K f. 1a. TiN ‘weibl. Rind’ verbr. – hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; … denn hammer so vill Jeld, dassemer uns Kiehe un Färe koofen kenn’n. Wäschke 41920,41; Rda. mit Bezug auf Viehhaltung und wirtschaftliche Bedeutung: De gaude Koh melkt man dörchs Mul. ‘Bei guter Fütterung gibt die Kuh viel Milch.’ Spr-Altm 82; Een Koh deckt’n Disch. a.a.O. 82; Oll Kö’ gew’n Melk, jung Hünner gew’n Eier. Bewohner-Altm 1,345; hat de Deuwel de Kauh ehalt, kann hei dat Kalw ok noch halen HA-Eil; Rda. mit Bezug auf den Menschen und sein Verhalten: Wem de Kauh jehört, fate se bin Schwanz ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ Sprw-Börde; Watt helpt n’n K, wenn s ‘n Emmer vull melkt un sleit’n in’n Dreck ‘Hab und Gut nützen nichts, wenn es vergeudet wird’ Wb-Altm 205; man wart sau olt wie ne Kau un lehrt ümmer noch dertau Sprw-Eils 39; et jift mr bunte keu w eine Zurückweisung einer unberechtigten Forderung gegenüber jmdm., der glaubt, eine verlorene Sache wieder zu erkennen, Wb-Nharz 94; wenn eine Kauh schitt, böert dä andere den Swanz hoch OSCH-Ba; hei kukkt et an w de Kau de ne Dr ‘er ist verwundert’ Wb-We 64; sau old wrd keine Kau WE-Be; Rätsel: et jing in’n Wald un leiht Tellderken fall’n, wat is dat? – de Kauh WO-Schn;Eine Kauh un’n Kalf
Un’n half Kalf half
Un’n Hirsch un’n Reh,
Wuur vell Beine harr’n dee?
Lieder-Ma Nr. 474 (HA-Um);
Kinderreim:Muh, muh, muh!
Raupt uns unse Kuh.
Wai jeeb’m eer det Futter,
Sai jeeft uns Melk un Bodder
Un raupt man immer: Muh!
a.a.O. Nr. 78 (WA-Eg);
Abzählreim:Ich un d, Mil’lersch K,
Mil’lersch sel, das bis d.
Wb-Ak 99.
Wiegenlied:Slap, Kinneken, slap.
Vorn Holte geiht en Schap,
Vorn Holte geiht ne bunte Kauh,
Kummet usen Kinneken tau.
Vk-Harz 3,87 (WE-Schau).
Brauch: In vielen Altmarkdörfern war es üblich, beim ersten Austrieb zu Pfingsten das Vieh zu bekränzen. Dies war häufig mit einem Wettstreit der Hütejungen und Kuhmägde verbunden. Der besten K. der Herde, die zuerst ausgetrieben war, wurde ein von einem Mädchen gebundener Kranz umgehängt. Brauch-wAltm 72f. (SA-Zier, vereinz. GA). Hatte eine Kuhmagd ihre Herde als letzte ausgetrieben, hatte sie allerlei Witze und Neckereien über sich ergehen zu lassen. Gegen Abend suchten die Burschen aus der Herde dieses Mädchens eine K. heraus, die sie schmückten, indem u.a. eine aus Stroh und anderen Materialien gefertigte Puppe auf das Tier gesetzt und befestigt wurde. Diese bunte K. wurde losgelassen und lief unter dem Jubel der Bewohner so lange durch das Dorf, bis die Puppe heruntergefallen oder zerstört war. Erst dann wurde das Tier wieder auf den Hof gelassen. SA-Ch. – 1b. TiN in der Verbdg.: bunte/blinde Kuh ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 2: JE2-Pap, JE1-Bü – blinne Kue JE2-Pap. – 2. ‘alte oder dicke Frau’, Schimpfwort,  Pummel, 2: ZE-Roß. – 3. in der Verbdg.: sitt wie dot up de Koh ‘bittet unablässig um etw.’,  beddeln, 2: STE-Bir.
