Harzkpe f. ‘großer, viereckiger Korb mit Schultergurten, der auf dem Rücken getragen wird’, besitzt vier Füße,  Kpe, 3: HA-Bee Oh Ost, OSCH-De, WA-Un, WE-Dee Oster Strö – Rda.: egl w’n per Herzkpen ‘etw. ist einerlei, gleichgültig’ HA-Oh; Dat is ejal wie ‘ne Harzkiepe dass., WE-Oster; auf Dat is einerlei! wird geantwortet einerlei is ne Harzkiepe! WE-Dee.
Lautf.: Harzkiepe WE-Dee Oster; Herzkpe HA-Oh; Hrtskpe HA-Ost, OSCH-De, WA-Un, WE-Strö.
Hsenbrt n. 1. ‘belegtes Brot, das von einer Reise oder von der Arbeit zurückgebracht wurde’ 2: Wb-Altm 77, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ich hawwe forr aich Hsenbrd midjebrachd DE-Ca; den Kindern galt das H. als Leckerbissen, weil es angeblich von den Hasen stammte: dat hebbe ek den hasen afjagt Id-Quea 157. – 2. ‘Getreiderest, der unabgemäht als Opfer auf dem Feld bleibt’ 3: WA-Un, WE-Ha. – 3. PflN ‘Zittergras’ 4: Vk-Anhalta 74. – 4. PflN ‘Sauerklee’ 3: Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 72.
Lautf.: Hsenbrt; außerdem: [hznbrt] ZE-Roß, Hsenbrt Wb-Ak 66; [hznbrd] Mda-Fuhne 35 (DE-Ca); [hznprt] Wb-Be; Häösk’nbrot Wb-Altm 77.
Hwertog m., n. 1. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste und Hafer’ 2: verstr. s Altm., 3: verstr. elbostf. (außer ö).  Bock Bocktg Bockv Bgel Ddelsack Hkbm Hkeltg Hke(n) Hkentg Hktg Hwertg Korf Krnbm Korngerüst Krnhken Krnkorf Krnstell Krntg Kräuel Krper Langhken Meikorf Seißelbgel Seißelkorf Seißenbgel Seißenhken Seißenkorf Seißenkräuel Seißentog Sensengerüst Sensenspieß Sensenzeug Tog Zicke Zickenzeug. – 2. dass. wie  Hwerstell, 2: WO-Sa, HA-Sa, 3: GA-Bö Sie, HA-Ost, OSCH-Ba Har, WA-Un, WE-La Wa Zi.
Lautf.: HawertogCALV-Lö, WO-Sa, vereinz. elbostf.; -tg WE-Da Is Mi, BLA-Ben; -toch WO-Wo, verstr. n elbostf.; [hvrto] QUE-Hau; [hav-] HA-NHa; Hawertch WE-Re Si; [hwerto] WE-Wa; Habertog WO-Schn, HA-Sa Scha, WA-HDo Schw, BLA-Ben, QUE-Fr; -toch GA-Se, WO-Col, HA-Alv Dö, OSCH-Da, WE-Rho Schau, QUE-Di; -tch WO-Eb; Hoawertog WO-HWa, HA-Ro; -toch GA-Bo Ro, WO-Zie, HA-AHa, [hvrto] Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); [hv-] vereinz. s Altm.; Hoabertog WO-Me; -toch GA-Eick; Hobertog WE-Lan; HaberntogWE-Velt; Hafertog QUE-Wed; -toch WE-Oster. – Gram.: m.; außerdem n. belegt GA-Bo Eick Ro, WA-La.
Hwerwappen Pl. dass. wie  Hwerquappen, 1: SA-Ah, 2: OST-GrBeu, 3: OSCH-An, WA-Un, WE-La Strö Zi, BLA-Ti.
Lautf.: Hawerwappen OSCH-An, WE-La; -wappm BLA-Ti; Hwerwappen WE-Zi; -weppen WA-Un, WE-Strö (veralt.); Haferwappen SA-Ah, OST-GrBeu.
hechten Vb. ‘schwere Lasten heben’,  bren, 3: WA-Un, WE-He.
