Btenber m. ‘außerhalb des Ortes ansässiger Bauer’ 3: WE-Dee, Wb-We 24.
Lautf.: Buttenber.
dl Adv. 1. ‘herab, hinab, abwärts, zu Boden’, häufig in Verbzuss., 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. nbrdb., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 168 – von baob’n daol Wb-Altm 32; ... he tangelt no de Äppel, un stickt’s in’t Tasch un fällt van bowen dool. Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber); den Barch daal Wb-Holzl 73; d Blauwippschtrt (Bachstelze) flt hch un dl JE2-Scho; Rda.: fonn bo’m daal spreken ‘geziert, hochdeutsch sprechen’ Wb-Holzl 73; Rätsel: Geiht in Stuv up un doal un mütt denn wär’r in dunkle Eck. – Besen, SA-Rie. – 2. ‘von geringer Höhe, sich in geringer Höhe befindend, niedrig’,  nedderig, 1: SA-Bee, 2: SA-Gü, verstr. GA, vereinz. ö Altm., JE2-Schar, 3: verbr. n elbostf., verstr. mittleres elbostf., WE-Dee Rok – de Swaleken fleijet sau dal – ’t jifft Räjen! HA-Bee.
Lautf.: daal, dahl, [dl] JE2-Scho, verbr. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; da(o)l, doal, [dl] vereinz. nwaltm., verstr. nbrdb. w JE1, ZE-Roß, Mda-Ma 77 (vereinz. nö CA); tl Wb-Ak 168; [dao] SA-Dä.
dampen Vb. 1. 2: Wb-Altm 32, Pohlmann 1905,18, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘dampfen, Wasserdampf bilden’, auch ‘Rauch, Qualm absondern’ – Dei armen Päre rokten un dampten ... Rauch 1929,89. – b. ‘Tabak rauchen’ – Rda.: hei dampet wie en Kanter ‘er raucht sehr stark’ WE-Dee. – 2. ‘mit der mit Dampfkraft betriebenen Dreschmaschine dreschen’,  dörschen, 4: Vk-Unterharza 53 (BA-Schie), Wb-Ak 44. – 3. ‘vom Dampfer geschleppt werden’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 278 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 278 (CA-Ak), Wb-Ak 44 – Mr damp’m heite n Drsen (Dresden). a.a.O. 44.
Lautf., Gram.: damp(e)n, [damp()n]; außerdem: dampt 3. Sg. Präs. Pohlmann 1905,18; dampten 3. Pl. Prät. Rauch 1929,89; damp’m, [damp] ZE-Roß, Id-Eilsa 56, QUE-Di, Wb-Ak 44; [tampm] Wb-Be; [damb] Elbschifferspr. 278 (alle angegebenen Orte).
Ddenscher n.(?) ‘Glockengeläut während des Begräbnisses’ 3: WE-Dee.
Lautf.: Dohenschuer.
dgenisch Adj. 1. ‘nichtsnutzig’, auch ‘ungezogen, garstig, frech, widerspenstig’,  unrtig, 3: verstr. w elbostf., WA-Am – döhnischen Bengel WE-Dee; djenische streiche Wb-Nharz 39; subst.: dat is’n ganzen Denschen HA-Oh. – 2. ‘dumm, einfältig’,  dusselig, 3: OSCH-Di, Id-Eilsa 57.
Lautf.: djenisch Wb-Nharz 39; dönisch WE-Be Dee; döönsch, döhnsch vereinz. w elbostf., WA-Am; densch, den HA-Oh, Id-Eilsa 57; düönsch OSCH-Di; [d-en] Mda-Gö/Is 84. – Etym.: wohl Zusammenrückung aus  dgen und nicht(s), vgl. die Form dögenitsch im Wb-GöttGrub 44.
