Dkerwre f. ‘schlechte, minderwertige Ware’ 2: Wb-Altm 31, STE-Wa, 3: HA-Bee.
Lautf.: Däkerware HA-Bee; Däk’rwaor Wb-Altm 31; Döökerwoor STE-Wa.
dick Adj. verbr. 1. ‘massig, korpulent, beleibt’ – ’n dicken Minsche HA-Oh; der dicke Moppel JE2-Ma; ... unn war en bißjen ahld unn dicke ... Richter o.J. 8; ... wun’nerscheene Diere’ janze dicke un schwäre ... Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze); ... denn weile siehre dicke war, warre’n ’s Loofen an Heppchen sauer ... Wäschke 61915,34; Dörch hoh Pöppln un dick Eikn Huscht woll d’ Ul ... Kredel 1927,14; subst.: Ticker kumm m hr Wb-Be; Rda.: dicke wie’n Mops Vk-Harz 3,45; dick wie anne Wurst Vk-Anhaltc 85; dick wie ane Pauke Vk-Anhalta 63; so dick as’n Kasten Wb-Altm* 59; sau dicke wie’n Amtmann Sprw-Börde; ’n dick Ml maok’n ‘ärgerlich sein’ Wb-Altm* 52; sich dicke machen ‘zu viel Platz einnehmen’ Wb-Ak 46; et dikke enne kumt noch ‘das Schlimmste steht noch bevor’ Mda-Weg 90; Sprw.: De dümmste Buer hät de dicksten Tüffeln! Ehlies 1960b 298; Itt dick dicke, awer stick’ nist in de Ficke (Tasche). Wb-Holzl 37; En Puterhahne un ne dicke Burfrue ziert en Burhoff. WO-HWa; Kort und dick hätt bi Deerns keen Schick, lang und grot, datt lett got. Spr-Altm 14. – 2a. ‘(krankhaft) angeschwollen’ – anne dicke Backe Wb-Ak 46; de Hand is dicke OSCH-Ba. – 2b. ‘schwanger’ – eene dicke machen ‘schwängern’ ZE-Roß; S is dick. Wb-Altm 35. – 3. ‘eine beträchtliche querschnittliche Ausdehnung/ Schicht aufweisend’ – ... Botterstücke dartau mit dicke Wost un Schinken droppe. Wedde 1938,47; ... straut Den Zinft öwer’n Braoden ganz brun un ganz dick. Pohlmann 1905,14; ... da wu’s dicke Fleesch anfänget ... Wäschke 31909,43; Rda.: ..., dat is denn doch en betten tau dicke oppesmert! ‘das ist übertrieben’ Lindauc o.J. 16; Rotz licken un dicke opschmeren ‘arm sein, aber angeben’ Sprw-Börde; et dikke hinder de Oren hebben ‘durchtrieben sein’ Wb-We 28; Dörch dick un dünn gaohn. Bewohner-Altm 1,327. – 4. ‘dicht, nahezu undurchdringlich’ – dat krn schteit dikke Wb-Nharz 41; d k’m a wärra dicke Wulkng hch JE2-Scho; Äwer de Snei in de Borns würd’ ümmer dicker ... Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die). – 5. ‘dickflüssig, breiig’, auch ‘trübe’, von Flüssigkeiten,  glmigdicke Melk ‘Sauermilch’ JE1-Nie; dat Woader is sau dick SA-Kön; dick Erften met Speck Mittagsgericht, OST-Ost; Rda.: dats klr w dikke tinte iron., Mda-Weg 90; Dät Dick hät’t meist’ Geld kost’t, sä de Frau to dänn Lihrjungen, as säi äm dät Ünnerst ut’n Kaffeepott in de Tass’ got. Bewohner-Altm 1,333; Sprw.: Dick Drank maokt fett’ Swin’. Wb-Altm 38. – 6a. ‘reichlich, in hohem Maße vorhanden’ – ne dicke schtunne Wb-Nharz 41; et war dicke half sechse Wb-Holzl 75; bis um sekse hawwich mit Kochen dicke ts dne CA-Ak; Rda.: hei is dicke dorch ‘er hat sein Ziel vollständig erreicht’ Id-Quea 148; b dne sit et k nich sau dikke ‘er hat nicht viel Geld’ Wb-Nharz 41; et lt bi ene ek nich sau dicke dass., HA-Oh. – 6b. ‘satt’ – Rda.: et dikke krn ‘einer Sache, jmds. überdrüssig werden’ Wb-Nharz 41; Ich hawwe deine Nengereie nu satt un dicke. Wb-Ak 46; Sprw.: wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils. – 6c. ‘sehr, überaus’,  bannigdicke full ‘randvoll’, vom Eimer Wasser,  schrvull, JE2-Fe. – 7. ‘vertraut, eng’ – dicke frintschop Wb-Nharz 41; dat sünd dick Frünn SA-Dä. – 8. ‘betrunken’,  dnhei is allwedder dicke HA-Bee; he is dick un dun STE-Wa.  Dag, Melk.
