binden Vb. verbr. 1a. ‘etw. mit Faden, Band, Draht zusammenfügen, bündeln’ – Krn binden ‘Garben binden’ WA-Neu; de Flass wart ebunden OSCH-Har. – 1b. ‘durch Zusammenbinden oder Verknüpfen herstellen’ – Körbe bingen ‘Körbe  flechten’ DE-Ma; Kränze binnen HA-Oh; de Manzen mähn un de Fruhn roapen af un bingen Bunde (Garben) drut ZE-Gri; dor gann niche m anne Schlfe bi’ng DE-Ca. – 2. ‘ein Band o.ä. um etw. legen und es befestigen’ – Bink mich m an Lapp’m um’m Finger, ich hawwe mich jeschnitt’n. Wb-Ak 35. – Brauch: Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld oder die Tenne während des Dreschens, wird ihm ein Strohseil oder ein Band umgebunden. Durch eine Geldzahlung kann er sich lösen. Bewohner-Altm 2,266/ Brauch-wAltm 92 (nwaltm. Altm.), HA-Oh. – 3. ‘anbinden, festbinden’ – Ahn de Pietsche harrten se Fladderbändere bungen ... Vk-Harz 8,31; Rda.: an’t Bein binnen ‘Geld zusetzen’ HA-Oh; Dät will’n wäi äm nich up de Näs’ binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352. – 4. ‘mit der am Vorderende des Kahns befestigten  Binderje zur Unterstützung des Steuerns rudern’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 390 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Mi).
Lautf., Gram.: binden JE1-Try, GA-Bö, WA-Neu; bind Imp. Sg. Sprw-Börde; ebunden Part. Prät. OSCH-Har; binnen, binn’n, [bi] SA-Rist, vereinz. Altm., Elbschifferspr. 390 (JE2-Mi), verstr. elbostf., Mda-Fuhne* § 266,2 (vereinz. w BE – vorw. jüngere Generation); [pi] Wb-Be; [jbu] Part. Prät. Mda-Ze (ZE-Roß); bingen, [bin] verstr. mittleres/ö ZE, Wb-Nharz 28 (BLA-Be), BA-Ha, verbr. anhalt.; [bi] Mda-Fuhne* § 266,2 (verstr. ö KÖ DE – vorw. jüngere Generation); binge 1. Sg. Präs. Mda-Ro; pingen Mda-Sti 4; jebungn, [jbun] Part. Prät. Mda-Ze (vereinz. ZE), Heimathefte-Be 1956,188 (BE-GrWi); (e)bungen Part. Prät. Vk-Harz 8,31.
Binnenlk n. ‘Teil der durch Leinen gebildeten Umrandung eines Segels, der dem Mast zugewandt ist’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 220 (STE-Tan).
Blmenkasten m., in der Schifferspr.: ‘auf der Budendecke des Kahns befindlicher Kasten, in dem die Schifferfrau Blumen und Suppengrün zieht’ 2: Elbschifferspr. 168 (STE-Tan, JE2-Mi).
Lautf.: [blmkasd].
bocken Vb. 1a. ‘brünstig sein’, von Schaf und Ziege,  böcksch, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. n elbostf., WE-Kö. – 1b. ‘brünstig sein’, von der Katze,  bolzen, 2: STE-Zie. – 1c. ‘begatten (lassen)’, von Schafen und Ziegen, 3: vereinz. w elbostf. – de Zicke hat eböcket Id-Eilsa 53. – 2a. ‘mit den Hörnern stoßen’, vom Ziegenbock, 4: Wb-Be. – 2b. ‘störrisch, widerspenstig, trotzig sein’,  tückschen, 4: a.a.O. – 2c. ‘sich bei heftigem Wind krümmen’, von Bäumen, verheißt in den  Twölften eine gute Obsternte für das kommende Jahr, 2: Brauch-Anhalt 372 (ZE), 3: Hbl-Ohre 1933 Nr. 7 (HA-No). – 2d. ‘aus dem Ruder laufen’, vom Kahn, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 305 (STE-Tan, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 305 (CA-Ak). – 3. ‘auf Händen und Füßen kriechen’ 4: DE-Ca.