Dracht f. 1a. ‘Traglast’, auch ‘(auf dem Rücken) getragenes Bündel’ 1: SA-Rist, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 2, Wb-Ak 172 – ne Dracht Räuben Sprw-Börde; anne Tracht Hols Wb-Ak 172; ... kam einer mit ne Dracht Böme ... Klaus 1936,36; Rda.: du hast ja ’ne schöne Dracht oppelahdt HA-Bee. – 1b. ‘zwei Eimer Wasser’, z.T. bes. dann, wenn sie mit einem Trageholz geholt werden (vgl. Mda-Fuhne 166), 1: vereinz. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2, verbr. JE1, verstr. w ZE, vereinz. ö ZE, 3: verbr. elbostf., 4: Mda-Sti 2, verbr. anhalt. – ne Dracht elanget? ‘Wasser geholt?’ QUE-Di; ik hl noch ne Dracht Wta ha JE2-Scho.  Drge Reise Wterreise Wucht. – 2. ‘gehörige Menge an Schlä- gen, Prügel’ 1: SA-Pü, 2: vereinz. Altm., JE2-Kar Schön, ZE-KlLei Roß, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – ne Dracht opdrücken WE-Dee; krist een Dracht Prügel OST-Sa; dor had ne Drachd jegrichd BE-He; ... wobei der enne mordsmäßije Tracht vorpaßt krichte. Krause 1964,86. – 3. ‘quer über dem Langbaum des Wagens befestigter Träger zur Unterstützung des Wagenbodens’, sowohl in der Wagenmitte als auch am Wagenende, 3: QUE-Hau. – 4. ‘Gebärmutter von weibl. Vieh’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 78, HA-Oh, 4: vereinz. anhalt. – de Kau hat sik de Dracht tedränget HA-Oh. – 5. ‘Nachgeburt von Kuh und Pferd’,  Hmen, 2: WO-Sa, 3: vereinz. n/mittleres/sö elbostf., 4: verstr. w/mittleres anhalt. – 6. ‘regionaltypische Kleidung’, auch ‘Kleidermode’ 3: Wb-Holzl 78.
Lautf.: Dracht, [drat] vereinz. nwaltm., verbr. brdb. elbostf.; Tracht, [trat] vereinz. n/mittleres nd., verstr. s nd. omd.; [drad] BE-Gü He, verbr. anhalt.; trcht Mda-Sti 2.
drwen Vb. verbr. 1a. ‘Tiere in eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ort vor sich her scheuchen’ – h drut k de K n de Koppel JE2-Scho; Opp dat grote Steppelnstücke harre dee Schaper siene Schape dreeben. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim). – 1b. ‘jmdn. drängen, zu etw. veranlassen, zwingen’ – Sogar ewwer Land dreif de Not de Kindere ... Wille 1927,XV (BLA-Be); Rda.: Zus.: de Hunger drift et rin Antwort auf die Frage, ob das Essen schmeckt, WE-Dee. – 2. ‘etw. mit einem Werkzeug hereinschlagen’ – Sprw.: man mutt’n Kiel nich tewiet drieben ‘man sollte nichts übertreiben’ Sprw-Börde. – 3a. ‘sich mit etw. beschäftigen, etw. betreiben, machen’ – ... un mor da in de Stowwe treiben konnten, was mor wollten. Heese21919,11; Mensch, was treibeste man so? DE-Que; Mit Annecken wern se woll hüte öhr’n Jök driem’n ... Rauch 1929,14; Rda.: Spaoss mütt dräöw’n wer’n, sä Ulenspgl un kiddelt sin Mudd’r mett d’ Messfork. Wb-Altm* 72. – 3b. ‘etw. in einem kritikwürdigen Übermaß tun’ – Dr hat’s sre arch jetrem’m. Wb-Ak 25; drf et nich te dulle! HA-Oh. – 4. ‘von einer Strömung oder vom Wind fortbewegt werden’ – D treiwet an Sticke Hols ufs Wasser. Wb-Ak 173. – 5. ‘den Harndrang anregen’ – ... Budweiser Bier ... Das treiwet mehr wie Hefe ... Krause 1964,131. – 6. ‘abfällig, schlecht über jmdn. reden’.
