grandig Adj. 1. ‘sandig, voller Kies’, bes. vom Ackerboden, 2: Wb-Altm 69, Mda-Ar 22, 3: JE1-Wol, WO-Ma, verstr. w elbostf., Id-Quea 155 – grandiger Acker WO-Ma; de Bodden is grannig GA-Sie. – 2. ‘grobkörnig’, von Fruchtfleisch, 3: Wb-We* 211. – 3. ‘mürrisch, verdrießlich, unzufrieden, barsch’,  brummig, 3: Wb-Holzl 97, Wb-We* 211.
Lautf.: grandig, [grandi] Mda-Ar 22, vereinz. elbostf.; grannig, j-, [grani] Wb-Altm 69, Mda-Ar 22, JE1-Wol, verstr. w elbostf. – Etym.: (3.): ausgehend von (1.) wird die Bed. ‘grob’ auf Menschen übertragen, allerdings ist hier auch Einfluss von  grantig möglich, vgl. DWB 4,1,5,1855.
Grund m. 1a. ‘Erdboden, Erdoberfläche’, auch ‘Erdreich’ 2: Kredel 1929,60, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 81 – Jrund ausheem ZE-Roß; Rda.: in Grund un Bodden sln Wb-We 43. – 1b. ‘Grundbesitz’, bes. in der Verbdg.: Grund und Bodden 2: Matthies 1903,54, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak – op snen Grund un Bodden HA-Oh; du hast op mienen Grunne nischt te säuken CA-Fö. – 2. f., m. – a. ‘kleine Vertiefung im Gelände, Senke, kleines Tal’, auch in FlN, 2: vereinz. w/s Altm., Siedler-Je § 265, JE2-Bö, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – ... un wie se hinder Silldorp in de Jrund kamen, da word et janz schwart. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); Still tüt (zieht) dät Woader dörch’n Grund ... Kredel 1927,10. – b. ‘tief gelegene und deshalb stets feuchte Stelle im Acker’,  Springstde, 2: SA-Ma, vereinz. s GA (n der Ohre) mittleres/s mbrdb., 3: JE1-Me, WO-Ma, vereinz. n CA, 4: vereinz. s CA. – 3a. ‘unterste Fläche, Boden eines Gewässers’ 2: Elbschifferspr. 308 f. (STE-Bit Tan, WO-Ro), vereinz. JE2, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Elbschifferspr. 308 f. (CA-Ak), Wb-Ak 81 – Jrund hamm ‘im Wasser stehen können’ ZE-Roß; in Jrund jn ‘bis auf die Flusssohle einsinken’, vom Kahn, Schifferspr., Elbschifferspr. 308 (STE-Bit); in Jrund ljen ‘völlig auf dem Grund des Gewässers aufliegen’, vom Kahn, Schifferspr., a.a.O. 309 (JE2-Pa); Rda.: w willt ml de Sache op’n Grund gn HA-Oh. – 3b. ‘unterste Fläche, Boden eines Gefäßes’ 3: vereinz. elbostf. – opn grunne sit et fet! beim Abgießen von Brühe, Mda-Weg 95; ... stieg de Bärme (Hefe) von’n Jrunde der Pulle hoch. Spr-Asch 41. – 3c. ‘Ablagerungen auf dem Grund von Suppen oder Getränken, Bodensatz’, bes. vom Kaffee, 3: CA-Fö, 4: Wäschke 61915,92 – ... un joß denn noch an Heppchen raus in anne Tasse, ’s war awwer schon Jrund dermank ... a.a.O. 92. – 4a. dass. wie  Grundmer, auch ‘Grundlage’ 3: vereinz. elbostf., 4: verstr. ö DE – Rda.: in Grunne jenommen ‘genau genommen’ Sprw-Börde; Von Jrund uff (völlig, ganz und gar) ware ’n anschtändijer Bengel ... Krause 1964,67. – 4b. ‘richtige Ordnung, Form, richtiger, ursprünglicher Zustand’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be – keinen grunt rin krn ‘die Wäsche nicht richtig sauber bekommen’ Wb-Nharz 66; t is jr kn Jrunt widder rin tse krn Wb-Be. – 5. ‘Ursache, Beweggrund’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be – Dä Grünne will eck gar nich wetten ... Klaus 1936,1; du hasd noch k’n Jrund dsu kln CA-Ak.
Lautf.: Grund, -t, J-; in flekt. Formen -nn- verstr. elbostf., vereinz. anhalt. – Gram.: (2.): f.; außerdem: m. belegt: Kredel 1927,10, Wb-Holzl 98, HA-Oh.
Halsafsnder m. 1. ‘Betrüger’,  Bedrger, 3: WO-Ma, Lindauc o.J. 18, Wb-Holzl 100, BA-GrAls, 4: Wb-Be. – 2. ‘Gerichtsvollzieher’, scherzh.,  Hausleerer, 2: GA-Br So.
