Fest n. 1. ‘Feier, Feierlichkeit’, bes. ‘(kirchlicher) Feiertag’, spez. auch ‘Weihnachtsfest’ verstr. – ... dat Fest duert drei Da’e! Lindaub o.J. 35; ... denn bis zus Fest sins noch zwee Wochn ... Krause 1964,113; mr sinn iwwer Feste nich tsehause Wb-Be; ... Wenn dat to’t Fest giwt Botterkoken. Pohlmann 1905,1; ... umme dat de Not nich gar te groot sien solle ewwert Fest ... Wille 1927,XV (BLA-Be); Sprw.: man mot de Feste fiern wie se fall’n WO-Gu. – 2. in der Verbdg.: zwischen den Festen ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften, 3: WO-Gli, BA-Ra. – 3. in der Verbdg.: dat groote Fest ‘Sommerfest in Flechtingen’ 3: BrauchwAltm 87.
Fleutjenkl m. ‘Mensch, der ständig pfeift’ 3: WO-Gu.
flittkern Vb. ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 3: WO-Gu.
Lautf.: flitgern.
frgen Vb. 1. ‘eine Frage stellen’, auch ‘sich erkundigen’ verbr. – Kannst joa mal froag’n ... Matthies 1903,22; fragg en doch sellewer DE-Ca; ek hebbe dummerwise efraat WE-Dee; ick mott mal dumm fra’en Wb-Holzl 92; “Wer denn, min Dochter?”, fraug ’ne Fru. Lindaub o.J. 9; ... frade ..., wie der Weg ... beschaffen wiere. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); ... zu frahn, wie hä ewwer die Jeschichte dächte. Heese 21919,11; Rda.: hei freggt mick en Lock in Arsch ‘er fragt unaufhörlich’ OSCH-Be; Sprw.: Wer fröggt, wt’n Weg nich. Wb-Altm 278; wer frecht, der jift nich gern Sprw-Börde; Wr vill frt, krt vill Antwort’n. Wb-Ak 60; met frn kimt me dorch de welt Wb-Nharz 219; De vöäl fragt, ward vöäl wist; de lang läwt, de ward gries. Spr-Altm 77; besser tweemal fragen, als einmal irre gahn WO-Gu. – 2. in Verbdg. mit n ‘an etw. gelegen sein, Verlangen nach etw. haben’ 3: vereinz. elbostf. – da fra’k nischt na ‘danach habe ich kein Verlangen’ Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: Inf.: frag(e)n Pohlmann 1905,2, WO-Gu; [frn] OST-GrRo; frjen Mda-Sti 53; fra’en Wb-Holzl 92, Wb-We 159, Vk-Anhaltc 120 (KÖ-Kö); fra(a)n, fra’n, [frn] OST-Ko, STE-Steg, verbr. mbrdb. elbostf. omd. (außer ö DE); fraog(e)n, -oa-, frgen vereinz. Altm., Wb-Ak 60 (Schifferspr.); [fr()n] Siedler-Je § 153i5 (w JE1); [frg] SA-Jü Sal; [fr] SA-Ah Kal, OST-Bi; fraon, [frn], [frn] Mda-Ze (ZE-Roß), OSCH-Har, Wb-Be, Mda-Fuhne 72 (verbr. ö DE); [frao] vereinz. nwaltm.; [frvn] Mda-Ma 67 (JE1-Ran); [fron] STE-Bö Sa; [frun], [frn] STE-Je Wa, Siedler-Je § 153i5 (n/mittleres JE2); 1. Sg. Präs.: [fr] STE-Buch; [fr] verstr. sö OST; fra’e, fre Wb-Holzl 92, Wb-Nharz 219, Wb-Ak 60; [fr] vereinz. mittleres OST n STE, verstr. ZE elbostf.; [frg] vereinz. sw Altm.; [fr] vereinz. WO; fraog’, -ch, [fr] verstr. nwaltm. (außer nw) w/mittlere Altm.; fraoe, [fr] Mda-Ze (ZE-Roß), OSCH-Har; [fr] SA-Ev; [fru] WO-Zie; [frao] vereinz. n nwaltm.; 3. Sg. Präs.: fragt Spr-Altm 77; [frt] Mda-Ze (vereinz. ZE); frög(g)t, fröcht Wb-Altm 278, Pohlmann 1905,48, WO-Gu, vereinz. w elbostf.; frt Wb-We 159; freggt, frecht verstr. w elbostf., Sprw-Börde; fräggt SA-Im, Vk-Harz 3,58; frät, frt Wb-Ak 60, BE-Grö La; 1./3. Sg. Prät.: st.: frog, frg Wb-Altm 57, Hausfr-Altm 1929,24 (STE-KlMö); fraug, -ch, [frau] verstr. elbostf.; frög Wb-Altm 57, Bewohner-Altm 2,41; frk Wb-Ak 60; sw.: frade Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), ZE-Hu, Wäschke 61915,6; frate Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), Alt-Cöthen 1; [frut] JE2-Scho; frochte Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); Part. Prät.: efra’et Wb-Holzl 92; efraat, [frt] ZE-Göd, verstr. w elbostf.; je-, [j-] Mda-Ze (vereinz. ZE), Wb-Ak 60, Heimatkalender-Be 1936,156; fraogt Wb-Altm 57; efraot OSCH-Har; efrocht Wille 1927,XV (BLA-Be); fraut Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi).