1Hde f. ‘beim Hecheln entstehender Abfall des Flachses, Werg’, wird zur Herstellung grober Stoffe wie Sackleinen oder auch als Füllmittel für Polster verwendet, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., 3: verstr. Holzl. Harzv. Nharz., WA-Un, 4: Mda-Sti 149, Wb-Be – Von einer Quedlinburgerin, die ihre ältere, hässliche Tochter zuerst verheiratet hatte, ist überliefert: De hede hebbe ek verkofft, den flass will ek schon noch nbringen. Id-Quea 158. – Brauch: Wer in Süpplingen die H. nicht bis Fastnacht abgesponnen hat, muss den Bullen um den Altar leiten. Brauch-Ma 258.
Lautf.: [hd] SA-Die, hde HA-Um, Id-Quea 158, Mda-Sti 149, Wb-Be; Hd Wb-Altm 79, [hd] Mda-Ar 36; H’e verstr. Holzl. Harzv. Nharz.; Hehe WE-Re; Heje WO-San, HA-Bee, WE-He; He(e), [h] SA-Ah El Ev, Pohlmann 1905,56, OST-Sta, WE-Strö, Wb-Nharz 72, QUE-Di; [hai] SA-Rist, [he] SA-Ku; [he] Mda-Ar 50 (OST-Zie); häi SA-Zie. Zuss.: Hack-, Klein-, Middel-.
Hemmlste f. ‘Rungenstütze, gebogene eiserne Stütze am Ackerwagen zwischen Achse und Runge’,  Stemmlste, 3: WA-Un.
Herrgottshmken n. dass., 3: WA-Un.
Lautf.: Herrgottsheimeken.
Hersegrütte f. dass. wie  Hersebr, 3: OSCH-Ba De, WA-Un, vereinz. WE.
Lautf.: Hersegrütte WA-Un, WE-He Zi; Hrse- WE-Wa; Hse- OSCH-Ba De, WE-Strö.
1Hesse f. 1. ‘Kniebug, Sprunggelenk an den Hinterbeinen von Kühen und Pferden’ verbr. – d Hest’n wan doch dick eworn bait Pad JE2-Scho; det Perd hät awwer krumme Hessen ZE-Brä; Rda.: et hat wat n de Hessen ‘jmd., etw. hat Fehler, ist nicht makellos’ Mda-War 31.  2Fessel Fesselgelenk Hacke(n) Sprunggelenk. – 2. ‘starke Sehne an Hinterbeinen von Schlachtvieh’, zum Aufhängen des Viehs beim Schlachten genutzt, 2: Wb-Altm 81, Mda-Ar 24, 3: HA-Ost Som, WA-Un, verstr. Harzv., Id-Quea 158, 4: Mda-Sti 150. – 3. ‘Ferse, Achillessehne’, auch übertr. ‘Fuß’ 2: Wb-Altm 81, 3: Wb-Holzl 104, HA-Oh, Mda-Weg 97, Wb-We* 214, CA-Ca Fö, 4: Serimunt 1930 Nr. 82 – in de Hessen bten vom Hirtenhund, HA-Oh; ist die Deichsel des Einspännerwagens zu kurz, so kricht dat Peerd en Swengel in de Hessen Wb-Holzl 104; Rda.: Jeek weck! Ich träte dich in de Hessen! Drohung, CA-Ca; ick smit di in ‘d Hess’n dass., Wb-Altm 82. – 4. dass. wie  Hessbn, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., JE1-Ge GrLüb.
Lautf.: Hesse vereinz. nbrdb., verstr. mbrdb., verbr. elbostf., vereinz. omd.; Hess verbr. nwaltm., verstr. Altm.; Hessen verstr.; Hätze OST-Id Ucht; HätzGA-Vo, STE-Sta; Hetzen, Hätzen verstr. ö Altm.; Häätzen OST-Gro; Hääße verstr. JE2; Heeße JE1-HWa; Häßen JE2-Pa; Häsen JE2-Fe Schö; [hest] JE2-Scho; Hästn STE-Bin, JE2-Wa. – Gram.: Hess(e), Hätz(e), Hääße, Heeße f.; -n vorw. Pl.; Hessen m. (?) OSCH-Gu, Hessen f. (Sg.?) OST-Ca Me, HA-Uhr, OSCH-Eil, WA-HDo; Hess (4.) n. SA-Dre.