Aken ON 1. NeckN: Kuhaken 2: ZE-Eich, 4: vereinz. s CA; in Neckreimen:Aken, wo de Frösche quaken
un de Hunne mitn Schwanz belln
4: CA-Me;
In Aken ist nischt te maken
als Bundholz un Staken
und wer dat nich kann maken
der bliebe weg vun Aken.
3: CA-KlRo;
Rätsel:Koam’m Mann von Oaken,
het’n groot witt Loaken,
wollt di ganze Welt bedecken,
kunnt nich a’r
(über) de Elwe recken. – der Schnee, 2: JE2-HBe.
– 2. in der Verbdg.: kenscher Schlawwer SpottN für die Akener Schiffer, 2: Elbschifferspr. 324 (WO-Ro).
anbinden Vb. 1. ‘durch Binden befestigen, festbinden’ 1: Matthies 1912,12 (SA-Fa), 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... , wo de Kiehe un Ochs’n anjebun’n wär’n konnt’n. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); Rda.: hier is los, wat nich annebunnen is scherzh. Antwort auf die Frage, was los sei, Sprw-Börde; kort annebun’n sien ‘barsch, abweisend sein’ Wb-Holzl 125; ‘n Bhren anbinnen ‘Schulden machen’ Id-Altm. – 2. Schifferspr. – a. ‘den Kahn wegen schlechter Auftragslage festmachen’ 2: Elbschifferspr. 367 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 367 (CA-Ak). – b. ‘zum Segeln benötigtes Leinenzeug am Mast anbringen’ 2: a.a.O. 379 (JE2-Mi). – c. in der Verbdg.: kort anbinden ‘den kleinen Kahn dicht hinter dem Fahrzeug schwimmen lassen’ 2: a.a.O. 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa). – 3. ‘an jmds. Arm ein Band, einen Strauß o.ä. befestigen’ 2: Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Wird einem Geburtstagskind ein Strauß angebunden, kann es sich mittels einer Spende lösen. Wb-Nharz 11. Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm ein Strohseil, ein Band oder ein Ährenbüschel umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehörigen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geldzahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz anhalt. – Reim:Ich habe hören ein Vögelchen singen,
Ich soll den gnädigen Herrn anbingen,
Nicht zu dicht und nicht zu fest,
Er wird sich lösen auf’s allerbest.
Vk-Anhalta 277 (KÖ-Wu).
– 4. ‘Streit anfangen, Unfrieden stiften’ 3: Wb-We 6, Wb-Nharz 11, 4: Wb-Ak 17 – Bink mit dn nich n! a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: binde an 1. Sg. Präs. Vk-Anhalta 277 (BA-Bad); bind’ an Imp. Sg. Matthies 1912,12 (SA-Fa); anbinnen Id-Altm, vereinz. w elbostf.; -binn’n, [anbi] Rauch 1929,102, Elbschifferspr. 367, 379 und 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); am- Spr-Maa 435; anjebun’n Part. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); annebunnen Part. Prät. Sprw-Börde; -bun’n, [anbu] Part. Prät. JE2-Scho, Wb-Holzl 125, an ‘ebunn Part. Prät. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); anbunn Part. Prät. Francke 1904,31; nbin’n Wb-Nharz 11; nbin-n QUE-Di; [npi] Wb-Be; anbingen Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na, KÖ-Wu), Wirth 1928,85 (KÖ-Ost); anjebungen Part. Prät. Wäschke 61915,86; nbingen Wb-Ak 17.
anbrken Vb. 1a. dass. wie  anbrauchen, 4: Wb-Ak 17. – 1b. ‘vor der Zeit anfangen, etw. zu verbrauchen’ – melk nbrken Milch, auf der sich schon Sahne gebildet hat, aus einer Satte nehmen und dadurch die Sahnebildung hemmen, 3: Wb-Nharz 11. – 2a. ‘nicht ganz (durch-)brechen’, von Holz, 4: Wb-Be. – 2b. in der Verbdg.: de Mast is an(ge)brken ‘der Mast hat durch übermäßigen Druck beim Segeln Risse bekommen’ 2: Elbschifferspr. 317 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi), 4: a.a.O. 317 (CA-Ak). – 3. ‘anfangen, beginnen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11 – de Dg brikket an HA-Oh.
Lautf., Gram.: anbrken HA-Oh; [anbrkn] Part. Prät. Elbschifferspr. 317 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi); nbrëken Wb-Nharz 11; [anjbroxn] Part. Prät. Elbschifferspr. 317 (CA-Ak); nbrechen Wb-Ak 17; [npren] Wb-Be.
