Gohre ON – Neckreim: In Juur smeckt dat Äten suur 2: STE-Wa; in Juar wässt dat Jeld upt Ruahr (Rohr) 2: STE-Go.
gkeln Vb. 1a. ‘scherzen’ 3: Id-Eilsa 69. – 1b. ‘jmdm. etw. vortäuschen, jmdn. zum Narren halten’,  foppen, 2: Wb-Altm 67. – 2a. ‘laut lachen’,  jchen, 2: OST-Ga. – 2b. ‘heimlich und schadenfroh lächeln’,  grnen, 2: JE2-Alt. – 3a. ‘unsauber, unleserlich schreiben, schmieren’ 2: Wb-Altm 67. – 3b. ‘sich mit Kleinigkeiten abgeben’ 2: STE-Wa. – 3c. ‘ trdeln, langsam sein’, bes. bei der Arbeit, auch ‘sich lange an etw. zu schaffen machen, mühselige, zeitaufwändige Arbeiten verrichten’ 3: vereinz. elbostf. – wat heste denn man sau lange te jkeln Wb-Nharz 58; den Senndach hat ein ummer en betten tau jkeln BLA-Brau. – 4a. ‘taumeln’ 3: Id-Eilsa 70, Id-Queb 2. – 4b. ‘den festen Halt verlieren und mit dem Körper zu Boden schlagen, hinstürzen’, auch ‘sich überschlagen’ 2: Mda-nwJe1b 67 (vereinz. n JE1), ZE-Kö, 3: HA-Oh, Id-Queb 2, 4: Wb-Ak 86, Wb-Be – Kkele nich von’n Wn! Wb-Ak 86; hei is glks an de Want e’kkelt HA-Oh. – 5. 2: Wb-Altm 67, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 93, Wb-Be. – a. ‘mit einem Gefährt (meist schnell und ziellos) umherfahren’. – b. ‘langsam, schlecht, holpernd fahren oder reiten’. – 6a. ‘mit Feuer unvorsichtig umgehen oder damit spielen’ verbr. – d dn allwärra kkeln JE2-Scho; Rda.: wer mit Füer kokelt, pißt int Bedde Warnung an Kinder, WA-Re.  auch ‘in leichtfertiger Weise Feuer anzünden’: anbleustern anbrüsseln angkeln ankseln anmusseln anpöttern anpusseln anpstern blkern bleustern bten brüsseln fummeln knackern kseln 2kunkeln msern musseln pämpeln poldern 2pöttern 2pöttjern prdeln prünzeln pren pstern rumpstern rumspalken smkern spalken splen. – 6b. ‘Feuer anzünden’ 2: Mda-Ar 38. – 6c. ‘rußen, rußend brennen’ 4: BE-Sa.
Lautf.: (1.)-(5.): gökeln, j- Wb-Altm 67, JE2-Alt, vereinz. w elbostf.; kökeln STE-Wa; [kkll] Mda-nwJe1b 67 (vereinz. n JE1); jekeln HA-Oh; jüökeln OSCH-Di; jekeln, jkeln, [jkln] vereinz. ö/s elbostf., Mda-Sti 93; kekeln, [kkln] (4.) ZE-Kö, Id-Queb 2, Wb-Be; kkel’l, [kkll] (4.) Mda-nwJe1b 67 (JE1-The), Wb-Ak 86; käkeln, -- (4.) HA-Oh, Id-Eilsa 70; jokeln, [jkln] BE-Gü, Wb-Be; kokeln OST-Ga; jaukeln Id-Eilsa 69; (6.): kok(e)ln, [kk()ln], [kk] (anhalt.: [ggln], [gg]); außerdem: koka(o)n vereinz. nwaltm.; koukln BE-La; kukeln, [kkln], [kk] JE2-Za, verstr. mittleres/s JE1; [kkln] Mda-Ma 78 (JE1-Prö); kuokeln OSCH-Di. – Etym.: zu mnd. gkelen, gkelen, mhd. goukeln, gougeln ‘Gaukelei, Possen treiben’, vgl. HWb-Mnd 2,131, HWb-Mhd 1,1060, als weitere Bed. entwickeln sich u.a. ‘ungelenke Bewegungen machen, taumeln, wanken’, ‘tändeln, spielen’, so wohl auch ‘mit Feuer spielen’, vgl. DWB 4,1,1,1553 ff., nach Teuchert 21972,311 deuten die Formen mit verhärtetem Anlaut auf eine Herkunft aus dem ndl.- rheinischen Gebiet hin, die Bed. ‘mit Feuer spielen’ ist aber zuerst im nthür. Gebiet zu finden; es besteht ein semantischer Bezug zu lat. ioculr ‘scherzen, schäkern’, aber es ist wohl nicht von einer direkten Entlehnung auszugehen, vgl. Kluge 242002,333 f.
