Bank f. 1. ‘bes. aus Holz bestehende Sitzgelegenheit, die mehreren Personen nebeneinander Platz bietet’ 1: SA-Dä, 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – ...; Knecht un Möllergesell seeten vor d’ Dör up d’ Bank, ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Un uff de Straaß’n daa waar’n ville Bud’n un Dische un Bänke uffjeschtellt ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: dorch de Bank ‘durchweg’ WE-Dee; op der fulen Bank liggen Wb-We 13; uf de lanke Banke schau’m ‘eine Angelegenheit hinauszögern’ Wb-Ak 31; fällt nich ohne Vortel von de Bank von jmdm. gesagt, der klug ist und schwierige Aufgaben erledigen kann, Vk-Anhaltc 104. – In den Stuben der Wohnhäuser waren urspr. ringsum rot gestrichene B. aus Holz an den Wänden angebracht. Derartige B. finden sich noch vereinz. in den Wirtshäusern. Spr-Mab 386. – 2. ‘angehäufelte Reihe’, bes. von Heu, 2: Mertens 1899,32, 3: Wb-Nharz 20, 4: Wb-Ak 31, verstr. w BE, Wäschke 41919,31 – ’s Hei in Benke machen Wb-Ak 31; ne bank holt Wb-Nharz 20. –3. ‘Spargelbeet’ 3: vereinz. s OSCH n WE.
Lautf., Gram.: Bank, [bak] SA-Dä, verstr. Altm., ZE-Göd, verstr. w elbostf., vereinz. w anhalt.; [bag] verstr. w BE; Banke, [bak] WO-Ri, Mda-nwJe1b 65 (JE2-HSe), JE2-Ma, verstr. JE1 ZE ö elbostf., Wb-Ak 31; Bänke Pl. Mertens 1899,32, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Krause 1964,12; [pake] Wb-Be; pnk Mda-Sti 9.
Batze(n) f., m. 1. ‘größerer Klumpen’, auch ‘Haufen’ 2: Wb-Altm 254, 3: verstr. w elbostf., Sprw-Börde, 4: Mda-Sti 127, Krause 1964,136, DE-Ca – n’ Batzen Dreck an de Schau HA-Oh; en batsen mes (Mist) Wb-Nharz 22; Wohin mit die zwee Batzn Fleesch? Krause 1964,136; datt is all n Batz Wb-Altm 254. – 2a. ‘aus Lehm geformter, luftgetrockneter Mauerstein’ 3: Sprw-Börde, WE-Dee – Rda.: kricht Infälle wie’n olles Hus ut Batsen a.a.O. – 2b. ‘Brikett’ 3: Wb-Holzl 59. – 2c. ‘Rasenscholle’ 4: BE-Grö, DE-Pri. – 3. ‘größere Menge’ 2: Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.), 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, Krause 1964,83 – eine Patze Schnee WE-Dee; ... brachtnn immer ’n janz scheen’n Batzn Jeld mank de Finger. Krause 1964,83. – 4. ‘Flicken’ 3: vereinz. n/w elbostf. – n’ Batzen in de Hse setten HA-Oh; ein Batze sitt op den andern Wb-We 13.
Lautf., Gram.: Batz(e)n, batsen, [batsn] verstr. elbostf., Krause 1964,83 und 136, DE-Pri; Batzen Akk. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); [badsn] DE-Ca; Batze (4.) m. Wb-We 13; Batze, batse (3.) f. vereinz. sw elbostf.; Batz Wb-Altm 254, Wb-We 13; Patzen, [patsn] WE-Dee, Wb-Be, BE-Grö; Patze (1.)/( 3.) f. WE-Dee, Wb-We 100; ptzen Mda-Sti 127. – Etym.: wohl Abl. vom heute veralt. Vb. batzen ‘zusammenkleben’, das, älteres *back(e)zen vorausgesetzt, als Intensivum zu backen im Sinne von ‘kleben’ gelten kann, vgl. Pfeifer 1989,132.
