Brtworst f. 1. ‘Wurst aus rohem gehacktem Schweine- und Rindfleisch, die in einen rund gebogenen, an den Enden zusammengebundenen Rinderdarm gefüllt wird’, vorw. geräuchert, 2: vereinz. s Altm. sö JE2 ö JE1, ZE-Mü Ra, 3: verbr. elbostf. (außer CA), 4: vereinz. anhalt. – Op’n Dische stunnen lauter schöne Sachen: Pottsusen, frische Bratwost, Sülte un Lewwerwost. Wedde 1938,15; Rda. (auch 2. einschließend): Der kann ane Bratworscht in Finstern essen. von einem klugen Menschen, Vk-Anhaltc 104; Is gerad so, as wenn man’n Hund na Bratwost schickt. wird gesagt, wenn eine Aufgabe von einer dafür ungeeigneten Person erledigt werden soll, Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.). – 2. ‘zu bratende Wurst’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be. – 3. in der Verbdg.: Brtworst smten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: ZE-Brä Reu.  Dankerode.
Lautf.: Bratworst WA-Egg; -wost verbr. n/w elbostf., WA-KlWa Un; -worscht, [brtvort] verstr. s elbostf., Vk-Anhaltc 104; -wurscht WO-Ke, BA-GrAls; Bra(o)twost, [brtvost], [brt-] SA-Jü Pe, verstr. Altm., JE2-Go, vereinz. n elbostf., OSCH-Nei, BLA-Brau; Braotworscht, Brt- WO-Zie, Wb-Ak 40; -waoscht JE2-GrWu; [prtwort] Wb-Be; [brdword] Mda-Fuhne 18 (DE-Ca); Braotwurscht JE2-Nkli; Broatworscht vereinz. JE1, ZE-Brä; -wurscht JE1-Dö Grü, vereinz. ZE; [braotvost] vereinz. n nwaltm. – Etym.: (1.): 1. Glied zu as. brdo ‘Schinken, Wade’, mhd. brte ‘(schieres) Fleisch, Weichteile am Körper’, vgl. nhd. Wildbret, erst sekundär Anschluss an das nicht verwandte Verb  brden, zu dem (2.) in direktem Bezug steht, vgl. Pfeifer 1989,208, Kluge 242002,145 und 146.
drs Adv. ‘dort, an dieser Stelle, diesem Ort’ 2: ZE-Brä Roß – nu, dst steht det doche ZE-Roß.
Lautf.: [dst] ZE-Roß; Nbf.: dasoten ZE-Brä.
dat I. best. Art. n. Sg. allg. – dat Jetreide WA-KlOsch; dätt Geld SA-Rist; det Kalf ZE-Stre; inn Harwest fällt dat Loof WA-Alt; das Wetter ist schlecht DE-Ho; det Koarn is öwerrieb OST-Los; ’t Kint hat Aa maket Id-Eilsa 45; dr muss des Brd ailinge (ohne etw. dazu) essen CA-Chö; Sprw.: Jifft Gott dat Häseken, jifft’e ok dat Gräseken. HA-Bar; Bauernregel: no Lichtmeß traut de Voß det Iß nich mehr OST-Dü; in unbetonter Stellung: t’ Kind Wb-Holzl 74; ’s Haus zuschlßen Wb-Ak 46; Genus abweichend von der Standardspr.: dat Mek (Milch) SA-Dä; dat Sapp (Saft) Wb-Altm 257; wie willt mal dat Schrank affrücken HA-Bee; et schütze dat Liew vor Külle. Wedde 1938,82; dat Karnl is verstopped BLA-Brau; vor subst. Inf.: dat ofte Prau’m (Proben) Wb-Holzl 147; Nu geiht dat Nöähl’nt un Kläöternt an ... Pohlmann 1905,45; vor subst. Adj.: Düt wer dät Allerbest. Kredel 1929,167; Oma hat dat Lütje up’n Schot CALV-Calv. – II. Demonstrativpron. n. allg. – 1. in Bezug zu einem Subst. ‘dieses’ – dat (eines von mehreren) Glas hatn Knacks WO-El; b dat prt g ek nich b Wb-Nharz 27; Dat een oll Perd was beestig klok ... Pohlmann 1905,4; nachgestellt: saun haun (Huhn) dat Wb-Nharz 38. – 2. in subst. Funktion – merke dick dat WA-Un; du kannst dat ruhij midde anneseihn HA-Bee; kannste das nich besser machen? DE-Ho; nu kieke dick dat doch blot mal an WO-Da; dat is en ganzen Klauken HA-Oh; Dat harre dai Hexe r nedn. Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Das kann ich ... janz jenau sa’en ... Heimatkalender-Be 1936,156; det (Konj. s. IV.1.c.) det nich jeht, seht doch jeder ZE-Roß; ... dachte ... wedder an das, wasse heite frieh Neies ... jehiert hadde ... Wäschke 61915,114; für weibl. Personen: ... Annecken ..., dat freut sick all sau opt Fäutewaschen, ... Rauch 1929,14; in Gesprächen über dritte Personen unabhängig vom Geschlecht: dat harre hellische Kartuffeln ernt QUE-Hau; Rda.: wat helpt dät all, wenn’t all nich helpt! OST-Ost; Dät will’n wäi äm nich up de Näs’ binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; Sprw.: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; wat mick nich brennt, dat puste ick nich ‘was mich nicht persönlich betrifft, ist mir egal’ Sprw-Börde. – 3. anstelle von unpersönlichem es – det rengt aber düchtig JE2-NeuWa; Nomerrach (Nachmittag) gifft dat Kauken SA-Bee; det is schlimm mett de Pissmieren (Ameisen) ZE-Brä; Das schadt doch niche! Wäschke 71913,4. – III. Relativpron. n. vereinz. – ... dat erste Jahr, dat hei ute Schaule war, harre hei ... als Kauhjunge deint ... Rauch 1929,135; dat Prd, dat den Hawern verdeint hat, kriggt ne nich Wb-We 48. – IV. Konj. allg. – 1. Nebensätze einleitend. – a. Subjektsatz – Et war man gut, dat schließ- lich Hauptmann Knöselmeyer mit sine Mannschaft affmarschieren dei un de Vorrhang daljung. Lindauc o.J. 38. – b. Attributsatz – In ihre Not nuh, daß se den Varsch widder verjessen kinne, ... Richter o.J. 23. – c. Objektsatz – Un nu sahkse, daß Weiweßen noch Biljetter krichten die nich so fein anjetrekt warn wie sie. Heimatkalender-Be 1936,154; ... heertn, daß Krausen schlachten tadn. Alt-Cöthen 76; ... un doato ha eahr Mudder eam deatt strengst’ns anbefoahl’n, deatt he Klock fief wearrer müßt to Hus sick infin’n ... Matthies 1903,1 f.; Hä wußte nämelich, daß Ballenstedt anhältsch un Thale preisch is ... Heese 21919,49; Se han druf njetrn, daß de Hippetk jelescht word. Wb-Ak 24; Rda.: hai iss nich waert, datne de sunne beschnt Spr-Mab 397 (WO-Ol). – d. Adverbialsatz – zeitlich: dat (als) ek d sau schtunt, km en hse jelpen Wb-Nharz 37; Rda.: nu, datt (da) de Hals aff iss, nu will’r krei’n ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276; modal: d mustt so maken det et inn Kwer jait Mda-nwJe1a 51; Rda.: lacht, dat de Kiwwecken blaumen ‘er lacht laut, mit weit aufgerissenem Mund’ Sprw-Börde; Arbeiten, dat de Swaorn knack’n. Spr-Altm 79; konsekutiv (Folge): se wonen sau nahe dat se seck afraupen konnen. Id-Eilsa 46; Uff’n Hof wärd allens hinjestawwelt, daß me in Dustern driwerwech fallen kann. Spr-Asch 42; Sprw.: ehe dä Fule tweimal geiht, slept hei, dat ne de Buk weih deiht WE-Velt; final (Zweck): up jede Satte koam en poar Schplett, det man de ändere weder druppschtell kunne ZE-Ste; ... denn will ich dich schon drewwelieren (bedrängen), daß ich mei’n Willen kreie ... Wäschke 61915,141; Rda.: Unse Harregott stü’rt alle hohen Böme, dat se nich in’n Himmel wasset Sprw-Harzvorld 382. – 2. in Verbdg. mit anderen Einleitungswörtern von Nebensätzen – damid dat ... Wb-Holzl 74; wrumme dat ... Wb-Nharz 37; indem dat ick da schtund Sprw-Börde; Sau jung dat nu ne ganze Wiele hen mit dat Vortellen, bet dat de Büdel leddig war un keinder mehr wat wußte. Wedde 1938,55. – 3. zur Einleitung von Ausrufen (in Nebensatzform) – dat d dat nich wer deist HA-Oh; Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; ... dät ick Dämlack nich ihr daran dacht hew’!“ Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); nach Imper.: s rtich un datte nich furt geist Wb-Nharz 38.
