Glling m. 1. dass. wie  Glerling, 2: GA-KloNeu, vereinz. n WO JE2 (ohne ö Rand) JE1 (ohne ö Rand), verbr. ZE, 3: vereinz. nw elbostf., BA-Fro, 4: CA-Su, Wb-Be. – 2. dass. wie  Glgarst, 2: WO-Ro, 3: Mda-sJe1 28 (JE1-Ca), WA-Eg Hak, BA-Ho Re, 4: Vk-Anhalta 79, verstr. BE – uff’n Bme sidsen Jlinge BE-GrWi.
Lautf.: Geling GA-Fle; Gählling vereinz. elbostf.; Gähling, -k, J-, [jlik] GA-KloNeu, vereinz. n WO, JE2-Gü, vereinz. s JE1 (außer ö Rand), verbr. ZE, vereinz. HA, WA-Hak, BA-Fro Ho, CA-Su, Vk-Anhalta 79, verbr. BE ([jlig]); Jäaling, [jali] vereinz. JE1 (außer ö Rand), ZE-Kö Ser; Jäeling ZE-Gö; Gelbling JE2-Alt Schö.
giffeln Vb. 1. ‘heftig regnen’,  pladdern, 3: verstr. OSCH, WA-Eg Hak, Wb-We* 209, QUE-Fr Que. – 2a. ‘nach hinten ausschlagen’, von Tieren, 3: Wb-Nharz 61 und 90. – 2b. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: a.a.O. 90.
Lautf., Gram.: giffeln, j- Inf., giffelt, j- 3. Sg. Präs.; außerdem: jiwweln QUE-Que; jüffelt 3. Sg. Präs. Sprw-Harzvorld 398; geffeln, j- Id-Eilsa 64, Wb-We* 209.
Giftrgen m. dass. wie  Gift 3., 3: WA-Eg, QUE-Que.
Hackepter m. ‘rohes gehacktes Rind- oder Schweinefleisch’,  Gehackte, 2: vereinz. brdb., 3: WA-Eg.
Hebbenichts m. ‘jmd., der ohne nennenswerten Besitz ärmlich lebt’ 3: Lieder-Ma Nr. 924 (WA-Eg), 4: Wb-Be, Wäschke 61920,43 – Harr fon Hawwenischt un Krtnischt Wb-Be; Kinderreim:Ick bin de Harre von Hebbenischt,
Foat mick in de Ficke,
Kriehe aine Floie ruut,
De foat ick int Jenicke
. Lieder-Ma Nr. 924 (WA-Eg).
 TZ: Hungerleider Kribbenbter Nktrs.
Lautf.: Hebbenischt Lieder-Ma Nr. 924 (WA-Eg); Hawwe- Wä-schke 61920,43, [hawnit] Wb-Be.
Henriette weibl. RN – Tanzlied:Hendrjettchen loach int Bettjen,
Hat sick balle half doot ‘elacht,
Dat se hat dän Schnied’r
Um sien bettjen Jeld ebracht
. 3: Lieder-Ma 979 (WO-Ol);
Abzählreim:Hendriette,
Koamerkette,
Koamer-Kuh,
Dat bist du
. 3: Lieder-Ma Nr. 627 (WO-Ol, WA-Eg, JE1-
Ran).
Lautf.: Kurzform Jette, Jettchen.
Hexe f. 1. ‘Frau, die dem Volksgl. nach über Zauberkünste (und Verbindungen zu dämonischen Wesen) verfügt und mit diesen schädigend auf Menschen, Tiere oder Gegenstände einwirkt’, häufig auch Schimpfwort und Schreckgestalt für Kinder,  Spkeding, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-GrWu Ki, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – toif man, de le Hexe kummet WE-Strö; Kinderreim:3 mal 3 ist 9
Mädchen um die Scheune,
Mädchen um den Ring,
Alte Hexe spring
. Lieder-Ma Nr. 623 (WO-Ol);
Morjen froih um sechse kimmete olle Hexe,
Morjen froih um sieben jait se noa de Riebm,
Morjen froih um achte jait se noa de Pachte,
Morjen froih um neune jait se noa de Scheune,
Morjen froih um zehne jait se noa de Schwaene,
Morjen froih um elve jait se int Jewelve,
Morjen froih um zwölve schpringet se in de Elve
. Lieder-Ma
Nr. 1055 (WA-Eg).
