Heurp(en) n., m. 1. ‘Seil, mit dem die Heufuhre auf dem Wagen festgezurrt wird’ 1: SA-Dä, 2: JE2-Za, 3: vereinz. HA, OSCH-Ba, WA-Un, WE-Dar – dat Haö- rp is tau leos (locker) SA-Dä. – 2. dass. wie  Heuhocke(n), 3: JE1-Pre.
Lautf.: Heureep JE2-Za; [haörp] SA-Dä; Hoiraip vereinz. HA, OSCH-Ba, WA-Un, WE-Dar; Heireep’n JE1-Pre. – Gram.: n. belegt SA-Dä; m. belegt HA-Ost, OSCH-Ba.
Hl n. 1. ‘Höhlung’ 3: Wb-Holzl 105 (WA-KlWa). – 2. ‘größerer Hohlraum im Gestein oder in der Erde’ 3: HA-Ost, WA-Un, WE-He. – 3. f. ‘Talmulde, Hohlweg’ 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Hool, Hl; außerdem: [hole] f. Wb-Be. – Etym.: in älteren Quellen, bes. in mitteldeutschen, so viel wie Höhle ( Hle 1.), später davon unterschieden in der Bed. ‘Hohlheit, Höhlung’, vgl. DWB 4.2,1715.
höltern Adj. ‘aus Holz bestehend’, vgl. hölten, 2: JE2-Gü Schön, 3: verstr. sw elbostf., WA-Un, Mda-Ro, 4: Mda-Sti 41, Wb-Ak 68, Wb-Be – ne höltern Botterkelle JE2-Gü.
Lautf.: höltern; außerdem: heltern Wb-We* 215, Wb-Nharz 75; [heltsrn] Wb-Be, helzern Mda-Sti 41, Wb-Ak 68; hälsrn Mda-Ro.
Holtkerse f. PflN ‘wilde Kirsche’, auch die Frucht, 3: OSCH-De, WA-Un, WE-Dar Wa.
Lautf.: Holtkörsche.
Horst 1. f. ‘von Wald bewachsene Erhöhung im Sumpf’ 2: Wb-Altm 85 und 263, Siedler-Je § 360, 3: Wb-Holzl 106, im Gesamtgebiet in FlN vorkommend, vgl. FlN-Ma/Anhalt 66. – 2. f. ‘steinige Bank im Strom’ 2: Elbschifferspr. 411 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 411 (CA-Ak). – 3. m. ‘trockene, unfruchtbare Stelle im Acker’, meist von Unkraut oder Gehölz bewachsen,  Kopp, 3: BE-Gü He, 4: verstr. BE – dor Aggor had an Horschd BE-Il. – 4. ‘einzeln stehendes Grasbüschel’ 3: OSCH-An Ba, WA-Un.
Lautf.: Horst Siedler-Je § 360; [horsd] Elbschifferspr. 411 (STE-Tan); Ho(r)st Wb-Altm 85 und 263; Host vereinz. mittleres elbostf.; [hort] Wb-Be; [hord] Elbschifferspr. 411 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), verstr. BE. Zus.: sonstiges: Kamm-.
hle-hle 1. Lockruf für Gänse, bes. für Gänseküken,  ple-ple, 2: verbr. JE2, JE1-Grü Stei Zi, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. nthür. – 2. Lockruf für Enten,  ftft, 3: WA-Un, WE-El.
Lautf.: huhle huhle JE1-Zi, vereinz. s elbostf. nthür.; huhle huhle huhle verstr. JE2, JE1-Grü Stei; hulle Wb-Nharz 83, Mda-Sti 153; hulle hulle, [hul hul] verstr. JE2, Wb-Holzl 108 (WA-KlWa), WA-Un, Wb-We* 216, BLA-All, Id-Queb 9, QUE-Co; hulle hulle hulle JE2-Ba Kam Schar, BLA-Ha Ti; hülle hülle JE2-Scha.
inkmen Vb. 1. ‘hereinkommen, ins Haus kommen’ 3: OSCH-Ba, WA-Un – hai kann nich inkmen, wäil butten sau vl te daune is WA-Un. – 2. ‘nach Hause kommen’ 3: HA-Oh, Wb-We 57, Wb-Nharz 86 – hei is spte innekemen HA-Oh. – 3. ‘sterben’,  starwen, 3: Wb-Nharz 86. – 4. ‘als Rekrut eingezogen werden, sich beim Regiment einfinden’ 3: Wb-We 57, Wb-Nharz 86.