Lautf., Gram.: K, Koh, Koo SA-Ku Rist Zie, verbr. Altm., JE2-HGö Schö Zo, JE1-Grä Gü Ra Ran; Kouh OST-Thie, ku Mda-Sti 40; Kau(h), [kau], [kao] verbr. nwaltm. elbostf.; Keuseken Dim. Mda-Weg 101; K, Kuh WO-Zi, JE1-Bü Kü, ZE-Roß, HA-Alv, Lieder-Ma Nr. 78 (WA-Eg), a.a.O. Nr. 613 (WO-Ol), a.a.O. Nr. 615 (GA-Se), Vk-Harz 3,94 (QUE-Que), Wb-Be, BLA-All, Vk-Anhalta 32; [g] DE-Ca; Kue, [ku] JE2-Pap, JE1-HLo Stei, verstr. ZE; Kua ZE-Mü; Pl.: [k] JE2-Scho, JE1-Gra HZi Wö; [kö]GA-Bo, CALV-Je Uth Zo; Köh, K, Kö’, [k] SA-Rist Zie, Bewohner-Altm 1,345, verstr. n/mittlere Altm., GA-Da Le Schw, JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), verstr. nw/mittleres JE1; Ke, [k] Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1, ZE-Dor), QUE-Su, Kehe BA-Op; Keh, K Dialekt-Ma 12 (JE1-Güt Schor Walt), verstr. ZE; [kj] Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1, CA-El); kwe Mda-Sti 40; [kje] WO-Col Zi Zie; [ki] SA-Ku, [ki] STE-Bö Je Steg; [köi] SA-Pü Zie, GA-Da Ku, [köi] STE-Bad; [kui] verstr. nwaltm.; Kuü SA-Die; Küehe Heimatkalender-Je 1929,XII (JE2-Vie); Koie, [koi], Käu(h)e, Keu(h)e, [koe] verstr. n/w elbostf.; [koi] SA-Ah GrGe Jü, Keu HA-Oh, Id-Eilsa 70, Wb-Nharz 94; Keuj QUE-Di; Kei(h)e, keie, [kae], [kaie], [kai] WO-Eb Mei, HA-Neu Va, Wb-Nharz 94 (WE-De), vereinz. n CA; Kiehe Wäschke 41920,41, Richter o.J. 7; [g] DE-Ca. Zuss.: zu 1a.: Harz-, Hirsch-, Kalwe-, Kerken-, Lnigen-, Melke-, Melk-, Mtsche-, M-, Ossen-; zu 1b.: Himmelskühchen, Mtsche-, M-; sonstiges: Maikken.
Kknecht m. 1. ‘Knecht, der die Kühe betreut’ 2: HA-Sa, 3: HA-Oh, WE-Be – Rda.: hei hat et ebensau slecht, w en Kauknecht sin Hund … WE-Be. – 2. ‘ Kleinknecht’ 2: CALV-Uth, HA-Sa, 3: GA-Bös, HA-Iv.
Lautf.: KohknechtCALV-Uth, HA-Sa; Kau(h)- GA-Bös, HA-Iv Oh, WE-Be.
Krabbensklapper f. ‘ Klapper, mit der das Kleinkind spielt’ 3: WE-Be.
Lautf.: Krammsklappere.
