bstern Vb. 1. ‘verstört fortlaufen, irregehen, sich verirren, abhanden kommen’ 2: Id-Altm, STE-Wa, 3: vereinz. elbostf. – hei is dorcht Holt ebistert Id-Eilsa 52. – 2. ‘scheu, verwirrt, verstört sein’ 4: Mda-Sti 105.
Lautf.: bi(e)stern; außerdem: pstern Mda-Sti 105; büstern Id-Altm.
bldern Vb. 1. ‘die Seiten eines Buches umschlagen und dabei den Inhalt flüchtig ansehen’ 2: Id-Altm, Wb-Altm 18, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – in’n Bauke bleddern HA-Oh. – 2. ‘sich in kleinen Stücken ablösen, abschälen’ 2: Wb-Altm 18, STE-Wa, 3: Wb-Nharz 29.
Lautf.: blädern Wb-Altm 18, blëdern Wb-Nharz 29; blägern Id-Altm; bldern QUE-Di; bleddern HA-Oh, OSCH-Di; [pletrn] Wb-Be; Nbf. (2.): bladdern Wb-Altm 18, STE-Wa.
blkerig Adj. 1. ‘rußig’ 2: STE-Ho. – 2. ‘verlebt’, vom Aussehen, 2: STE-Wa. – 3. ‘betrunken’,  dn, 2: Bewohner-Altm 2,128, STE-Ho.
Lautf.: blöäkrig. – Etym.: bei (3.) auch Bezug zu  blken 3. denkbar.
blänkern Vb. ‘(funkelnd) leuchten, glänzen, blinken’, vgl. blinkern 1., 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 19, STE-Wa, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 105 – dai Fensta dai blengkan SA-Dä; de Sunne blänkert Wb-Holzl 65; et blitzet un blenkert (bei Sauberkeit) HA-Oh.
Lautf.: blänkern Wb-Altm 19, STE-Wa, vereinz. elbostf.; blenkern HA-Oh, Wb-Nharz 29; [blekn] SA-Dä; plenkern Mda-Sti 105.
Blattsge f. ‘(große), bügellose Säge mit breitem Sä- geblatt’,  Schrtsge, 1: SA-Bre Han, 2: vereinz. SA w OST, GA-Fau, STE-Wa.
Lautf.: Blattsaa, [blatz] vereinz. w OST; -saog, [-zx] verstr. SA, GA-Fau; -soh, [-z] SA-Vie, OST-Bre; [-zao] STE-Wa.
Blesse f. 1. ‘weißer Stirnfleck bei Tieren’ verstr. – Ei, waren dät schöne Päere! Ganz schwart, met ne kleine witte Blässe vör’n Kopp ... Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie). – 2. ‘Tier mit weißem Stirnfleck’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 20, STE-Wa, 3: verstr. elbostf. – 3. ‘Stirn, Gesicht’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – du krist glieks eins vor de Blässe CA-Fö.
Lautf., Gram.: Blesse, [bles] ZE-Roß, verstr. elbostf.; Bless vereinz. Altm.; [plese] Wb-Be; Blässe Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [bls] Mda-Ar 43; Nbff.: m.: Bleß JE1-Zie; blessen Wb-Nharz 29; [blzn] SA-Rist.
Bock m. 1. ‘männl. Tier versch. Säugetiere’, bes. von Schafen, Ziegen, Kaninchen, verbr. – de Zick mut non Buck ‘die Ziege ist brünstig’ OST-Sto; brengg m de Dsigge bain Bogg DE-Ca; Wat n’ Schap weert is, dat merket wie, wenn n’ niet Bock e’kofft weern mott. Held 1963,103; Rda.: Böcke scheiten ‘Fehler machen’ Sprw-Börde; dek stett wol der bok zu jmdm., der Schluckauf hat, Mda-Weg 89; de Bock stött wenn ein Kind nach dem Weinen weiterhin trotzig aufschluchzt (vgl. 5.), Wb-Holzl 66; Ist dänn nu de Buck rut ut’n Kohl? ‘Ist die Trotzphase vorüber?’ Bewohner-Altm 1,323; der Kn schdd Buck ‘der Kahn läuft aus dem Ruder’ Elbschifferspr. 305 (WO-Ro); wat hat’n der för Böcke te melken ‘was hat er zu versäumen’ Sprw-Börde; ja!, morgen, wenn de Bökke lammet abweisende Antwort, Wb-We 20; Wat gaohn dänn Buck de Lämmer an, sä de Bur, as’r dät Kind weegen soll. ‘Der Bauer erledigt nur Arbeiten, die unbedingt erforderlich sind.’ Bewohner-Altm 1,324; in kompar. Rda.: meckert wie so’n Bock Vk-Harz 3,46; schtief wie so’n older Bock a.a.O. 3,45; Er stinkt wie a Bock. ‘Er riecht sehr unangenehm.’ Vk-Anhalta 62; Sprw.: je eller der Bock, deste steifer isses Horn sexuelle Anspielung, KÖ-Grö. – 2. in der Verbdg.: Böckchen schiele nicht Kreisspiel, 2: Brauch-wAltm 31. – 3. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 1: SA-Bee Ku, 2: verstr. n/mittlere Altm., JE2-Kam, verstr. mittleres/s JE1 ZE, 3: verbr. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – en olln Buck OST-GrAu. – 4. in der Verbdg.: einen en bok splen ‘jmdm. einen Streich spielen’ 3: Wb-Nharz 30. – 5. ‘Trotz’ vereinz. – 6a. dass. wie  Bockfell, 3: Spr-Harzb 58. – 6b. ‘Mann, der Frauen nachläuft’ 4: Spr-Anhalt 170. – 7. ‘Schneider’, scherzh.,  Snder, 4: a.a.O. 173. – 8. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 3: ADVk Nr. 49 (GA-Wa). – 9. ‘hölzernes Gestell mit drei oder vier Beinen, das als Stütze oder als Unterlage dient’, z.B. Sägebock, Unterbau für Waschfässer, Stege und Platten, vereinz. – Rätsel: wöcker Buck hät ken Höärn? – Sägebock, STE-Wa. – 10. ’ Tisch, auf dem das gekochte Fleisch zur Wurstbereitung geschnitten wird’ 1: SA-Roh. – 11. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste und Hafer’,  Hwertog, 2: vereinz. ZE, 3: GA-Sie. – 12. ‘erhöhter Sitz des Kutschers’ 2: Matthies 1903,51, OST-Bi, JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. –Un doamit sprung voan ‘n Bock he raff
Un keek in d’ Kutsch.
Matthies 1903,51;
Rda.: gt fon bokke blsen ‘heftig schelten’ Wb-Nharz 30. – 13. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: GA-Schw.
Lautf.: Bock, [bok] verbr. nwaltm. w Altm., vereinz. mittlere Altm., Elbschifferspr. 264 (JE2-Pa), JE1-Wö, vereinz. s JE1 w/mittleres ZE, verbr. elbostf. (außer w JE1) omd. (einschl. [bog], [pok]); [bk] Mda-Ar 29; Böckchen Dim. Brauch-wAltm 31; Buck verbr. mittlere/ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. w JE1; [bk] Mda-Ar 30. – Gram.: m., außerdem: n. Held 1963,103.
Bolle f. 1. PflN ‘Zwiebel’, bes. der als Gewürz oder Gemüse verwendete Teil, vgl. Zipolle, Zwiebel, s. Kt., auch ‘Blumenzwiebel’ 2: vereinz. mittlere Altm., verbr. ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb., 3: vereinz. w elbostf., verbr. ö elbostf., 4: vereinz. s CA, KÖ-Grö Pro – mangk de Lwawost han (gehören) föäle Bolln JE2-Scho; de Bolle verderbet kein Äten, bloß ahn Melkries dooget se nischt WA-La. – 2. ‘Samenkapsel des Flachses’ 1: SA-Die Rist, 2: Wb-Altm 22, STE-Wa. – 3. ‘Loch im Strumpf’ 2: STE-Wa, 3: Wb-Holzl 66, 4: Wb-Ak 38. – 4. ‘Uhr’, abw., 3: Vk-Ask 127, 4: Wb-Be. – 5. Pl. ‘Schellen’, niedrigste Spielkartenfarbe des deutschen Blattes, 2: STE-Wa, JE2-Nka, 3: Wb-Holzl 66, CA-Ba.
Lautf., Gram.: Bolle, [bol] verstr. s Altm. (außer sw), verbr. mittleres JE2 mbrdb., vereinz. w elbostf., verbr. ö elbostf., vereinz. s CA, KÖ-Grö Pro; Boll SA-Rist, Wb-Altm 22, vereinz. mittlere Altm., verbr. ö Altm., vereinz. n JE2; Polle, [pol] ZE-Dor KlLei, OSCH-KlQue Vo, vereinz. s elbostf., Wb-Be; Boll(e)n Pl. vereinz. nd. – Etym.: zu mnd., mhd. bolle ‘runder Gegenstand’, bei (1.) Beeinflussung durch  Zipolle, vgl. Kluge 242002,138.
Botterkrke f. dass. wie  Botterbüsse, 2: STE-Wa, WO-Uetz Wo, JE1-Scha, vereinz. sw JE1, 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Botterkruke WO-Uetz Wo, JE1-Scha Da, vereinz. elbostf.; Bodderkrk STE-Wa; Butterkruke JE1-Flö Prö, QUE-Que.
Brmbselbusch m. ‘Brombeerstrauch’ 2: Matthies 1912,4 (SA-NFe), STE-Wa – Kinderreim:Kuckuck, wo bist du?
In’n Brombeasselbusch,
doa sing ick, doa fleit ick,
doa hew ick mien’ Lust.
Matthies 1912,4 (SA-NFe).
Lautf.: Brombeasselbusch Matthies 1912,4 (SA-NFe); -bessel- STE-Wa.