Lautf., Gram.: bocken Inf., bockt, [bokt], [bokd] 3. Sg. Präs. verbr. nwaltm. w Altm., verstr. mittlere Altm., vereinz. nö Altm., Elbschifferspr. 305 (STE-Tan, JE2-Pa), JE2-Scho, Brauch-Anhalt 372 (ZE), WO-NiDo, HA-No, Elbschifferspr. 305 (CA-Ak); [bogn] DE-Ca; [pokn] Wb-Be; böcken HA-Oh, Id-Eilsa 53; becken vereinz. sw elbostf.; bucken Inf., buckt, [bukt], [bukd] 3. Sg. Präs. SA-Brie, vereinz. w Altm., verbr. mittlere/ö Altm., Elbschifferspr. 305 (JE2-Mi).
Bmlock n. 1. ‘Loch in einem Baumstamm’ – ... ok alle Bomlöcker waren vulder Water. 3: Rauch 1929,89. – 2. ‘in Bordhöhe befindliche Aussparung für den Mast in dem ihn stützenden starken Balken’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 199 (STE-Tan), 4: a.a.O. 199 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: Bomlöcker Pl. Rauch 1929,89; [bmlog] Elbschifferspr. 199 (STE-Tan); [-lo] a.a.O. 199 (CA-Ak).
Bwerkde f. ‘an einem Ankerarm befestigte Kette, mit der der Anker gehoben wird’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 238 (STE-Tan).
Lautf.: [bwrket].
Boy m. ‘Schiffsjunge’, SpottN, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 337 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 337 (CA-Ak).
1Bucht f. 1. ‘Biegung, Krümmung eines Flusses’,  Bgen, 2: Elbschifferspr. 413 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 413 (CA-Ak). – 2. Schifferspr. – a. ‘locker hängende Kette, Leine’ 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 41. – b. in der Verbdg.: Bucht mken ‘einen in Ufernähe fest liegenden Kahn vermittels einer Leine, an der gezogen wird, wieder flott machen’, hebt sich der Kahn, wird die Leine locker und man fasst anschließend immer wieder nach, 2: Elbschifferspr. 362 (STE-Tan), 4: a.a.O. 362 (CA-Ak). – 3. ‘umzäunte, abgegrenzte Fläche’, bes. ‘gehegte Viehweide’,  2Koppel, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho – Uppn Dörpe hört ton Burhoff näwn Feld un Holt ok ümmer noch ’n Bucht, wo dätt Veh geit un groast ... Hausfr-Altm 1925,26; in FlN: 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. s JE2 JE1, vereinz. ZE, 3: GA-Wie, JE1-Gü, OSCH-KloGrö, Burghardt 1967,187 (WA-Ba), CA-Ba, 4: DE-Nau So. – 4a. ‘abgetrennter Raum, Abteilung’, bes. ‘Verschlag, Stall für Haustiere’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, ZE-Buk Roß, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – joche de Jense inne Bucht DE-Ca; Rda.: der het sine finnewe in sechs Buchten ‘er ist dumm, einfältig’ ADVk Nr. 211 (QUE-Di). – 4b. ‘Zimmer, Wohnung’, auch ‘Haus’ – nich t der bucht gn 3: Wb-Nharz 34. – 4c. ‘altes, baufälliges Haus’, 1Bde, 3: GA-Fle, HA-Wa, verstr. mittleres/s elbostf., 4: BLA-Sti, BA-Ha – saune ole Bucht WE-Schie. – 4d. ‘Bett’,  Bedde, 3: Wb-Nharz 34, 4: Wb-Be – in der bucht ln Wb-Nharz 34. – 5. ‘Wetterdach’ 3: BLA-Brau.
Lautf.: Bucht, -d, [but, -d]; außerdem: [put] Wb-Be; Buchte, [but] vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/mittleres elbostf.
Bugsrer m. dass. wie  Bugsrdamper, 2: Elbschifferspr. 74 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Mi), 4: a.a.O. 74 (CA-Ak).
Buntbarsch m. TiN wie Standardspr., 2: STE-Tan.
Lautf.: Buntbaorsch.