Kalasche f. ‘Schläge,  Prgel’ 2: Id-Altm, JE2-Scho, ZE-Cob Roß, 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 55, WE-Gö, 4: verstr. anhalt. – galasche krn Wb-Nharz 55; jetst jiwwets Jalasche! Wb-Be; dor had awwor Jalasche jegrichd BE-Ra; als Drohung: d krist wa dne Kalasche noch! JE2-Scho.
Lautf.: Kalasche, [kalá]; außerdem: Gal(l)ásche ZE-Cob, Sprw-Börde, Wb-Nharz 55; [jála] verstr. anhalt.
Kläffer m. ‘stets bellender Hund’, abw.,  Tle, 2: ZE-Cob, 3: QUE-Tha, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kläffer QUE-Tha; Kleffer ZE-Cob, [kléfr] Wb-Be.
Knallschnur f. ‘Ende der Peitschenschnur’,  Ptschensnr, 2: vereinz. JE2, JE1-Glie GrLüb, ZE-Cob Reu.
Krtendolch m. ‘schlechtes, stumpfes (Taschen-) Messer’,  Pk(s), 2: ZE-Cob.
Lautf.: Krätendolch.
Mannshse f. dass. wie  Männerhse, 2: vereinz. ö Altm., HA-Sa, vereinz. s JE2, JE1-Grü Ka Wo, ZE-Cob Mö, 3: verstr. elbostf., 4: BLA-All.
Lautf.: Mannshose WO-Bl Li, JE1-Ka, ZE-Mö, HA-Sa, verstr. elbostf., BLA-All; -hos STE-Zie; -hosen GA-Sta, STE-Schi, JE2-Fi; -hosse QUE-Tha; -hoese WE-Ro; -hoesen STE-Je; -hoase JE2-Par Red, JE1-Wo; -hoas OST-Ho Werb; -hoasen STE-Ho, JE1-Grü; Manneshose ZE-Cob; Mann- JE2-Za. – Gram.: auf -n auslautende Formen sind Pl. mit singularischer Bed.
nässeln Vb. ‘fein regnen’,  musseln, 2: ZE-Cob, 3: JE1-Wa, OSCH-GrQue, vereinz. QUE, 4: BA-Ha Sil, verstr. BE.
Lautf.: nässeln ZE-Cob, QUE-Hau We, BA-Ha Sil, BE-Bo; nesseln, [nesln] JE1-Wa, OSCH-GrQue, QUE-Schie, Wb-Be; [nes] verstr. BE.
Nest n. 1. ‘aus verschiedenartigem Material gefertigte Wohn- und Brutstätte von Vögeln und kleinen Säugetieren’ verstr. – n’ Nest utnem’n HA-Oh; Rda.: in’t jemachte Nest setzen ‘in gute Verhältnisse einheiraten’ ZE-Roß; Sprw.: In nei’ Nester leg’n de Hinner gärn. ‘Neues findet zunächst viel Zuspruch.’ Bewohner-Altm 1,340; ‘n slechten Voagel, de sin eigen Nest besmutt STE-Wa. – 2. ‘Bett’,  Bedde, 2: Wb-Altm 146, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 121, Wb-Be – rt tn neste! Mda-Weg 108; Du kunnest woll wedder nich ins Nest fingen, daß de s mde bist? Wb-Ak 121. – 3. ‘Haarknoten am Hinterkopf der Frau’ 3: vereinz. elbostf. – 4. ‘kleine, unbedeutende Ortschaft’, abw., 2: JE1-Dan, ZE-Cob, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Heese 21919,35. – 5. ‘kleines, schlechtes Zimmer, Haus’ 2: Wb-Altm 146.