lang 1. Adj. räumlich, verbr. – a. ‘von vergleichsweise großer räumlicher Ausdehnung in einer Richtung’, auch ‘groß, hochgewachsen’, Gegensatz zu kurz – de lanke Strate Id-Eilsa 75; lange Hsen jifft tau’r Konfirmation HA-Oh; dät Schwn het äwwa än lang’n Schtät (Schwanz) JE2-Scho; Rda.: an lankes En’ne ‘ein langer Mensch’ Wb-Ak 102; lanke Here un korten Verstand HA-Oh; je länger je liewer, je dicker je stiewer sowohl auf den menschlichen Körper als auch auf das männl. Glied bezogen, Sprw-Börde; d word de Elle  lenker w der Krm is ‘der Aufwand ist größer als der Nutzen’ Wb-Ak 102; in komparativen Rda.: lank wie ne BohnenstangeVk-Harz 3,45; lank wie ‘n Riethaken a.a.O. 45; sau lank w de Dch for Johannich HA-Oh; lang wie Alekendorp (ON Alikendorf) QUE-Nei; dee is sau lang wi Lewerenzen sien Junge Wb-Holzl 36; wenn hei sau lang wörre wie dumm, könn’e ut’r Dakrenne supen WE-Be; Sprw.: wer lank hat, lätt lank hängen ‘wer viel besitzt, kann sich viel leisten’ Chr-Em 429. – b. ‘eine bestimmte räumliche Ausdehnung in einer Richtung aufweisend’, Gegensatz zu breit, oft mit nachgestellter Maßangabe – n Meter lank QUE-Di; Rda.: subst. an Lankes un Brtes vorzl’l ‘ausführlich reden’ Wb-Ak 102. – 2. Adv. – a. ‘entlang’ verbr. – an de Wand lang Wb-Holzl 132; … immer de Dorfschtraße lenk nunger. Wäschke 61920,27; an’ne Ihle (Flußname) lang wort fröher recht sumpig JE2-Gü; Rda.: scht de Want lank, denne brkeste keine Tapeten HA-Oh. – b. ‘der Länge nach’ verstr. – hei is lang heneschlahn CA-Fö; dee Turrnips (Futterrüben) weerd von dee Frunslüe … affeputzt unn denn tweimal lang dörchesnädden Hbl-Ohre 1928 Nr. 29/Wöhlbier (HA-Eim). – 3. Adj. zeitlich ‘eine bestimmte Zeit andauernd’, bes. ‘sich über einen größeren Zeitraum erstreckend’ verbr. – et is all ne lange Tt her HA-Oh; Rda.: dat hat noch lange Wle ‘das hat noch Zeit’ a.a.O.; Sprw.: je läng’r de Dag, je kört’r de Föäm (Fäden) ‘je länger eine anstrengende Arbeit andauert, desto geringer wird die Leistung’ Spr-Altm 76.
Lautf., Gram.: lang, [la]; außerdem: lank, [lak] vereinz. nwaltm., verbr. n JE2 mbrdb. elbostf. omd.; lng Mda-Sti 9 und 53; [le], [lek] (2.) verbr. ZE anhalt.; Kompar.: länger Sprw-Börde; läng’r Spr-Altm 76; lenger HA-Oh; [ler] ZE-Kö (3.); länker ZE-Roß, QUE-Di; lenker HA-Oh, Wb-Nharz 114, Mda-Sti 9, Wb-Ak 102; [lekr] (1.) ZE-Kö; [legr] BE-Me. Zuss.: zu 1a.: mter-; zu 2b.: länge-; zu 3.: nse-.
lanzen Vb. 1. ‘in Schwung bringen, antreiben’ 3: Wb-Holzl 132, vereinz. nö QUE – dick will ick lanzen Wb-Holzl 132. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: WE-Be.
Lautf.: lanzen Wb-Holzl 132, WE-Be; lenzen vereinz. nö QUE.
Mken n. 1. ‘Kind weibl. Geschlechts’,  Drn, 1: SA-Ku, 2: vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., JE2-Ba HGö Ki, verstr. JE1, verbr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – Jungens un Mchens Wb-Ak 108; lüttje Mkens HA-Oh; … so lange wie’s Mächens in’n Dorfe jiwwet … Wäschke 4 1920,14; … en hübsches Mäken, mit opige blonne Hare … Rauch 1929,7; Rda.: dat is en gut Mäken, dat kann nich nä segen WE-Be; Wenn de en Mächen wörre, dann wörr’t ‘ne Hure wor’n. von einem sehr nachgiebigen, energielosen Mann, Sprw-Harzvorlg 254; Sprw.: ein Mäken mott ober keine Tüne (Zäune) springen HA-Um; Der leiwe Gott is jedem Mä-ken ‘n Mann schüllig. Spr-Altm 15; Schön Blömen un schön Maeten stn nich lang. Hochzeit-Altm 62; Mä-kens de fleutchet (die flöten, d. h., die vorlaut, wenig zurückhaltend sind) und Heuhner de kreihn, de mot’n bi Tieten et Genicke umdreihen. Chr-Em 431; use Herregott lett nich lichte en junk Mäken vordarben, leiwer lett’e en olen Mann de Frue starben WE-Oster; wer dat Mäken hewwen well, de hol et mit de Mudder HA-Um; wär’t Korn an Wege un de Mäkens op’n Danzbodden taxiert, bedriggt sek selwest BA-Re; Wer dat Mäken vom Danzbodden un den Acker von Ahnewenn (Pflugwendestelle) besieht, de wird allemal bedrogen. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (Hötenslebener Winkel); Wenn en Mäken frien will, mot et en Kuffer vull Knocken (Flachs), en’n Kuffer vull Lennewand un en Botterfatt vull Strümpe hebben. a.a.O. Nr. 25/ohne Verf. (Hö-tenslebener Winkel); Tanzreim:De Kühe kummen, de Ochsen brummen,
De Maechens sollen zu Tanze kummen.