Lautf.: inkmen OSCH-Ba, WA-Un, -komen Wb-We 57; -kemen HA-Oh; -kommen Wb-Nharz 86.
serbne f. dass. wie  senbne, 2: Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), JE1-Wo, 3: WO-Dru, HA-Ost, OSCH-Ba, WA-Un.
Lautf.: Iserbahne WO-Dru; -boahne Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), JE1-Wo, -bne HA-Ost, OSCH-Ba; -bn WA-Un.
Jrling m. 1. dass. wie  Jrig 1., 2: Id-Altm, 3: HA-Ack Ost, WA-Un, WE-La Zi, QUE-Hau. – 2. ‘einjähriges Kalb’ 2: Id-Altm, 3: BLA-Brau, QUE-Hau, 4: Mda-Sti 25.
Lautf.: Jährling, -link; außerdem: Jaehling Id-Altm.
Kartuffel f. 1. PflN ‘Kartoffel’, auch die Knolle, 2: verstr. ö STE, vereinz. n WO, verbr. s JE2 mbrdb., 3: allg. elbostf., 4: verbr. omd. – Kartoffel’l stechen ‘Kartoffeln pflanzen’ Wb-Ak 85; Kartuffeln planten dass., HA-Oh; d jsd de Gardoffel’l ab BE-Sa; Sprw.: de dummsten Bern hett de dicksten Kartuffeln HA-Oh; Bauernregel für den Pflanztermin: pflanzt Du mich im Mai, komme i glei, pflanzt Du mich im April, komme i wann i will! WE-Dee. – Bei der Ernte wurden die K. mit einem Spaten oder einer Kartoffelgabel herausgegraben, auf größeren Feldern auch herausgepflügt und anschließend von Helfern aufgesammelt; später erfolgte eine Nachlese auf dem bereits abgeernteten Feld; zum Erntevorgang vgl. Wb-Ak 85. Je nach Beschaffenheit wurden sie als Speise-, Futter- und Saatkartoffeln genutzt. Wb-Ak 85. Erst im 18. Jh. begann der Anbau der K. in Altm. und Börde. In der Altm. z.B. finden sich die ersten Kartoffelfelder in den dreißiger Jahren des 18. Jh., vornehmlich auf königlichen Domänen (Essen-nwAltm 30), für Dreileben (WO) wird das Jahr 1785 für den Beginn des Feldanbaus genannt (Wb-Holzl 116). Die zunächst von den Bauern argwöhnisch betrachtete Feldfrucht änderte die Essgewohnheiten, bes. im 19. Jh., erheblich. Fast allabendlich wurden nun Pellkartoffeln zusammen mit Speckstippe, Zwiebeln, Quark oder saurer Milch gereicht. Essen-nwAltm 14, Kost-Ma 75, Volkstum-Ma 97, Heimatgesch-Bad 33. Reim:Des Morgens Kartoffelsupp,
Des Mittags Kartoffelbrei,
Des Abends Kartoffeln ganz
Hier wohnt Kartoffelhans.
Vk-Anhalta 43.
rdappel rdtuffel Tuffel. – 2. Pl. ‘Pellkartoffeln’ – a. in der Verbdg.: afgekkte Kartuffeln 3: verstr. elbostf. – b. in der Verbdg.: obwelle Kartuffeln 3: WA-Un. – 3. ‘dicke Nase’, scherzh., 4: Wb-Be. – 4. ‘Loch im Strumpf’ 3: HA-Oh.
Lautf.: Kartuffel, [kartúfl] STE-Arne Grie, JE2-HBe HSe, verbr. elbostf., vereinz. nthür.; Kartuffele vereinz. elbostf.; Ka(r) tüffel, [ka(r)tüfl] STE-Je, vereinz. n WO, verstr. JE2, JE1-Kö; Kartoffel, [kartófl] STE-Ta, JE2-Alt Bu Pa, verbr. mbrdb., verstr. elbostf. omd.; Katoffel JE1-Ste, Wb-Ak 85; [gardofl] Mda-Fuhne 130 (verbr. BE KÖ DE). – Gram.: m. verstr. CA.