– Volksgl.: In der Walpurgisnacht reiten die H. auf Besenstielen oder Ziegenböcken zum Blocksberg. BrauchwAltm 55. Hexen trecken no n Blocksberg (STE-Schi). Dass. tun sie in der Michaelisnacht (Nacht zum 29. September). Abergl-Ma 248 (GA-Mie). H. schlagen Menschen, so dass diese sich nicht mehr oder nur unter Schmerzen bewegen können. Die Kühe schädigen sie, so dass diese rote Milch geben. Genauso können sie ihnen die Milch auch völlig entziehen oder verhindern, dass sich die Milch zu Butter verarbeiten lässt. Vk-Anhalta 124 und 211. Sie nehmen gern versch. Gestalt an, bes. die eines dreibeinigen Hasen, eines großen Frosches (Vk-Anhalta 124f.) oder nachts die einer Katze. BrauchwAltm 55f., Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Ein Sonntagskind kann H. erkennen. Abergl-Ma 242 (WO-Ol). Trägt man beim Kirchgang zu Neujahr einen Radnagel in der Tasche, dann kann man H. daran erkennen, dass sie das Gesicht auf dem Rücken tragen. Brauch-Ma 255. Auch wenn man beim Kirchgang nach dem 1. Mai ein Gründonnerstagsei mit sich führt, kann man H. erkennen. Abergl-Ma 242 (GA-Mie). Ein in der Johannisnacht auf die Türschwelle genageltes Hufeisen bringt H. zu Fall (Vk-Anhalta 124), ebenso kreuzweise auf dem Weg liegende Strohhalme, ein quer vor der Tür liegender alter Schuh oder ein Besen. Abergl-Ma 242 (WO-Ol). Legt man sich am 1. Mai an einem Kreuzweg unter eine Egge, dann kann man die H. reiten sehen (GA-Ack). Um sich vor H. zu schützen, zieht man einen Strumpf verkehrt an oder geht nicht ungewaschen aus dem Haus (WO-Ir), in das Mieder sollte man Salz, Kreuzkümmel und Brot geben (WO-HWa). Schutz vor H. erzielt man auch durch dreimaliges Ausspucken. Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Ebenso durch ein Gründonnerstagsei. Abergl-Ma 243 (STE-Bo). Flachs- und Kornfelder werden geschützt, indem man die Distelbüsche stehen lässt. Abergl-Ma 234 (WO-HWa). Um den Hexenzauber von der Butter zu nehmen, muss man einen Topf Milch in den Backofen schütten, man hört dann auch ein Schreien. Vk-Anhalta 124. Das Butterfass muss vor H. sorgsam verwahrt werden, in die Milch soll etw. Salz gestreut werden. Abergl-Ma 234 (GA-Fle). Das Vieh kann geschützt werden, indem man aus der Schwelle des Stalls einen Span herausschneidet (WO-Ir) oder an bestimmten Stellen Kreuzdorn anbringt (HA-Sü). Abergl-Ma 242, Wb-Altm 167. Sagt man zur H. Kumm, ick will dick miene Kauh moal wiesen, so ist die Kuh geschützt. Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Das Kalb wird mit Salz und Dill bestreut. Abergl-Ma 234 (GA-Mie). Spruch gegen H.:Die Hexe kann hexen,
Ich führ dich an den Swanz,
Du sollst nu stoahn
Un’ nich mehr goahn,
Dat Hex’n nich mehr drieb’m
Dat schall ‘er nu verblieb’m
. Zauber-Ma 88 (GA-Mie).
–2. ‘Wassergeist als Schreckgestalt für Kinder’,  Nicker, 4: Vk-Anhaltb 46 (BE-Pob). – 3. Bezeichnung für kleinere Schmetterlingsarten, bes. auch für die Motte,  Smetterling, 2: Wb-Altm 79. – 4. in der Verbdg.: blinn’ HecksTiN ‘Eintagsfliege’ 2: Wb-Altm 20. – 5. in der Verbdg.: Häxe, wo wist’n henn ein Spiel der Kinder, 2: JE2-Schm. – 6. ‘schwacher Wirbelwind’ 4: Vk-Anhalta 124 (KÖ-KlPa).
