anlappen Vb. ‘jmdn. heftig anfahren, schelten’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. n elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – dänn hewwek moal annelapt Spr-Maa 437 (WO-Ol).
Lautf.: anlappen; außerdem: -lappm, -lapp’m ZE-Roß, Spr-Maa 437 (WO-Ol); n-, [nlapm] Wb-Ak 21, Wb-Be.
anlten Vb. 1. ‘in Gang setzen, starten’ – dn Mtor anlten 3: HA-Oh. – 2. ‘anbehalten, nicht ausziehen’, von Kleidungsstücken und Schuhen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21 – Lß de Sche jlei n, mr missen nochem fort! a.a.O. 21. – 3. ‘eingeschaltet, angezündet lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 12, 4: Wb-Ak 21 – konst de lampe doch nelten Wb-Nharz 12. – 4. ‘an etw. heranlassen’ – lt’n hunt ml n ‘hetze den Hund darauf’ 3: a.a.O. 14. – 5. refl. – a. ‘anfangen, beginnen’ 3: Wb-Holzl 55, 4: Wb-Ak 21 – Der Winter leßt sich dis Jr fr n. a.a.O. 21. – b. ‘sich zu Beginn in bestimmter Weise entwickeln, erweisen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21, Wb-Be – dat lätt sick sau an, as wennet raengn will Spr-Maa 437 (WO-Ol); Rda.: nich ewel nlten Wb-Nharz 14; w lesste sich tenn n? ‘wie macht er sich?’ Wb-Be. – 6. dass. wie  anlappen, 3: Wb-We 7.
Lautf.: anlaten, -lten; außerdem: -loat’n Spr-Maa 437 (WO-Ol); nlten, ne- Wb-Nharz 12 und 14; [nltn] QUE-Di; nlßen Wb-Ak 21, [nlsn] Wb-Be.
annmen Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘etw. in Empfang nehmen, nicht zurückweisen’ – n’ Breif annem’n HA-Oh; ... denn mügte hei doch als Geschenke von öhm dat grote Vöggelhus ... annehm’n ... Rauch 1929,88; Rda.: Das kannich doch jr nich nn’m bescheidene Abwehr bei der Annahme eines Geschenkes, Wb-Ak 22. – b. ‘ein Angebot akzeptieren’ – ... ick sall wer na öhm als Kutscher komm’n un dei Stidde will ik ok annehm’n. Rauch 1929,31; nimm an! Aufforderung zum Essen und Trinken, Wb-Altm 5; subst.: w kom’m b’mt vont annm’m Ablehnung, etw. zu essen oder zu trinken, Spr-Maa 438 (WO-Ol). – c. ‘etw. billigen, seine Zustimmung geben’ – Brauch: In Rohrsheim fand jeweils Anfang Januar das A. statt. Am ersten Tag wurde die Gemeinderechnung verlesen und besprochen. Am zweiten Tag wurden mögliche Neuverpachtungen, z.B. des Gemeindekruges, sowie Nachtwächter, Kuhhirten u.a. angenommen. Wesentlicher Teil des A. waren gemeinsame Mahlzeiten der Dorfbewohner. Gesch-Ro 110. – 2. (refl.) – a. ‘sich etw. zu eigen machen, beherzigen’ 3: Lindauc o.J. 45, HA-Oh, 4: Wäschke 61915,138 – “Wenn meine Frau nu noch Vernunft annähm,” ... a.a.O. 138; dat Ge mott’n sik annemen HA-Oh. – b. ‘etw. (durch Zusehen von jmdm.) erlernen, sich aneignen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 22 – D bist n all jrß un kannst noch jr nischt, d mußt dich n m an bißchen was nn’m! a.a.O. 22. – 3. 3: vereinz. n/w elbostf. – a. ‘adoptieren’ – n’ Kint annemen HA-Oh. – b. ‘jmdn. einstellen’, auch ‘jmdn. mit der Erledigung einer Angelegenheit beauftragen’ – L (Leute) annemen HA-Oh; en afkten (Advokat) nnmen Wb-Nharz 14. – c. in der Verbdg.: sik annmen lten ‘freiwillig und vor der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit Soldat werden’. – 4. ‘etw. in sich aufnehmen, eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 21 – Das Ei nimmt kne Farrewe n. a.a.O. 14; de mge (Magen) nimmt nischt n (das Essen nicht bei sich behalten können) Wb-Nharz 14. – 5. ‘anfangen, etw. zu verbrauchen’ – Mr missen an neien Topp Ms nn’m. 4: Wb-Ak 22. – 6a. ‘glauben, vermuten’ – dat will’k nich annemen 3: HA-Oh. – 6b. ‘voraussetzen, unterstellen’ – angenem’n, dat is wer (wahr)? 3: a.a.O. – 7. refl. ‘sich eines Menschen oder einer Sache annehmen’ 3: Wb-Nharz 14. – 8. dass. wie  anniesen, 4: KÖ-KlPa.
