mürrisch Adj. ‘verdrießlich, unfreundlich’,  brummig, 1: SA-Mel, 2: OST-Ren, GA-Dee, 3: WO-Dru Je, WA-Un – mürrsch utseihn WO-Dru.
Lautf.: mürrisch SA-Mel, OST-Ren, WO-Je; mürrsch GA-Dee, WO-Dru; murrisch WA-Un.
3n 1. Präp., verbr. – a. räumlich, zur Bezeichnung der Richtung oder des Ziels einer Bewegung – … de Näs nach … Bewohner-Altm 2,123; de fne schteit n morjen (Osten) Wb-Nharz 130; n Stadt Wb-Ak 118; ich fre n Gden (ON Köthen) DE-Ca; nan Marchte gahn HA-Um; na Bedde gan Wb-Holzl 144; … als hei noch na Schaule gung. Rauch 1929,68; ick hewe na Gruhe (Grude) kiekt HA-Bo; se sall mal na mick rummekieken WO-Dru; ich je nn Jrsfdor BE-He. – b. zur Bezeichnung des Zwecks einer Bewegung oder Handlung – ik j n Inkp’m JE2-Scho; ick will no Pläuen (Pflügen) moken CA-Schw; wei gungen to silfdritt na’n Bahn (Baden) OSCH-Crot. – c. zur Bezeichnung des zeitlich Nachfolgenden – nah Pingesten Id-Eilsa 80; no Lichtmeß OST-Dü; Noa Mitternacht … Matthies 1903,34; n te Arwt Wb-Be; n jren Wb-Nharz 130; n es Essen gannsde m gom’m DE-Ca; de Wch is n ‘n Frost sau holperich HA-Oh. – d. zur Bezeichnung des in einer Reihe oder Rangfolge Nachfolgenden – d kimt n mek Wb-Nharz 130; Rda.: D Arwt kimmt jlei n’s Hun’ne-flen! ‘Das ist eine langwierige Arbeit.’ Wb-Ak 72; ‘t mihrt sick, sä jenn Mann, dunn kreeg hei een Uhrfig’ nao de änner. Bewohner-Altm 1,349. – e. ‘entsprechend, gemäß’ – wenn’t n mik jinge HA-Oh; n mnen forschtanne Wb-Nharz 130. – f. in Abhängigkeit von bestimmten Verben – wei hett ok mal nan Träckedinge (Ziehharmonika) danzet OSCH-Wu; dunn harr’e drei Dage nah’n oold Stücke Isen e’socht HA-No; Rda.: de Liere noat Muhl schwatzen ‘anderen nach dem Mund reden’ ZE-Gri. – 2. Adv. – a. in der Verbdg.: n un n ‘allmählich, schrittweise erfolgend’ vereinz. – ick ging noa un noa ümmer titiger tom Inköpn … Hausfr-Altm 1925,55. – b. in Verbdg. mit up ‘bis auf’ 3: HA-Oh, Wb-We 91, Wb-Nharz 130 – bett op einen n HA-Oh; op finnef dlder n heww’ek alles betlt Wb-Nharz 130. – c. in der Verbdg.: de Wind steit n ‘der Wind kommt von hinten’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 438 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 438 (CA-Ak). – d. als abgetrennter Teil von Adverbien (danach, wonach) vereinz. – Heischevers:Gewwet en Stücke Schinken,
da künn wi braav n drinken!
Brauch-wAltm 67 (GA-Nie).
Lautf., Gram.: na(h), n SA-Ho Se Stör, OST-Alt, STE-Schi, Nd-KlWu 17, JE2-Gü, verstr. elbostf. anhalt.; nach Bewohner-Altm 2,123, ZE-Steu, vereinz. sö elbostf., CA-Zu, DE-Que; nao, noa, n SA-Pü, verstr. Altm., vereinz. JE2, ZE-Kö Roß, Lieder-Ma Nr. 852 (WO-Ol), Tiedge 1954,39 (HA-Ost), Wb-Be, n Brauch-wAltm 67 (GA-Nie); [n] Wb-Be; [nao] SA-Dä; no(h), n vereinz. nwaltm., OST-Dü See, Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber), STE-Kö, Sprw-Harzvorld 374, QUE-Di, BA-Gü, CA-Schw; no Mda-Sti 36; mit Enklise des bestimmten Art.: Akk. Sg.: na(h)n m. verstr. elbostf.; na(h)t n. GA-Dee, STE-Ta, JE2-Par, ZE-Ze, vereinz. elbostf.; nas n. vereinz. anhalt.; naon, nn m. JE1-Pre, QUE-Ga, BE-He; naot n. OST-Kre, GA-Klin, STE-Ga, JE1-Wa, ZE-Gri, HA-Hi, CA-Pö We; naos n. DE-Ho. Zuss.: zu 1c.: hr-; zu 1d.: hinden-, hr-.
