Grenzwne f. dass. wie  Grenzfre, 3: WO-Gu.
Lautf.: Grenzwaune.
Grtmudder f. 1. ‘Großmutter’ verbr. – Neben unse Stube ... wohnte de olle Grotmudder ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); ... sei woll uns’ Grotmuddern besö- ken. Abergl-Altm 8; De Grotmutter mött Kartuffeln rieben taun Puffert. Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim); De Jroßmutter war bloß ma uff “fimf Minutn” bei de Schäppertn nä’man. Krause 1964,42; Rda.: Spaß mot sien, seggt Uhlenspeigel un kißelt siene Grotemudder mit de Meßgrepe WO-Gu.  Große Mme 1Mudder Öldermudder Oltsche ma te. – 2a. in der Verbdg.: Grotmudder, wat strickste? Haschespiel, 3: BE-GrMü. – 2b. in der Verbdg.: Großmutter von’n Himmel trecken ein Spiel, 3: QUE-Di Ga. – 3. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 3: WE-Dar Oster.
Lautf.: die unverschobenen nd. Formen des 1. Gliedes sind gegenüber den verschobenen hd. Formen auf dem Rückzug und gelten vielerorts als veralt.: Grotmudder, Grod-, J- (nwaltm., nbrdb.: -mudda, -muddä) vereinz. nwaltm., SA-Ben, vereinz. ö SA, verstr. OST, GA-KloNeu, vereinz. sö Altm. JE2 n/ö elbostf.; -mutter (nwaltm., nbrdb.: -mutta, -muttä) vereinz. ö/s nwaltm., SA-Sa, verstr. ö Altm. (außer OST, dort vereinz.), JE2-Ba, JE1-Pa, vereinz. elbostf.; -modder QUE-Tha; -motter STE-Ta, BA-Ge; Großmudder, Grß-, J- (nwaltm., nbrdb.: -mudda, -muddä) verstr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Ziep, vereinz. elbostf.; -mutter (nwaltm., nbrdb.: -mutta, -muttä) SA-Bre Zier, verstr. OST, vereinz. s Altm., verstr. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf., verbr. omd. ([jrsmudr]); -mütterken Dim. WE-Dar; -murrer SA-Vi; -modder Brauch-wAltm 8, JE2-Bu, CA-GrRo; Greßmutter, gres- HA-Oh, Mda-Weg 90; Groatmudder SA-Jee, GA-Schw; Grout- vereinz. mittlere Altm., GA-Qua; Graut- verstr. SA, GA-Kak; -mutter SA-Jeg, GA-Klö Sche; Graus- GA-Est; Groidmodder SA-Lag; Groitmutter SA-Lie; Greotmudder SA-Ty Wa; Grote- WO-Gu, OSCH-Schw; -mutter HA-Eil; Große- BLA-Sti; Kurzform: Jrm JE2-Schön.
Gutenswegen ON – Neckvers: Prost, seggen de Gu’nswegeschen un stellen de Pulle int Schapp 3: WO-Gu; Gunswägsche Pulepadden NeckN für die Bewohner, 3: WO-GrAm.  Jaulsdorf.
1hacken Vb. 1. ‘mit einem scharfen Gegenstand auf etw. einschlagen, um es zu zerkleinern’ verstr. – Holt hack’n Wb-Altm 72; nu ma de Ziwweln här un denn … de Ziwwelwurscht recht fein jehackt Alt-Cöthen 76; Rda: man kann Holt op ene hacken ‘er ist geduldig, lässt alles mit sich geschehen’ Wb-We 44; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No. – 2a. ‘den Ackerboden mit der Hacke auflockern, von Unkraut befreien’ verbr. – Jetreide, R’m, Kartoffel’l hacken Wb-Ak 64; in Jrden miss mor m haggen DE-Ca; Rda.: um’n Busch hacken ‘den Kartoffelacker hacken’ WA-Ost; öbbern Kopp hacken dass., WO-Gu; ut Krut hacken dass., CA-GrRo. – 2b. in der Verbdg.: gut hacken ‘Kartoffeln anhäufeln’,  anplgen, 4: Wb-Ak 64, DE-Els. – 3. ‘mit dem Schnabel heftig schlagen’ 3: HA-Oh, vereinz. s elbostf., 4: Wb-Ak 63 – de Klucke hacket de Kken HA-Oh; de Hin’ner hacken sich Wb-Ak 63. – 4. ‘jmdn. fortwährend zurechtweisen, ungerecht behandeln’ – op einen hakken 3: Wb-Nharz 67. – 5. refl. ‘gut zu spalten sein’ – das fichtene Hols hackt sich jt 4: Wb-Ak 64.