anhängen Vb. 1a. ‘etw. an etw. hängen, aufhängen’ 1: SA-Dä, 2: JE2-Scho, 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 13, 4: Wb-Be – an d Schanne (Trageholz) sünd tsw Hkng an, d wn d Emma annehangng JE2-Scho. – 1b. ‘ein (Wasser-)Fahrzeug an ein anderes hängen, ankuppeln’, (Schifferspr.), 2: Elbschifferspr. 363 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 363 (CA-Ak), Wb-Ak 19 – Sk z, dassemer’n Handwn ’n Frwn nhengen ken’n. a.a.O. 19. – 2a. ‘jmdm. etw. zu Unrecht nachsagen’ 4: Wb-Ak 19. – 2b. ‘jmdm. einen Spitznamen geben’ – ... vor ummesüß hemm’n se dick nich den Jökelnamen (Spitzname) “Brutjochen” an e hänget. 3: Rauch 1929,72. – 3. dass. wie  2anhacken 1.de br het nehenget 3: Wb-Nharz 13. – 4. ‘an jmdm. haften, auf jmdm. lasten’ 3: vereinz. elbostf. – Rda.: dat henget ne noch lange an ‘das trägt man ihm noch lange nach’ Sprw-Börde; de Krankheit hat ene lange anhänget ‘er hatte noch lange an den Folgen der Krankheit zu leiden’ Wb-We 7.
Lautf., Gram.: anhängen Sprw-Börde, Wb-We 7; an e hänget Part. Prät. Rauch 1929,72; anhengen, [anhen] HA-Oh, Elbschifferspr. 363 (CA-Ak); henget an 3. Sg. Präs. Sprw-Börde; nhengen Wb-Nharz 13; n- Wb-Ak 19; [nhen] Wb-Be; [anhan] Elbschifferspr. 363 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa); [ha an] Imp. Sg. SA-Dä; [anha] Part. Prät. JE2-Scho.
Anker m. 1. ‘an einer Kette oder einem Tau befestigtes stählernes Gerät, vorw. mit mehreren hakenförmigen Armen’, wird zum Festlegen eines Wasserfahrzeuges auf den Grund eines Gewässers herabgelassen, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 231 und 233 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), JE2-Scho, ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 231 und 233 (CA-Ak), Wb-Ak 19, Wb-Be – dswder Anker ‘bei einem Gewicht des Fahrzeugs von über 100 t vorgeschriebener A. vorn und hinten’ Elbschifferspr. 233 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa, CA-Ak); klner Anker ‘ca. 50 kg schwerer A. mit nur einem Arm’, dieser wurde zur Befestigung eines Fahrzeugs an Land in die Erde gedrückt, a.a.O. 233 (CA-Ak); Lßen Anker fal’l! oder lß fal’l! Kommandos zum Werfen des Ankers, Wb-Ak 20; Rda.: einen Anker versetzen ‘einen Anker im Strom verlieren’ ZE-Roß. Der auf der Elbe benutzte A. war vorw. mit vier Armen versehen, früher z.T. auch mit fünf. Elbschifferspr. 231 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak). – Volksgl.: Liegt das ankernde Fahrzeug im Strom nicht still, so liegt der A. auf einem Toten. Wb-Ak 20. – 2. TiN ‘ Libelle’ 2: JE2-Ge Schl.
Lautf.: Anker, [akr]; außerdem: [aka] JE2-Scho. – Etym.: mhd., mnd., mndl. anker, wie ags. ancor entlehnt aus lat. ancora. Zugrunde liegt idg. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’, vgl. Pfeifer 1989,54, Kluge 242002,46.
Ankergeschirr n. ‘Gesamtheit der Teile, die benötigt werden, um einen  Anker 1. gebrauchsfertig zu machen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 231 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 231 (CA-Ak), Wb-Ak 20.
Lautf.: [akrjir()] Elbschifferspr. 231 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); Ankerjeschorre, [akrjor] a.a.O. 231 (CA-Ak), Wb-Ak 20.
Ankerkde f. ‘Kette, an der der  Anker 1. befestigt ist’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 237 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 237 (CA-Ak), Wb-Ak 20.
Lautf.: [akrked] Elbschifferspr. 237 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa, CA-Ak); Ankerkette Wb-Ak 20; [akrket] Elbschifferspr. 237 (STE-Tan, JE2-Mi).
Ankerkrn m. 1. ‘unbewegliche Haltevorrichtung für den  Anker 1.’, am Vordersteven des Fahrzeuges etw. seitwärts von der Spitze angebracht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 239 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 239 (CA-Ak), Wb-Ak 20. – 2. dass. wie  Ankerdavit, 4: a.a.O. 20.
Lautf.: Ankerkrn Wb-Ak 20; sonst: [ankrkrn].
Ankerschloss n. ‘halbkreisförmiges Metall, durch dessen mit Bohrungen versehenen geraden Ansätzen ein Gewindebolzen gesteckt ist’, dient der Verbindung des  Ankerrings mit der Ankerkette ( Ankerkde), Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 237 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 237 (CA-Ak), Wb-Ak 20.
Ankerwinde f. ‘Winde zum Herablassen und Anheben des  Ankers 1.’, befindet sich sowohl an der Spitze des Fahrzeugs als auch hinten, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 161 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 161 (CA-Ak), Wb-Ak 20.
Lautf.: [ankrwin] Elbschifferspr. 161 (alle angegebenen Orte); Ankerwin’ne Wb-Ak 20.