Lautf., Gram.: dick, [dik] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., vereinz. s elbostf.; [tike] Wb-Be; sonst: dicke, [dik]; Kompar.: dicker verstr.; Superl.: dickst- verstr.
den Vb. 1. ‘gedeihen, geraten, sich gut entwickeln’, vgl. geden, 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. w elbostf. – Dat Swin dei’t schön. Wb-Altm 31; Sprw.: unrecht Gd diget nich Wb-We 28; wu de Myrrthen diet, da diet de olen Jumfern Wb-Holzl 75. – 2. ‘gehen, treiben’, von Hefeteig,  upgn, 2: OST-Kru, STE-Wa.
Lautf., Gram.: den Inf., det 3. Sg. Präs. Wb-We 28; dien, dn Wb-Altm 31, Wb-Holzl 75; diet 3. Sg./Pl. Präs. a.a.O. 75, HA-No; digen Inf., diget 3. Sg. Präs. Wb-We 28; deihen Albrecht 21822 1,91; dei’n Wb-Altm 31; deit, dei’t, [dait] 3. Sg. Präs. a.a.O. 31, Bewohner-Altm 2,142, JE2-Scho; deit Part. Prät. OST-Kru; deeen STE-Wa; dähn Part. Prät. Id-Altm.
df Adj. 1. verstr. – a. ‘gehörlos’ – dor is db DE-Ca; Hei is op einen Ohre dof! Lindauc o.J. 28; Dowe Lü sind dumm! Vorurteil gegenüber gehörlosen Menschen, Klaus 1936,50; Rda.: hei is df, wenne wat geben sall von einem geizigen Menschen, Wb-We 29; is op beie Ohrn dof ‘ist einer Sache unzugänglich’ Sprw-Börde; dat is, als op me’n dben hunne wat secht dass., Wb-Nharz 42; Sprw.: dumm is besser als doof Wb-Holzl 76. – b. ‘ohne Gefühl, betäubt’ – de Ft sünd mi ganz df Wb-Altm 258; de Fingern sind dof Sprw-Börde. – 2a. ‘stumpf, angelaufen’, von Zähnen nach dem Genuss saurer Speisen,  stump, 2: verstr. Altm., JE2-Wa, JE1-Ist, 3: OSCH-GrQue, WA-Schw, 4: BE-KlSchie – mine Tähne sind janz doof WO-Wo. – 2b. ‘stumpf’, von Geräten – dowe Hacke 3: Wb-Holzl 76. – 3. ‘unfruchtbar, ohne Frucht, Inhalt’ verstr. – anne twe Nuß Wb-Ak 170; dat is’n dwen Klkopp ‘das ist Kohl, der keinen festen Kopf gebildet hat’ JE2-Scho; veel doove Ahre düt Jahr HA-Bee; Rda.: et li’t forr dowe Nöte ‘es ist unnütz’ Wb-Holzl 76 (WO-Dru); op’n dewen Dunst ‘auf gut Glück’ HA-Oh. – 4. ‘dumm, einfältig’,  dusselig, 2: STE-Wa, JE2-Ma, JE1-Grü, 3: WO-Ma, vereinz. s elbostf.
