klterig Adj. 1a. ‘vereitert, durch Schmutz oder Sekret verklebt’ 1: SA-Mel, 2: Wb-Altm 102, WO-Sa, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – de O’en sind klatrig Wb-Holzl 120. – 1b. ‘unausgeschlafen’ 3: Wb-We* 219. – 2a. ‘unsauber, schmutzig’,  smuddelig, auch ‘unordentlich, nachlässig, liederlich’,  1lderlich, in Bezug auf die Kleidung auch ‘zerlumpt’ 2: Wb-Altm 102, 3: vereinz. w elbostf. – de Haor s’n so kladdrig t Wb-Altm 102. – 2b. ‘armselig, erbärmlich’, auch ‘unwohl’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 90 – mit den steht’s kladerich CA-Ca. – 2c. ‘unangenehm, ungemütlich’ – klterich Wder 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 3. ‘von minderer Qualität, dünn, schwach’, bes. von Suppe oder Kaffee, 3: WO-Ma. – 4. ‘unhöflich, frech’, auch ‘leicht reizbar’ 3: HA-Bee, Id-Eilsa 72, Wb-Nharz 98, 4: Mda-Sti 159.
Lautf.: klterig, -ich verstr. elbostf., Mda-Sti 159; [kltri], klterich Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), Wb-Ak 90, Wb-Be; klatrig, -ich verstr. elbostf.; kladerig WO-Sa; kladerich CA-Ca; kloadrig SA-Mel; kladderig Id-Queb 3; kladdrig Wb-Altm 102.
kluck-kluck Interj. 1a. Lockruf der  Klucke 1a. für ihre Küken, 2: GA-Da. – 1b. Lockruf für Küken, 2: WO-Sa, JE2-Scho. – 1c. Lockruf für eine  Klucke 1a.,  putt-putt, 3: HA-Eil, Wb-Nharz 100, QUE-Hau, 4: CA-Ak. – 2. Laut, der beim Einschenken aus einer Flasche oder dem Trinken daraus zu hören ist – Kluck! Kluck! rufen die Kinder einem Betrunkenen nach, 2: Wb-Altm 106.
Knirrkamm m. 1a. ‘Handgelenk’, vgl. Handgelenk, Pulsgelenk, 2: SA-Ra. – 1b. ‘eine falsche, mit einem Geräusch verbundene schmerzhafte Bewegung des Handgelenkes’ 2: STE-Ho. – 2a. dass. wie  Knirrbeck, 2: WO-Sa, 3: CALV-Calv, HA-Gro. – 2b. ‘aus im Kamm des Webstuhls verbliebenen Fadenresten zusammengeknoteter Faden’ 3: Brauch-Anhalt 187 und 346 (BE-GrMü). – Volksgl.: Leute mit verstauchtem, übergriffenem oder dick gewordenem Handgelenk holten sich vom Weber den K. Die Zahl der Knoten sollte ungerade sein, gewöhnlich betrug sie 21. Der Weber legte den K. abends ins Fenster, von wo man ihn sich abholte. Der K. wurde mehrfach um das betroffene Handgelenk gewickelt. Dem Weber durfte weder gedankt werden, noch erhielt er irgendeine Bezahlung, da sonst das Mittel nicht half. a.a.O. 187 (BE-GrMü).
Lautf.: Knirrkamm; außerdem: Knierkam SA-Ra.
khessig Adj. ‘wie eine Kuh stehend oder laufend’, von anderen Tieren, 2: WO-Sa.
Lautf.: kuhhessig.
Klrpe f. TiN ‘Raupe des Kohlweißlings’ 1: SA-Ah, 2: OST-Dü, STE-Kre, WO-Sa, JE2-Za, ZE-Bur, 3: WA-Am.
Lautf., Gram.: Kohlrup STE-Kre; Pl.: -rupen; außerdem: -raupen ZE-Bur.
krmen Vb. dass., 2: WO-Sa, JE1-Ziep, 3: verstr. w elbostf., Id-Queb 7, QUE-West, BA-Rie, 4: Wb-Ak 98 – … un dei Mareik (Meerrettich) datau, dat einen de Ogen da na trahnen oder sau schön in de Näse kriemt … Rauch 1925,5.
Lautf.: kri(e)men; außerdem: kr’m, [kr] HA-KlBa, Id-Eilsa 74, OSCH-Wu, Wb-Ak 98; kräimen WE-Ost.
Krpler m. 1. ‘schwächlicher bzw. altersschwacher, gebrechlicher Mensch’ 3: Wb-Nharz 106. – 2. ‘Besitzer eines kleinen Ackerhofes’, abw.,  Ktste(r), 2: WO-Sa, JE1-The, 3: verstr. ö elbostf., 4: BE-Am.
Lautf.: Kröpler WO-Sa, OSCH-Weg; Kröbler JE1-The; Kre(e) pler WO-He, WA-Ble Un Wo; Kreplär CA-Atz, BE-KlMü; Krepeler WO-El, Spr-Asch 43; Krepelr QUE-Di; kreplr Mda-Weg 104; [grblr] BE-Am; kreppelr Wb-Nharz 106. Zus.: zu 2.: Klein-.