Lautf., Gram.: Art.: entgegen dem Befund des DSA und den Darstellungen in den Handbüchern dominieren im Nbrdb. (nach Fragebogenabfrage ‘das Pferd wiehert’) keineswegs die dät/det-Belege, sie halten sich dort die Waage mit dat (vgl. auch Möhringim Nd. Jb. 123 (2000). S. 93): dat verbr. nwaltm., verstr. Altm. (außer Südrand, dort verbr.) JE2, vereinz. JE1 (außer w, dort verstr.), allg. elbostf., vereinz. s CA (ältere Generation), unbetont gekürzt zu ’t verstr. nd. (vgl. aber auch  et); das vereinz. s nd., allg. omd.; [ds] BA-Ha; dät verstr. SA, vereinz. n GA, verbr. ö Altm. (außer n WO), verstr. JE2, JE1-Lö, ZE-Kö; det SA-Ta, verstr. nbrdb., verbr. mbrdb., vereinz. s GA w JE1; deatt Matthies 1903,3; des Wb-Ak 46, CA-Chö, unbetont verkürzt zu ’s BE-Gü, DE-Or Vo (vgl. aber auch et); Akk. wie Nom.; Demonstrativpron.: hier verschiebt sich das Gewicht im Nwaltm., Nbrdb. und im n JE1 zugunsten von dät/det: 19 Orte haben beim Art. dat, beim Demonstrativpron. (nach Fragebogenabfrage ‘das habe ich in der Schule nicht gelernt‘) dagegen dät/det, das Verhältnis von dät zu det bleibt ungefähr gleich, die anhalt. Orte mit des, (e)s beim Art. verwenden hier das; Konj.: ähnliche Verteilung wie beim Demonstrativpron., allerdings keine flächendeckende Abfrage; Enklise des folgenden Personalpron. 2. bzw. 3. Sg. zu datte(r) verstr. elbostf.; dasse verstr. anhalt.
d I. best. Art. allg. – 1. m. Sg. – de Paster STE-Go; de Mane is all upejn Mda-nwJe1a 46; de Schreck hat mick ganz owernommen WO-Dru; Dä Bengel harre würklich Glücke. Klaus 1936,24; dei grote Krischan ‘große Zehe’ WE-Velt; der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108; där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den Diek ZE-Mü; dor Emmor is in’n Born jefal’l DE-Ca; Rda.: da steit dee Läpel ok nich stramm inn von dünnem Kaffee, OST-Neu; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba; Genus abweichend von der Standardspr.: richtig, da saß der Brill ... Wäschke 61915,109; dor Gabsel is rungorjefal’l DE-Ca; vor subst. Adj.: de Bs ‘der Teufel’ Wb-Altm 256; hei is de Letzte (der Schlechteste) in de Schaule HA-Oh; Dat. (wie auch nachfolgend Bezug auf Standardspr., ausf. s. Formenteil): den Jungen sien Fader Umschreibung des Gen., Wb-Holzl 75; Op den groten Grasplatze vor de Brueri ... Lindauc o.J. 14; wat wisst de denn met dän olln Krachel (Gerümpel) noch machen? ZE-Roß; de Koh naon Bulln brängn STE-Ri; ... was bloß in’n Winter zu machen jeht ... Heese 21919,73; Dat war nich schöne von dem Mann, ... Klaus 1936,20; Akk.: uff den Kopp stellen DE-Pri; Wes (sei) män getreu bet an den Dod! Pohlmann 1905,79; Eck will deck den Arsch versohlen. Vk-Harz 3,67; an dn Salaot kümmt Tsucker WO-Zie; d müsst dänn Drt bin JE2-Scho; trecken dann grauten Woagen full Hau SA-Bee; Rda.: hei lachet, asse wenn he den Lork (die Kröte) an’n Strikk herre ‘er lacht ausgelassen, heftig’ Wb-We 77; Sprw.: Ihrenamt un de Kägelbaohn lihren dänn Burn naon Krog gaohn. Bewohner-Altm 1,325. – 2. f. Sg. – de Asche jliet DE-Or; de Worscht is heeß ZE-Dü; d Mt (Magd) kunn en ... nich en’m häm’m ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); de Beere is innewechten molig GA-Rä; dä Fru HA-Bee; Denkst du, wenn seck dä Möhle dreiht, Eck kann meck op dä Siete leggen? Klaus 1936,21; dei Tewe (Hund) bellt WE-Kö; Dei Hochtid was in’n April, ... Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Rda.: wat vorsteiht de Kreie von’n Sönndag? Bemerkung über jmds. Unwissenheit, WO-Schn; Wetterregel: So lang as de Lrk vör Lichtmess’n singt, so lang singt sei nhäer. SA-Han; Genus abweichend von der Standardspr.: de Ginne ‘das Kinn’ DE-Ca; vor subst. Adj.: de Lewst ‘die Geliebte’ Wb-Altm 125; Dat.: t d Tt, wo ... Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; et is noch en Happen in de Schöttel eblebbn WE-Re; Mit de Schule war’s dazumah ooch andersch ... Richter o.J. 7; ... naoh d’ Stadt ... Pohlmann 1905,11; mich sinn von die olle kolle Witterung noch de Hänne janz klamm ZE-Roß; aus der Pulle anen kulkern Spr-Asch 21; op der schtrte is et modderich Wb-Nharz 128; Rda.: op der Strte lijjen ‘sich herumtreiben’, auch ‘erwerbslos sein’ HA-Oh; Akk.: der Voader nemmt de Seiße JE1-Wol; füll doch d Schtippe in in’n Napp JE2-Scho; Hei sette de Mütze op ... Wedde 1938,24; ... war ... uf de Bullenjagd gegangen ... Wäschke 61915,34; sett dick bi mick opp dä Bank GA-Wa; jeff mal die Borneschtange he, ik will Wasser rup langen ZE-Brä; Rda.: mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68. – 3. m., f., n. Pl. – m.: koal sind de Böhm OST-Lo; De Häscher ... mit öhre Blauthunne ... Rauch 1929,93; Dä Strümpe vull Water ... Klaus 1936,52; ... die beeden Kunden ... Heese21919,79; f.: de Jense bröjen WO-Ucht; In’t Leederschur lagen de langen Füerleedern ... Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); de Gren gom’m, es ward Windor BE-GrWi; ... dä Kaldüneken schmecken sau schtumpe, ... Spr-Harzb 57; n.: de Kinner spöeln in Grass SA-Bee; de Hnor sinn in Hnorschdall BE-Gü; dei Kindere luntchen (lehnen) seek ahn WE-Elb; Plt.: de ohlen Liete wern sich noch genau uf Juln siene Lache besinnen kennen BA-Ha; Dat. (alle Genera): Mit de Arme slenkere hei in de Luft rumtumme ... Lindaua o.J. 69; der hat’s mit de Niern ‘er ist nierenkrank’ CA-Sta; ... un up de Fellers (Feldern) nicks as brunen Kohl. Essen-nwAltm 91 (SA-Han); Van d’ Böm fall’n rod un gäl de Bläder ... Pohlmann 1905,54; Rda.: Das jt de Menschen w de Leite. ‘Das geht allen so.’ Wb-Ak 112; Akk. (alle Genera): ..., denn maakten se seek wedder langsam op de Schtrimpe. Vk-Harz 8,31; mischele m de Grd’n DE-Ca; lött de Hünder leggen JE1-Wo. – II. Demonstrativpron. allg. – 1. mit Bezug zu einem Substantiv – a. m. ‘dieser’ – Sau word dä orme Minsche den ganzen Dag bilehrt ... Klaus 1936,51; Dat.: f dn Bm wagsen Gndschlinge BE-GrWi; Rda.: An denn Minsch’n is kn Beraod ‘er ignoriert gut gemeinte Ratschläge’ Wb-Altm* 49. – b. f. ‘diese’ – Un dei arme Frue schtund immer noch hie ... Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); d Jans had awwor a gl’n Mren DE-Ca; Dat.: b dai greot Hitt döst (durstet es) ’n bannich SA-Dä; Zu die Zeit wurrn noch de rohen Lehmschtene zus Bauen benutzt un ins Fachwark injemauert. Alt-Cöthen 70; Akk.: upp d Aort Wb-Altm 34. – c. Pl. ‘diese’ – dee paar Kröten (das bisschen Geld) dee ik hebbe OSCH-Ott; Dat.: De Mutter is nah dee Geschichten In ümmer andert Tüg te seihn ... Gorges 1938,74. – 2. in subst. Funktion – a. m. – d kimt n mek Wb-Nharz 130; No dei ward jo woll nich wedder ekomm sien. Wille 1927,XV (BLA-Be); wat söckt dänn dr d JE2-Scho; Rda.: dee is sau lang wi Lewerenzen sien Junge Wb-Holzl 36; de is jo nich alleen ‘er ist geistig beschränkt’ OST-Möl; de lett bloß Möllensteine un gluh Isen liggen ‘er stiehlt sehr viel’ HA-No; der het’ Morgenbrot verschlopen ‘er ist gestorben’ JE2-HBe; dor sd aus w Braunbor mid Schpugge ‘er ist ganz blass’ BE-Scha; generalisierend in Sprw.: de eimol lickt, de wett wi’t smeckt, de lickt den ganzen Kübel weg GA-Ge; wökern’t Kittel nich paßt, de treckten sik nich an STE-Bad; Dat.: däne sine Pläne zur Umschreibung des Gen., WE-Velt; mit den is kein henkommen Sprw-Börde; Lß dich von dn nich besawwel’l! Wb-Ak 34; mnen Fder, dne geit et gt HA-Oh; Dän müßte ick doch min’n ersten Hoasen wiesen (zeigen). Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); mit dne is nischt ls Wb-Nharz 119; Rda.: den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Mit dene is kein gut Kerscheneten. ‘Er ist ein unverträglicher, gefährlicher Mensch.’ Hbl-Nharz 1929 Nr. 11; Akk.: Rda.: den wird der Nielebock holen ‘er wird sterben’ CA-Sta; um dn machd mor lwor a Bren ‘meidet ihn lieber’ DE-Ca. – b. f. – ... Spritze ... De word vorrkofft. Lindauc o.J. 33; Dä kann Deck nich koken, nich flicken, nich stoppen ... Klaus 1936,26; Die hadde’s Mopsen eejentlich jar nich neetich jehatt, ... Heese 21919,68; Dat.: Rda.: där kunkelt mit die ‘er hat ein Verhältnis mit ihr’ CA-Sta. – c. Pl. – de han son bunt Röck an SA-Jee; de hem en ganzes Mandel Kinner CA-Fö; d wollen’t jelt met leddich gn fordeinen Wb-Nharz 116; Wat hämn dänn die man bloß tu lachen? Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie); Die waren orntlich buleidicht ... Heese 21919,39; Rda.: De denken, Kees’ und Brod regn’t van’n Himmel. wird von jungen Leuten gesagt, die ohne finanzielle Absicherung heiraten, Bewohner-Altm 1,343; Dat.: ... s Jejnteel von die ... Krause 1964,122; Rda.: da is wat mank bei di ‘bei denen ist etwas los’ ZE-Roß. – III. Relativpron. verstr. – 1. m. – ... Buer Slus, de geärn watt öäwer eannern foppt. Matthies 1903,1; ... Seelschen See, d k tau Arxlä hör’n dai Tiedge 1954,39 (HA-Ost); Sien Sohne, dei Bure op’n Hof war ... Rauch 1929,59; En Dokter, der dort sehre ofte de Abende verkehrte ... Richter o.J. 16. – 2. f. – ’n Fr, de dat Kind söcht Wb-Altm 34; ... de grote Dörplinne, die gewiß all ahr dausend Joahre olt is. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); ... Schade um die ville scheene Zeit, die e da tacktäjelich vorrloofen tede ... Heese 21919,61. – 3. Pl. – Wecke Buern, de saun hundert Morgen oder mehr harren ... Wedde 1938,46; ... de Paschlewwer Jungens, die um sechse frieh inne Friehschule jehn ... Wäschke 61915,60; Sprw.: Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76.
Lautf., Gram.: best. Art.: in unbetonter Stellung findet sich häufig Kürze (z.B. [d] m., f., [d(o)r] m.), die Formen mit Länge oder Diphthong haben z.T. bereits demonstrativen Charakter; m. Nom. Sg.: im Nwaltm., Nbrdb. und im n/mittleren Elbostf. dominieren klar die r-losen Formen: de(e), [d], unbetont [d] verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. s JE2 JE1, verbr. n/mittleres elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. sö elbostf.; GA-Wer, vereinz. mittleres JE2 nw JE1, verstr. nw elbostf., vereinz. OSCH, WA-ABra, verstr. sw elbostf.; dei verstr. nwaltm., vereinz. n elbostf., verstr. sw elbostf.; [däi] verstr. nwaltm.; die md., auf -r auslautenden Formen dominieren innerhalb des Nd. das Gebiet östlich der Elbe (JE2 JE1 ZE, allerdings nach Norden zu in abnehmender Intensität), im sö Elbostf. sind sie schon recht häufig: der, [dr] vereinz. n WO n/mittleres JE2, verstr. s JE2, verbr. JE1 ZE, vereinz. s WO OSCH, verstr. WA, vereinz. sw elbostf., verbr. sö elbostf. omd.; där, [dr] WO-Zi, verstr. mittleres/s JE2 ZE, vereinz. anhalt.; [d] STE-Je, WO-Zie; [dr] verbr. anhalt.; [dr] Mda-Sti 28; in unbetonter Stellung: dor(r) verstr. s ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; dr verstr. ZE sö elbostf. omd.; m. Dat./Akk.: Dat. und Akk. der Standardspr. sind formal auf der Grundlage des Akk. zusammengefallen (nur 2 elbostf. Belege mit dem Klaus 1936,20, Lieder-Ma Nr. 733 (WA-Eg)): den SA-Bre, Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), vereinz. OST, GA-KloNeu, verstr. mittleres/s JE2 JE1 ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dän, [dn] SA-Rist, verstr. s Altm., vereinz. mittleres/s JE2, verstr. ZE, OSCH-Grö, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost), verstr. anhalt.; däen JE2-Schön; dn Mda-Sti 28; denn Wb-Altm 33, vereinz. SA, JE2-Neu Wa; dänn, [dän] Bewohner-Altm 1,325, verbr. SA OST STE, GA-Fau Trü, vereinz. n JE2; deänn OST-Ga; dann, [dan] vereinz. nwaltm. w Altm. mittleres OST, STE-Ga, JE2-Kam; dean’n Matthies 1903,49; in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt zu ’n; Reste des Dat. liegen in einz. Wendungen und Verbdg. mit Präp. vor, z.B. ‘zum’ (tum Dokter WO-Gu; taum Danze OSCH-Weg); f. Nom. Sg.: de(e), [d], unbetont [d] (auch bei betonter Form die) verstr. nwaltm., verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., verbr. elbostf. omd.; die räumliche Verteilung von dä, dei und däi entspricht der des best. Art. m. Nom. (s. oben); die vereinz. mittleres/s JE2, verstr. JE1 ZE, vereinz. sö elbostf. s CA; di’e, [d] verstr. mbrdb.; f. Akk. Sg. entspricht dem Nom. (de(e), dä, dei, die) bei Vorherrschen der unbetonten Form [d]; f. Dat. Sg.: im gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und Akk. auf der