1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
Dwle f. veralt. 1. ‘Handtuch’,  Handdk, 2: Wb-Altm 44, STE-Wa, 3: vereinz. w elbostf. – 2. ’ Tischtuch’ 1: SA-Se, 2: vereinz. Altm.
Lautf.: Dweel, Dwl, [dwl] SA-Se, Wb-Altm 44 und 259, Mda-Ar 26; Twele, Twle vereinz. w elbostf.; Quele, Kwele STE-Wa, Wb-Holzl 131 (HA-Eil).
Ecke f. 1. ‘Kante, spitzes Ende eines Gegenstandes’ verstr. – Rda.: an all Eckng un Kand’n ‘überall’ SA-Dä; n allen ekken un ennen dass., Wb-Nharz 50. – 2a. ‘Winkel eines Raumes’, auch ‘(letztes, spitzes) Stück einer Fläche’ verstr. – ... junk nuh mit seinen Koffer in de Ecke un kramte drin rum. Heese 21919,111; In de eine Ecke von’n Garen, op’n Komposthupen ... Wedde 1938,20. – Volksgl.: Die E. eines Ackers oder eines Raumes sind gegenüber einem Zauber anfällig, aber auch für Zauberhandlungen geeignet. Bei Beginn der Getreideernte nehmen die Mäher aus einer E. des Feldes einige Ähren, die zusammen mit Feldblumen an der Sense befestigt werden. Gegen Raupenbefall umgeht man das Kohlfeld, lässt aber eine E. frei, aus der die Raupen herauskriechen können. Sind Haustiere behext worden, kehrt man den Schmutz aus allen vier E. in die Mitte zum Räuchern. Vk-Anhalta 329. – 2b. ‘durch einen Vorhang abgetrennter Kleiderbehälter in einer Zimmerecke’ 4: Wb-Be. – 2c. ‘Stelle, an der zwei Straßen zusammenstoßen, Straßenecke’, auch ‘Biegung, Krümmung eines Verkehrsweges’,  Bgen, verstr. – n te Ecke wrtich uff tiche Wb-Be; ... as he sou um de Eck herümmer lep ... Matthies 1903,2; Rda.: um Eck bringn ‘heimlich verstecken’ SA-Win; was um de Ecke brengen ‘etw. vernichten, verlieren, unbrauchbar machen’ Wb-Ak 50; um de Ecke hilpen ‘töten’ HA-Oh; um de Ecke gahn ‘sterben’ JE1-Bu. – 2d. ‘innere Uferseite einer Flusskrümmung’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 414 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 414 (CA-Ak). – 2e. auch in der Verbdg.: slimme Ecke(n) ‘Ausschlag, Entzündung am Mund’, bes. in den Mundwinkeln,  Kibbeke(n), 2: vereinz. sö Altm. sw JE2, JE1-Bu GrLüb, vereinz. s mbrdb., 3: BE-He, 4: vereinz. w anhalt. – 2f. in der Verbdg.: fle Ecken dass., 2: vereinz. mittlere Altm. – 3. ‘Gegend’ – der Wind kimmed aus de kalde Ecke (von Norden) 4: Elbschifferspr. 436 (CA-Ak). – 4. ‘(Weg-)Strecke’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 141, Wb-Ak 50, Wb-Be – dat is ne Ecke wech Wb-Holzl 81; ick wer noch gärn ’n Eck metgaon, hebb öäwer keen Tied STE-Wa. – 5. ‘(längere) Zeitspanne’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Nharz 50, 4: Mda-Sti 141 – ne ekke teblben Wb-Nharz 50; ’t iss all’n Eck Jaor hr Wb-Altm 45.
Lautf.: Ecke, [ek]; außerdem: [eg] vereinz. anhalt.; Eck, [ek] vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; Äcke Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), DE-Ho; [k] SA-Rist; Dim.: eckchen Mda-Sti 141, [ekn] Wb-Be; ekkelken Wb-Nharz 50.
Eidopp m. ‘leere, nur wenig beschädigte (halbe) Eierschale’, vgl. Eierdopp, 2: Wb-Altm 45, STE-Wa, 3: WO-Gu, verstr. w elbostf.
Lautf., Gram.: Eidopp Sg., -döppe Pl.; außerdem: -döpp wohl Pl. veralt. STE-Wa.
Eierbatz m., auch n. dass., 1: vereinz. nwaltm., 2: Wb-Altm* 67, verstr. SA OST, vereinz. STE, JE2-Wa – Reim:Klein Jung, wo kümmst denn här?
Van Tippentappentär.
Wat häst denn in dien Kiep?
Eierbatz un Höhnerschiet.
STE-Wa.
Lautf.: Eierbatz, [aibats], [ae-]; außerdem: Eierpatz SA-GrGe Rie; [äibats] OST-Ga. – Gram.: n. belegt SA-Win.
kenast m. ‘Ast einer Eiche’ – Rda.: truu un fast as een Eekenast von der Beständigkeit und Zuverlässigkeit des Altmärkers gesagt, 2: OST-Sta, STE-Wa.
nlper m. ‘Querholz am Fuhrwerk zur Befestigung der Zugstränge für ein Pferd’ 1: SA-Die Rist, 2: Wb-Altm* 68, STE-Wa.
Lautf.: Eenlööper, Enlp’r Wb-Altm* 68, STE-Wa; [nloibr] SA-Die; [alb] SA-Rist.
1Esse f. 1. ‘Feuerstelle, Rauchfang und Schornstein der Schmiede’ 2: STE-Wa, 4: Wb-Ak 53. – 2. ‘hoher Zylinderhut’, scherzh., 4: Wb-Be.
etterig Adj. 1. ‘Eiter absondernd, eitrig’ 2: Wb-Altm 45, STE-Wa, JE1-Scha, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be. – 2. ‘mit trockenem Schleim angefüllt’, von den Augenwinkeln, 2: Wb-Altm 45, STE-Wa – mn g’n sünd ’s Morgens so eddrig. Wb-Altm 45. – 3. ‘eifrig, rührig’ 2: JE2-Scho, 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa).
Lautf.: etterig JE1-Scha, Id-Eilsa 60; [itri] (3.) Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); eiterich, [aitri] Wb-Nharz 50, Wb-Be; eddrig Wb-Altm 45, STE-Wa; [itri] (3.) JE2-Scho; eitrich HA-Oh.