grabbeln Vb. 1. ‘mit den Fingern ertasten, befühlen, tastend prüfen, in etw. wühlen’ 2: Wb-Altm 68, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – in de Ficke (Tasche) grawweln HA-Oh; in’n drecke grabbeln Id-Quea 155; ... wie se na’ de Piepn (Geld) jrawwelte. Krause 1964,76. – 2. ‘Fische mit den Händen fangen’ – d retfeddern hebnwe grawwelt 3: Mda-Weg 95. – 3. ‘mit den Fingern kratzen oder kitzeln’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. elbostf.
Lautf., Gram.: grabbeln Wb-Altm 68, STE-Wa, WE-Oster, Id-Quea 155; [jrab] DE-Ca; grawweln, j-, [jrawln] Wb-Altm 68, ZE-Roß, verstr. elbostf., Mda-Sti 49, Wb-Be; jrawwelte 3. Sg. Prät. Krause 1964,76; jrappeln, [jrapln] BE-Gü, Mda-Sti 93, Wb-Be; jrappel’l Wb-Ak 80.
2Grämpel n. ‘graue Mischfarbe’, bes. beim Gefieder der Hühner, 2: STE-Wa.
grsen Vb. (refl.) ‘sich  keln’, auch ‘(vor Schrecken) schaudern’,  schuddern, 1: SA-Han, 2: Wb-Altm 69, STE-Wa.
Etym.: zu mnd. grsen ‘schaudern, grausen’, das Adj. mnd. grselk drang im 14. Jh. in den md. und obd. Sprachraum vor (grässlich), vgl. HWb-Mnd 2,158, DWB 4,1,5,1959, Pfeifer 1989,597.
Grisselsn m. ‘feiner, körniger Schnee’ 2: STE-Wa.
Lautf.: Grisselschnee.
günseln Vb. 1. ‘heulen, winseln’, vom Hund, bes. wenn er nach Futter verlangt oder von der Kette will, 2: STE-Wa, Mda-nwJe1b 68/Mda-Ma 77/Mda-sJe1 28 (JE2-HSe, verstr. JE1, ZE-Dor Göd), 3: Mda-nwJe1b 68/Mda-Ma 77/Mda-sJe1 28 (verstr. w JE1, CA-Fe Pö). – 2. ‘in weinerlichem Ton sprechen’,  jammern, 2: JE2-Cab Schö.
Lautf.: jünseln STE-Wa, JE2-Cab Schö; [jünzll] Mda-nwJe1b 68 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [jinzln] Mda-Ma 77/Mda-sJe1 28 (verstr. w/mittleres/s JE1, ZE-Dor Göd, CA-Fe Pö); [jinzll] Mda-nwJe1b 68 (verstr. mittleres JE1).
Händker (Genus?) 1. ‘eine Hand voll’ 2: STE-Wa. – 2. ‘kleine Kinderhand’ 2: STE-Wa.
hartlwig Adj. ‘an Verstopfung leidend’ 2: STE-Wa, 3: Wb-Holzl 101, HA-Bee Oh, Wb-Nharz 71, 4: Wb-Be. – 2. ‘geizig’,  gzig, 3: Wb-Holzl 101.
Lautf.: hartlwich, -liwich; außerdem: [hartlaiwi] Wb-Be.
Hwerstoppel f., vorw. im Pl. ‘Stoppel auf dem Haferfeld’ 2: Bewohner-Altm 1,367, STE-Wa, 3: HA-Eim Oh, OSCH-NWe, WE-Be, Wb-Nharz 72 – nu is allwär dee Tiet ran, wur de Wind ower dee Hawersteppeln goahn dat HA-Eim.
Lautf., Gram.: hwerschtepele Sg. Wb-Nharz 72; Hawersteppele WE-Be; -steppel HA-Oh, OSCH-NWe; -steppeln HA-Eim; Haowerstoppeln Bewohner-Altm 1,367, STE-Wa.