Lieder-Ma Nr. 1017
(Anhalt);
Mäk’n, wasch dik, kämm dick, putz dick scheen!
Kumm, wai woll’ moal noan Danzsaal jehn.
a.a.O. Nr. 990
(WA-Eg);
Kinderreim:Wenn de Mäjens na’n Felle gaht,
Sind se witt un wacker, sind se witt un wacker,
Aber söst se seihn, wenn eck se seih,
Wenn se in Kauhstall gaht,
Könnst ‘ter deck vor vorfehren
(erschrecken). Ausdeutung
des Gezwitschers der Schwalben, OSCH-Schw;
Mken krt de stwe t,
junge drechtn drek rt,
drecht ne op de bre
(Brücke),
de bre de secht knaks!
– fetter Jarke drinkt en Snaps.
Mda-Weg 107;
Hei rum,
Str rum,
ei wi sin de Mächens dumm,
trei’m sich mit de Jungens rum.
Wb-Ak 108;
Neckreim der Jungen:Denkt Ihr denn, denkt Ihr denn, Mächens sin teier?
Finwe for’n Fenk, zehne for’n Zweer, fufzehn for’n Dreier.

Vk-Anhalta 84.
– 2. ‘weibl. Schwein’ – dat is en Mäken 3: Wb-Holzl 140. – 3. ‘Tochter’ 3: Wb-We 85, CA-Ca, 4: Wb-Ak 108 – Unse Mchen heirt. Wb-Ak 108. – 4. ‘Dienstmädchen, Landarbeiterin in einer Bauernwirtschaft’,  Magd, 2: Wb-Altm 131, OST-Kru, JE2-De, JE1-Gö Ka, 3: vereinz. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: verstr. anhalt. – … hei harre sick ok balle ‘n Meeken anneschafft. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: Mäk(e)n, [mk()n] vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., JE2-Ba De Ki, verstr. JE1 ZE, verbr. elbostf., vereinz. anhalt.; [mk] SA-Ku, OST-Wal, WO-Zi, ZE-Kö; Me(e)ken JE1-Ka, verstr. sw WO mittleres/s HA, WA-HDo Re, QUE-Di, BA-Rie; Mäcken WA-Ste, QUE-Wed; Mägen OSCH-Eils, [mgn] BE-He; Mäjen, [mjn] Id-Eilsa 77, OSCH-De GrQue Schw, KÖ-Wo, DE-Ca Ro; Maeten Hochzeit-Altm 62; Mädchen OST-Ucht, JE1-Kü Wö, ZE-Eich Lu, vereinz. elbostf. anhalt.; Mä(ä)ch(e)n, Maechen, [m()n] JE2-HGö, JE1-Kra Schor, verstr. ö/s ZE, Sprw-Harzvorlg 254, vereinz. s elbostf., verstr. nthür., verbr. anhalt.; Maichen BLA-Sti; mchen Mda-Sti 27. Zuss.: zu 1.: Harfenmädchen, Mords-, ster-; zu 4.: Kinder-, Ladenmädchen, Lehrmädchen, Nei-.