fren Vb. 1. ‘um eine Braut werben’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Sprw.: bi’t Frien ward ümmer elagen (gelogen) WO-Gu. – 2. ‘die Ehe eingehen, heiraten’, vgl. heiraten, auch ‘zur Ehefrau/zum Ehemann nehmen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Da GrLü, ZE-Kö Ned, 3: verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), 4: vereinz. nthür., Wb-Be, KÖ-Bre – et mott frn HA-Oh; Hei freite sin Dörten un ward Windmöller. Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); ... sien Öllst’ ... De mucht’ nich frei’n de Däömelklas. Pohlmann 1905,5; Rda.: Fr man erst! seggt de Schaop’r to’n Hund, denn sast’n Strt woll hangen laot’n. Wb-Altm 261; Sprw.: junk jefreit hat no keenen jereit KÖ-Bre; Jeder fräi sin Naowers Kind, dänn weet häi, wat hei finn’t. Bewohner-Altm 1,333; beit Frein un Pärkopen mütten sick vöäsehn STE-Wa; Junge, dau de en op, Fren is kein Prkp. Wb-We 159; man kann seck in einer Stunne riker frien wie sien Lewe arbeien. WE-Il; Wu et wat te frien jifft, jifft et wat te käören (reden). Wb-Holzl 35; wer starwet ward elowet, wer frt ward schlecht emacht BA-Re.
Lautf., Gram.: fri’en, [frn] vereinz. s Altm., WO-HWa, verstr. w elbostf.; frn, [frn] Wb-Altm 57, WO-Col, verstr. elbostf.; frien (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) verstr. elbostf.; frigen Hochzeit-Altm 8; frëin, [fräi()n] verstr. nwaltm., vereinz. w Altm., verstr. ö Altm.; [frin] SA-Die; frejen Mda-Sti 143; frn Spr-Maa 436 (WO-An); [fran] Mda-Ar 33; freien, [frain] vereinz. SA, JE2-Scho, ZE-Kö, Wb-Be; frein, [frain] SA-Dä, GA-Fau, Pohlmann 1905,5, STE-Wa, Spr-Asch 18; freite 3. Sg. Prät. Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Part. Prät.: fri-et BA-Ho Rie; e- verstr. w elbostf., CA-Atz Egg; efriehet WA-Ste Un; friet (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) vereinz. nö Altm., STE-Ka, vereinz. w GA (n der Ohre), CALV-Lö Zo; e- (anhand der Laienschreibung nicht zu erkennen, ob [-i-] oder [--] vorliegt) GA-Ro, CALV-Uth, verstr. n WO, JE1-GrLü, verbr. elbostf. (außer sö, dort nur vereinz.); je- JE2-See; freet, -d SA-Pe Stei, vereinz. n GA; fre-it SA-HDo Kun, OST-Gla, GA-Wen, STE-Wi; e- WE-Rho Ri; efre-i-et WE-Is; fräit SA-Dan Pü, verstr. mittlere Altm.; fräet GA-Mie; frei-it SA-Hen Mel, vereinz. Altm. (außer OST und s Rand); freit, -ai-, [frait] verstr. nwaltm., verbr. n/mittlere/w Altm.; e- JE2-Go GrWud, JE1-Da; je- ZE-Ned, vereinz. elbostf. (im Sprw.), KÖ-Bre; [frait] JE2-Scho; jefraiet BA-Ha Schie.
