Fischgabel f. ‘Gabel, mit der Fische durch Aufspießen gefangen werden’ 3: OSCH-Dee, WE-Kö.
flippen Vb. ‘mit der Gabel oder dem Löffel im Essen herumstochern’ 3: WE-Kö.
föftig Zahladj. 1. ‘fünfzig’ verstr. (aus JE2 und JE1 keine Belege) – fufzig Pund WE-Kö; se is jestorn fuffzich Jhre alt jeworrn BE-Grö. – 2. subst.: Föftiger ‘Fünfzigpfennigstück’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, Spr-Asch 38, 4: vereinz. anhalt. – Verbdg.: falscher Fufzijer ‘unaufrichtiger, unehrlicher Mensch’ Spr-Asch 38; Sprw.: Wenn der Bettelmann nischt han soll, denn fällt’n o’ der Fufz’ger aus de Ficke (Tasche). Spr-Anhalt 176.
Lautf.: föftig Wb-Altm 55; fofftich HA-Ost, WA-Un; fäf(f)tig, -ch SA-Rist, OST-Möl, Hausfr-Altm 1927,41 (STE-Ber); faftich veralt. Wb-Holzl 83; fuffzig, -ch ZE-Roß, verstr. elbostf. omd.
freuen Vb. refl. 1. ‘Freude empfinden, voller Freude sein’ verstr. – hei freut sek WE-Kö; ... dunn freut’r sick beestig ... Pohlmann 1905 ff.,120; ... dät freut mi ümmer noch. Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Sein Vater freiete sich da drewwer ... Wäschke 61915,66; Freieste dich denn man jr nich an bißchen? Wb-Ak 61; Rda.: freut sek wn sneikenich ‘freut sich sehr’ Mda-Weg 89. – 2. ‘wiehern’, vom Pferd,  wern, 3: HA-Um Wed, 4: Wb-Ak 61 – dat Perd freut sick HA-Um.
Lautf., Gram.: freu(e)n Inf., freut 3. Sg. Präs. verstr. Altm., Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), verstr. n/w elbostf.; frei(e)n, frai(e)n, [frai()n] Inf., freit, frait 3. Sg. Präs. Ehlies 1960a 78, Hausfr-Altm 1927,44 (STE-Ber), verstr. ZE mittleres/ö/s elbostf. anhalt.; [fran] Mda-Ar 39; frei 1. Sg. Präs. Schwerin 1859,121; freiet 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 81; fraite 3. Sg. Prät. Spr-Asch 26; freiete 3. Sg. Prät. Wäschke 61915,66; frejet 3. Sg. Präs. BLA-All; frawet 3. Sg. Präs. Vk-Harz 3,46.
Fr f. 1. verbr. – a. ‘erwachsene weibl. Person’ – De Fru is prächtig: ... Pohlmann 1905,46; Dört (weibl. RN) was ’ne rendliche Fru ... Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); d olle Frauens köddan (schwatzen) a wärra JE2-Scho; ... satt da oppen Grabenrand ne öldere Frue. Rauch 1929,5; Anne Fraue met veeln Kinnern ... Spr-Asch 49; Meine Mutter, die immer ’ne jude Frau jewäst is ... Richter o.J. 10; Rda. (bei den Rda. und Sprw. sind auch Bezüge zu 1b. und umgekehrt bei 1b. zu 1a. möglich): Wasch’n tär’t (zehrt), har jene Fru seggt, dao har ’s en Nachtmütz wuschen. Spr-Altm 15; Geit doch nicks äöwer de Rennlichkeit, sagt jene Fru, un kehrt all Sünndag morgen är Hem’ üm. a.a.O. 15; Sprw.: Fruen het lange Haare un korten Verstand. Chr-Em 429; Is keen Frau so riek, Se geit d’ Koh gliek. ‘Auch die Schwangerschaft einer reichen Frau ist den Gegebenheiten der Natur unterworfen.’ Firmenich 1854,123 (OST-See). – b. ‘Ehefrau’ – de junge Fru HA-Bee; “Lieschen un keen anner werd mal dien Fru!” Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); dän seine Frau kann ick dorch’n Tod nich vorrknusen ZE-Roß; Rda.: Dänn Weg münn’ s’ all gaohn, sä jenn Frau, dao führten s’ ähren Mann non’n Gallig’n. Bewohner-Altm 1,333; Ach watt sall dät lang’ Toben, sä de Frau, har de Mann ähr väör rutsmeten, har s’ hinn wärr ringaohn. a.a.O. 1,333; Sprw.: De Fru un de Katte höört hinder de Döör, de Mann un de Hund höört daföör. Wb-Holzl 33; de Fraun un de Besens, de her’n ins Haus Spr-Asch 18; dä Mann kann mit sien Wagen nich sau vel infeuern wie dä Frue mit de Schörte rut dröcht HA-Sü; De Fru kann mehr to’t Finster ruutlangen, as der Mann to’t Schüündöhr ’rinföhrt. Blicke-Drömling 1,120; de Fre kann nischt erwarben, aberst vl verdarben Wb-We 160; ee der liewe Jott lett en Mäken vordar’m, ee lett’e den Mann de Fru star’m BA-Re; Twee go’ Fruns gewt män up de Welt, de een is dod un de änner kann keener finn’. Bewohner-Altm 1,333; Reim:‘Gud’n Dach, gud’n Dach, Vadd’r Kooberenck,
Wat moakt denn oere Fru?’
