afpelzen Vb. dass. wie  1afnuschenick hewwene wat affepelzt 3: Spr-Maa 431 (WO-Ol).
afrennen Vb. 1. ‘Schuhwerk durch vieles Gehen abnutzen’, auch ‘der Reihe nach ein Gebiet, eine Strecke ergebnislos ablaufen’ 3: Spr-Maa 431 (WO-Ol), HA-Oh – Rda.: hai rönnt sik de hack’n aff Spr-Maa 431 (WO-Ol). – 2a. (refl.) ‘(sich) durch hastige Bewegungen oder Unachtsamkeit etw. abstoßen’ 3: Wb-Nharz 6, 4: Wb-Ak 8 – sek en ngel frennen Wb-Nharz 6; Nimm dich mit dn neien Topp an bißchen in acht, renne d nich jlei wedder anne Ecke ab! Wb-Ak 8. – 2b. ‘durch Stoßen abwehren, fern halten’ – de kau rent alle andern f 3: Wb-Nharz 6.
Lautf.: afrennen HA-Oh; f- Wb-Nharz 6; affrönn’n Spr-Maa 431 (WO-Ol); abren’n Wb-Ak 8.
afschaffen Vb. ‘etw., jmdn. aufgeben, nicht mehr halten’ 1: Essen-nwAltm 91 (SA-Han), 3: vereinz. n elbostf., Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 9, Wb-Be – Mor han de Hin’ner wedder abjeschafft, d machen uns zu ville Wortschaft. Wb-Ak 9; sn’n lpst’n oder sn’n schatz waer affschaffen Spr-Maa 431 (WO-Ol).
Lautf.: af(f)schaffen Spr-Maa 431 (WO-Ol, JE1-Ran), HA-Oh; schaffen af 3. Pl. Präs. Essen-nwAltm 91 (SA-Han); f- Wb-Nharz 2; ab- Wb-Ak 9; [apafn] Wb-Be.
afschinden Vb. 1. refl. ‘sich abmühen, abquälen’ 3: Spr-Maa 431 (WO-Ol), HA-Oh, 4: Wb-Ak 9 – Dr muß sich mechtich abschingen, dasse durchkimmet. a.a.O. 9. – 2a. refl. ‘sich (die Haut) abschürfen’ 3: Wb-Holzl 52, Wb-Nharz 6, 4: vereinz. anhalt. – sek et bein, et fel fschinnen Wb-Nharz 6. – 2b. dass. wie  afschellen, 2: JE2-KlWul, 4: Vk-Anhaltb 78 (BE-Am) – de Borke van Tack afschin JE2-KlWul.
Lautf., Gram.: af(f)schinnen Wb-Holzl 52, HA-Oh; affschinn’n Spr-Maa 431 (WO-Ol); afschin JE2-KlWul; fschinnen Wb-Nharz 6; schind ab 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltb 78 (BE-Am); abschin’n, -schingen Wb-Ak 9; [abi] Mda-Fuhne 32 (DE-Ca); abjeschungen Part. Prät. Wäschke 31909,37.
afstwen Vb. 1. ‘vom Staub befreien, abstauben’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 11. – 2. in der Verbdg.: ain’n wat affstoeb’m ‘jmdn. schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
Lautf.: affstoeb’m Spr-Maa 432 (WO-Ol); afstöben Id-Eilsa 47; affstö’m Wb-Holzl 52; fschtben Wb-Nharz 2; abst’m Wb-Ak 11.
afsunderlich 1. Adj. ‘ungewöhnlich, eigentümlich’ 2: vereinz. Altm., 3: Spr-Maa 428 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde – Dät mütt’n afsünnerlich Geschicht west sind ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav); Wetterregel: de ganze woche wund’rlich, de frdach iss absund’rlich ‘war das Wetter in der Woche unbeständig, soll es sich am Freitag ändern’ Spr-Maa 428 (GA-Oeb). – 2. Adv. ‘besonders’ 3: Wb-Nharz 1.