b verbr. I. Präp. – 1. räumlich – a. zur Bezeichnung der Nähe von etw., jmdm. – bn hse Wb-Nharz 26; sai stait b ’n Fer WA-Un. – b. zur Bezeichnung der direkten Berührung, Verbindung – Lock bä Lock STE-Schi; d Schtrke (weibl. Rind) wa no nich bain Bulln JE2-Scho; b’n Koppe krn HA-Oh; Rda.: dat geit mi bit an’n Kraog’n ‘das wird für mich gefährlich’ Wb-Altm 115; ’n beis Schlafittchen n’m ‘jmdn. fassen’, auch ‘jmdn. zur Rechenschaft ziehen’ Wb-Ak 118; Sprw.: wn de kau hrt, d ft’se bn schwanze ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ Wb-Nharz 27. – c. zur Bezeichnung des Lebens- und Arbeitsbereichs von jmdm. – bäi uns to Hs Nd-KlWu 16; bi fremmen Lüen WE-Dee; Ich bleiwe bei mei’n Vter w’n. Wb-Ak 33; Bi’n Dokter dao mütt ‘r noch beestig lang lu’rn. Pohlmann 1905,23; Jerade en Jahr spehter, wie der Junge hier bei’n Koofmann ... in de Lehre jekommen war ... Heese 21919,9. – d. zur Bezeichnung des eigenen Bereichs – Rda.: bi sick sin ‘bei Verstand sein’ Wb-Altm* 50. – e. ‘zu’, vorw. in Verbdg. mit Verben der Bewegung zur Kennzeichnung des Ziels der Bewegung – bmek ‘zu mir’, Zuruf an Hunde, Mda-Weg 87; ... mor jehn nu erscht ehma alle bei uns ... Alt-Cöthen 15; ... jehnse mantema num bei’n Harr Pfarrn ... Wäschke 61915,12; ’n Daach secht’n, wenn’n bi Lü’ kümmt Wb-Holzl 63. – 2. zeitlich – a. zur Bezeichnung eines Zeitpunktes oder einer Zeitspanne – b Daoch SA-Dä; b mnder tt ‘zu meiner Zeit’ Wb-Nharz 27; b Winterstt HA-Oh; bi Schuren ‘zeitweise’ Wb-Holzl 63. – b. zur Bezeichnung der Gleichzeitigkeit mit einem weiteren Geschehen – Ich wr jerse beis Abwaschen, we km. Wb-Ak 33. – 3. modal, zur Angabe der Begleitumstände, auch mit kausalem oder konditionalem Nebensinn – Ik wodd bäi de Hitt hällisch möh. Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Rda.: b Nacht un Nbel ‘heimlich’ HA-Oh; bi Weje sien ‘rüstig sein’ Wb-Holzl 63; b kasse sn ‘genügend Geld besitzen’ Wb-Nharz 27; noch nich ganz bi Welt sien ‘noch benommen sein’ Wb-Holzl 63. – 4. in Bezug zu jmdm., etw.: ‘betreffs’ – Sprw.: bi Kälwer un lüttje Kinder mott’n de Maate wetten ‘Erwachsene dürfen in Bezug auf Kinder und Jungtiere nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ HA-No. – 5. zur Bezeichnung einer bestimmten Beziehung zu jmdm., etw. – hei wr der haupter (Anführer) b de sache Mda-Weg 96; Rda.: et Kind bi’n rechten Namen nennen ‘etw. ohne Beschönigung aussprechen’ Sprw-Börde. – 6. zur Bezeichnung eines Geschehens, Vorgangs bzw. der Beteiligung an etw. – wei sint bn dreschen Wb-Nharz 27; beis Schlachten un Backen ward de Molle vurjeholt Serimunt 1929 Nr. 46; Sprw.: weck’rn bit Brotbacken Deeg an’n Finger hack’n bliwt, is giezig Spr-Altm 52. – II. Adv. Kurzform von  drb, vereinz. – dichte bi Wb-Holzl 63; d is nischt b te mken Wb-Nharz 122; dao nusselt h all tw Daog bi un wt nich farig. Wb-Altm 148; da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee.