Lautf., Gram.: driew(e)n, [drv()n] Wb-Altm 40, verstr. OST n STE, Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), JE1-Wol, OSCH-Har, Wb-We 31; trwe Imp. Sg. Mda-Sti 49; drieben, drben vereinz. w elbostf., Sprw-Börde; drieb’m, drbm, [drb] Zauber-Ma 88 (GA-Mie), Id-Eilsa 58, Wb-We* 207, QUE-Di; driem’n, drm’n Rauch 1929,14, HA-Oh; drie’m, [dr] verbr. nwaltm. w/s Altm., Elbschifferspr. 274 (STE-Tan, JE2-Mi Pa), verstr. ZE, Wb-Holzl 79, Nd-Börde § 51 (WO-Schn), Mda-Ro, Elbschifferspr. 274 (CA-Ak, dort Nbf.); [dron] STE-Steg; driun, [drun] STE-Wa, vereinz. JE2, Mda-nwJe1a 45 (JE1-Ih Pa); [dron] STE-Buch; [drun] STE-Je; treiben Heese 21919,11; treibeste 2. Sg. Präs. mit Enklise des Personalpron. DE-Que; treiwet 3. Sg. Präs. Krause 1964,131; treimn Wäschke 71913,53; trei’m, [trai] Wb-Ak 173, Wb-Be; [drai] Elbschifferspr. 274 (CA-Ak), Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); 1./3. Sg. Prät.: drw, [drf] Wb-Altm 40, verstr. ZE; [drf] QUE-Di; dreif, draif vereinz. w elbostf.; dre-if Wb-Nharz 46; drebb, [dreb], trebb, trepp vereinz. anhalt.; [drip] Mda-Ze (ZE-Roß); Part. Prät.: drew’n Bewohner-Altm 1,361; dräöw’n Wb-Altm* 72; (e) dreeben Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim), edrben HA-Oh; [jdr] Dialekt-Ma 4 (JE1-Walt, CA-We); [dra] a.a.O. 9 (verstr. mittleres/s JE1); [j-] Mda-Ze (vereinz. ZE); [drn] Mda-nwJe1a 45 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); edrebben Wb-Nharz 46; [dreb] Id-Eilsa 58, QUE-Di; edrem’m, [dre] Wb-Holzl 79, Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA); [j-] Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); jetrem’m Wb-Ak 173; [jdri] Mda-Ze (ZE-Roß).
drup Adv. verstr. 1a. ‘auf dieser Stelle, diesem Gegenstand’ – nischd wr druffe BE-KlSchie; da hänget Kinderwäsche droppe WE-Ve; loof na de Anrichte, da steht’n Wasseremmer druff ZE-Roß. – 1b. ‘auf diese Stelle, diesen Gegenstand’ – En Batzen (Flicken) drop, der hölt! Gorges 1938,13; Zuss.: Johann, sloa’ drupp! Matthies 1912,25 (OST-Erx); ... un Schtne drupp epackt ... JE2-Scho; Rda.: dat paßt drop wie de Arsch op’n Emmer ‘es passt sehr gut’ BA-Re. – 1c. ‘in Richtung auf diese Stelle, diesen Ort bzw. auf diese Sache/Angelegenheit’ – Drupp ls gaon Wb-Altm 41; druf ausjehn ‘bezwecken’ ZE-Roß. – 1d. in der Verbdg.: drup un dran sn ‘nahe sein’, auch ‘im Begriff sein, etw. zu tun’ – et was drup un dran Id-Quea 149. – 2a. ‘auf dieser Sache/Angelegenheit’ – drop beschtahn Sprw-Börde. – 2b. ‘auf diese Sache/Angelegenheit’ – da kannst ’e dik drop verlten HA-Oh; Her harre ör goarnich drupp eantwurt’t ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); ... s kimmet je freilich sehre druff an, was forr Wetter is ... Heese21919,72; einen drop drinken ‘einen Handel mit einem Trunk beschließen’ WE-Dee; Rda.: kann sich keen’n rechten Varsch druff machen von jmdm., der langsam im Denken ist, Vk-Anhaltc 103. – 3. ‘danach, später, daraufhin’ – Acht Dage druff ... Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); Rda.: Toerst int Jahr kümmt de fröhliche Ostern, drup de lustige Pfingsten, un denn de sackermentsche Aust. Spr-Altm 76.
