Hp(en) m. 1. ‘hügelartig Angehäuftes’ 1/2/3: verbr. nd. – d Kinna mün’n dänn Ress (Getreidereste) up’m Hp’m hrkng JE2-Scho; Rda.: se stt alle opp einen Hpen ‘sie stehen beieinander, an einer Stelle’ HA-Oh; n dne is k de hpe nich ne ‘er ist nicht besonders stark’ Wb-Nharz 84; Sprw.: Wenn’t kömmt, dänn kömmt up Hupen. ‘Glücks- und Unglücksfälle kommen meist gehäuft.’ Bewohner-Altm 1,341. – 2a. ‘größerer oder mittlerer Heuhaufen auf der Wiese’,  Heuhocke(n), 1: SA-Jü Pü, 2: GA-Ku, vereinz. s JE2, verstr. JE1, 3: verstr. w JE1 nö CA. – 2b. ‘kleiner Heuhaufen auf der Wiese’,  Heuhocke(n), 3: OSCH-Crot De Weg, WA-KlWa, WE-Dar Strö, CA-Bie – dat Heu op de Wiesche opn Hupen bringen WA-KlWa. – 3a. ‘Anzahl von 10 Getreidegarben’ 3: Wb-We 56. – 3b. ‘Stand von Getreidegarben’ 3: WE-Zi. – 4a. ‘größere Menge’ 2: Wb-Altm 84, Wb-Altm* 56, 3: Rauch 1929,136, HA-Oh – n’ Hpen Jelt HA-Oh; ‘n Hp’n to dn hemm’ Wb-Altm 84. – 4b. ‘Schar, größere Anzahl von Personen, z.T. auch von Tieren’,  Korps, 2: Wb-Altm 84, 3: OSCH-He Osch, WA-See, Wb-Nharz 84, QUE-He – en Hupen Kramm (Kinder) OSCH-He; ‘n Hp’n Ld’ Wb-Altm 84; en hpen schpe Wb-Nharz 84. – 5. in der Verbdg.: mit’n Hpen vull dass. wie  hpenig, 3: vereinz. HA, OSCH-Emm.
Lautf.: Hup, [hp] verstr. s JE2 JE1 ZE; Hupe, [hp] vereinz. w elbostf.; Hupen, [hpn] verstr. nd. (außer ZE); Hp’n Wb-Altm 84; [hp] JE2-Scho, QUE-He; [hpm] SA-Pü, GA-Ku, Mda-Ma 78 (CA-Fe Gli We); Huep JE2-Ni; Hiupn vereinz. nwaltm. – Gram.: Pl.: Hüpe, [hp]JE2-Jer Schl Ve, verstr. n JE1; [hp] SA-Pü; Hiepe, [hp] verstr. JE1 ZE, Mda-Ma 78 (CA-El); Hupen Bewohner-Altm 1,341, Beiträge-Stendal 6,479 (SA-NFe), JE2-Gü, JE1-Ma, vereinz. OSCH, WE-Sa; [hpm] verstr. nö CA; Hupens WA-KlWa, [hpns] WA-Neu. – Etym.: Der Ansatz zweier Stichwörter  Hp(en) und Hp(en) folgt dem Ablautverhältnis (vgl. Pfeifer 1989,656) von mnd. hp, hpe (HWb-Mnd 2,331f.) und hpe, hp, hpen (HWb-Mnd 2,389). Zuss.: zu 2.: Lde-; zu 4.: Merz-; sonstiges: Holt-, Kler-, Kompost-, Mess-, Mgmten-, Mler-, Moll-, Mollworms-, Molt-, Moltworm-, Mlworms-, Mlworps-.
inwümpeln Vb. refl. dass. wie  inwickeln 2., 3: WO-Dru, WA-See.
Lautf.: inwümpeln WO-Dru; -wimpeln WA-See.
skolt Adj. dass. wie  sig 1., 2: ZE-Roß, 3: verstr. w elbostf., 4: Wb-Ak 51, Wb-Be – dat Wter is seklt WA-See; ieskole Foite Wb-Holzl 110; Rda.: mich isset daderbei eisekolt ‘n Ricken runnerjeloofen ‘mich schauderte dabei’ ZE-Roß.
