Ngelke(n) f., n. 1. ‘Gewürznelke, Blütenknospe des Gewürznelkenbaums’ 2: Wb-Altm 143, ZE-Roß, 3: HA-Oh. – 2. PflN ‘Nelke’, in versch. Arten vorkommend, verstr. – 3. PflN ‘Kuckucksnelke’ 3: Vk-Harz 3,50. – 4. dass. wie  Ngelkenpper, 3: WE-Oster.
Lautf.: Nägelke vereinz. s Altm., verstr. n/mittleres elbostf. WE, QUE-West; Nägelk Wb-Altm 143; Nägak SA-Bon Ko Lüd; Näjelke, njelke GA-Hö Wal, HA-Som, vereinz. Nharz.; Näjelk STE-GrMö; Näleke, [nlk] WO-Wo, Mda-nwJe1a 42 (JE2-HSe, verstr. nw JE1), Vk-Anhalta 75 (ZE), vereinz. CA, BE-Be, Wb-Be; Nälicke JE2-De Ro, JE1-Grü; Nälk OST-Ko; Näak vereinz. nwaltm.; Näek SA-Schm; Negelke, [nglk] CALV-Je, WO-Sa, HA-Sa, vereinz. n elbostf., OSCH-Eil Ro, QUE-Di Que; Negelk SA-De; Negak SA-Gie; Nejelke WO-Dru, HA-GrSa Oh, WA-KlWa, WE-La, [njlkh] Mda-War 23; Neleke OSCH-An, [n’lk] Id-Eilsa 80; Neli(c)ke JE2-Mü, JE1-Wo; Nelleke, [nelk] JE1-GrLü, Mda-Ze (verstr. ZE), WO-Dra, OSCH-Di Nei, Wb-Ak 119, CA-Kü Löd; [nelikh] Mda-War 23; Nelke, [nelk] OST-Ka, ZE-Roß, HA-Oh, OSCH-Schl, WE-Oster; Nelk verstr. n/mittlere Altm., JE2-Reh; Nerak JE1-Jü; Neak SA-Ch Fa; Neek SA-Je; Neileke BLA-Sti; Nägelken SA-GrGra Hen, GA-Ma Sta, WO-Me, vereinz. w elbostf., QUE-Na, BA-GrAls, CA-El; Nägaken SA-Böd Dan Mel; Nägoken SA-Die Ost; Nägugen SA-GrGi; Näjelken Wb-Holzl 146 (WA-KlWa), OSCH-Schw, Vk-Harz 3,50 und 76; [njlk] Mda-Ar 26; Näliken JE2-Klie; Negelken GA-Ack Kä, JE2-Sa, vereinz. elbostf.; Nejelken Wb-Holzl 146 (HA-Eil); Nejgakn SA-HDo; Neleken HA-Bad; nleken Mda-Sti 27. – Gram.: f.: auf -e auslautende und endungslose Formen; n.: auf -en auslautende Formen. – Etym.: Dim. zu  Ngel auf Grund der Ähnlichkeit der Gewürznelke mit einem kleinen Nagel, im 15. Jh. Übertragung auf die Blumenart wegen des starken Duftes, vgl. Kluge 231995,585. Zuss.: zu 2.: Kartäusernelke, Lichtnelke.
nman Indefinitpron. ‘niemand, kein einziger Mensch’ 3: Wb-Nharz 133 (WE-Oster).
Lautf., Gram.: nemmes Gen., als Nom. verwendet.
Nrenfett n. ‘die Nieren umgebendes Fett (bes. bei Schlachttieren)’ 3: HA-Oh, WE-Oster, Wb-Nharz 133, 4: Wb-Be.
Lautf.: neirenfet Wb-Nharz 133; Neiernfett HA-Oh, WE-Oster; [nrnfet] Wb-Be.
nmsen Vb. dass., 3: Wb-Nharz 136 (WE-Oster).
Lautf.: nümesen.
Nott f. 1. ‘Frucht mit harter, holziger Schale’, bes. ‘Frucht des Walnuss- oder Haselnussstrauchs’ verstr. – d Nöäde sünt alle df (taub) JE2-Scho; ns Flau’mms wr’n beis Kochen jrne Nisse jemacht, dast schne schwarz word. Wb-Ak 122; Rda.: umme de dummen nte ‘umsonst, für nichts’ Wb-Nharz 135; dat Mäken is riepe wie ne Nott von einem älteren, unverheirateten Mädchen, WE-Oster; Sprw.: wer’n Kern eten will, mut de Nöte knacken Sprw-Börde; Abzählreim:Eine beine Nuß,
Wer nicht ausrennt, muß.
