flutschen Vb. 1. ‘schlüpfen, gleiten’ 3: Mda-Weg 125. – 2. ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: SA-Stap. – 3. dass. wie  flschen 1., 1: SA-Dä, 2: STE-Wa, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 116, Krause 1964,70 – ick mott erst mal de Seiße strieken, denn flutscht et wär besser HA-Bee.
Lautf., Gram.: flutschen; außerdem: flutschte 3. Sg. Prät. Krause 1964,70; fltschen Wb-We 157, Wb-Nharz 211, Mda-Sti 116.
Fpe f. 1. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih), 3: Mda-sJe1 28 (JE1-Pe) – maok mik doch enns an Faup SA-Dä; ... will’r sick Tackens awsnied’n. Dao will’r sick Fleuten van maoken un Fopen. Pohlmann 1905,60; Bastlösereim:Foop, Foop Bastjoahn,
loat de Foop afjoahn,
loat se nich verderw’n
loat’n Foop ut wär’n.
STE-Wa.
Die versch. Arten der Pfeifen werden von den Kindern aus einem Weidenzweig oder einem hohlen Pflanzenstängel, bes. im Frühling, wenn die Pflanzen voll im Saft stehen, gefertigt. Dazu trennt man ein astloses Stück von einem Weidenzweig ab und klopft es anschließend so lange, bis sich die Rinde löst und abgedreht werden kann. Das Aufsagen von Bastlösereimen (vgl. u.a. kloppen, Ppe, Sebastian) soll ein Platzen der Rinde verhindern. Bei einer einfachen kleinen Pfeife, die nur einen brummenden Ton von sich gibt (deshalb u.a. die Benennung Brummer, auch die F. gehört dazu), wird die Rindenhülse an einem Ende abgeschabt und breit zusammengedrückt, so dass man ein Mundstück erhält, das auch für die Schalmei Verwendung findet. Ein anderer Typ besitzt vorn ein (eingesetztes) Mundstück, eine Kerbe am vorderen oberen Teil und einen hinteren Verschluss (aus dem Holz des abgetrennten Zweiges), der entweder fest oder beweglich ist, was dann eine Veränderung der Tonhöhe ermöglicht. Durch das Einsetzen einer Erbse o.ä. in die Kerbe entsteht eine Trillerpfeife.  Aufzählung unabhängig von den versch. Arten: Bass Bastfleute Blubberfleute Botterfleute Brammer Brummbass Brumme 1Brummel Brummelfpe Brummer Ddelbass DdelsackDdelsackppe Dwrfleute Dwrppe Fpe Fleutdse Fleute Fleutje(n)ppe Flottenppe Fuppe Füppke Heppe Hopper Huppe Huppeh Huppeppe Huppeppe Hupper Huppo 1Huppup Kloppeppe Kloppfleutje Knarre Kuckucksfleute Lappje Ppe Pper Parpe Ppe Plockfleutje Plock(s)ppe Ploppppe 2Ppe Purpe Purpel 1Quke Quarke Quarre Ringelfpe Schalmei Stempelfleute Trar Traratt Waldhrn Wdenfleute Wdenfpe Wdenppe. – 2. ‘Gummisauger der Kleinkinder’,  Nuckel, 4: BLA-All, BE-Gier KlSchie.
Lautf., Gram.: Fope, [fp] SA-Win, OST-Zeh, verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-sJe1 28 (JE1-Pe); Foop, -b, [fp] vereinz. ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Fop(e)n Pl. vereinz. Altm.; [fb] BE-Gier KlSchie; Pfope STE-Gro; Pfoop GA-Ga, STE-Wei; Faup, [faup] verbr. nwaltm.; [feop] SA-Jü; Fopje Dim. WO-Ke Sa; [fp] Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih); Fappe BLA-All.
fren Vb. 1. ‘um eine Braut werben’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Sprw.: bi’t Frien ward ümmer elagen (gelogen) WO-Gu. – 2. ‘die Ehe eingehen, heiraten’, vgl. heiraten, auch ‘zur Ehefrau/zum Ehemann nehmen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Da GrLü, ZE-Kö Ned, 3: verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), 4: vereinz. nthür., Wb-Be, KÖ-Bre – et mott frn HA-Oh; Hei freite sin Dörten un ward Windmöller. Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); ... sien Öllst’ ... De mucht’ nich frei’n de Däömelklas. Pohlmann 1905,5; Rda.: Fr man erst! seggt de Schaop’r to’n Hund, denn sast’n Strt woll hangen laot’n. Wb-Altm 261; Sprw.: junk jefreit hat no keenen jereit KÖ-Bre; Jeder fräi sin Naowers Kind, dänn weet häi, wat hei finn’t. Bewohner-Altm 1,333; beit Frein un Pärkopen mütten sick vöäsehn STE-Wa; Junge, dau de en op, Fren is kein Prkp. Wb-We 159; man kann seck in einer Stunne riker frien wie sien Lewe arbeien. WE-Il; Wu et wat te frien jifft, jifft et wat te käören (reden). Wb-Holzl 35; wer starwet ward elowet, wer frt ward schlecht emacht BA-Re.