Lautf., Gram.: annehmen, -nehm’n Rauch 1929,31 und 88, KÖ-KlPa; ahnnehmen Wedde 1938,11; nnm’n Wb-We* 199; annm’m Spr-Maa 438 (WO-Ol); -nehm’ Pohlmann 1905 ff.,119; -nem(e)n HA-Oh; nahm an 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 45; annoahm Part. Prät. Francke 1904,82; -jenommn Part. Prät. Krause 1964,82; -nëm’n Wb-Altm 5; nnëmen Wb-Nharz 14; annähm 3. Sg. Konjunk. Prät. Wäschke 61915,138; [nn] Wb-Be; (n)n’m Wb-Ak 21; annömen Wb-We* 199.
2anpken Vb. 1. ‘Feuer anzünden’ –Niemann, pieke Füer an,
Op’m Staindamm gaiht’et gut an.
3: Lieder-Ma Nr. 908
(WO-Ol).
– 2. ‘herbeilaufen, herbeikommen’ 3: Wb-Holzl 55.
Lautf., Gram.: anpeken Wb-Holzl 55; pieke an Imp. Sg. Lieder-Ma Nr. 908 (WO-Ol).
anschaffen Vb. (refl.) ‘(käuflich) erwerben, sich zulegen’, auch ‘heranschaffen’ 1: Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), 2: Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), JE2-Gü, 3: vereinz. n elbostf., Sprw-Börde, 4: Wb-Be, Krause 1964,41 – sick ’n plauch (Pflug) anschaffen Spr-Maa 438 (WO-Ol); sick wat Lüttjet (ein Kind) anschaffen HA-Oh; hei harre sick ok balle ’n Meeken anneschafft Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); “Hinnerk, du mußt Woter anschaffen, ...” Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); Da sat grade de Gemeinderat tesamme un tüftele hen un her, ob woll ’ne nie’e Spritze aneschafft wer’n solle oder nich. Lindauc o.J. 20.
Lautf., Gram.: anschaffen Inf., schafften an 3. Pl. Prät.; außerdem: an(n)eschafft Part. Prät. Lindauc o.J. 20, Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); an- Part. Prät. Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi); [nafn] Wb-Be.
anseichen Vb. ‘an/auf etw. Wasser lassen, urinieren’ 3: Spr-Maa 438 (WO-Ol), 4: Wb-Be.
Lautf.: ansaichen Spr-Maa 438 (WO-Ol); [nzn] Wb-Be.
ansichtig Adj., nur in der Verbdg.: nen ansichtig werden ‘jmdn. sehen, erblicken’ 3: Spr-Maa 439 (WO-Ol), Wb-Nharz 16, 4: Wb-Ak 23.
Lautf.: ansichtich Spr-Maa 439 (WO-Ol); n- Wb-Nharz 16; n- Wb-Ak 23.
anslgen Vb. 1a. ‘etw. durch Schlagen an etw. befestigen’ 2: Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel), 3: vereinz. elbostf. – ’m brett anschloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 1b. ‘etw. befestigen, mit etw. verbinden’, bes. beim Verladen Güter am Kranseil, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 384 (STE-Tan), 4: a.a.O. 384 (CA-Ak). – 2. ‘Holz oder zum Fällen bestimmte Bäume mit der Axt oder dem Hammer kennzeichnen’ 3: Wb-Nharz 15. – 3. ‘durch Aushang öffentlich bekanntmachen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 15 – en hs nschln lten ‘ein Haus zwangsversteigern lassen’ a.a.O. 15. – 4. ‘durch Anstoßen beschädigen’ – Dort bettelte sich zwee Sektjläser. Schadt jarnischt, wenn eens dorvon anjeschla’n is. 4: Krause 1964,134. – 5a. ‘durch Schlagen zum Erklingen, Tönen bringen’, von einer Glocke, 3: Wb-Nharz 15, 4: Wb-Ak 23 – Ich dachte, se schlen n (die große Glocke der Marienkirche in Aken wurde bis 1919 zu bestimmten Uhrzeiten a.), dbei stormt’n se (gaben Feueralarm). a.a.O. 23. – 5b. ‘erklingen, tönen’ – et hat all anesln von der Turmuhr, 3: HA-Oh. – 6. ‘an der Freistätte anschlagen’, im Spiel, 3: Wb-We 8, 4: Wb-Ak 23. – 7. dass. wie  ansetten 6b., 3: vereinz. w elbostf. – Slache mal an, wat dat hus kost. Id-Eilsa 48. – 8. ‘eine bestimmte Wirkung haben, Erfolg zeigen’ 2: JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Krause 1964,20 – dat midd’l (Arznei) hat anneschloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol); Dat Kapittel öwwer Polletik slaug nich mehr recht an, ... Wedde 1938,65; Mit listije Ooren beowachtete erschtma, wie seine Rede anschla’n tat, ... Krause 1964,20; Ich kann essen was ich will, bei mich schlett nischt n. ‘... ich werde nicht dicker, nehme nicht zu.’ Wb-Ak 23; Reim:jt d’n, dringkng, schlp’m, sp’m
sachte jn un bb’m –
dät schlait an
JE2-Scho.
