ich fre mits Rd n Dessau …. Wb-Ak 114; Rda.: dat jütt met Molln ‘es regnet heftig’ STE-Schi; Sprw.: mit Jeld kann’n Dwel danzen lten HA-Oh. – d. zur Bezeichnung der Zugehörigkeit, des Inhalts – … draug n Tellder mit Kauken rop … Klaus 1936,7; sönn richtig Schneedriem met Fusselschnee OST-Los; d Dwel (Fischart) bitt an Hkng met ne Plme JE2-Scho. – e. zur Bezeichnung einer Zeitangabe – mid der Tiet ‘inzwischen’ Wb-Holzl 141; mit’r Wle ‘allmählich’ HA-Oh; met enmoal ‘plötzlich’ ZE-Mü. – f. zur Bezeichnung einer allg. Beziehung zum Objekt – frintlich, bse sn met einen Wb-Nharz 126; mid mich gannsde das nich machen DE-Ca; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; det is schlimm mett de Pissmiern (Ameisen) ZE-Brä; dat is lauter bedrjer met dne Wb-Nharz 126; et worre immer schlechtr met de Hand Ldk-Anhalt 2,50 (BA-Bad). – 2. Adv. verstr. – a. zur Bezeichnung einer (vorübergehenden) Beteiligung, Zugehörigkeit – nich d allne, d andern k medde Wb-Nharz 125; Se brauchte heite nich mit. Wb-Ak 114; Rda.: Datt iss mi goar nich mit ‘Das ist mir nicht recht’ Wb-Altm 138. – b. ‘damit, womit’ – entlich km’r midde rt ‘endlich verriet er es’ HA-Oh; einen medde frn lten ‘jmdn. mit etw. zufrieden lassen’ Wb-Nharz 125.
Lautf., Gram.: mit SA-Dä We, Wb-Altm 138, verstr. s Altm., verbr. elbostf., verstr. anhalt.; mid Wb-Holzl 141, [mid] Mda-Fuhne 50 (verbr. w/n anhalt.), DE-Ca; met(t) SA-Dan, verstr. n/ö Altm. JE2, verbr. JE1 ZE, Wb-Nharz 126, Mda-Harz 16 (BLA-Hü), vereinz. QUE BA; med Wb-We 87, [med] Mda-Fuhne 50 (verbr. ö/s anhalt.); mät, mt(t), [mt] Wb-Altm 137, Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), ZE-Kö, Mda-Ro, Mda-Sti 5; mid(d)e Adv. verstr. w elbostf.; medde Adv. Wb-Nharz 125. – Etym.: im Mnd. noch strikte Trennung von mit Präp. und mde, medde Adv., vgl. HWb-Mnd 2,929 und 2,998; Stammvokal -e- der Präp. im brdb. Gebiet ist ndl., im anhalt. ndl. und md., im s elbostf. md. beeinflusst, vgl. Teuchert 21972,391ff. Zus.: zu 2.: hr-.
musselig Adj. 1. ‘unordentlich, nachlässig, liederlich’,  1lderlich, 2: Wb-Altm 142, STE-Schi Stei – dat süht musselig ut STE-Schi. – 2. ‘oberflächlich, ungenü- gend gewaschen’ 2: Wb-Altm 268, 3: Id-Queb 12. – 3. ‘unsicher, zweifelhaft, bedenklich’ 3: Wb-We 92, Wb-Nharz 130 – de Sake is muselig Wb-We 92. – 4. ‘trübe’, bes. ‘bewölkt, trübe’, vom Wetter,  munkelig, auch ‘fein regnend’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. s elbostf. – et is muselich Wb-Nharz 130.
Lautf.: musselig STE-Schi Stei, muselig vereinz. s elbostf.; muselich Wb-Nharz 130, [muzli] Id-Eilsa 80; musslig Wb-Altm 142 und 268.
musseln Vb. 1. ‘langsam, ungeschickt arbeiten’,  trdeln, auch ‘oberflächlich arbeiten’,  fummeln, 1: SA-Dä, 2: STE-Wa, 3: Wb-Nharz 130. – 2. ‘durcheinander wühlen, in Unordnung bringen’,  wlen, 2: Wb-Altm 142, STE-Schi. – 3. ‘oberflächlich, ungenü- gend waschen’,  koddeln, 2: Wb-Altm 268, 3: HA-Oh Ost, Wb-We 92, WE-He, 4: Wb-Be. – 4. ‘mit Feuer unvorsichtig umgehen oder damit spielen’,  gkeln, 2: GA-Lin. – 5. dass. wie  mskern 1., 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Obst musseln Spr-Asch 44. – 6. bes. in der Verbdg.: an de Sde/bsde/ von Sde musseln ‘heimlich verstecken, beiseite bringen’ 1: SA-Darn, 2: vereinz. SA OST, GA-Ga, 3: HA-Oh Um. – 7. ‘fein regnen’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. w/mittlere Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Klie, 3: verstr. n elbostf., vereinz. sw elbostf. – et musselt GA-Rö.  drseln 2duffen dusten fisseln fusseln Gift giften gnusseln grisseln 2masseln mseken mseln msen msteln msten mtschen muckeln muffeln Mügge 2murkeln 2murksen nässeln nätten nweln nibbeln 1nseln 2nsen nuddeln 2nusseln pisseln pissen sabbern spern smaddern smfen smken smkern smlen smuddeln smurkeln smurksen smusseln slen spreien sprengeln sprütten 2stippeln stwen 2stwern stübbern subbeln suddeln sen surgeln swlen.
Lautf.: mus(s)eln, [muzln]; außerdem: mussern SA-Hen; mussan vereinz. nwaltm.; [muzn] SA-Dä; mussoon SA-Ah. Zuss.: zu 3.: wer-; sonstiges: in-.