Zuss.: zu 1.: in-, ls-; zu 2a.: n-; sonstiges: hen-.
hälfte Adv. ‘die Hälfte von etw. umfassend, zur Hälfte’ 2: Bewohner-Altm 1,333, Albrecht 21822 2,6, Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo), 3: vereinz. Holzl., Rauch 1929,187 – Dat hälfte Geld woll’n se vor sick beholl’n. Rauch 1929,187; Rda.: Rennlichkeit is’t hälf’t Lew’n, sä jenn Frau, un wischt dänn Disch met de Hand af, up dänn d’ oll Hünner säten harn. Bewohner-Altm 1,333; Sprw.: Rauh un Rast is de hälfte Mast WO-Gu – … de hellfte kannen unde gropen, so de ore vader gelathen het … 1448, SchB-Zerbst Nr. 11.
Harbarge f. 1. ‘Herberge, Unterkunft’ 2: ZE-Roß, 3: WO-Gu, Sprw-Börde, Wb-We* 213, Wb-Nharz 70, 4: Wb-Ak 65, Wb-Be – Sprw.: en gut Wort find immer ne Harbarje Sprw-Börde; wer de Wahrheit seggt, finnt keine Harbarge WO-Gu; … dat Frycke Scherpyngh se vorwesen wyl myt kledynge, koste unde herberge na synen huse, de wyle se levet. 1473, StB-Neuhaldenslebena 109. – 2. ‘schlechte Wohnung’ – t wn’n  in sonne richtije le Harparje 4: Wb-Be. – 3. ‘Unordnung, mangelnde Sauberkeit’, auch ‘unordentliches Zimmer’ 3: Wb-Nharz 70, 4: Wb-Ak 65 – Bei d is immer Harbarreje. Wb-Ak 65; Rda.: rken w harbarje Wb-Nharz 70.
Lautf.: Harbarge WO-Gu; [hrbrj] ZE-Roß; harbarje Wb-Nharz 70, Harbarje Sprw-Börde, Wb-Ak 65; [harparje] Wb-Be; Harbarreje Wb-Ak 65; Harbarije Wb-We* 213; Herbarije Wb-We* 213.
heiraten Vb. ‘die Ehe eingehen’, vgl. fren, 2: SA-Altm Meh, verbr. OST GA, verstr. STE n WO, verbr. JE2 JE1 ZE, 3: WO-Gu, OSCH-Emm, WA-So, verstr. QUE CA, 4: QUE-Frie, BA-Ha, verstr. anhalt. – unsor Nabbor had jeheird BE-Scha; Sprw.: Wr starrewet, word jelwet un wr heirt, word schlecht jemacht. Wb-Ak 68.
Lautf.: heirtn, heirdn; außerdem: vereinz. heirtn.
Herrgottshnken n. dass. wie  Herrgottsdrken, 2: CALV-Uth, 3: GA-Fle, WO-Gu, HA-Eil Sü – Kinderreim:Harrgottsheunecken
flüg ob et Speunecken
(Span)
segg tau dien Vader un Mudder
morgen sollt gut Weder wern.
HA-Sü.
Lautf.: HerrgottsheuneckenCALV-Uth; -heunicken GA-Fle; Harrgottsheunecken HA-Eil Sü; -heinecken WO-Gu.
Heuhocke(n) m. ‘Heuhaufen auf der Wiese’ 2: SA-GrGe, verstr. nö Altm., vereinz. JE2, JE1-Dan Gö Rie, 3: WO-Gu, JE1-Ca HWa Pre, WA-KlWa See, QUE-Di.  Barg Heubanse Heuhpen Heuhpen Heuklumpen Heumte Heuplacken Heurp(en) Hocke(n) Hp(en) Hwel Hp(en) Klump(en) Ldehocken Ldehp(en) Ldeklump(en) 1Mte Öpper Plack(en) Rp(en) Schober Schoberfleck Windhocke(n) Windhpe(n).
Lautf., Gram.: Heuhucken vereinz. nö Altm., JE2-Mi Wa, WO-Gu, WA-KlWa See, QUE-Di; -hucke f. JE2-Ge, -hucke JE2-Fi, JE1-Rie; Heihocken OST-Hö Sche; -hucken SA-Do, OST-Klei, vereinz. w JE1, JE1-Gö; Hauhockens Pl. SA-GrGe.
Heuwder n. ‘für die Heuernte geeignetes Sommerwetter’ – Sprw.: Heuwäder un Hochtiet gift et nich alle Dage 3: WO-Gu.