Lobbe f. 1a. ‘großes, zottiges, plumpes Tier’, bes. vom Hund, meist Schimpfwort,  Tle, 3: HA-Ost, vereinz. OSCH, WA-West, verbr. Nharz., 4: Mda-Sti 173. – 1b. ‘alter Hund’ 3: QUE-Hau. – 1c. ‘Hund’, in allg. Bed., 3: OSCH-Har, QUE-Di, Vk-Harz 3,52 (QUE-He Su). – 2. ‘kleines dickes Tier’, auch ‘kleiner, dicker Mensch’,  Pummelfett wi ne Lowwe 3: Wb-Holzl 135.
Lautf.: Lobbe; außerdem: Lowwe, [low] Wb-Holzl 135 (HA-Wa, WA-KlWa), vereinz. OSCH, verbr. Nharz., vereinz. QUE, Mda-Sti 173; Lwe BLA-Ti; Lwe HA-Ost. – Etym.: zu mnd. lobbe, lubbe ‘Manschette; dicke Hand- oder Halskrause; dicke, hängende Lippe; Stockfisch; großer Hund’, vgl. HWb-Mnd* 208. Zus.: zu 1.: Hunde-.
Loddeks m. TiN ‘ Frosch’ 3: WA-West.
Lautf.: Lodeix.
morgens Adv. ‘am Morgen’ 1: SA-Dä, 2: Matthies 1903,12, Kredel 1927,74, Hausfr-Altm 1925,26, JE2-Gü Scho, Mda-nwJe1a 49 (JE1-Scha), 3: HA-Neu Oh, WA-West – Wetterregel: wänn de Sunne morrins s blk (bleich) upjait, dänn rengt JE2-Scho.
Lautf., Gram.: morgens HA-Neu; morjens HA-Oh, WA-West; morrins JE2-Gü, [morins] JE2-Scho; morrens Hausfr-Altm 1925,26; morrns Kredel 1927,74; [m(r)gs] SA-Dä; moarg’ns Matthies 1903,12; Nbf.: [morjrns] urspr. Subst. im Gen. mit proklitischem Anschluss des bestimmten Art. im Gen., MdanwJe1a 49 (JE1-Scha).
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.