Lautf.: drup(p) Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), verstr. brdb., Id-Quea 149; druf(f) vereinz. s nd., verstr. anhalt.; [druf] BE-Gier KlSchie; drop(p) verstr. elbostf.; droppe vereinz. w elbostf., QUE-Nei; drauf JE1-Prö; d(a)orup(p) vereinz. nbrdb.; daruff DE-Je; darop(p), drop vereinz. elbostf.
dumm Adj. 1. verbr. – a. ‘einfältig, unverständig, geistig beschränkt’, von Personen,  dusselig“Was, meine Änne soll dumm sin?” Krause 1964,88; Du bist noch to dumm ... Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.); übertr.: dat Pert is dumm ‘... hat eine Gehirnkrankheit’ HA-Oh; subst.: dat is keinen Dummen WE-Dee; Verbdg.: dumm un albern Id-Quea 149; dumm un dmlich HA-Oh; Rda.: des Faier brennt w dumm (sehr stark) CA-Ak; dor machd sonn dummes Jesichde ‘er sieht finster, unfreundlich aus’ BE-KlSchie; hai hat sien dumme Schuur ‘er hat seine starrköpfige, trotzige Phase’ Wb-Holzl 80; dumm wie’n Puter Spr-Asch 37; dumm wie ne Gans Vk-Harz 3,45; dumm w an schwarzes Schwein Wb-Ak 48; dumm w Jrütte Mda-nwJe1a 46 (JE1-The); dumm wie Schifferschiete Vk-Anhaltc 85 (ZE-Hu); dumm wie Bohnenstroh Spr-Anhalt 175; der ist so dumm wie’n olt Krummbund Stro Bauernwelt-Ze; dumm wie Aukerwater ( kerwter) Wb-Holzl 58; dumm wie ein Teekessel Vk-Anhaltc 85 (DE-Re); is dummer wie’t de Polezei erlauwet Sprw-Börde; h is dumm un frett fl JE2-Scho; dumm, daß ihn Schweine beißen Vk-Anhaltc 85; hei is sau dum, datte en minschen drt Wb-Nharz 48; dumm jeborn un nischt taueleert Sprw-Börde; ... un wist uns nu vor dumm vorkoofen. ‘... willst uns täuschen, anlügen.’ Wäschke 61915,40; wiste en dummen Minschen sein, kucke int Water BA-GrAls; wenn hei sau lang wörre wie dumm, könn’e ut’r Dakrenne supen WE-Be; dr is sau dum we lank is Mda-Weg 92; Sprw.: je grötter, je dümmer Sprw-Eils 39; je älder, je dummer Sprw-Börde; wr dum is, mot eprjelt wren Wb-Nharz 48; Wer dumm is, is Winter un Sommer dumm. Chr-Em 429; wenne dumm worst, worste in’n Kopp teerscht dumm Sprw-Börde; De Minsch kann so dumm sind, as’r will, häi mütt sick äöwer to helpen weeten. Bewohner-Altm 1,350; de dummsten Bern hett de dicksten Kartuffeln HA-Oh; subst.: Wenn de Dummen to Marcht kaom’ krg’n de Klok’n Geld. Wb-Altm 278; De Dumm’n ward’n nich all; jedes Joahr wärd’n Schäpel utseit (ausgesät). Spr-Altm 45. – b. ‘unsinnig, töricht’ – nölt nich sön dumm Tüg OST-Sto; Watt forr ne dumme Fra! Klaus 1936,1. – 2. subst.: ‘ Schellenober’, Spielkarte, 3: WA-Re, 4: DE-Ra. – 3. ‘unangenehm, übel’ vereinz. – dat is en dum dink Wb-Nharz 41; Se jähn mich immer sonne dumme (unverschämten) Antworten ... Richter o.J. 89; Verbdg.: ’n dumm kom’m ‘unpassend, unverschämt antworten’ Wb-Ak 48. – 4. ‘unfruchtbar, ohne Frucht oder Inhalt’ – Rda.: umme de dummen nte (Nüsse) deut’ et nich ‘für wenig oder umsonst tue ich das nicht’ 3: Wb-Nharz 48.
Lautf., Gram.: dumm, [dum]; außerdem: [tum] Mda-Sti 39, Wb-Be; dumme OSCH-Di, Id-Eilsa 59, QUE-Di; dummp Vk-Ask 379; Kompar.: dümmer HA-Oh, Sprw-Eils 39; dimmer Vk-Anhaltc 103; timer Mda-Sti 39; dummer Sprw-Börde, Wb-Nharz 48; Superl.: dümmst- Ehlies 1960b 298, JE2-Bö; tim(e)st- Mda-Sti 39; dummst- vereinz. w elbostf.
dummerwse Adv. ‘dummerweise’ 3: HA-Oh, WE-Dee – ek hebbe dummerwise efraat a.a.O.