Lautf., Gram.: fri’en, [frn] vereinz. s Altm., WO-HWa, verstr. w elbostf.; frn, [frn] Wb-Altm 57, WO-Col, verstr. elbostf.; frien (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) verstr. elbostf.; frigen Hochzeit-Altm 8; frëin, [fräi()n] verstr. nwaltm., vereinz. w Altm., verstr. ö Altm.; [frin] SA-Die; frejen Mda-Sti 143; frn Spr-Maa 436 (WO-An); [fran] Mda-Ar 33; freien, [frain] vereinz. SA, JE2-Scho, ZE-Kö, Wb-Be; frein, [frain] SA-Dä, GA-Fau, Pohlmann 1905,5, STE-Wa, Spr-Asch 18; freite 3. Sg. Prät. Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Part. Prät.: fri-et BA-Ho Rie; e- verstr. w elbostf., CA-Atz Egg; efriehet WA-Ste Un; friet (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) vereinz. nö Altm., STE-Ka, vereinz. w GA (n der Ohre), CALV-Lö Zo; e- (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) GA-Ro, CALV-Uth, verstr. n WO, JE1-GrLü, verbr. elbostf. (außer sö, dort nur vereinz.); je- JE2-See; freet, -d SA-Pe Stei, vereinz. n GA; fre-it SA-HDo Kun, OST-Gla, GA-Wen, STE-Wi; e- WE-Rho Ri; efre-i-et WE-Is; fräit SA-Dan Pü, verstr. mittlere Altm.; fräet GA-Mie; frei-it SA-Hen Mel, vereinz. Altm. (außer OST und s Rand); freit, -ai-, [frait] verstr. nwaltm., verbr. n/mittlere/w Altm.; e- JE2-Go GrWud, JE1-Da; je- ZE-Ned, vereinz. elbostf. (im Sprw.), KÖ-Bre; [frait] JE2-Scho; jefraiet BA-Ha Schie.
frikassren Vb. ‘betrügen, übervorteilen’,  bedrgen, 2: STE-Wa.
Lautf.: frikasseern.
fr verstr. 1. Adj. – a. ‘zeitig, zu einem frühen Zeitpunkt, am Anfang liegend’ – De Marcht geiht freuh all an ... Gorges 1938,36; Det oabms froeh to bett ... Spr-Maa 428 (WO-An); Sprw.: wer fröh upsteit, sin Jeld votärt, wer lang slöpt, den Jott ernährt STE-Bad; de Vaels, de so frö fleiten, bitt an’n Dagg de Katt ’n Kopp av STE-Wa. – b. ‘vorzeitig, ungewöhnlich früh’ – d kömmst all to fröä JE2-Scho; D’ Möllerfru weer freuh storwen ... Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Kompar. in lautlicher Abgrenzung zu  frer: früer hett se froier efriet wi hüte Wb-Holzl 92; Rda.: Awor Karl harre sich ze frieh jefreit ... Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); Sprw.: besser te froi als te schpe Wb-We* 261. – 2. Adv. ‘am Morgen, morgens’ – haite fr Wb-Be; ..., denn will ick morgen freuh alles terechte maken, denn könnt wi Klocke sesse wegfeuren! Lindauc o.J. 8; hei mott sick queelen von freuh bis speede HA-Eim.
