Matt n. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: WE-Elb.
Matzswn n. TiN ‘Schwein’, Kinderspr.,  Kusch-Kusch, 3: WE-Elb, vereinz. BLA.
Lautf.: Matzschwien.
munkelig Adj. 1. ‘trübe, unrein’, vom Wasser,  glmig, 2: JE1-Ziep. – 2a. ‘bewölkt, trübe’, auch ‘unbestimmt’, vom Wetter, 2: Wb-Altm 141, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be – munkeliges Wetter Spr-Asch 44.  TZ: msekengrau 2mselig muckelig muddelig mulmig mummelig musselig musterig. – 2b. ‘dämmrig (wenn es Abend wird)’,  schummerig, 3: WE-Elb.
Lautf.: munkelig, -ich; außerdem: munklig Wb-Altm 141.
Mschpken n. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 3: WE-Elb Kö, BLA-Rü.
Lautf.: Muschäpken WE-Elb Kö; -schäbken BLA-Rü.
Nßel n. 1. ‘Hohlmaß von einem halben Liter’, auch das Messgefäß, z.T. veralt., 2: Wb-Altm 150, Albrecht 21822 2,113, Schwerin 1859,36, JE2-Schön, 3: WO-Ba, Wb-Holzl 147 (HA-Bad), HA-Oh, Sprw-Börde, BLA-Brau, verstr. sö elbostf., 4: verstr. anhalt. – en Nösel Brennewien Wb-Holzl 147 (HA-Bad); Wo mannig Kroß Beer un wo mannig halw Oeßel mütt’r an glöb’n, denn drunken mütt’r bi werd’n. Schwerin 1859,36; Hle m an Nßel Millich. Wb-Ak 120; … kuppern oder zinnen maszen als zum honig rechte quartier, noszeln und halbe nöszeln … 1541 Baurdinge-Que 61. – 2. ‘Schöpfgefäß, Maß zum Wasserschöpfen’,  Wterkelle, 2: WO-San, ZE-Ser We, 3: WE-Elb, BA-Ba, verstr. ö elbostf., 4: verstr. omd. – jib ml es Nßel hor BE-Gü.
Lautf.: Nssel, Nößel Albrecht 21822 2,113, ZE-We, HA-Oh, BA-Ba Sil, BE-Gü, vereinz. mittleres anhalt., Nösel Wb-Holzl 147 (HA-Bad); Nötzel BE-KlMü; Nötel WE-Elb; Neeßel, [nsl] BLA-Brau, CA-Ca, BE-Gü, verstr. omd.; [nzl] QUE-GrSchie, CA-Sta, verstr. w BE; [ntsl] CA-Sa; [ndsl] BE-He; Näßel CA-Kü Me; Össel Wb-Altm 150, Oeßel Schwerin 1859,36, Ößel ZE-Ser; [tsel] JE2-Schön; E(e)zel, E(e)tzel, [tsl] JE1-Walt, verstr. ö elbostf. s CA; Hötzel WO-San; Hetsel CA-Bo. – Etym.: mnd. nössel, sel, össel ‘kleines Flüssigkeitsmaß’, vgl. HWb-Mnd 2,1112 und 1194, frnhd. nözzeln, weitere Herkunft unklar, vgl. Kluge 231995,591.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.