Grundlage des Akk. zusammengefallen, im Nthür. werden sie dagegen geschieden, in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt: im e-Apokope-Gebiet (Nwaltm., Nordbrdb.) oft zu d’ (z.B. in’d, int Schl ‘in der Schule‘), sonst zu ’e (z.B. inne Schle); daneben existiert die Dativform: der vereinz. JE2 JE1 HA OSCH, verstr. sw elbostf., verbr. nthür., CA-Lö Me; dr BLA-Brau; dr Mda-Sti 28; in unbetonter Stellung und nach einer Präp. häufig verkürzt zu dr, ’r JE1-Kä La Mo, WE-Oster, vereinz. QUE n BA, verstr. nthür.; einige Orte im sw Elbostf. gebrauchen beim Art. m. Nom. de, dei, beim Art. f. Dat. dagegen der; m., f., n. Pl.: im Nom. Verteilung der Formen weitgehend wie beim best. Art. f. Nom. Sg.; darüber hinaus: dia ZE-Mü; im gesamten nd. und anhalt. Gebiet sind Dat. und Akk. auf der Grundlage des Akk. (wie Nom. bei Vorherrschen der unbetonten Form [d]) zusammengefallen; im Nthür. wie auch verstr. im sw Elbostf. entspricht die Form des Dat. formal der Form des best. Art. m. Akk. Sg. (den/dän); Demonstrativpron./Relativpron.: die Formen entsprechen weitgehend denen der betonten Varianten des Art.; m. Nom. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr. hinaus belegt: [dai] Dialekt-Ma 3 (vereinz. nö CA); der/där vereinz. GA, verstr. STE n WO, vereinz. HA; im Anhalt. dominiert [dr]; m. Dat./Akk. Sg.: über die beim best. Art. angegebene Verbr. hinaus belegt: in subst. Funktion: dene verstr. w elbostf.; däne, dëne verstr. sw elbostf.; f. Nom. Sg.: vgl. die betonten Formen des best. Art.; die unbetonte Form des Art. [d] wird im Mbrdb. und Anhalt. durch i-Formen ersetzt: die, [d] verstr. mbrdb., allg. anhalt.; [d] verstr. mbrdb.; f. Dat./Akk.: Akk. wie Nom.; zu den Dativformen sowie zum Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best. Art.; m., f., n. Pl.: Verteilung der Formen weitgehend wie beim Demonstrativpron. f. Nom. Sg.; zu den Dativformen sowie zum Zusammenfall von Dat. und Akk. in der Form des Akk. vgl. best. Art.
drge Adj. verbr., vgl. trocken. 1a. ‘ohne Feuchtigkeit, nicht (mehr) nass, abgetrocknet’ – de Wesche is dre BE-Am; det Hai (Heu) is dr Mda-sJe1 7 (JE1-Walt); hale mal ’n bettchen dröch Holt rin HA-Bee; dr mken ‘trocknen’ Wb-Nharz 45; ... dann würden ok diss’ Borns drög! Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); Hr un’nern Bm stmor dre. Wb-Ak 47; Dei is ja en been dorrich eweikt, awer bis Northeim warte wedder dreje. Vk-Harz 3,25 (BLA-Be); Rda.: so drög ass Pulwer ‘völlig trocken’ Wb-Altm 40 f.; He is noch nich drög hinner’n Ohr’n. ‘Er ist noch zu unerfahren.’ Spr-Altm 78; hei hatt ne dre’e Lebber von einem Trinker, BA-GrAls. – 1b. ‘niederschlagsarm’ – ... woart ok moal enen Sommer so drö wie vörriegtet Joahr ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Wetterregel: Je dröger de Härwst, je köller de Winter, je bätter dät Jahr. Bewohner-Altm 1,338. – 1c. ‘völlig ausgetrocknet, verdorrt, verwelkt, hart’ – de dräu Bläer Mda-Ar 54; de Eer (Erde) is dreuch GA-Wer; ... weil sau dröj un hart et Land ... Gorges 1938,14; Der Flau’mbm is dre, dr muß raus. Wb-Ak 47. – 2. in der Verbdg.: drge stn ‘keine Milch geben’, von Kühen – fäat K’m (vor dem Kalben) mün’n dai Kui wat droich schtaon SA-Dä; ... mitte Kuh is das wo nich janz richtig, die schteht je beinahe trehe ... Wäschke 61915,95. – 3a. ‘nicht saftig oder fettig’, von Speisen – ... sau dröe wie saun Twieback ... Klaus 1936,4; ... awwers wolle nich so recht rutschen, weils en bisjen zu trehe war ... Heese21919,78. – 3b. ‘ohne (saftigen oder fettigen) Belag’, von einer Brotscheibe oder von Kuchen – der ett dett Brot drehe ZE-Brä; Van Plum-Mos werd’ Drö’ Kantn ok Noch smidig mehr ... Kredel 1927,75; dror Gchen schmeggd mich nich DE-Ca. – 4. ‘mager, dünn’ – der Mensche is drege CA-Fö; Rda.: drech wie ne Zicke Sprw-Börde; Dr is so dre w Flschhammersch Fr’n sein Windhund. Wb-Ak 47; Sprw: je dröjer de Hund, je gröter de Fleuen (Flöhe) Sprw-Börde. – 5. ‘sehr sachlich, spröde’, auch ‘nicht wortgewandt’ – subst.: hei iss ’n ganzen Dröjen HA-Bee.  Gt.