Mt(e) n., f. 1. ‘genormter Gegenstand zum Messen’ 3: vereinz. elbostf. – a. zum Messen des Fassungsvermögens, Messgefäß, 2: Bewohner-Altm 1,350, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 24 – dat Maat hat ‘n Lock HA-Bee; Sprw: wenn dat Mt vull is, sau geit et öwer Wb-We 87. – b. zum Messen der Länge, Metermaß 3: Wb-Holzl 139, HA-Oh, Id-Eilsa 78 – haste mne Mte nich lijjen sein? HA-Oh. – 2. ‘Maßeinteilung, Skala’ – d is ne Mte in 2: JE2-Scho. – 3a. ‘Messgefäß von einem Liter Inhalt’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 111. – 3b. ‘Maß zum Wasserschöpfen’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verbr. brdb., 3: verbr. elbostf., 4: verstr. nthür., BE-Gier. – 3c. ‘hölzernes Schöpfgefäß mit senkrecht nach oben stehendem Griff’,  Stunz(en), 2: SA-Stap, 3: HA-Sie. – 3d. ‘Trinkgefäß’, bes. für Bier, 2: Wb-Altm 134, 3: vereinz. elbostf. – n’ Mt vull Beier HA-Oh. – 3e. ‘hoher, runder Korb der Köhler’ 3: Wb-Nharz 124 (BLA-Neu). – 4a. ‘Hohlmaß von ca. einem Liter’ 3: BA-Re, 4: Wb-Ak 111. – 4b. ‘Hohlmaß von einem halben Liter’ 2: Dialektgeogr-Elbe/Saale 120 (ZE). – 5. Pl. in FlN, urspr. ndl. Ackermaß, vgl. Siedler-Je § 350, FlN-Ma/Anhalt 61f., Spr-Elbe/Saale 149f., 2: verstr. w Altm., vereinz. ö Altm., verbr. JE2 JE1, 3: verbr. w JE1, CA-GrRo, 4: FlN-Ma/Anhalt 62 (BA-Gü), verbr. ö anhalt. – 6. ‘durch Messen ermittelte Größe’ 2: Wb-Altm 134, Matthies 1903,10, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Mße n’m Wb-Ak 111; … Un matt dean Groab’n sien Moat … Matthies 1903,10; Rda.: ick will’n schon de Maße nähm ‘ich werde ihn verprügeln’ Spr-Asch 17; dat Mä- ken hat en Mas win Brabender (Pferderasse) ‘das Mädchen ist sehr dick’ WE-Be. – 7. ‘angemessene Menge, Zeit, Norm’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 139, HA-Oh, Wb-Nharz 124, 4: Mda-Sti 24, Wb-Be – Mt helen (halten) HA-Oh; uszermszen ‘außerordentlich’ Mda-Sti 24; Rda.: tr kennt je kn Ms ‘er ist maßlos in seinem Verhalten’ Wb-Be; dee wett sine Mate nich dass., Wb-Holzl 139; narjens ne mte fon hebben ‘nichts richtig abschätzen können’ Wb-Nharz 124; Ick kaom wol nich to Maot ‘Ich kam zu einer unpassenden Zeit’ Wb-Altm 134; All’s mit Maten, sä de Bur, do soop he en Kann Brannwien ut. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Alln’s mit Maoten! sä de Sni(d)er, un slg sin Fru mit d’ Ell. Wb-Altm** 46; Sprw.: De lang slöppt un drall löppt kümmt doch to Maot (zur rechten Zeit). Wb-Altm 275.