Lautf.: iskolt Id-Eilsa 69; ieskoold Wb-Holzl 110, sklt Wb-Nharz 88; -klt QUE-Di; -kelt HA-Oh; i(e)sekoolt, seklt vereinz. w elbostf.; eisekolt ZE-Roß; -klt Wb-Ak 51, [aizeklt] Wb-Be.
jung Adj. 1. ‘noch kein hohes Lebensalter habend’ verbr. – junke Mchens Wb-Ak 82; junke lte Mda-Sti 53; junke Ahnten WA-See; Rda.: junk wieren ‘geboren werden’ OSCH-Di; wie en Nest vull junke Uhlen wird gesagt, wenn die Kinder halbnackt in der Wohnung herumlaufen, CA-Bie; sau wat wert nich wedder junk! Ausruf der Verwunderung, Id-Quea 160; Sprw.: jung for sich un olt for sich – dat jift keinen Striet Sprw-Börde; wat junk is, dat speelt jern, wat olt is, dat nölt jern Sprw-Börde; Wat jung is, dät rögt sick, wat olt is, dät mögt sick. Bewohner-Altm 1,341; jung freit hett kee’n bereut, lang töwt het ook noch kee’n bedröwt STE-Wi. – 2. ‘zur Jugendzeit gehörend’ – Un denn vorzähltn se sich wat von ihrn junken Dagen, … 3: Spr-Asch 31. – 3. ‘der jüngeren Generation einer Familie angehörend’ – das is dor junge Millor 4: DE-Ca.
Lautf.: jung vereinz.; junk, [juk] verbr.; [uk] verstr. n nwaltm.
kakedken Vb. dass. wie  kkeln 1., 2: verstr. s Altm., 3: verbr. n elbostf., OSCH-GrQue, WA-See, WE-Da La Strö – dat Hauhn kakedahket OSCH-GrQue.
Lautf.: kakedaken, kacke-; außerdem: kakedoaken, kacked-ken WO-Me, vereinz. n elbostf.; kkedken WE-La Strö; kackede(e)ken, [kakdkn] vereinz. s Altm.; kakedäkenCALV-Uth, kackedecken HA-Süp; kakadeiken WA-See; Nbf.: kakeldaken WO-Drei; kakadeigern WE-Da.
Kfernstken Pl. ‘abgeschlagene grüne Zweige der Kiefer’,  Kutschken, 3: WA-See.
Kbold m. 1a. ‘zwergenhafter, meist helfender, auch zu Streichen aufgelegter Hausgeist’ 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm. ZE, 3: Wb-Holzl 123 (HA-Eil, WA-See), Vk-Ask 379, Vk-Anhaltb50 (BA-Ge, BE-GrMü), 4: Vk-Anhalta 183, verstr. w anhalt., DE-Ca, Vk-Anhaltb 50 (DE-Re) – … de sa’n doch … von eene Familie, die hann’n Kowwelt, – der sitzt inne Küche … Wäschke 41919,78. – Volksgl.: Der K. kann vielerlei Gestalt annehmen, so die eines kleinen roten Männchens (Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad), einer Katze (a.a.O. 170 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), von Feuer (Beiträge-Altm 1,149, Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad) oder eines hellen Streifens am Himmel (Brauch-Rie 750). Wenn jmd. aufgrund seines Fleißes und seiner Sparsamkeit zu Wohlstand gekommen ist, so heißt es von ihm, dass er einen K. habe (Beiträge-Altm 1,149, Wb-Altm 112). Der K. wohnt unter dem  kel (Wb-Altm 112), auch in einem Fass auf dem Boden (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), wo er etw. zu essen und zu trinken, meist Semmeln und Milch, bekommt. Wird dies ein einziges Mal vergessen, geht der K. unter Getöse aus dem Haus und lässt es in Flammen aufgehen (Wb-Altm 112). Manchmal unterscheidet man zwischen einem reich und einem arm machenden K. Letzteren wird man durch Räuchern mit neunerlei Holz wieder los (Brauch-Anhalt 170 – ZE-Bor). Bes. nützlich macht sich der K. in der Küche, weshalb behauptet wird, dass zumeist Frauen einen K. haben (Brauch-Anhalt 171). Auf Zuruf der Hausfrau ist er in der Lage, das Essen in kürzester Zeit zuzubereiten (Brauch-Rie 750f., Wb-Holzl 123, Wäschke 41919,78). Von den nicht immer lauteren Absichten des K. zeugen die Feuermale im Gesicht mancher Menschen, die von seinem Schlag herrühren sollen (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor). Die Mutter lässt ihr Kind nur dann allein im Bett zurück, wenn sie zuvor ein Gesangbuch unter das Kopfkissen gelegt hat, um den K. am Vertauschen des Kindes gegen einen Wechselbalg zu hindern (Vk-Anhalta 139 – ZE-Na). Hat jmd. einen K., so kann er nicht sterben, es sei denn, jmd. anderes lässt sich bitten, den K. zu übernehmen (Brauch-Anhalt 171 – KÖ-Ho). Ein Verstorbener, der den K. hatte, soll mit dem Kopf voran hinausgetragen werden (Vk-Anhalta 183). – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 4: Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation). – 2a. ‘kleiner Mensch’,  Knirps, 3: Vk-Ask 106. –2b. ‘stets fröhlicher Mensch’, auch ‘munterer, lebhafter Junge’ 1: SA-Dä, 4: Wb-Ak 96, Spr-Anhalt 166, Wb-Be – t hast je woll an Kowwelt in’n Laiwe a.a.O. – 2c. ‘ungezogenes Kind’,  Lümmel, 2: JE2-Scho. – 2d. ‘tobender, Lärm hervorbringender Mensch’ 2: Wb-Altm 112. – 3. in der Verbdg.: ‘n Kowwelt han ‘übermütig sein und viel lachen’ 4: Wb-Ak 96. – 4a. ‘aus Holundermark gefertigtes Stehaufmännchen’ 2: Wb-Altm 112. – 4b. Würfelspiel, 4: Brauch-Anhalt 170. – 5. ‘Pflug ohne Fahrgestell’,  Plg – dän Kobold nm’m se tum Tüffeln anpljen 2: JE2-Scho.