Lautf.: doof, [df]; außerdem: def, dof vereinz. w elbostf.; [dp] Mda-Ze (ZE-Roß); toob, tb, [tp], doob, [db] verstr. anhalt.; [douf] GA-Wen; dauf, -w vereinz. nw Altm.; taup Mda-Sti 31; [deof] SA-Dä; duof OSCH-Di; def Mda-Ro.
drst Adj. 1. ‘beherzt, furchtlos, unverzagt’, dann auch ‘übermütig, frech, unverschämt, garstig’,  unrtig, 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – man drste ‘nur zu’ Wb-Nharz 46; Sik doch man an bißchen drste! Wb-Ak 48; dai Dean is bannich drst SA-Dä; hei is tau drste HA-Oh; Rda.: He is gottesfürchtig un drist. Spr-Altm 78; Rätsel: Wecker is am driesten in’t Kirch? – die Fliege, sie setzt sich dem Pfarrer auf die Nase, Bewohner-Altm 2,170. – 2. ‘getrost, ruhig’ 2: Firmenich 1854,133 (GA-Miest), 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 61915,93 – kannst et mick driste globen Sprw-Börde; ... hä solle man drieste was vorschlan. Wäschke 61915,93. – 3. ‘laut’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (auße s WO) – drst juchen ‘laut lachen’ OST-Ost; Sei lachen so driest, dat deit wackeln dat Fatt. Pohlmann 1905,17; driest roaren ‘laut weinen’ SA-Rie; ma mütt drsd schraien SA-Die. – 4. ‘schnell,  rasch’ 2: vereinz. Altm. – gao driest to ‘beeile dich’ STE-Wa. – 5. ‘viel’ – drst Jält 2: Mda-Ar 33.
Lautf.: driest, [drst] verbr. nwaltm. Altm., JE2-Scho, HA-Bee; [drsd] SA-Die; drieste, [drst] CALV-Zo, verstr. mbrdb. elbostf. anhalt.; [drsd] Mda-Fuhne 78 (verbr. anhalt.); trieste, [trste] Wb-Be, Wäschke31919,52; driste (Kurzvokal) Wb-Holzl 79.
Drner m. 1. ‘langweilig und ohne Überlegung sprechender Mensch’ 2: Wb-Altm 39. – 2. ‘schwatzhafter und laut sprechender Mensch’,  Quassel, 2: STE-Wa.
Lautf.: Dr(ä)öner.
drucksen Vb. 1. ‘zaudern, zögern, unentschlossen sein, nicht mit einer Arbeit beginnen wollen, nicht recht mit der Sprache herauskommen’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 41, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – na, was drugsde noche? DE-Ca; druckst un kimmt nich an de Arbeit Sprw-Börde; hei druckse un wollit nich seggen HA-Oh. – 2. ‘bedrückt, krank sein, sich nicht wohl fühlen’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – 3. ‘heimlich trotzen’,  tückschen, 3: Wb-Holzl 79.
Lautf.: drucksen; außerdem: [druksn] SA-Dä; [drugsn] DE-Ca; trucksen, [truksn] Mda-Sti 122, Wb-Be.