Lautf., Gram.: Maht, Ma(a)t, [mt] SA-Dam GrAp, STE-Kl-Schwa Sto, CALV-Uth, WO-Co San We, JE2-Red, JE1-Prö, verbr. elbostf.; Maten Dat. Pl. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Maot, Moat, [mt] vereinz. nwaltm., verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. elbostf.; Maoten Dat. Pl. Wb-Altm** 46; Moht, Mo(o) t verstr. ö Altm. JE2, JE1-Ist Pa; Mot JE2-Vi; Mät WE-Velt; Möht OST-Kö; Maß, Mas vereinz. Altm., verstr. mittleres/s JE1 ZE, vereinz. n elbostf., verstr. s elbostf., vereinz. nthür., Serimunt 1932 Nr. 65, KÖ-Bre; Maße Pl. Spr-Asch 17; Moaß, Maoß ZE-Ra Ser, CA-Egg Ra, Mß, [ms] vereinz. anhalt., Moas ZE-Ned; Mohß BLA-All, msz Mda-Sti 24; f. belegt: Maht (3b.) GA-Hö, Mat (3b.) WO-He; Moat, Maot (3b.) SA-Win, OST-Hö, STE-Ri Schi, JE1-Plö; Mate, mte (nur 1b., 6., 7.) verstr. elbostf.; [mt] (2.) JE2-Scho; Mße (6.) Wb-Ak 111; msze (6.) Mda-Sti 24. Zuss.: zu 1.: Hk-, Mter-, gen-; zu 3.: Hl-, Lter-; zu 7.: Kinder-.
Nwer m. ‘jmd., der in jmds. unmittelbarer Nähe wohnt’ verbr. – ik j rüm bain Nwa JE2-Scho; dor Nabbor hilfd uns schonn mid DE-Ca; … sau komm’n wie mit keine Nahwers in Striet. Rauch 1929,4; Sprw.: Jeder frei sin Naowers Kind, dänn weet hei, wat hei finn’t. Bewohner-Altm 1,333; köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; en gun Nawer is besser als en slechten Vorwandten WE-Be; En Nawer bi de Hand is besser wie en Fründ öwwer Land. Sprw-Harzvorld 374; … tho synes neybers huss … 1443, StB-Neuhaldensleben 481.
Lautf.: Na(h)wer, [nwr] vereinz. nwaltm. SA n OST s Altm., JE1-Zep, verbr. n elbostf. OSCH, verstr. s/ö elbostf.; Nawor OSCH-Wu; Na(h)ber SA-Hen, vereinz. Altm., JE1-Mö Ro, verstr. w elbostf., verbr. WA, vereinz. sö elbostf., QUE-Frie; Na(h) bar STE-Ba, vereinz. elbostf.; Na(h)bor JE1-Try, WE-Mi Sa, BA-GrAls; Nabe WE-Be; Nao(h)wer, [nvr] verstr. nwaltm. Altm., vereinz. n elbostf., WE-Re, QUE-Di, CA-Eick; Naowär HA-Uep; Naowor OST-Id; [nwa] JE2-Scho; Naowe, [nv] SA-Dre We, vereinz. Altm.; Nao(h)ber vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-Go Scha, JE1-Bü Da, verstr. s GA, WE-Re, QUE-Hau, CA-Egg; Nao(h)bar SA-Ost, STE-Ga; Naohbaor OST-Drü Hö, OSCH-Nei; [naow] SA-Dä; No(h)wer vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., JE2-Schö, JE1-Gü; Nowär SA-Pe; Nowe GA-La; No(h)ber vereinz. mittlere/ö Altm., JE2-Fi NeuWa Wu; Nobar JE2-Red; Nobe JE2-Kl; Napp(e)r, [nap()r] verstr. sw JE1 ZE, vereinz. sw elbostf., verstr. sö elbostf., vereinz. nthür., verstr. anhalt.; Nappor, [napr] ZE-Buk Kö, KÖ-Wö; Nabber JE1-Ho, verstr. ZE, CA-Ca, BE-KlMü, vereinz. anhalt.; Nabbar JE1-Lei, BA-Ba; Nabbor, [nabr] ZE-Dü, BE-He, verbr. anhalt.; npper Mda-Sti 36; Nachbar vereinz. nwaltm. Altm., verstr. JE2, JE1-Wer, vereinz. w JE1 elbostf., CA-Lö Sa; Nachba JE2-Scho; Nachbaor vereinz. Altm. n JE2, verstr. s JE2 JE1, HA-Hi, QUE-Co, CA-Eick Salz; Nachbor OST-Fle, GA-Mie, WO-Ri Ütz, JE2-Reh See, vereinz. JE1; [nabr] BE-Gü, Nachborr WE-El; Nachboer STE-Je; Nachber DE-Bo; Naochbar JE2-Mö, JE1-Wo; Naochbaor vereinz. s Altm.; Nachwer HA-Sie.