Lautf. (auch in Verbdg. mit Zuss.): bie, b verbr. nwaltm. w/mittleres SA, vereinz. n SA nw OST w GA, verstr. s Altm. (außer s STE), verbr. elbostf.; p Mda-Sti 17; bei, bai verbr. ö SA w OST n/mittleres GA, vereinz. STE, verstr. JE2 mbrdb., vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; [pai] Wb-Be; be-i GA-Wo, ZE-Kö; bäi, [bi], [bäi] Bewohner-Altm 1,331, verstr. mittlere Altm., vereinz. mittleres/s JE2, Mda-Ze (ZE-Gro); bäj OST-Möl; STE-GrMö Schi; ba BA-Ha, Spr-Asch 34.
bicken Vb. 1. ‘mit etw. hacken, hauen’ 3: vereinz. elbostf. – feste bicken ‘eine fest gewordene Erdschicht lockern’ Wb-Holzl 64. – 2. ‘einen schlagenden, klopfenden Laut hervorbringen’ – de r pickt 2: Wb-Altm 154. – 3. ‘mit dem Schnabel hacken’, bes. ‘die Eierschale von innen aufhacken’, von schlüpfenden Küken, 1/2/3: vereinz. nd., 4: Wb-Be – de Küken hätt all ebicket HA-Bee; de Specht pickt an den Bm Wb-Altm 154. – 4. ‘zerspringen, aufgehackt werden’, bes. von Eiern, aus denen Küken schlüpfen, 1/2/3: verstr. nd. – dai Aia hem’m all bickt SA-Dä. – 5. ‘dünn, abgenutzt, fadenscheinig werden’, von Kleidung, 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 17, 3: Id-Quea 144, 4: Wb-Be – de Rok bikkt Id-Quea 144. – 6. ‘hervorkommen’, in Bezug auf Pflanzen: ‘keimen, sprie- ßen’ 2: STE-Schi, 3: WE-Dee, Wb-We* 202 – Rda.: de Hn (Hörner) bicken all wird zu einem bockigen Kind gesagt, STE-Schi.
Lautf.: bick(e)n, [bik]; außerdem: [big] GA-Da, JE2-Scho; pick(e)n, [pikn] Wb-Altm 154 (2., 3.), verstr. JE1, Mda-sJe1 12 (ZE-Göd), Wb-Holzl 154, Wb-Nharz 145, Wb-Be.
blwen Vb. 1. ‘eine Stelle, einen Ort nicht verlassen’ verbr. – ik blwe b dick HA-Oh; ... de Mäde un Knechte bleimn oo nich heeme ... Alt-Cöthen 60; wei blion bn up’n Böön STE-Ost; ... wue sülln dänn de Lüede bli’en ... ‘wo sollen die Leute denn hin’ Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Sprw.: Jeder bliewe op sien’ Meß. Vk-Harz 3,58. – 2. verbr. – a. ‘einen Zustand, eine best. Eigenschaft beibehalten, bewahren’ – blf munter WE-La; ... daß de Kinder jesund bleiben sollen ... Richter o.J. 8; De bliwt hier ligg’n ... Matthies 1903,33; et blift nich immer un ewich sau Sprw-Börde; Awwer o de Mannßen blemn nich ruhig ... Wäschke 61915,26; d müst schrun lan (schreiben lernen) süss bliffste däömlich JE2-Scho; Sprw.: As’t west is, sall’t bliw’n. ‘Die alten Sitten sollen beibehalten werden.’ Bewohner-Altm 1,366; de Bur blifft en Bur unn wenn he schleppt (schläft) bett Middag HA-Va; wer schrift, dei blift ‘wer etw. schriftlich fixiert, kann sich später (zu seinem Vorteil) darauf berufen’ WE-Dee. – b. in der Verbdg. blwen lten ‘unterlassen’ – lt dat blben HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: nicht (mehr) bleiben ‘nicht (mehr) trächtig werden’ 4: vereinz. anhalt. – 4. ‘als Rest übrig bleiben’ vereinz. – et is noch en Happen in de Schöttel eblebbn WE-Re.