Lautf.: Nest; außerdem: [nst] Mda-Ar 26; [nst] Mda-Sti 29. Zuss.: zu 1.: Hner-, Hummel-, Kreien-, Mseken-; zu 4.: Klatsch-; sonstiges: Kkel-.
stern n., z.T. im Pl. 1. ‘christliches Fest der Auferstehung Christi’ verstr. – D ne stern hat’s m mechtich jeschneiet. Wb-Ak 123; tau estern kummet se Junge t de Schaule HA-Oh; to Auster gaw dätt immer n graut Schüssoh mit geferwtn Eier SA-Rist; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; wenn estern un Pingesten op einen Dch fallt ‘niemals’ HA-Oh; Kinderlied:Wenn’t Ostern is, wenn’t Ostern is,
denn slacht mien Vader’n Bock,
denn danz’t mien Mutter, denn danz’t mien Mutter,
denn krie’ eck en nien Rock.
WE-Oster.
– Brauch: Das Osterfest wurde um drei Uhr am ersten Ostertag eingeläutet. Vk-Harz 8,44 (WE-Elb). Vor Sonnenaufgang schöpften die Mädchen bereits das  sterwter. Im Mittelpunkt des österlichen Brauchtums steht jedoch das  sterei. An den Ostertagen fanden versch. Spiele und Wettkämpfe statt, an denen vornehmlich die Burschen oder die Erwachsenen teilnahmen. Bes. Ballspiele (z.B.  Ballslgen, Klsen) waren beliebt. verstr. Mütter strickten ihren Kindern einen Ball. Vk-Anhalta 225 (BE-GrMü). Andere Spiele waren z.B.  Hnenslgen (Brauch-Ma 262 – WO-He),  Semmelfrten (Brauch-wAltm 53) oder der  Knigslp (Brauch-wAltm 54). Um Hasselfelde wurden Eichhörnchenjagden veranstaltet. Vk-Harz 8,45. Die Mädchen zogen vor die Häuser der Brautpaare, die im letzten Jahr heirateten, um einen Ball zu erbitten,  Brtball, sterball (verstr.). O. war ein Termin für den Gesindewechsel (verstr.) sowie für die Aufnahme der Knaben in den Kreis der erwachsenen Jugend (Brauch-wAltm 44),  bengeln, hänseln 3. Zu O. wurde ein fladenartiges Gebäck gegessen (Vk-Anhalta 226 -verstr. ZE, Spr-Asch 42, BA-Op) und eine mit Weißbier angerichtete Suppe gereicht (Vk-Anhalta226). – Volksgl.: Man zieht hinaus, um den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Ostertages zu betrachten, weil die Sonne vor Freude tanzt (Brauch-Ma 262 – STE-Bo, vereinz. n elbostf.), drei Freudensprünge macht (verstr. Altm.) oder weil zwei Sonnen zu sehen sind (Brauch-Ma 263 – GA-Grau). Breitet man dabei ein Tuch aus, so ist der sich darauf sammelnde Tau gut gegen Krankheiten. Brauch-Ma 262 (HA-Sü). Das Umwandern der Äcker soll eine gute Ernte sichern. Brauch-wAltm 55. Regnet es am Ostersonntag, ist im Jahr mit Trockenheit zu rechnen. Brauch-Ma 263 (GA-Fle Grau). Ein am Ostersonntag auf nüchternen Magen gegessener Apfel schützt vor Geschwüren. SA-Ku. – 2a. in der Verbdg.: kleine(s) Ostern ‘Sonntag nach Ostern’ 2: Vk-Anhaltb 27 (ZE-Cob), 4: Wb-Ak 123, Wäschke 71913,25. – 2b. in der Verbdg.: weiße Ostern dass., 3: Vk-Anhaltb 27 (BA-Ra).
Lautf.: Ostern, [strn] verstr. (außer nwaltm. w Altm.); [strn] JE2-De; [stn] STE-Gro, CALV-Calv; [stan] JE2-Scho; estern HA-Oh; [ostn] SA-Meh; [ustn] vereinz. n GA; estrn Mda-Ro; uostern OSCH-Di; Auster SA-Rist; [eost] SA-Dä.