Lautf., Gram.: dröge JE2-Nkli, vereinz. elbostf.; drö(ö)g, -ch, -j [dr] Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w SA (außer nwaltm.), vereinz. mittleres/ö SA nö GA, verbr. ö/s Altm. (außer sw) n/mittleres JE2, verstr. n elbostf., WA-Un; dröger Kompar. Bewohner-Altm 1,338; dröjer Kompar. Wb-Holzl 79, Sprw-Börde; [dre] Id-Eilsa 58; dröhe WE-Dee; dröe, [dr] Mda-nwJe1a 39 (JE1-Lo), HA-Oh, vereinz. nw OSCH n/mittleres WE; drö Bewohner-Altm 1,323, verstr. nö OST, vereinz. mittleres/sö JE2, JE1-Wer Wo, WE-Dar Strö; trög OST-Vie; drege, dreje, [drej] Mda-sJe1 7 (vereinz. w JE1), vereinz. s elbostf., BE-Am; dre(e)g, -ch, [dr] verstr. mittleres/s JE1 ö elbostf.; drehe verstr. s mbrdb., vereinz. BE, DE-Wö; dre-e, dre, [dr] vereinz. mittleres JE1, verstr. s mbrdb. s elbostf. anhalt.; dre, dr verstr. s mbrdb., Wb-Nharz 45, QUE-Di; treje, trje CA-Ca, Mda-Sti 137; trehe vereinz. anhalt.; [tre] Wb-Be; draeje Vk-Ask 377; [dri] Mda-Ze (ZE-Gro); dr() ZE-Göd; dreug, dräug, -ch, [droe] verstr. mittleres/ö SA, vereinz. w OST sw Altm.; [droi], [dri] verbr. n/w nwaltm., verstr. in einem Streifen von N nach S im mittleren SA, vereinz. n GA; dräu, droi Mda-Ar 53 und 54 (SA-Vi, OST-Ar Schr), STE-Po; troi STE-Po; dröig, -ch SA-Um, GA-Al, vereinz. n JE2, Chr-Em 431, HA-Oh; [droü] OST-Meß, GA-Schw; dröüch OST-Schön; [dräü] vereinz. mittlere Altm.; dröi WO-Ri, JE2-GrWu Schö; drüö OSCH-Di.
Ft n., f. ‘Entenküken’, auch ‘junge Ente’, Kinderspr.,  ntenkken, 1: SA-Scha, 2: vereinz. Altm., JE1-Schor, ZE-Brä Sta, 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Fi(e)t ZE-Sta, GA-Wie, WA-Ost; Fitt Vk-Ask 194; Feit SA-Scha, vereinz. Altm., JE1-Schor, ZE-Brä.
Flgel m. 1. ‘Flügel eines Vogels’,  Flittje(n), auch von Insekten, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n/w Altm., verbr. STE, vereinz. n WO, verbr. n/mittleres JE2 mbrdb., 3: verstr. nw elbostf., sonst vereinz. elbostf., 4: verstr. w BE, DE-Or – der Vahl het grote Flähle ZE-Brä; Wenn hei, de oll Langbeen, met d’ Flögels dao sleit! Pohlmann 1905,59; ... un winkte mit de Arme, wie sonn jung Sparling mit de Flöggel. Lindauc o.J. 129. – 2. ‘Flügel einer Windmühle’ 1: Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: Mda-nwJe1a 42 (JE2-HSe, verstr. n JE1), ZE-Göd, 3: verstr. elbostf. – 3a. ‘Torflügel’ 3: vereinz. elbostf. – 3b. ‘Fensterflügel’ 2: Mda-nwJe1a 42 (JE2-HSe, verstr. n JE1), 3: a.a.O. 42 (verstr. w JE1).