Lautf., Gram.: bliw(e)n, [blv()n] Wb-Altm 20, Bewohner-Altm 1,366, SA-See, verbr. OST n STE, WO-Ucht, JE2-Pap Zo, JE1-Pa, ZE-Steu; blieb(e)n vereinz. w/mittlere Altm., WO-Mahl, JE2-Ba KlWul, ZE-Na, verstr. elbostf., vereinz. nthür.; plb’n Mda-Sti 17; [blb] Id-Eilsa 53; blbm QUE-Di; bliem’n JE1-Grä; blie’m, bliem, [blm], [bl] verbr. nwaltm. w/mittlere/s Altm., vereinz. STE, JE2-Ste, verstr. ZE, WO-HWa, Wb-Holzl 65, vereinz. n BA n CA; blüm SA-Net; [blun], [bln] STE-Je Steg, Siedler-Je § 143a (n/w JE2 nw JE1), Mda-nwJe1a 45 (JE2-HSe, JE1-Ih Pa); blion, [blon] STE-Bö Ost; bli’en, [bln] STE-Sa, vereinz. ö JE2 (außer nö); [bln] Siedler-Je § 143a (sö JE2), Nd-KlWu 18; bleiben QUE-GrSchie, vereinz. anhalt.; bleimn Wäschke 61915,26, Alt-Cöthen 60; blei’m, [blai] ZE-Roß, Wb-Ak 37, DE-Je; [plai] Wb-Be; blaben Spr-Asch 28; 3. Sg. Präs.: blif(f)t, bliw(w)t, [blift] verbr. nd.; blwet ZE-Kö; plwet Mda-Sti 48; bleiwet ZE-Roß, vereinz. DE; bleibet BE-Ge; Imp. Sg.: blief, blf, bliew SA-Dä, Nd-KlWu 19, verstr. elbostf.; bliff WE-Zi; plip Mda-Sti 17; bleib Vk-Anhaltc 78 (vereinz. anhalt.); 1./3. Sg. Prät.: blf, blw, bleew Wb-Altm 20, Pohlmann 1905,5, verstr. ZE; bleech Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); [blef] QUE-Di; bläf Mda-Ro; ble-if Wb-Nharz 29; bleif, blaif, bleiw Volksspr-Altm 92 (SA-Se), verstr. elbostf.; blebb, [bleb] Wb-Ak 37, DE-Ca; plep Mda-Sti 30; blib, [blip] Mda-Ze (ZE-Roß), Krause 1964,87; 3. Pl. Prät.: blbm QUE-Di; ble-un JE2-Gü; bleiben Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim); bleiften Vk-Harz 3,25 (BLA-Be), Wb-Nharz 29 (BLA-Hü); blai’m Wb-Holzl 65; blebben Wb-Nharz 29; blemn Wäschke 61915,26; [ble] DE-Ca; blim’m Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); Part. Prät.: ble(e)wen Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), Pohlmann 1905 ff.,120; eblben WE-He; eblebn HA-Oh; eble’m Wb-Holzl 65 (HA-Eil); [jbl] Dialekt-Ma 4 (JE1-Walt); bläw’n Wb-Altm 20; bläeven STE-Da; gibläben JE1-Mo; blem Volksspr-Altm 92 (SA-Se); [bla] Dialekt-Ma 4 (verbr. mittleres/s JE1); [jbla] verstr. ZE; [blun] JE2-Scho; [bln] Mda-nwJe1a 45 (JE2-HSe, vereinz. nw JE1); [blai] SA-Dä; blebben WO-Ma; eblebb(e)n verstr. mittleres/s elbostf.; jeblebben Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); eblebbm QUE-Di; eblem’m, [ble] Wb-Holzl 65 (WA-KlWa), Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA); geblemm, je-, -blem’m, [jble] ZE-Roß, vereinz. anhalt.; [jbli] Mda-Ze (ZE-Roß).
Brittken m. ‘kleiner Handbohrer’ 1: SA-Pü, 2: Wb-Altm 13, vereinz. SA, OST-Har Le, 3: WE-Dee, Hbl-Nharz 1929 Nr. 5 (WE-Rho).
Lautf.: [boritkn], [boritk] vereinz. SA, OST-Har; [boridk] SA-Pü; Borittchen WE-Dee, Hbl-Nharz 1929 Nr. 5 (WE-Rho); [britk] SA-Lüg; Baorittch’n Wb-Altm 13; Baritkem OST-Le.
Brtscher n., m. ‘Glockengeläut während der Trauung’ 3: HA-Oh, WE-Dee.
Lautf.: Brutschuer, Brtscher.
Bucker m. 1a. ‘kleiner Junge’ – son’n lüttjen Bucker 3: HA-Oh. – 1b. ‘Junge, Bursche’, abw., 4: Mda-Sti 131. – 2. ‘alter, lächerlicher Mann’, abw.,  Clown, 3: WE-Dee. – 3. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 2: SA-Ban Im.
Lautf.: Bucker; außerdem: pker Mda-Sti 131.