‘Se wascht sick nich, se kämmt sick nich,
Se iss ne olle Suu.’
Lieder-Ma Nr. 843 (WO-Ol).
– c. ‘sozial höher gestellte weibl. Person’, bes. ‘Hausherrin, Bäuerin, Dienstherrin, Frau des Dienstherren’ – unse Fraue Wb-Ak 60; de Fr Pastor HA-Oh; So junks nu de Fra Amtmänn’n. Wäschke 61920,28; Fraü giff mik enns mn Leon (Lohn) SA-Dä; Sprw.: Gode Magd werd gode Fru. Spr-Altm 14; Keen schärper Ro’ (Rute), as wenn de Knecht Herr wärd un de Mawd Frau. Bewohner-Altm 1,358. – 2a. in der Verbdg.: de Fru von Zicksn Zacksn Kinderspiel, 2: GA-Wern. – 2b. in der Verbdg.: Frau Holle hät meck en Pott eschenkt Kinderspiel, 3: QUE-Di. – 3. ‘Hebamme’,  Hfamme. – a. in der Verbdg.: Fr Wse 3: WE-Kö Ve. – b. in der Verbdg.: die weise Frau 2: OST-Ost. – 4. ‘in den  Twölften umherziehende Gestalt des Volksglaubens’, ausf. und mit weiteren Quellen s. Flechsig 1975. – a. in der Verbdg.: Fr Fren/Fren 3: a.a.O. 89 (vereinz. w WE). – b. in der Verbdg.: Fr Frke a.a.O. 89 (WE-De Strö). – c. in der Verbdg.: Fr Gde 2: a.a.O. 88 (n Altm.). – d. in der Verbdg.: Fr Harke2Harke. – e. in der Verbdg.: Fr Holle 3: Flechsig 1975,89 (Harzv. Nharz.). – f. in der Verbdg.: Frau Wulle 3: a.a.O. 89 (BLA-Brau).
Lautf., Gram.: Fru, [fr] Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), vereinz. n/mittlere Altm., verstr. s Altm., vereinz. JE2 JE1 (neben -au-), verbr. w elbostf., vereinz. nö elbostf., WA-KlWa, vereinz. QUE, BA-Ba; Frue, [fr] verstr. s Altm., Mda-Ohre 356 (GA-Rä), vereinz. sw elbostf., verbr. ö elbostf.; [fr] SA-Kal; Froa OST-Klei; [fro()] veralt. Siedler-Je § 144a (JE2 JE1); froe ZE-Kö; [fraö] verbr. n/w nwaltm.; [fraü] SA-Dä; [frau] SA-Wü; Frau, [frau], [frao] verstr. ö/s nwaltm., verbr. n/mitttlere Altm., vereinz. sw JE2, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. nö JE1), verstr. ZE, BE-Gü, verstr. anhalt.; Fraue, [frau] verstr. n/mittleres JE2, verbr. mbrdb., vereinz. w JE1, Spr-Asch 50, QUE-GrSchie, Wb-Ak 60, verbr. BE, vereinz. KÖ; fraugge Mda-Sti 32; Fra nur in Verbdg. mit dem Nachnamen oder einer Amtsbezeichnung Wäschke61920,28, Heese21919,35; Pl.: auf -n belegt: Spr-Altm 15, Chr-Em 429, vereinz. s elbostf., Krause 1964,16, DE-Vo; auf -ns belegt: vereinz. nbrdb., verstr. elbostf.