Lautf., Gram.: Hekse, Hexe STE-Je, verstr. elbostf. omd.; Häxe JE2-Schm; Hexen Pl. STE-Schi, JE2-GrWu Ki; Hex verstr. nwaltm., GA-Schw, Hecks Wb-Altm 79; Heckze WE-Be; Nbf.: Hetsche CA-Fö. Zus.: zu 1.: Korn-.
hicken Vb. 1. ‘mit dem Schnabel picken’, bes. vom schlüpfenden Küken – Reim:Ick hicke, ick bicke (hacke mit dem Schnabel),
Von Jesch’n toricke,
Woll öbb’r den Rhein,
Woll öbb’r dem Main
. 3: Lieder-Ma Nr. 733 (WA-Eg).
– 2. ‘leicht bersten’, von der Schale des Eis, 4: Wb-Be. – 3. ‘Ostereier aneinanderstoßen’ 2: ZE-Kö. – 4. ‘sich mit einem scharfen Gegenstand leicht verletzen, die Haut ritzen’ 3: WE-Rho, BLA-Brau.
Lautf., Gram.: hicken WE-Rho, hiken BLA-Brau; hicke 1. Sg. Präs. Lieder-Ma Nr. 733 (WA-Eg); [hikn] Wb-Be; [hik] ZE-Kö.
Hüppelbock m. TiN ‘Heuschrecke’,  Heuprd, 3: WA-Eg.
Lautf.: Hippelbock.
ik Personalpron. 1. Pers. Sg. allg. – dat will ik mik aewa mrkng SA-Dä; dat dau’k nich Wb-Nharz 50; watt sack (schack) ‘was soll ich’ Wb-Altm 88; wat, ick soll jehn, icke? ZE-Roß; sett dick bi mick opp dä Bank GA-Wa; D jst mich mit dn nich mit! Wb-Ak 113; d deist et doch nich for mik! HA-Oh; Rda.: mr nischt, dr nischt ‘unvermittelt’ Wb-Ak 114; Ruf des Buchfinks:Ick, ick, ick will hin zu dir!
Du, du, du komm her zu mir!
Flink, flink, flink!
Wb-Altm 21;
Abzählreim:ich un d
Mil’lorsch G
Mil’lorsch sel
das bisd d
BE-Scha;
Ick un du,
Wai sin schluh,
Woll’n inn’n Buuer sien’n Kell’r kruup’n,
Wollen alle Melk uutsuupen.
Wenn hai secht, wai sinn’t jewest,
Woll’n wai saen, de Koat’r iss’t jewest;
Wenn hai secht, ‘n Koat’r iss’t jewest,
Woll’n wai’m hinner de Ohren schloahn.
Lieder-Ma Nr. 614
(WA-Eg);
Ik Koneman van Hoym bekenne in dessem open breve, … 1404, UB Halberstadt 2,18; Ek Hinrik vorlove, vorswore und vororfryde mynen gnedigen Heren … 1497, StB-Oschersleben 374.
Lautf.: ik, ick verbr. nwaltm. brdb. n/ö elbostf.; ek, eck verbr. Harzv. Nharz.; ich verbr. omd.; betonend, bei allein stehendem Pron. oder als Frage: ickeWb-Altm 88, JE2-Vie, [ik] ZE-Roß; ekke Wb-Nharz 50. – Gram.: Dat., Akk.: m vereinz. n nwaltm., verbr. brdb. (außer s JE1 ZE); mai verstr. s JE1, vereinz. ZE; mei verstr. nö ZE; mäi Hausfr-Altm 1925,54, GA-Al Zi; meh WE-La; mäh ZE-Hu; mik, mick SA-Dä Die, JE2-Scho, Dialekt-Ma 9 (JE1-Büd Ka Ne), verbr. elbostf. (außer Harzv. Nharz.); mek, meck verbr. Harzv. Nharz.; mk BLA-Be; mich, [mi] verbr. ZE (außer nö) omd.; [mi] ZE-Roß, miche Wb-Ak 113; Dat. mir nur in Rda. und Reimen.