Lautf., Gram.: Kobold, [kobolt] Beiträge-Altm 1,149, JE2-Scho, Brauch-Rie 750, JE1-Walt, Vk-Anhalta139, Vk-Anhaltb 50, Brauch-Anhalt 170f.; Kobolden Dat. Pl. Beiträge-Altm 1,148, STE-Ho; Kobbold, -t Wb-Altm 112, OST-Mech, Wb-Holzl 123; Koppolt Abergl-Ma 244; Kowwelt, [kowlt] Spr-Anhalt 166, Wb-Ak 96, Wb-Be, Wäschke 41919,78; [gowld] Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation), DE-Ca; [kobd] SA-Dä; [kowwl]Vk-Ask 106 und 379; Kubbelt SA-NFe Pre, OST-Kau. Zuss.: zu 2b.: Lach-; sonstiges: Mai-.
kolt Adj. 1. ‘kalt’ verstr. – kolte Ohrn CA-Tra; kle Bne Wb-Ak 83; hiete ist awwer kolt ZE-Ste; … denn ‘s war de Amnde ummer noch kalt … Wäschke 41919,52; Rda.: et ewerlept mek heit un klt Wb-Nharz 104; Rätsel: kelt rin, warm wer rt? – Brotschaufel des Bäckers im Ofen, HA-Oh. – 2a. in der Verbdg.: kolter Wind ‘Nordwind’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 436 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa). – 2b. in der Verbdg.: die drei Kollen subst. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: ZE-Ned. – 3. in der Verbdg.: klde Schle dass. wie  Koltschle 1., 2: JE1-Ka, 3: WA-See.
Lautf., Gram.: kolt, kold, [kolt] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., WO-HWa, JE2-Scho, JE1-Zi, verstr. ZE, Wb-Holzl 124 (WA-KlWa), Wedde 1938,61, Spr-Asch 28; kolt st. n. Dat. Sg. JE2-Gü; kolte st. n. Nom. Pl. CA-Tra; koll Wb-Altm* 60; [ko] st. m. Nom. Sg. Elbschifferspr. 436 (STE-Bit, JE2-Pa); kolle st. f. Nom. Sg. JE1-Ka, WA-See; kolle st. m. Nom. Pl. WA-Un; (drei) Kollen subst. Nom. Pl. ZE-Ned; köllste Superl. Rauch 1929,68; [klt] Mda-Ar 24, Siedler-Je § 74 und 152a; koolt, kld, [klt] SA-Al, vereinz. elbostf., Mda-Sti 4; kle st. m. Nom. Pl. HA-Ost, verstr. sw elbostf.; [kt] verstr. nwaltm., SA-GrGe; kelt, [kelt] HA-Oh, Id-Eilsa 73; kle st. m. Nom. Pl. WE-Wa; [kot] SA-Ch; kuolt OSCH-Di; kalt Wäschke 41919,52; klt, klt JE2-Scho, QUE-Di, Wb-Ak 83, Wb-Be; [k] st. m. Nom. Sg. Elbschifferspr. 436 (WO-Ro). Zuss.: zu 1.: hundekalt, s-, klamm-, klm-, knitter-, mai-, natt-.
Koppeltn m. ‘Umfriedung, Einzäunung für Vieh’ 1: SA-Wa, 2: OST-Pe, STE-Da, JE2-Cab Scho, 3: WA-See.
Lautf., Gram.: Koppel-, Coppeltuhn, -tu(u)n; außerdem: Koppeltüne Pl. JE2-Cab.
krbmsch Adj. 1. ‘wählerisch im Essen’,  kme, 3: HA-Eil. – 2. ‘eigensinnig, starrköpfig’,  dickköppig, 3: HA-Bee, Wb-Holzl 125 (HA-Eil), WA-See.
Lautf.: kö(ö)rbö(ö)(h)msch HA-Bee Eil, Wb-Holzl 125 (HA-Eil); [krbm] WA-See.