d Personalpron. 2. Pers. Sg. allg. – d, d! drohend, Wb-Nharz 47; tu, sech maal! Wb-Holzl 197; au wei! du häst’n Pott tweismäten STE-Wa; du kannst mal Teldern affdröjen HA-Bee; Wat häst du Lieschen? Pohlmann 1905,32; Dau, Krischaan! wo wut’n mitte Päre henn? Firmenich 1854,133 (HA-NHa); Nee, wenn De den abber sähn willst, mußt De uffen kleenen Marcht jehn ... Richter o.J. 54; Wu hastes denne? Wäschke 61915,90; muckst du di, so kriggst du ns Wb-Altm 140; ... dät heb ick di joa ... all vätellt ... Firmenich 1854,125 (OST-Hav); d hest d woll än Schplitta innert’n? JE2-Scho; Öwer dat seg ick däi ... Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö); ... ick bin doch bi dick. Rauch 1929,18; det jeht dich jarnischt an! ZE-Roß; ls tich toch nich lumpm Wb-Be; Me krt dich j jr nich mär ze sne. Mda-Harz 18 (BLA-Sti); ... hier bring’ ek dek ne recht rare Katte ... Wedde 1938,90; dat kan dek noch scheif gn Wb-Nharz 47; Rda.: da kannste Du tau seggen ‘das ist gut, wertvoll’ Sprw-Börde; ek will dek beine maken zum Antreiben von jmdm., Id-Quea 143; dick hat woll lange nich de Näse blaut (geblutet) Drohung, BA-GrAls.
Lautf.: du; außerdem: [t] Wb-Be; dou SA-Bee; dau Dialekt-Ma 12 (JE1-Schor), ZE-Nu; [diu] verbr. nwaltm.; in Aus- oder Anrufen: tu vereinz. w elbostf.; dau vereinz. elbostf.; in unbetonter Position: de, -e (auch enklitisch am Vb.); Dat./Akk.: di(e), [d] vereinz. ö nwaltm., verbr. w Altm. nw OST, vereinz. nö GA ö Altm. (außer s STE n WO), verbr. JE2 n/mittleres JE1, vereinz. s JE1; dei, dai, [dai] SA-Le, vereinz. nö SA, GA-Hem Si, vereinz. OST STE, WO-Ucht, verstr. s JE1 ZE; däi, [di] vereinz. ö SA nö GA, verbr. OST STE, vereinz. n WO, Mda-Ze (ZE-Gro); [d] SA-Kal, OST-GrRo, STE-Bad; di(c)k, [dik] verbr. nwaltm., verstr. sö GA (n der Ohre) CALV n WO, verbr. n/mittleres/sö elbostf.; dich, [di] verstr. s ZE, CA-Ca, verbr. omd.; [ti] Wb-Be; diche ZE-Roß; de(c)k verbr. OSCH sw elbostf. w/s QUE s BA; dk Id-Eilsa 56, verstr. BLA.
Dummbatz m. dass. wie  Dummerjn, 2: STE-Wa, 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Dummbatz; außerdem: dumpats Mda-Weg 92.
dusselig Adj. 1. ‘dumm, einfältig’ 2: STE-Wa, ZE-Roß, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt.  TZ: beschert blde brgenklterig butt dmisch dmlich dasselig detsch df dgenisch drlich dselig dsig dumm Dummbdel 1dummelig dummhänsig dutzig dwslich dwatsch ndnig ndrnig gsig krkig naukig nulpig hkerwter ossig össsch; z.T. keine klare Abgrenzung zu  TZ: ‘verrückt, geistesgestört’: an(ge)bimmelt rtig bekloppen brgenklterig bummelwitzig detsch dorchdreien dull Dullworm dwallerig Elfsinne Elwensinne elwisch erre fimmelig fisselig h Haschemich huschig kallitsch karnickeldrehnig kathlsch knüllig kopfverdreht kopfverrückt mall mallekrank manoli manoliplemplem 2Matte meschugge narrsch werdnig, weitere Synonyme  unklg. – 2. ‘geistesabwesend, gedankenlos’ – si nich so dusslich 2: Wb-Altm 44. – 3. ‘schwindelig, benommen, taumelig’,  dselig, 2: JE2-Scho, 3: vereinz. WA s elbostf., 4: Mda-Sti 92, BE-HErx.
Lautf.: dusselig, [duzli]; außerdem: tuselig, [tuzli] Mda-Sti 92, Wb-Be, KÖ-GrPa; dusslich Wb-Altm 33; dösselig WA-Am.