Fründ m. 1. verstr. (aus mbrdb. Teil von JE1 keine Belege). – a. ‘Person, mit der man sich sehr verbunden fühlt, Freund’ – dicke Frünn Wb-Altm 35; n’ gen Frünt HA-Oh; Hier ha’r gode Frün’n to woahn’n ... Pohlmann 1905 ff.,115 (OST-Rö); Da war ich ma mit mein’n Freind ... Krause 1964,91; Sprw.: De all’ Lü ton Fründ will telln, Mütt sick noa de Lü’ instelln. Kredel 1927,12; gue Frünne in de Not, gahn op Dusend ’n Lot WO-Gu; Frinde in de Not, Frinde in’n Dod, Frinde hindern Rijjen (Rücken), dat sind drei feste Brijjen (Brücken) Sprw-Börde. – b. ‘jmd., der etw. Bestimmtes schätzt’ – D bin ich kn Freind von. Wb-Ak 61. – c. Dim. scherzh. drohende Anrede. – 2. ‘Verwandter’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – de nechsten frinne Wb-Nharz 220; Rda.: Wat Fadder, wat Frünnt? ‘ohne Rücksicht auf verwandtschaftliche Beziehungen’ Wb-Holzl 37; Sprw.: mit Frinde is schlecht kramen Sprw-Börde; En guen Nahber an de Hand is besser wie en Fründ in’n fremmen Land. Chr-Em 431.
Lautf., Gram.: Fründ, [fründ], [frünt] verstr. nwaltm. Altm., Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), verstr. n/w elbostf.; Frünn, [frün] vereinz. SA, Firmenich 1854,125 (um STE-Ste); Frünne Pl. vereinz. n/w elbostf.; Frünn’ Pl. vereinz. nwaltm. Altm.; Frind, frint vereinz. ö/s elbostf., Mda-Sti 35; Frinde Pl. Sprw-Börde; frinne Pl. vereinz. s elbostf.; fringe Pl. Mda-Sti 35; Freund, froint, [froind] SA-Da, vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), WO-HWa, Spr-Mab 394 (WO-Ol); Freind, -t, [fraint] JE1-Wol, verstr. ZE anhalt.; [frai] Pl. Mda-Ze (verstr. ZE).
Geld n. das Zahlungsmittel wie Standardspr.,  Zaster, verbr. – dat Jeld is alle BLA-Brau; dät Jeld is unjüllich JE2-Scho; Awwer das kost’t doch Jeld ... Wäschke61915,53; ... so dicke hammorsch Jeld denn doch niche ... Heese 21919,31; ... un harre keine Arbeit, un ok kein Geld ... Klaus 1936,35; Dänn hädden de Zarbstor ihr Jäld wäddor ham woll’n ... Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze); Lü bringt Jeld her Ausdeutung des Klangs der Glocken, OST-Ker; Verbdg.: te jelle mken ‘etw. verkaufen’ Wb-Nharz 58; tau Jelle kemen HA-Oh; dat laiwe Jelt Wb-Holzl 112; Rda.: dat fallt int Geld ‘das ist teuer’ Wb-We 38; Sien Geld met Schäpeln meten. ‘viel Geld besitzen’ Bewohner-Altm 1,335; den fällt et Jeld ut’n Armel ‘er besitzt viel Geld’ Sprw-Börde; Geld wie Heu, bloß nich sau lang. Chr-Em 430; forr Jelt un gu’e Wöre nist kri’en Wb-Holzl 112; Stick Jeld in de Ficke, süss pist dick de Hunne an. Wb-Holzl 35; Atche Lowischen (adieu Luischen), in’t Fenster liet’t Geld! Ausruf eines Kartenspielers, der das Spiel verloren glaubt, Bewohner-Altm 1,335; Sprw.: Jelt well tau Jelt HA-Oh; w jelt is, d is de deuwel, un w keins is, d isse zweiml Wb-Nharz 58; Wer Geld hät, kriegt ook Schoh’. ‘Für Geld kann man alles bekommen.’ Bewohner-Altm 1,334; für Jeld kann’ Düwel danzen sehn dass., STE-Do; wär’t Geld hat, hat’t Befehlen HA-No; wer Geld hat, kann klauk köärn (reden) WO-Gu; wu’t Geld anfänget te spreken, kannste op den Minschen nich mehr reken Sprw-Börde; So geiht’t in de Welt, de een hät’n Büdel, de änner hät’t Geld. Bewohner-Altm 1,335; Wer det Jeld ut’ Fenster schmitt, kann’t op de Strate opsüken JE2-HSe; De ümmer to Marcht geiht un flietig Vadder steiht, den wärd dat Geld nich alt in de Tasch’. ‘Wer oft über Verkaufsmärkte bummelt und viele Ehrenämter übernimmt, muss sich nicht über hohe Kosten wundern.’ Spr-Altm 77; Wer Geld un Gd denkt to erlang’n, mütt allerrst b’t Ml anfang’n. Wb-Altm 277; Weck’r schimmlig Brd itt, de finnt Geld. ‘Wer sparsam mit Lebensmitteln umgeht, kann zu Wohlstand gelangen.’ Wb-Altm* 72. – Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. Vergrabenes Geld brennt. Wb-Ak 77. Spuckt man auf das erste eingenommene Geld, läuft das Geschäft gut. Vk-Anhalta 333. Hört man den Kuckuck im Frühjahr zum ersten Male, soll man die Geldbörse schütteln oder das Geld umdrehen, damit man das ganze Jahr hindurch welches besitzt. verstr.
Lautf.: Geld, -t, J-; außerdem: Geald SA-Hen; Gead, [ged] vereinz. nwaltm.; Jäld, [jlt] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze); Gäad, Gäod, J-, [gd], [jod] verstr. nwaltm.; jalt Mda-Sti 12.
gerdet Adv. ‘in gerader Richtung weiter, geradeaus’ 2: Matthies 1903,55, 3: WO-Gu, Wb-Nharz 59 – He leep ... sien’n Weg groadut. Matthies 1903,55.
Lautf.: gradeut, grdet WO-Gu, Wb-Nharz 59; groadut Matthies 1903,55.
Gestell n., vgl. Stell. 1. ‘Konstruktion aus Stangen oder Brettern, auf die man etw. stellen kann’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, DE-To. – 2. ‘Webstuhl’,  Wfstl, 2: WO-Me, 3: WO-Gu, 4: BLA-Sti. – 3. ‘Bettgestell’,  Bedd(e)spundige, 4: DE-Ho. – 4. Schimpfwort, bes. für Frauen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be.
Lautf.: Gestell, -scht-, J- WO-Me Gu, DE-To; sonst: -e.
Gdendagstock m. ‘Spazierstock’,  Dagstock, 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. w/mittlere Altm., OST-See, 3: WO-Gu, verstr. nw elbostf., sonst vereinz. w elbostf. WA, QUE-Hau – ... snet sik en Guddendagstock ut de Kerchhoffshegge ... Lindauc o.J. 18.
Lautf.: Godendagstock, -dach-, [gdndatok] vereinz. nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., OST-See; -tag- SA-Roh, GA-Rö; Go(h)ndag-, Gn-, -dach- Wb-Altm 68, SA-Kun, GA-Mie; [n datok] SA-Chei; Gotendagstock GA-Ku; -dack- GA-Klö Wa; Gaudendach-, [gaudndatok] SA-Ah Ta; [gaudn-] SA-Ev; Gaundagstock, -dach-, [gaun-] vereinz. n nwaltm.; Gud(e)n- vereinz. sw nwaltm., SA-HHe, vereinz. s GA, HA-Em, WE-Dee Oster; Gn- HA-Oh; Gudden- SA-Scha, vereinz. HA; [gudndaktok] SA-Ku; [gudnda-] SA-Pü; Gunndagstock, -dach-, J-, [gu-] verbr. nwaltm., GA-Wen, WO-Gu, verstr. nw elbostf., OSCH-Ott Schw, vereinz. WA, QUE-Hau; Guten- GA-Sa; Gutentag- SA-Ro, GA-Se; Guttendag- HA-No; Gutt’ndagg- SA-NFe; -tag- HA-Wa.