Gott m. wie Standardspr., verbr. – Denk ook an Gott un sien Gebot ... Pohlmann 1905,79; ... liewer Gott, lat dat sware Wäder vorbi gahn ohne Schaden ... Wedde 1938,8; in der Verbdg.: God’s Wort von’n Lann ‘Landprediger’ Wb-Altm 122; Rda.: Help Gott! Grußformel mit der Erwiderung: Schön Dank! OSCH-Har; Help uns Gott to’n Gd’n, datt’t uns mag gd spd’n! Spruch bei Beginn einer Arbeit, Wb-Altm* 56; Na, Gott sei Dank ... Ausruf der Erleichterung, Wäschke 61915,109; weiss got Beteuerung, Wb-Nharz 63; Lässgott ‘leider Gottes’ Wb-Holzl 133 (HA-Schw); ach Jott, ach Jott! klagender Ausruf, Richter o.J. 94; O Gott, o Gott ... dass., Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); Du leiwer Gott! dass., Klaus 1936,2; frommer Gott dass., Wb-We 41; got in himmelschen trne Ausruf des Schreckens, Wb-Nharz 63; allmechtijer Jott d! Ausruf der Verwunderung und Bestürzung, Wb-Ak 79; um Gottes Willen Ausruf der Bestürzung, HA-Oh; um Jott un de Welt nich starke Ablehnung, ZE-Roß; I, Jott bewahre! dass., Spr-Asch 40; et war Gottes Wille Antwort des Trauernden auf ausgesprochenes Beileid, WE-Kö; ter lwe Jott macks j’m Wb-Be; de leiwe God kft (keift) Ausdeutung des Donners, Wb-We 41; Gott schuf Menschen – un wat forr wecke. Wb-Holzl 36; Gott ’n guen Dach sin laten ‘sorglos leben’ Sprw-Börde; De lewt wie Gott in Frankreich. ‘Er lebt sorglos und im Überfluss.’ Bewohner-Altm 1,336; Das war nämlich ’n Bild for Jetter ... ‘Das war ein komischer Anblick ...’ Krause 1964,66; Sprw.: Gott jift woll de Kauh, awer nich ok et Seil datau Sprw-Börde; Dänn een’n gewt Gott Land un Sand, den ännern blos’n Stock in d’ Hand. Bewohner-Altm 1,336; Wo de Meßwagen nich henkümmt, Herr Paster, dar kümmt Gotts Segen ok nich, see de Buur. Berufe-Altm 251.
Lautf., Gram.: Gott, God, J-; außerdem: Gen. Sg. im Ausruf: Hotts- Wb-Holzl 106 (WA-KlWa); [ots-] SA-Dä.
Grs(e)rain m. dass. wie  Grsestrpe, 3: WE-Kö, 4: Wb-Ak 80, vereinz. w BE.
Lautf.: Grasrain WE-Kö; [jrsrn] BE-GrWi Wa; [jrzr(i)n] BE-Me; Jrsern Wb-Ak 80.
Haltekette f. ‘Zugkette, Kette, die Hinterpflug und Fahrgestell miteinander verbindet’, durch Verstellen der Kettenlänge wird die Furchentiefe reguliert,  Lrkde, 3: WE-Kö.
Lautf.: Haltekedde.
Happel m. 1a. ‘Bart’ 3: vereinz. WE. – 1b. ‘Bart der Ziege’ 3: WE-Kö, Wb-Nharz 70, BLA-Tr. – 2. ‘Unterkiefer’ 3: WE-Strö.
Hwerflittken n. dass. wie  Hwerre, 3: WE-Kö, BLA-Wie.
Lautf.: Hawerflitgen BLA-Wie; -flittchen WE-Kö.