– 9. ‘kurz und warnend bellen’, vom Hund, 2: Kredel 1927,23, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 15, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: anslan, -sln vereinz. w elbostf.; ansleit, slei’t an 3. Sg. Präs. Kredel 1927,23, Wedde 1938,78, Klaus 1936,57; slaug - 3. Sg. Prät. a.a.O. 65; [anln] Elbschifferspr. 384 (STE-Tan); anschla’n Krause 1964,20; [lait an] 3. Sg. Präs. JE2-Scho; schlauch an 3. Sg. Prät. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); anjeschla’n Part. Prät. Krause 1964,134; nschln Wb-Nharz 15; anslon Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel); -schloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol); [anln] Elbschifferspr. 384 (CA-Ak); nschln, [nln] Wb-Ak 23, Wb-Be.
anspinnen Vb. 1. ‘mit dem Spinnen beginnen’ 3: Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 2. refl. ‘sich allmählich entwickeln, anbahnen’, bes. von Krankheiten und Liebesverhältnissen, 3: vereinz. elbostf. – doa spinnt sick wat an Spr-Maa 439 (WO-Ol).
Lautf.: anspinnen HA-Oh; -spinn’n Spr-Maa 439 (WO-Ol); nschpin’n Wb-Nharz 15.
anstken Vb. 1. allg. ‘etw. anstechen’ 2: vereinz. Altm., ZE-Gri Roß, 3: vereinz. w elbostf. – a. ‘etw. durch Einstich öffnen’, bes. ‘anzapfen’ – n’ Ft Beier anstken HA-Oh; Unn nu is de Kaamer (des Hamsterbaus) annestoken. ... Da liet datt Getreide sau twei Hänne hoch. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim). – b. in versch. Verbdg. auf den Menschen bezogen – einen nschtken ‘jmdn. reizen’ Wb-Nharz 16; hei hat mick schöne annestook’n ‘er hat mich heftig angefahren, gescholten’ HA-Bee; watt anstäk’n ‘schlagen, prügeln’ Wb-Altm 243; hei het b ne hellisch neschtken ‘er ist unangenehm aufgefallen, hat Missfallen erregt’ Wb-Nharz 16; anestoken sin ‘betrunken sein’,  dn, Wb-We 8. – 2. ‘etw. (mit einer Nadel) an etw. befestigen, anstecken’ 3: vereinz. n elbostf. (außer s GA), Wb-Nharz 16, 4: Wb-Ak 23 – Vorsch Fest muß ich noch neie Jard’n nstechen. a.a.O. 23; hai hat sik ne strze (Strauß) annestk’n Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 3. ‘anzünden, zum Brennen bringen’ 2: vereinz. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – et hs nschtken Wb-Nharz 16; hei hat ’n Dimm’m (Diemen) anestken HA-Oh; steche ma de Latarne an! ZE-Roß; Hei stok sick de Lüchte an ... Rauch 1929,100; ... denn stoppe hei de Piepe un stok se ahn. Wedde 1938,55; Sprw.: stik et Licht an, wenn de Frösche kwaken! ‘das Aussprechen der Wahrheit beendet jede üble Nachrede’ Sprw-Börde; refl.: hei stickt sich n ‘er errötet, schämt sich’ CA-Fö. – 4. ‘etw. auf jmdn. übertragen oder von etw. erfasst werden’, bes. von Krankheiten, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Krause 1964,120 – gah nich na Willem – de ... stickt dick an HA-Bee; Schnapp’m (Gähnen) sticht n. Wb-Ak 23.
Lautf., Gram.: Inf.: anstek(e)n, -stk(e)n, [anstkn] Id-Altm, vereinz. elbostf.; [nstkn] QUE-Di; anstäken, -stä(ä)k’n, -schtaek’n, [anstkn] vereinz. Altm., Spr-Maa 439 (JE1-Ran Ziep), vereinz. n elbostf., WE-Oster; nschtëken Wb-Nharz 16; [anten] ZE-Roß; nstechen Wb-Ak 23; 3. Sg. Präs.: steckt an, schteckt - ZE-Gri, Krause 1964,120; stickt - vereinz. n elbostf.; - n CA-Fö; sticket an HA-Oh; sticht n Wb-Ak 23; Imp. Sg.: stick an vereinz. n/mittleres elbostf.; stich oan, n vereinz. anhalt.; steche an ZE-Roß; 3. Sg. Prät.: stok - Rauch 1929,100; stok’e - mit Enklise des Personalpron. m. HA-No; anstok Heimatkalender-Je 1937,76 (JE2-Fi); stok ahn Wedde 1938,55; steek an Berufe-Altm 251; schtachs - mit Enklise des Personalpron. n. Wäschke 61915,10; Part. Prät.: an(n)esto(o)k(e)n, -stken vereinz. elbostf.; nestoken, -schtken Wb-Nharz 16, CA-Fö; [nstkn] QUE-Di; anjestoch(e)n Spr-Asch 19, Richter o.J. 105; njestochen Wb-Ak 23; [antk] JE2-Scho.