Kuckuck m. 1. TiN wie Standardspr., verbr. – in’n Holderbusch reip’n Kuckuk HA-Oh; Rda.: trecke man de Hanschen ut, süss schit’r de Kuckk rin Bemerkung, wenn jmd. im Frühling noch warm angezogen ist, HA-Bee; der hert den Kuckuck ook nich wedder ropen ‘er stirbt bald’ WO-Sa; hai schall man laiwa schtill waesan denn Kuckuck röppt s’n aigng Nao’m iut Bemerkung, wenn jmd. bei anderen Dinge kritisiert, die bei ihm selbst zu finden sind, SA-Dä; in Flüchen (mit Bezug auf den Teufel): dek sal de Kukkuk halen! Wb-We 76; hls der Kuckk CA-Ak; Rätsel: Wannaier röppt de Kuuk, vor Pingest’n od’r noa Pingest’n? – Hei röppt bloos Kuuk! Lieder-Ma Nr. 488 (WO-Ol); Wiegenlied:Kuckuck, wo bist du?
In ‘n Brombeasselbusch,
doa sing ick, doa fleit ick,
doa hew ick mien’ Lust.
Matthies 1912,4 (SA-NFe).
Brauch, Volksgl.: drei Dg vör Maidag mütt dei Kuckuck raup’n, örer hei mütt süss bäst’n (bersten). SA-Han. Erst wenn der K. wieder zu hören ist, wird der (Schinken-)Speck angeschnitten. vereinz. elbostf. anhalt.: Kuckuck, Snitt de Buer en Speck up.Vk-Harz 3,62 (WE-Oster). Hört man ihn im Frühjahr zum ersten Male, soll man die Geldbörse schütteln oder das Geld umdrehen, damit man das ganze Jahr hindurch welches besitzt. verstr. Aus der Anzahl der Kuckucksrufe kann geschlossen werden, wie viele Jahre man noch lebt (verstr.): Kuckuck in’n Hewen, Wo lang wer’k noch lewen? Abergl-Altm 18; Kuckuck op’n Barj, Wennher leijet se mick in’t Sarj? Hbl-Ohre 1934 Nr. 3 (GA-Fle). Die jungen Mädchen erfahren so, wie lange sie noch bis zur Hochzeit warten müssen (verstr.): Kuckuck, op der Eiken, wie lange sak en mien Brutlaken noch bleiken?Vk-Harz 8,49; Kuckuk up den wimen, Wann ir sall ik frigen? Hochzeit-Altm 8. Stehen die ersten Getreidegarben auf dem Feld, darf der K. nicht mehr zu hören sein, anderenfalls ist u.a. eine Teuerung zu erwarten. GA-Rö, Vk-Anhalta 272 (ZE-Steu, BA-Fro): röppt de Kuckuck de Stiegn entlang, jiwt ne dühre Tied im Land GA-Ro. Der Kuckuck bringt die Ostereier. verstr. nwaltm. w Altm. Gegen Sommersprossen hilft das Abwaschen mit Wasser, wenn man, am Rand eines Gewässer stehend, den K. rufen hört. Vk-Anhalta 305. – 2. NeckN für Bewohner – a. von Breitenhagen, 3: CA-GrRo KlRo. – b. von Dornburg, 2: JE1-Prö. – c. von Späningen, 2: vereinz. s OST. – 3. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 4: Mda-Fuhne* § 387 (KÖ-Wer) – 4. ‘Gerichtsvollzieher’, scherzh.,  Hausleerer, 1/2/3: ADVk Nr. 239f (vereinz. nd.). – 5. ‘Pudelmütze’ 2: Wb-Altm 120. – 6. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gras’ 4: DE-Lau. – 7. ‘die durch ein Querholz hinter der Hinterachse verbundenen Enden der Deichselarme’ 1: SA-Dä. – 8. ‘zeitweilig zu sehender Nasenschleim’,  Rotz, 3: Wb-Holzl 129.
Lautf.: Ku(c)ku(c)k, [kukuk]; außerdem: Kuckk, [kukk] JE2-Scho, HA-Bee, Wb-Nharz 110, Wb-Ak 99, Wb-Be; [gugg] Mda-Fuhne* § 387 (KÖ-Wer); Kuuk Lieder-Ma Nr. 488 (WO-Ol).
Kuckucksonkel m. dass. wie  Kuckuck 4., 2: ADVk Nr. 239f (WO-Sa, JE1-Scha), 3: a.a.O. Nr. 239f (JE1-Me).
Küffe f. ‘altes, baufälliges Haus’,  Bde, auch ‘kleines, schlechtes Haus’ 2: Wb-Altm 119, Albrecht 21822 1,173, STE-Bit, WO-Sa, JE1-Ist, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 166.
Lautf.: Küff Wb-Altm 119, Albrecht 21822 1,173; Kuffe, kuffe vereinz. elbostf., Mda-Sti 166; Kiffe STE-Bit, WO-Sa, JE1-Ist, BLA-Brau. – Etym.: zu gleichbed. mnd. kuffe, kiffe, vgl. HWb-Mnd 2,697.