Lautf.: [fr] vereinz. ö nwaltm., verstr. Altm. JE2 n JE1; [fr] JE2-Scho; freh, [fr] verstr. mittleres/s JE1, Mda-Ze (verstr. ZE); [fri] JE2-Scho; [fri] vereinz. ö/s nwaltm.; [frei] ZE-Kö; freuh, froi, [froi], [froe] Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), SA-Ma, GA-Ku, verstr. elbostf.; frai vereinz. s elbostf.; [frui] verstr. nwaltm.; früh, [fr] Wb-Altm 205, Spr-Altm 83, vereinz. s Altm. (außer sö); frieh, [fr] Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), Spr-Asch 50, QUE-GrSchie, BLA-Sti, verstr. anhalt.; [fr()] Siedler-Je § 98 (ö JE1); [frü] a.a.O. § 98 (sö JE2 nö JE1).
fuckeln Vb. 1. dass. wie  fucheln, 2: Wb-Altm 58. – 2. ‘fühlen, tasten, herumsuchen’, auch ‘sich tastend bewegen’ 3: vereinz. w elbostf. – et war sau düster, ek moste mek no Hus fuckeln Id-Eilsa 63. – 3a. ‘(mit kurzen Schritten) gehen’, z.T. abw., 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 58 – hai fuckt seo drall SA-Dä. – 3b. ‘ziellos, müßig umherlaufen’ 2: STE-Wa.
Lautf.: fuckeln; außerdem: [fukn] SA-Dä.
1fusseln Vb. 1. ‘Fussel absondern’ 2: OST-Sta, ZE-Roß, 3: Beiträge-Nd 62 (WO-HWa), 4: Wb-Ak 63 – Dr Stoff fusselt sre. a.a.O. 63. – 2. ‘fein regnen’,  musseln, 2: OST-Sta, STE-Wa, 3: HA-No War, Vk-Ask 103.
Lautf.: fusseln; außerdem: fussel’l, [fuz] ZE-Roß, Wb-Ak 63; [fus] ZE-Roß; fsln Vk-Ask 103.
futteln Vb. ‘langsam, ungeschickt arbeiten’, auch ‘oberflächlich, ohne Sorgfalt arbeiten’,  fummeln, 2: STE-Wa.
gn Vb. allg. (abweichende Verbreitung oder Häufigkeit wird bei den jeweiligen Bed. extra aufgeführt). – 1a. ‘sich zu Fuß fortbewegen’ – jocht mal uten Weg JE2-Hü; Un wie se nu so alle dreie jehn, fangt de Neering’n widder von de Schpukjeschichte ... an. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); goat up de Teien (Zehen) ZE-Mü; hai get doch tau diuknackich (gebückt) SA-Dä; ... un können nich mehr jrade jahen. Gesch-Un 44; Verbdg.: dat larnt jehn ‘es wird gelingen’ ZE-Roß; Rda.: w me geit un schteit ‘so, wie man gerade ist’ Wb-Nharz 55; He geit as d’ Flg in d’ Bottermelk. ‘Er hat einen schwerfälligen Gang.’ Wb-Altm* 72; Sprw.: dei langsam geit, kummt k Wb-We 37. – 1b. ‘sich (zu einem bestimmten Zweck, mit einer bestimmten Absicht) an einen bestimmten Ort, irgendwohin begeben’ – na Hs gn SA-Mol; ... un gung no de Kirchhofsecke ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); amol war de Mutter ins Holz jejehn BA-Ha; jg m bain Flschor DE-Ca; danzen gn HA-Oh; Uff ’n Schwoof jehen ‘zum Tanz gehen’ Vk-Anhaltc 11 (BA-Ha); Ens woll Nanu moal jagt’n goah’n ... Matthies 1903,9; Rda.: ower’n Jordan gaan ‘verschwinden’ Wb-Holzl 94; t de Welt gn ‘sterben’ HA-Oh; ins Wasser jn ‘sich ertränken’ Wb-Ak 77; der jeit vor de Hunne ‘er stirbt’ JE2-Schm. – 1c. ‘regelmäßig besuchen’, auch ‘in einem bestimmten Bereich beruflich tä- tig werden’ – n’n mren gn Wb-Nharz 55; uf Arwt jn Wb-Ak 77; er “jeht bei de Ochsen” ‘er wird Ochsenknecht’ Serimunt 1932 Nr. 65; ik wett noch ganz genau, wie ick datt erste Joahr nah Schaule junk HA-Eim; die Dierns gingen früher alle Ahnde spinnen JE2-Bu. – 2. bes. in Verbdg. mit Vb. wie liggen, sitten, stn eine Bewegung auf einen anderen Zustand hin bezeichnend, 2: vereinz. Altm. – gao sitt’n! ‘setz dich hin!’ Wb-Altm 62; In’n Anfang dänn ging d’ Spök still an d’ Dör staohn ... Pohlmann 1905 ff.,125 (OST-GrRo). – 3a. ‘einen Ort verlassen, weggehen’ – wiste schont jehen? DE-Ho; denne kann’k ja wer gn HA-Oh; Rda.: einen gn lten ‘einen Darmwind entweichen lassen’ a.a.O.; d gans wil ek gn lten ‘die Gans soll zur Zucht gehen’ Wb-Nharz 55. – 3b. ‘ein Dienstverhältnis beenden, aufgeben’ – uten Deinst gohn GA-Beh. – 4. ‘sich lösen, abfallen’ – Rda.: aus en Leim jn Wb-Ak 77. – 5. ‘sich an etw. zu schaffen machen’, bes. um unerlaubt etw. zu entwenden – an wat nich jehn ZE-Roß. – 6. ‘in einer bestimmten Weise gekleidet sein’ – nietmodisch soll se gahn wie ne Eddelfrue HA-Bo. – 7. ‘mit jmdm. ein Liebesverhältnis haben’ – mit eene jehn ZE-Roß; hast du denn diene Öldern schon e seggt, dat du mit mick geihst? HA-Bo. – 8. ‘trächtig sein’, von Tieren, 3: vereinz. w elbostf. – de Kau geit noch feier Wochen ‘in vier Wochen wird die Kuh kalben’ HA-Oh. – 9a. ‘sich durch etw. hindurch bewegen’ – Rda.: dorch de lappen gn ‘sich entgehen lassen’ Mda-Weg 105; De Kunne von Greitchens Dod war wie’n Loopfüer dorch’t lütge Dörp e gahn; ... Rauch 1929,66; dat mott’k mik mal dorch’n Kopp gn lten HA-Oh. – 9b. ‘in Bewegung sein, sich bewegen’ – de Wint geit wer de Hwersteppel a.a.O.; in’n Wind jn ld’n ‘das Steuer so drehen, dass das Segel mehr Wind fasst’, Schifferspr., Elbschifferspr. 356 (JE2-Mi). – 9c. ‘in Betrieb sein, funktionieren’ – Rda.: geiht et denn, oder knipt de Hose? (auch Bezug zu 10a. möglich) Sprw-Börde; Rätsel (auch mit Bezug zu 1a.): wat geit un geit un kümmp nich wer? – die Uhr, STE-Wa. – 9d. ‘aufgehen, treiben’, vom Hefeteig,  upgnmn Dch jait all JE2-Scho; der Deich is scheen ejehn CA-Gli. – 10a. ‘(in bestimmter Weise) vonstatten gehen, ablaufen’, auch ‘gelingen’ – dat geit swer HA-Oh; ..., düttmal hat’t noch gut ’egahn ... Lindauc o.J. 17; t wier doch janz hibsch jejehn ZE-Hu; ... kann doch nischt schief jehn. Krause 1964,18; Rda.: Et gait wi an’n Bimmfa’mt etreckt. ‘Es geht sehr gut, ohne Probleme.’ Wb-Holzl 36; dat jeht wie’s Brezelbacken dass., Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wat nich will gahn, Lat schtahn! Vk-Harz 3,60. – 10b. ‘sich in bestimmter Weise entwickeln’, bes. von Geschäften – Wie jeht denn eier Laden? ZE-Roß. – 11. unpers. ‘ergehen’ – Mäi is dät ok so gohn. Hausfr-Altm 1927,41 (STE-Ber); Die jehts wo wie’n Harr Kanter seine? Wäschke 61915,103. – 12a. ‘sich machen lassen, möglich sein’ – Dat geiht doch nich, Vaoder ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: ’t geiht woll, äöwert’ geiht nich. ‘Es ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch nicht durchführbar.’ Bewohner-Altm 1,334. – 12b. ‘einigermaßen akzeptabel, erträglich sein’ – ’s Himne jt noch ‘das Hemd kann noch getragen werden’ Wb-Ak 77. – 13. ‘sich erstrecken, reichen’ – de rok geit bis op de kn Wb-Nharz 55. – 14. ‘in etw. passen, Platz, Raum finden’ – dr Korb jt nich mr in dn Sack Wb-Ak 77; Sprw.: gedüllich Schaop gaon fae (viele) in ’n Schtall SA-Dä. – 15. ‘eine bestimmte Richtung haben, in einer bestimmten Richtung verlaufen’ – d geit kein Wch HA-Oh; Von da jeht de Schossee linksch raus nah Tornau ... Heese 21919,33. – 16. ‘sich einem bestimmten Zeitpunkt nä- hern’ – et geit op achte Wb-Nharz 55; Dat is nu Nacht, geiht stark op Oelwe ... Klaus 1936,28. – 17. ‘sich in einem bestimmten Zustand