Lautf., Gram.: Flögel HA-Bad, WA-Egg, WE-Ath; Flögele HA-Wo; Flögels Pl. Pohlmann 1905,59; Fl(ä)ögel, -j-, [flj()l] Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), SA-Ka, verstr. OST n GA, verbr. STE, vereinz. n WO nö JE2; Flöegel STE-Bö Ri; Flöigel STE-Stei; [flwl] JE2-Scho; Flöhl, [fll] OST-Ko, Mda-nwJe1a 42 (JE1-Nie), JE1-The; Flehl JE2-Ma, vereinz. ö JE1; Fleele wohl Pl. JE1-Schor; [fljl] Siedler-Je § 80 (w JE1); [fljl] (sehr offenes ä) a.a.O. § 80 (n JE2); Fläewel JE2-Me; Flähel GA-Ip; Fläel, [fll] OST-Spä, verstr. mbrdb.; Fläele wohl Pl. JE2-Ba, JE1-Ro; Flä(ä)l, [fll] OST-Wal, verbr. mittleres JE2 mbrdb., vereinz. w JE1; Flähle wohl Pl. vereinz. mbrdb.; Fleäl JE2-Mö; Fleäle wohl Pl. ZE-Stra; [flal] Mda-nwJe1a 42 (verstr. n JE1), ZE-Göd; Fleugel, -j- STE-Schl Sta, JE2-Reh; Fläuel JE2-Fi Schön; Fliejel, [fljl] QUE-GrSchie, verstr. w BE, DE-Or; [flil] Mda-Ze (ZE-Roß); Flögg(e)l, -jj-, [flög()l], [flöj()l] vereinz. ö nwaltm., Wb-Altm 54, verstr. mittleres SA, vereinz. s Altm., Mda-nwJe1a 42 (JE1-HWa), verstr. nw elbostf., WO-Dru, vereinz. OSCH, WE-Rok; Flöchchel SA-Kä Thür, GA-Klö; Flöjjele Wb-Holzl 87; Flögga, [flög], [flögo] verstr. nwaltm.; Fleggel, -jj-, [flejl] Mda-nwJe1a 42 (JE1-Scha), vereinz. ö elbostf., Wb-Nharz 210; [fljl] Nd-Börde § 135 (WO-Schn).
Frdag m. 1. ‘Freitag’ verstr. (aus JE1 keine Belege) – jden Frdch HA-Oh; ... un mor sollten Freitack wedderkommen. Heese 21919,14; Fraidach willn w färaisen JE2-Scho; Rda.: auf die Frage issen hte frdch? wird scherzh. geantwortet: j, – wer bles for d, d keine sle kren. Mda-Weg 127; Wetterregel: ’n Fridag ännert sick’t Wäd’r Wb-Altm 57; de janze Woche is wunderlich, der Fridach is affsunderlich ‘war das Wetter in der Woche unbeständig, soll es sich am Freitag ändern’ Sprw-Börde; Wie dr Fratag sau dr Sonntag. Spr-Asch 50. – Volksgl.: Dort, wo der F. als ein Glückstag angesehen wird (verstr. Altm., ADVk Kt. 5 – verstr. JE2, Vk-Anhaltb 12 – ZE-Brä, BA-Schie, vereinz. anhalt.), finden vor allem an diesem Tag die Hochzeiten statt. Freitagskinder stehen mit den Sonntagskindern auf gleicher Stufe. Allerdings sollten am F. keine größeren Reisen unternommen werden. Bewohner-Altm 2,291. Dies gilt in bes. Weise für die Gebiete, in denen er als Unglückstag gilt (ADVk Kt. 5 – verstr. JE1 ZE elbostf. anhalt.). Ebenso sind hier der Abschluss größerer Geschäfte (Vk-Anhalta 325), Dienstwechsel (Wb-Ak 61) oder das Aufstehen nach längerer Krankheit (Vk-Ask 119, Vk-Anhalta 325) an einem F. zu vermeiden, will man den Erfolg nicht gefährden. – 2. in der Verbdg.: d stille Frdag/stillen Frdag ‘Karfreitag’ 2: Pohlmann 1905,77, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 61, Vk-Anhalta 222.
Lautf.: Fri(e)dag, -ch, [frda] Wb-Altm 57, verstr. s Altm. n/mittleres elbostf., vereinz. s elbostf.; -dg, -daach, frdch verstr. w elbostf., QUE-Di; Frëidag, [fräida], [fri-] verstr. nwaltm., vereinz. w Altm., verstr. ö Altm.; [frda] OST-Wal; Freidag, -ch, [fraida], [frae-] SA-Dä, verstr. n/mittlere Altm., vereinz. JE2; -tag, -ch ZE-KlLei, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); -tack Heese 21919,14; -tch Wb-Ak 61; -ta(h)k, -tk Wb-Ak 61, Spr-Anhalt 174, Wäschke 31909,75; Fratag Spr-Asch 50.
Frenzimmer n. dass. wie  Fr 1a., auch abw., 2: WO-Li, ZE-Brä, 3: vereinz. mittleres/s elbostf., 4: BA-Ha, CA-Lö, Wb-Be – s an impartenentes Frauentsimmer a.a.O.
Lautf.: Fruenzimmer WO-Li, vereinz. mittleres/s elbostf.; Frauen-, [frauntsimr] ZE-Brä, BA-Ha, CA-Lö, Wb-Be.
Gummipropp(en) m. dass., 2: vereinz. nbrdb., ZE-Brä, 4: CA-Su.
Lautf.: Gummipropp JE2-Schl, ZE-Brä; -frop CA-Su; -proppen vereinz. Altm.; -probben JE2-Schö.