Lautf.: afsunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (WO-Ol), vereinz. w elbostf., Sprw-Börde; -sunner- vereinz. Altm., WE-He; -sünner- Firmenich 1854,124 (OST-Hav); -sonder- vereinz. w elbostf.; Afsonderliches subst. Wb-We 4; absunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (GA-Oeb), Wb-Nharz 1 (BLA-Ha); -sonder- a.a.O. 1.
aftargen Vb. ‘jmdm. etw. abschwatzen, abbetteln’ 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
Lautf.: afftarjen.
aftrecken Vb. 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 12, Wb-Be. 1a. ‘etw. ziehend entfernen, herausziehen’ – den schnöttl (Schlüssel) afftreck’n Spr-Maa 432 (WO-Ol). – 1b. ‘Bettwäsche abziehen’, vgl. aftn 1a.d Bre (Bettbezug) mütt afetreckt wn, w willn wasch’n JE2-Scho. – 1c. ‘ausziehen, herunterziehen’ – Rda.: an Pr Hsen abtrecken ‘seine Notdurft verrichten’ Wb-Ak 12. – 1d. ‘Rüben verziehen’. – 2a. ‘das Fell abziehen, abhäuten’ – en Hasen et Fell aftrekken Sprw-Börde. – 2b. ‘Hornhaut auf der Zunge des Huhns entfernen’ – Fke Backhs moste ümmer n’ Pipp aftrecken mit ne spitze Ndele HA-Oh. – 2c. dass. wie  aftgenSchelle aftrecken WE-Il. – 3. ‘abfüllen’ – subst.: Schon bie dat Afftrecken ward so mancher Kauhschluck jlieks dorch den Wienschlauch enommen. 3: Gesch-Un 43. – 4a. ‘weggehen, sich entfernen’, auch ‘an einen anderen Ort ziehen’ – Un damidde trecke de Wimmelsdörpsche Mannschaft aff un leit de Ohren hängen. Lindauc o.J. 33. – 4b. ‘eine Arbeitsstelle aufgeben’ – De Md (Magd) is n acht T wedder abjetreckt. Wb-Ak 12. – 5a. ‘abfließen’, von Wasser – dat wter kan nich ftrekken Wb-Nharz 8. – 5b. ‘entweichen, abziehen’, von Rauch – “Fru”, rep hei, “wei hett butten ganz dichten Mist un Näwel, de Rook kann nich aftrecken ...” Wedde 1938,64. – 6. ‘von einer Summe abziehen, abrechnen’ – Mr han unse Stowwe tapzr’n lßen un denn jlei vonne Mte abjetreckt. Wb-Ak 12.
Lautf., Gram.: af(f)treck(e)n, -kk- GA-Ga, Matthies 1912,24 (GA-Miest), verstr. elbostf.; treckt af 3. Sg. Präs. HA-Ack; aftreckt Part. Prät. Ehlies 1960a 79; trecke aff 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 33; treckt’n aff mit Enklise des nachfolgenden Art. m. Akk. 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); [aftrek] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; [-trk] SA-Rist; ftrekken, [ftrekn] vereinz. sw elbostf.; [ftrekt] Part. Prät. QUE-Di; abtrecken Wb-Ak 12; [aptrekn] Wb-Be.
Afwennekalf n. ‘Kalb, das der Muttermilch entwöhnt wird’ – Dei Mäkens hadden öhn mit Kaffei un Melk ebörnt (getränkt) arn (as en) Awwenekalw ‘die Mädchen haben ihm sehr viel Kaffee und Milch zu trinken gegeben’ 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
akr Interj. 1. Ruf des Suchenden beim Versteckspiel – Reim:akr, akr, akrke! Waer sick nich vorstk’n hataer kricht wat op de schnte. 3: Spr-Maa 433 (WO-Ol). – 2. in der Verbdg.: akrh moak’n ‘Verstecken spielen’ 3: a.a.O. 433 (WO-Ol). – 3. subst.: ‘Freistätte im Kinderspiel’ 3: Wb-We 4.