1Ber m. 1a. ‘(Groß-)Bauer, Landwirt, Besitzer eines Bauernhofes’ verbr. – Die B. hatten freie Verfügungsgewalt über ihren (Erb-)Besitz, Abgaben und Belastungen lagen allenfalls auf dem Hof, nicht auf der Person des B. Da sie die größten landwirtschaftlichen Nutzflächen (um 1900 bis zu Größen von über 70 Morgen in der Altm., über 100 Morgen im Unterharz und in der Börde, wo sich sogar Höfe bis zu einer Größe von 400 Morgen fanden) und als Einzige ein volles Pferdegespann (Vollspänner: 4 bis 6 Pferde) besaßen, bildeten sie die Oberschicht. Wohlhabende B. arbeiteten nicht mehr selbst mit, sondern leiteten den landwirtschaftlichen Betrieb von einem im Anwesen eingerichteten Kontor aus. Nur sie durften als B. bezeichnet werden, im letzten Drittel des 19. Jh. gingen sie selbst zur Bezeichnung Ökonom über. Unter ihnen standen in der sozialen Hierarchie die Dreiviertel-/Halbhüfner und Halbspänner sowie die Kossaten (vgl. ausf. Ktste(r)) und Grundsitzer, die über wenig oder nur gepachtetes Ackerland verfügen konnten. vgl. u.a. Knechte-nwAltm 5, Vk-Altm 50, Alltag-Börde 14 f., 403, Volkstum-Ma 36, Vk-Unterharza 41. – de grte Ber ‘der Besitzer eines Bauernhofes’ Wb-We 24; bie de groten Bure wärt disse Arbeit in Akkort e’makt HA-Neu; d Mut (Magd) dnt bain Ban JE2-Scho; Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; en Buer mutt feste mit taufaat’n, der kann nich blot mit’n Handschtock jahn WA-We; Slimm genogt, dät de Bure nich to ville Insicht häm ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Bei den eenen (gemeint ist eine Gaststätte) waren der Farre un der Kanter un der Schulze un de Bauern ... Heese 21919,101; Zundert alleweile hat je wo jeder Bauer seine Jagd ... Wäschke 61915,24; Rda.: den Buren up’n Aeddelmann setten ‘nach Wein Bier trinken’ Id-Altm; dat willt nu mal Engels weeren, sää de Paster, dunn leigen sebben besoopene Buren undern Disch HA-No; Sprw.: Sommerroggen un Ziegenmeß freten den Bur’ as he is. ‘Beide ruinieren den B., weil der Sommerroggen den Boden auszehrt und Ziegenmist nutzlos ist’. Spr-Altm 87; Tanzlied:Alleweil sin de Bauern lustig,
Alleweil sin de Bauern froh,
Alleweil kost’ der Weizen fuffzig
Un zwee Groschen das Bund Stroh.
Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu);
von den anderen sozialen Schichten des Dorfes streng geschieden, entwickelte sich ein eigenes Standesbewusstsein, dem bes. im Selbstbild best. Eigenschaften zugeordnet werden: Sprw.: ein Bur kann nich artreckt (erzogen) wern, dei mot geboren sien WO-Gu; de Hoff stärvt nich, blot de Buurn stärven OST-Sta; Wenn man ainen Buren opp de Töne (Zehen) tritt, denn hinkt dat ganze Dörp. Wb-Holzl 35; Wer’n Bur’n bedregen will, de mütt fröh upstaohn. Bewohner-Altm 1,325; de Buur de up sien Vee nich acht, de acht sick sälwest nich OST-Sta; Hat de Bure Geld, denn hat’t de ganze Welt. ‘Eine gut gehende Landwirtschaft, sichert auch den Wohlstand eines Landes.’ Chr-Em 428; das Bestreben, dieser Stellung auch äußerlich Ausdruck zu verleihen, regt zu Spott an: Rda.: Dät versteiht sich, sä de Bur, dao sprak’r hochdütsch. Bewohner-Altm 1,325; Een Bur woll ook väörnehm sind, häi slep bet half Naomiddag. a.a.O. 1,324; Sprw.: Bure blifft Bure un wenn hei slöpt bet Middag HA-Bee; n slächten Buan, de nich prohlen un stähn (stöhnen) kann, je nohdem wiet anbracht is STE-KlMö; In Gedanken frt de Br k in’t Kutsch. wird gesagt, wenn sich jmd. Illusionen macht, Wb-Altm 205; Bur is keen Eddelmann. Bewohner-Altm 1,324; andererseits wird den B. Eigennutz, Geiz und übermäßiges Gewinnstreben nachgesagt: Rda.: Ei is Ei, sagte de Bur, dunn bracht’r ’n Preister ’n Sperlingsei. Spr-Altm 87; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Sprw.: Wenn de Bure fon Je’m höört, dat is als wenn de Slach ön röört. Wb-Holzl 35; Wenn de Bur spar’n will, denn fängt’r bäin Köster un Prester an. Bewohner-Altm 1,324; ’ne Arme kann man ebenso argern as ’ne Rieke sagte de Bur, as he nach Geld freiete. Spr-Altm 87; Wenn de Köh’ god togaohn un de Fraun’s god afgaohn, denn kann de Bur bestaohn. ‘Wenn die Rinder gut gedeihen und die Ehefrau stirbt, kann der Bauer (durch eine erneute Heirat einer vermö- genden Frau) seinen Reichtum mehren.’ Bewohner-Altm 1,324; ebenso gilt der B. als dickköpfig und bequem: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; ehe der Bure zweemoahl jeit, schlept’te detten der Buuk weh deit JE1-Wol; sowohl abw. als auch anerkennend (mit Bezug auf die Bauernschläue): en Bur is en Bur, is en Beist (Biest) von Natur WE-Oster; Br iss ’n Br, Schelm von Natur. Wb-Altm 98; aus der Sicht der Stadtbevölkerung werden den Bauern Unkultiviertheit, Rückständigkeit, Beschränktheit, sogar Dummheit und Grobheit vorgeworfen: Rda.: de Ber stöt’n in’n Nacken ‘Derbheit und Ungebildetheit dringen immer wieder beim B. durch’ Wb-We 24; dat gaet ja as wenn dai Biua Pliu’m fritt ‘das geht sehr schnell’ SA-Dä; Alltoglik sä de Bur, dao har’r een Pärd vör’n Waw’n (Wagen). Bewohner-Altm 1,325; wat versteht de Bure von Jurkensalat? OSCH-Eils; Wat de Welt doch grod is, sä de Bur, dunn keek’r äöwer’n Kohltun. Bewohner-Altm 1,324; A’ wil (jetzt) kaom ick, sä de Bur, dao feel häi ut de Luk. Verspottung von übertriebenem Eifer, a.a.O. 1,324; Sprw.: wat de Bur nich kennt, det fritt he nich GA-Trü; wenn de Buer keine Inwenige (Wendestelle) härre, pleue hei bet na Jerusalem WE-Dee; De Bur’n lieben lange Mettwöst un korte Predigt. Spr-Altm 87; de dümmsten Burn hebbn de jrötsten Tüffeln STE-Bir. – 1b. in der Verbdg.: lüttger/kleiner Ber ‘Kleinbauer, Besitzer eines kleinen Ackerhofes’,  Ktste(r), 2: ZE-Jü, 3: vereinz. OSCH WE. – 2. ‘grober, unhöflicher Mensch’, abw., 4: Wb-Ak 33, Vk-Anhaltc 42 – Rda.: D bist an richtijer Bauer, nimmst nonichem de Mitze ab. Wb-Ak 33. – 3. ‘Unter’, Spielkarte, 2: Wb-Altm 29. – 4. ‘Weihnachtsmann’,  Wnachtsmann, vgl. Berkls, 3: Wb-Nharz 35.
Lautf., Gram.: Buer, [br, nwaltm., nbrdb.: -, -] vereinz. ö nwaltm., verstr. nbrdb., WO-Ma, verstr. mittleres/s elbostf.; per Mda-Sti 19; Buere, [br] vereinz. s JE2 n JE1, HA-Oh, vereinz. nw OSCH, WA-Un; Buur, [br] SA-HDo Ho, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-Gü, GA-Ge, verstr. sw elbostf., vereinz. ö elbostf.; pr Mda-Sti 19; Bure, [br] verstr. s Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n elbostf., vereinz. n OSCH; Bu(h)rn Pl. SA-Han Rie, vereinz. ö Altm., JE1-Gü, BA-Re, Vk-Unterharza 52 (BA-Schie); [biu] verbr. nwaltm.; [biu] SA-Dä; Büer SA-Um; [büu] SA-Hi Pe; Bauer Sg., Bauern Pl. verstr. s ZE, QUE-GrSchie, Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu), verbr. anhalt.; [paur] Wb-Be.