Lieder-Ma Nr. 601 (DE).
– 2. ‘Kopf’,  Kopp, 2: ZE-Roß, 3: Spr-Asch 17, 4: Wb-Ak 122, Wb-Be – krichst ans an de Nuß Androhung von Prügel, Spr-Asch 17. – 3. ‘Hoden’ 2: Wb-Altm 269. – 4. ‘Scheide der Frau’,  Mse, 3: HA-Oh. – 5. ‘sonderbarer, eigenwilliger Mensch’,  Krauterdet is awwer ne Nuss dihre Mann 2: ZE-Roß. – 6. Dim. ‘Verbindungsstück zwischen Pfeifenschwung/-schlauch und dem Pfeifenrohr an der halblangen Pfeife’ 4: BE-Ge.
Lautf., Gram.: Nott, [not] vereinz. sö nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. w elbostf.; [nt] Mda-Ar 31; Nött GA-Bo, WE-Wa; Nuss, [nus] Dialekt-Ma 4 (JE1-Walt), ZE-Roß, Spr-Asch 17, BE-He, verstr. omd.; Nüßchen Dim. BE-Ge; Noot, [nt] OST-Bi, verstr. mittleres/ö elbostf., WE-Strö; [net] Id-Eilsa 81; Nat QUE-Di; nuot OSCH-Di; [noit] SA-GrGe Pe; [nd] JE2-Scho; [n()t] Mda-nwJe1a 46 und 50 (JE2-HSe, verstr. nw JE1); Nöät, [nt] verstr. w SA, GA-Fau, verstr. ö Altm.; [nt] WO-Col Zi Zie; [nt] verstr. mittleres/s JE1; [nat] Mda-Ze (verstr. ZE); [naet] verstr. nw nwaltm.; [net] vereinz. nw nwaltm.; Pl.: Nötte, [nöt] vereinz. sw Altm., verstr. w elbostf.; [nöt] SA-Ah Jü, GA-Ku Schw; nette Wb-Nharz 135 (BLA-Hei); Nisse, nisze vereinz. omd.; Nöte, [nt] vereinz. mittleres/ö elbostf. (außer sö elbostf.), WE-Strö; [nd] JE2-Scho; [noit] vereinz. s nwaltm., SA-GrGe; [nt] WO-Col; [ntn] vereinz. ö Altm. (außer OST); Nöät, [nt] vereinz. ö nwaltm., verbr. SA OST STE; [nd] JE2-Scho; Nete, [nt] verstr. ö/s elbostf.; [nd] BE-He; [n(a) t] Dialekt-Ma 4 (verstr. mittleres/s JE1); [nat] Mda-Ze (verstr. ZE); Näete Ldk-Anhalt 2,54 und 63 (ZE-Mühl Zie); [naet], [net] verstr. n nwaltm. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Kobernuss, Lsenötte, Muschten-; sonstiges: Kopfnuss.
okulren Vb. ‘pfropfen, Pflanzen veredeln’,  proppen, 3: WE-Oster, Wb-Nharz 136, QUE-Que, 4: BE-Dro Il.
Lautf.: okulieren WE-Oster; okkelren Wb-Nharz 136, QUE-Que; [ogulrn] BE-Dro Il.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.
werhr Adv. 1. ‘darüber her’ – Rda.: sek ewerhr mken ‘ungestüm etw. beginnen, erledigen’ 3: Wb-Nharz 53. – 2. ‘zusätzlich, als Zugabe’ 3: WE-Oster, Wb-We 98, Wb-Nharz 142 – dat Gurkentg is man öwwertr Wb-We 98.
Lautf.: (1.): ewerhr Wb-Nharz 53; (2.): wertär WE-Oster, -tr Wb-Nharz 142; öwwertr, -tr, öbber- Wb-We 98.
werschülpen Vb. 1. ‘(stoßweise) über den Rand eines Gefäßes fließen’ 1: SA-Dä, 2: STE-Schi, WO-Me, 3: HA-Bee – schilpt öbber ‘ist randvoll’, vom Eimer Wasser, WO-Me; dat Waoda hat aewaschüpat SA-Dä. – 2. dass. wie  werplanschen, 2: Wb-Altm 189, JE2-Scho, 3: OSCH-Di, WE-Oster – d sast d Melk nich öäwaschülp’m JE2-Scho.
Lautf., Gram.: werschülpen STE-Schi; äöw’rschülp’n Wb-Altm 189; [waülp] JE2-Scho; owerschülp(e)n HA-Bee, WE-Oster; [aewüpn] SA-Dä; schilpt öbber 3. Sg. Präs. WO-Me; obberschullepen OSCH-Di.