Osse m. 1. ‘kastriertes junges männl. Rind’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb. n mbrdb., verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – d Osse het tw Höäna JE2-Scho; dai Oss wrd anschpannt tum Treckng SA-Dä; Rda.: dumm w’n Osse HA-Oh; stiert wie so’n Osse Vk-Harz 3,46; brüllt as’n Os ‘weint laut und heftig’ SA-Ben; sau grde, w de Osse pisset Bemerkung, wenn jmd. in Schlängellinie geht, HA-Oh; de hat sau veel Gefühl als wenn’n Ossen in’t Höörn knippt HA-No; da steit de Osse an Brge ‘jmd. ist völlig ratlos’ WE-Be; dor schdd d, w dor Ogse forsch naie Dor dass., DE-Ca; witt woll’n Ochsen brot’n Bemerkung, wenn jmd. ein zu großes Feuer unterhält, BA-Ha; Hü’! Ossen, dremmelt ju nich, sä de Köster to dänn een’n Ossen, dänn’r vör’t Plog har. Bewohner-Altm 1,354; Sprw.: en Ossen un’n Feuer (Fuhre) Mess sall’n ut’n Wä gn WE-Be; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; wat kann man von’n Ossen völangen as en Stück Rindfleesch von einem groben, ungehobelten Menschen, OST-Möl; wär kann’n Ossen dat Bölken vorwehr’n HA-No; Wat weet de Os van’t Jöck, wenn’r nich treckt hät. Bewohner-Altm 1,354; wer keinen Ossen hat, dne kann kein det gn HA-Oh; wat de Osse innen Buke hat, hilpet mittrecken WA-Hak; In’n Oss hört (gehört) Str in’n Brn hörn Röwen (Rüben). Wb-Altm 269; ‘s word mannijer Okse jeschlacht, w mor kn Vart’l von krt ‘von vielen Dingen hört man nichts, bekommt man nichts ab’ Wb-Ak 123; Rätsel: wievöl Ossen werden im Jahr geborn? – garkein! SA-Gü; wo hat de Oss d’ meist Flesch? – twüschen Kopp un Swanz. STE-Wa; Reim:Dän Ochsen jifft dat Woat’r Kraft,
Dän Jüngling Bair un Räb’nsaft;
Drum, Freundchen, drinke Bair un Wien,
De Deuw’l wollt’e Ochse sien.
Lieder-Ma Nr. 695 (WA-Eg).
Btling Bulle Jungosse Landosse Ossenkalf Str. – 2. ‘Zuchtstier’,  Bulle, 2: SA-Jeg, OST-Ren, GA-Jä, JE1-Scha Stei, ZE-Wö, 3: HA-Uhr, vereinz. s elbostf., 4: BLA-Sti. – 3. ‘dummer, begriffsstutziger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 2: ZE-Roß, 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 123, Wb-Be, DE-Ca – bass uff d Ogse, w de hinlfsd DE-Ca.
Lautf.: Osse, [os] verstr. s Altm., vereinz. n JE2, verbr. mittleres/s JE2 JE1, verstr. n ZE, ZE-Stre, verbr. elbostf. (außer CA), Mda-Sti 14; Oss, [os] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., JE2-Neu Reh, Wb-We 96; Osso OST-Pe; [s] GA-Da, JE2-Par; [s] SA-Rist, Mda-Ar 29; Ochse, [oks] OST-Ar Ren, vereinz. n GA, JE2-Jer, vereinz. w JE1, JE1-Zie, verstr. s ZE, BA-Rie, verbr. n CA, verstr. omd.; Ochsen Dat. Sg. Lieder-Ma Nr. 695 (WO-Ol); [ogs] verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca). Zuss.: zu 1.: Hand-, Jung-, Land-, Lnigen-, Ln-, Mast-; zu 3.: Heu-, Hrn-, Meisterochse.