Nre f. ‘paariges, in der hinteren Bauchhöhle liegendes Organ, das den Harn bildet und ableitet’ 2: Wb-Altm 145, GA-Da, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 34, Wb-Ak 121, Wb-Be – Stich (Wellfleisch) un Neiren Essen beim Schlachtefest, WO-Dru; der hat’s mit de Niern ‘er ist nierenkrank’ CA-Sta; Rda.: Das jt ’n ne Nr’n. ‘Das erregt einen sehr.’ Wb-Ak 121.  Weiße Nieren.
Lautf., Gram.: nre BLA-Brau, Mda-Sti 34; Nr Wb-Altm 145; Naire, Neire verstr. elbostf.; Neiere, neiere HA-Oh, Mda-Weg 107; Nre QUE-Di; Nre, [nre] Wb-Ak 121, Wb-Be; Niern Pl. CA-Sta; [n] GA-Da.
werleig(ig) Adj. 1. ‘übrig, als Rest verbleibend’, vgl. wer 3a., werig, auch ‘überzählig’ 2: vereinz. sw JE1, verstr. ZE, 3: vereinz. n/mittleres elbostf., verstr. s/ö elbostf., 4: BA-Schie, verstr. w anhalt. – ane ewwerle Hose KÖ-GrPa; eens von de Handtiecher is ewwerlee ZE-Roß; se packt den owerlei’jen Kauken in WO-Dru; Verbdg.: in owerlai’jen ‘übrigens’ Wb-Holzl 151; Hermen Northeym schall den acker vortynszen vnd vorschoten, yd were denne, dat eine ouerleige schot gewillköret würde … 1406, WeteB-Calbea 229. – 2. ‘überflüssig, unnütz’ 2: Wb-Altm* 49, 3: verstr. elbostf., CA-Ak – … ganz obberleiig war düt Nölen … Gorges 1938,48; Dat lp’n is äöwerlei, gao man sacht. Wb-Altm* 49. – 3. subst. ‘ Kleinknecht’ 3: CA-Eick Fe, BE-KlMü.
Lautf.: [evrlaigi] Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); öberleiig QUE-West; owerlai’ich Wb-Holzl 151, WO-Dru, HA-Oh; öwwerleiich WE-Strö, -lai’ich Wb-We* 230; ewwer- a.a.O. 230; -leihig WE-Dee; äwwerleiich Id-Quea 142; obberleiig Gorges 1938,48; öwerleich OSCH-Ba, WE-La; ower- HA-Ost; öwwer- OSCH-De, Id-Eilsa 82, vereinz. n WE; ew(w)er- JE1-Prö, Wb-Nharz 54, verstr. ö elbostf.; -leicht vereinz. s WA; -leech vereinz. sw JE1, verstr. n/w ZE, CA-GrRo KlRo; äöwerlei Wb-Altm* 49; Überleiher subst. st. m. CA-Fe; ewwerlei, [ewrlai] verstr. mittleres ZE, QUE-GrSchie We, BA-Schie, BE-Fr Me; Ewwerleie subst. sw. m. CA-Eick, BE-KlMü; -lee, [ewrl] verstr. mittleres/ö ZE, BE-Gü, verstr. w anhalt.; -lää, [-l] vereinz. nö ZE; äwwerlei BLA-Ha. – Etym.: zu mnd. överleye, -leyge, -leyich ‘als Rest verbleibend, übrig’, vgl. HWb-Mnd 2,1282, genitivische Bildung wie  mannigerlei, vgl. Kluge 231995,511.
wernmen Vb. 1. ‘etw. entgegennehmen’, auch ‘in Besitz nehmen und weiterführen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 54, 4: Wb-Be. – 2. refl. ‘sich zu viel zumuten, überanstrengen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 54, 4: Wb-Be. – 3. dass. wie  wermannende Schreck hat mick ganz owernommen 3: WO-Dru.
Lautf., Gram.: owernommen Part. Prät. WO-Dru; wernem’n HA-Oh; ewernmen Wb-Nharz 54; [iwrn] Wb-Be.