Lautf., Gram.: Halsafsniders Pl. Lindauc o.J. 18; -affsni’er Wb-Holzl 100; -afsnier GA-Br So; -affschnier WO-Ma, BA-GrAls; [haltsapnaidr] Wb-Be.
Heums f. TiN ‘Wühlmaus’ 3: WO-Ma, vereinz. HA, WE-He, 4: BE-KlSchie Sa.
Lautf.: Haumuus, -ms WO-Ma, vereinz. HA; Hms WE-He; [haimaus] BE-KlSchie Sa.
Hwe f. ‘Vorrichtung zum Anheben des Ackerwagens’ 3: WO-Ma, HA-Uep.
Lautf.: [hw] HA-Uep; Hebe WO-Ma.
Hoffprte f. dass. wie  Hoffdr, 2: STE-Ei, JE2-Scho, JE1-Zi, verstr. ZE, 3: WO-Ma, HA-Oh, Lindaub o.J. 5 – … dunn kam Fieke … ut öhre Hoffpoorte slarwet, … Lindaub o.J. 5; Will schtunt inne Hoffpate JE2-Scho.
Lautf.: Hoffpoorte, [hofprt] verstr. ZE (veralt.), WO-Ma, Lindaub o.J. 5, HA-Oh; -porte JE1-Zi; -puert STE-Ei; [hofpat] JE2-Scho.
Hkersche f. dass. wie  Hkerfr, 3: WO-Ma, Wb-Nharz 74, Spr-Asch 44, 4: Wb-Be.
Lautf.: Hökersche WO-Ma; Hekersche, hkersche Wb-Nharz 74, Spr-Asch 44, Wb-Be.
Huckel m. 1. ‘Unebenheit im Weg, auf der Wiese’, auch ‘kleine Anhöhe, kleiner Hügel’,  Barg, 3: WO-Ma, vereinz. sw elbostf., BE-Gü He, 4: Mda-Sti 151, CA-Ak, verbr. BE, DE-Ca. – 2. ‘Maulwurfshügel’,  Mollbarg, 3: BA-Ho. – 3. ‘kleine (krankhafte) Erhö- hung am Körper’ 4: BE-Nie, DE-Ca – was hasd d de uff’n rm forr a Huggel? DE-Ca.
Lautf.: Huckel, [hukl]; außerdem: [hugl] verbr. BE, DE-Ca; Hückel WE-La; hickel Mda-Sti 151; hikkelken Dim. Wb-Nharz 78. Zuss.: zu 2.: Maulwurfs-, Moltworms-.
Hund m. 1. TiN ‘Hund’, z.T. bes. das männl. Tier, verbr. – Rda.: dat kein Hund ‘n Schticke Brot von ne nimmtdie Schwere eines moralischen Versagens kennzeichnend, Sprw-Börde; uffen Hund kom’m ‘verarmen, abmagern’ Wb-Ak 72; de geit vor de Hunne ‘er stirbt’ WE-La; da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; wickelt sich in’n Hund ‘er schweigt, gibt keine Antwort’ Sprw-Börde; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; kann keinen Hund ut’n Backoben locken Sprw-Börde; met allen hunnen gehisst ‘raffiniert, durchtrieben’ Id-Quea 158; Hei denkt ümmer, grod Hund is sin Päd’ (Pate), un klein hät nich maol Vadder staohn. ‘Er ist eingebildet.’ Bewohner-Altm 1,340; nimmt wie der Hund ‘n Schwanz mank de Beine ‘er geht kleinmütig davon’ Sprw-Börde; h is bekand asn bundn hund ‘er ist überall bekannt’ GA-Da; dai schütt sik dat af as Hund dann Raigng ‘er ist völlig gleichgültig’ SA-Dä; sei lwet w Hund un Katte ‘sie vertragen sich nicht’, meist von Eheleuten, HA-Oh; Dat is gerade, wie wenn’n en dob’n Hunne wat seggt mit Bezug auf einen Schwerhörigen, Sprw-Harzvorld 374; junke Hunne met Schtickebrn scherzh. Antwort auf die Frage, was es zu Mittag gibt, HA-Neu; mit dem Hund gemessen und den Schwanz vergessen ‘zu knapp gemessen’ WE-Dee; der Wech is mit’n Hund emet’t und der Schwanz tauejeben von einer ungenauen Entfernungsangabe, Sprw-Börde; dei wett sienen Hund woll te lei’n, dat’e nich owern Strick schitt ‘er versteht es, seine Interessen durchzusetzen’ WO-Gu; Wenn de Hund nich eschetten harre, harre’n Hasen ekrejjen Zurückweisung von Ausreden, Sprw-Harzvorld 374; deck schitt de Hund watschroffe Verneinung, Ablehnung, WE-Dee; bei dn is der Knippel bei’n Hund jelt ‘dort geht es ärmlich zu’ Wb-Ak 72; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Sprw.: en blöen Hund ward selten fett HA-No; je dröjer de Hund, je gröter de Fleuen Sprw-Börde; De Hunn’, d am fründlichst’n swänzeln, de bt’n toerst. Wb-Altm 278; Hunn, dee veöhl blaffen, biet’n nich GA-Trü; Oll’ Hunn’ blaffen lihren, hölt swar. Bewohner-Altm 1,340; Väöl Hunn’ is ‘n Haos’n sin Dod. Spr-Altm 29; liet (liegt) Harre, liet Hund HA-Sü; ein Hund bellt nich lange ‘ein Mensch allein kann nicht lange streiten’ WO-Ma; Den letzten biet’t de Hunne. Wb-Holzl 33; Wo de Tun ‘n legst’n (am niedrigsten) is, da will’n all Hun’ räwerspring’n. Spr-Altm 82; Hunne pissen un Fruunslüü weenen, wenn’s willen OST-Sta; Wenn’t Flesch up is, bieten sick de Hünn’ um de Knaoken. Bewohner-Altm 1,332; Wer’n Hund hang’n will, findt ok’n Strick dato. Spr-Altm 82; wer’n Hund hauen will, findt ok en Knüppel WO-HWa; kimmet mor ewwern Hund, kimmet mor  ewwern Schwans Wb-Ak 72; liewer der grote Hund in Dörpe wie der kleine in de Stadt Sprw-Börde; wöcker sik as’n Hund verhrt, mutt Knoaken fräten SA-Ab; Neckreim:Wenn Schult’n Hund ‘n Köter weer
un denn bittschen gröter weer
un denn ‘n bittschen bunt,
denn weerd’ ‘n schön’n Hund
. Matthies 1912,30 (OST-
GrRo);
Kinderreim:ek wil dek eml wat forteln
fon Peter Sneln,
d har en klein hinneken,
dat konne bten un konne beln,
konne eppelkens fscheln,
konne nete knakken
un konne in emmer kakken
. Mda-Weg 98.
– Volksgl.: Frisst ein H. Gras (vereinz.) oder jault er (GA-Da), so wird es regnen. Sein Jaulen kann auch einen Todesfall ankündigen (GA-Da), bes. bei Nacht (CA-Lö), beim Glockenläuten (Vk-Altm 206) oder wenn er die Schnauze dabei nach unten hält (Vk-Anhalta 31). Hält er die Schnauze nach oben, zeigt das einen bevorstehenden Brand an. a.a.O. 31 (CA-Zu, BE-GrMü). Nach H. schlägt der Blitz, deshalb ist bei Gewitter zu ihnen Abstand zu halten. a.a.O. 31 (BA-Bad). Einen Hundebiss behandelt man durch Auflegen von Haaren des H. a.a.O. 286. – 2. Schimpfwort, vereinz. – Hund for’n Jroschen Wb-Ak 72; dullen Hund HA-Oh; saun vorfluchten Hund Wb-We 54. – 3. NeckN für die Bewohner von Winningen, mit Bezug auf die ihnen unterstellte Durchtriebenheit, 3: Vk-Ask 167. – 4. in der Verbdg.: bunt Hund ‘mit grünem Laub geschmückte Gestalt beim Pfingstumzug’,  Pingsten, 2: Brauch-wAltm 63 (SA-Rie). – 5. in der Verbdg.: der tolle Hund ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: ADVk Nr. 49 (JE2-Mö). – 6. ‘(hintere) Querstange am  Ldetg’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Uep, OSCH-Har, QUE-Hau, 4: verstr. anhalt. – 7. in der Verbdg.: verwassener Hund ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: JE2-Bu, JE1-Stei. – 8. in der Verbdg.: hölten Hund ‘Flachsbreche’ – Rda.: wenn erst de hölt’n Hunne bellt, is de Sömmer vorbie 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: Pl.: Hunne, [hun]; außerdem: Hunn’, [hu] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Hünn’ Bewohner-Altm 1,332. Zuss.: zu 1.: Haff-, Halwen-, Hellen-, Hrden-, Hoff-, Jagd-, Jammer-, Khrden-, Lnen-; zu 2.: Hellen-, Himmel-, Jammer-, Lumpen-, Mess-; zu 6.: Hinder-.
Hundsrse f. PflN ‘Heckenrose’ 3: WO-Ma, 4: Vk-Anhalta286 – Volksgl.: Mit dem Tee der H. behandelt man den Biss eines Hundes. Vk-Anhalta 286.