befinden’ – w (wie) geit et? Wb-Nharz 55. – 18. ‘den Vorrang haben’ – Rda.: Geit doch nicks äöw’r de Rännlichkeit! seggt jenn’ Fru, un kert all Sündag Morgen är Hemm’ ümm. Wb-Altm 172; Sprw.: Nahwerschaft geiht vör Vadderschaft. Bewohner-Altm 2,20. – 19. ‘sich nach jmdm., etw. richten’ – dn geit et nich HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: gahn, gaan, j-, [gn], [jn] vereinz. w mbrdb., verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), CA-Lö; gaen, gen, j- WA-Ste, WE-Oster, BLA-Brau; gahen, j- JE1-Walt, HA-Ro, vereinz. mittleres elbostf., WE-Velt, vereinz. n CA; g(a)ohn, goahn, j-, [gn], [jn], [--] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. JE1, ZE-Gri, verstr. elbostf., QUE-Frie; [gn] SA-Ah Rist; gaohen CALV-Uth, STE-Sto; [gon] verstr. n nwaltm.; goa(h)n, j-, [jan], [jan] verbr. n/mittleres mbrdb., vereinz. n/mittleres ZE; gehen, j- JE1-Schor Wö, vereinz. ZE, QUE-We, BE-KlMü, vereinz. omd.; gehn, j- JE1-Pa Wö, verbr. ZE, WE-Schau, verstr. sö elbostf., verbr. omd.; jaen Mda-Sti 26; [jn] veralt. Mda-Fuhne 75 (vereinz. s KÖ); 3. Sg. Präs.: gei(h)t, -ai-, j- [gait], [jait] vereinz. nwaltm., verstr. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1 elbostf. (außer sö, dort vereinz.); [gäit], [jäit] OST-Bi, vereinz. mittlere Altm.; [get] verstr. n nwaltm.; gaht, gaat, j- ZE-Li, vereinz. w elbostf., QUE-Di; g(a)oht, j- vereinz. w SA, WO-El; goat, [jat] vereinz. ZE; [jast] 2. Sg. Präs. Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1, ZE-Göd); geht, j-, [jt] verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. omd.; gäht, j-, [gt], [jt] SA-Fa Jah Jü, vereinz. ö SA, OST-Ar, GA-Fau Ku; [jit] Nd-KlWu 24; Imp. Sg.: ga(h), j- verstr. elbostf.; gao(h), j- vereinz. Altm. elbostf.; gaach, gch vereinz. w elbostf.; gaoch OSCH-Har, QUE-Di; joch JE2-Jer Ni Za, verstr. JE1, QUE-Wa; [j] Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA), BE-Gü; jk, [jk], [jg] ZE-Roß, verbr. omd.; [jg] veralt. vereinz. s KÖ; 1./3. Sg. Prät./1./3. Pl. Prät.: ging, -nk, j-, [gik], [jik]/gingen, j-, [gin], [jin] (nwaltm., Altm.: [gi], [ji]) verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf. omd. (bes. ZE elbostf. omd. neben älteren u-Formen); ging, [gi], [ji]/ verstr. nwaltm.; güng 1./3. Sg. Prät. Wb-Altm 61; gung, -k, j-, [guk], [juk]/gungen, j-, [gun], [jun] Wb-Altm 61, vereinz. n SA, STE-GrMö, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), verstr. ZE, verbr. elbostf., verstr. omd. (bes. ZE elbostf. anhalt. neben jüngeren i-Formen); 3. Pl. Prät.: junken BLA-Be; gangen DE-Lin; junkten Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), BLA-Hü; jinkt 3. Sg. Prät. GA-Wern; Part. Prät.: egahn, -gaan, -j- verstr. elbostf.; egen BLA-Brau; g(a)ohn, j- verstr. nwaltm. Altm.; e-, [jn] JE2-Scho, OSCH-Har, QUE-Di; degn WA-HDo; [gaon] SA-Dä; ejoahn, [jan] JE2-GrWu, ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); ejehn CA-Gli Pö; je- verstr. ö ZE, vereinz. n CA, verstr. nthür.; -jangen, [jjan] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.
gangwse Adv. 1. ‘sofort’,  glk, 2: verstr. ö Altm. (außer n WO) – da kannst jangwies henjoan STE-Schi. – 2. ‘in einem fort, ohne Unterbrechung oder Probleme’ 2: Wb-Altm 60, STE-Wa – dat geit jo gangwis Wb-Altm 60.
Lautf.: gangwies, -ws, j-.